Stephan Seidenfad Geschäftsführung und bAV-Experte
Direktversicherung für Arbeitgeber: Höchstbetrag, Zuschuss und Haftung 2026
So läuft Ihre Direktversicherung 2026 rechtssicher, mit sauber berechnetem Zuschuss und einem Bestand, der Ihnen im Versorgungsfall keine Haftung beschert.
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Das erwartet Sie hier
Was die Direktversicherung Arbeitgeber kostet, welche Grenzen 2026 gelten und wo Pflichten und Haftung liegen.
Die Direktversicherung ist eine Lebens- oder Rentenversicherung, die der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer für seine Mitarbeiter abschließt. Der Mitarbeiter ist versicherte Person und bezugsberechtigt, der Arbeitgeber steht für die zugesagte Leistung ein.
Beiträge bis rund 8.000 € im Jahr (2026 genau 8.112 €, also 8 % der Beitragsbemessungsgrenze) bleiben in der Ansparphase ohne Lohnsteuer. Bis 4.056 € entfallen auch die Sozialversicherungsbeiträge. Beide Grenzen gelten einmal je Mitarbeiter für alle Verträge zusammen.
Bei Entgeltumwandlung muss der Arbeitgeber 15 % Zuschuss zahlen, soweit er Sozialversicherungsbeiträge einspart. Unter den Beitragsbemessungsgrenzen entfallen 2026 rund 21,15 % Arbeitgeberbeiträge, je 100 € Umwandlung bleiben rund 6,15 € für den Verwaltungsaufwand.
Das Opting-out ohne Tarifvertrag ist seit dem 22.01.2026 eine Option per Betriebs- oder Dienstvereinbarung mit mindestens 20 % Zuschuss, keine Pflicht für Arbeitgeber.
Für Ihren Jahresabschluss ist die Direktversicherung bilanzneutral: Die Beiträge sind Betriebsausgaben, der Vertrag gehört nicht zum Betriebsvermögen, und für die Einstandspflicht besteht nur ein Passivierungswahlrecht. Über die Haftung im Bestand entscheiden Bezugsrecht, Versorgungsordnung und Zuschuss, bei Entgeltumwandlung ist ein unwiderrufliches Bezugsrecht ab Beginn Pflicht.
Stephan Seidenfad Geschäftsführung und bAV-Experte
Die Direktversicherung ist einfach. Der Bestand dahinter oft nicht.
Die Direktversicherung ist eine Lebens- oder Rentenversicherung, die Sie als Arbeitgeber für Ihre Mitarbeiter abschließen. Eingeführt ist sie schnell: ein Rahmenvertrag, eine Entgeltumwandlung, ein Zuschuss in der Lohnabrechnung. Teuer wird sie selten am Anfang, sondern Jahre später im Bestand. Ein widerrufliches Bezugsrecht bei Entgeltumwandlung oder eine fehlende Vereinbarung zeigt sich meist erst beim Ausscheiden oder Rentenbeginn. Nicht weil jemand etwas falsch gemacht hat, sondern weil nach der Einrichtung niemand mehr draufgeschaut hat. Hier lesen Sie, welche Grenzen 2026 gelten, was der Pflichtzuschuss kostet und wo Ihre Haftung als Arbeitgeber liegt. Ob Einstieg oder Bestand, unser Grundsatz: Erst Altlasten analysieren. Dann neu bauen.
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Neu in 2026 und 2027
Neu ist 2026 der Betrag: Der Höchstbetrag liegt bei rund 8.000 Euro im Jahr (2026 genau 8.112 Euro), die Acht-Prozent-Regel selbst gilt seit 2018. Ohne Sozialversicherungsbeiträge bleiben 4.056 Euro. → Mehr dazu im Abschnitt „Höchstgrenze und Höchstbetrag 2026“
Seit dem 22.01.2026 dürfen Betriebe ohne einschlägigen Tarifvertrag ein Opting-out per Betriebsvereinbarung einführen. Dann zahlen sie mindestens 20 Prozent Zuschuss. → Mehr dazu im Abschnitt „Neuregelung 2026: BRSG II und Opting-out“
Direktversicherung für Arbeitgeber: einfacher Einstieg, unterschätzter Bestand
Die Direktversicherung ist eine Lebens- oder Rentenversicherung, die Sie als Arbeitgeber für die betriebliche Altersversorgung (bAV) auf das Leben Ihres Mitarbeiters abschließen. Sie sind Versicherungsnehmer und zahlen die Beiträge. Der Mitarbeiter ist versicherte Person und bezugsberechtigt, im Todesfall seine Hinterbliebenen. Der Versicherer schuldet die Leistung (Quelle: § 1b Abs. 2 Betriebsrentengesetz (BetrAVG)).
Finanziert wird die Direktversicherung meist per Entgeltumwandlung: Der Mitarbeiter verzichtet auf einen Teil seines Bruttogehalts, und Sie zahlen diesen Betrag als Beitrag an den Versicherer. Im Alltag heißt das oft „Versicherung vom Bruttogehalt“. Dazu kommt Ihr Pflichtzuschuss, auf Wunsch auch ein eigener Arbeitgeberbeitrag. Rein arbeitgeberfinanzierte Verträge sind ebenso zulässig (Quelle: § 1 Abs. 1 BetrAVG).
Pflicht oder freiwillig?
Von sich aus müssen Sie keine Direktversicherung anbieten, ein allgemeines Obligatorium für die betriebliche Altersversorgung gibt es nicht. Verlangt ein Mitarbeiter aber Entgeltumwandlung, müssen Sie bis vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung ermöglichen. Bieten Sie weder Pensionskasse noch Pensionsfonds an, kann er eine Direktversicherung verlangen. Sie ist damit der gesetzliche Auffangweg (Quelle: § 1a Abs. 1 BetrAVG).
Den Anspruch haben nur Beschäftigte, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind (Quelle: § 17 Abs. 1 BetrAVG). Nach § 1a BetrAVG muss der Mitarbeiter mindestens 1/160 der Bezugsgröße umwandeln, 2026 sind das 296,63 Euro im Jahr. Sie dürfen dafür gleichbleibende Monatsbeträge im Kalenderjahr verlangen.
Noch keine bAV im Betrieb: So steigen Sie ein
Haben Sie noch keine betriebliche Altersversorgung, beginnt der Einstieg nicht mit einem Produkt, sondern mit drei Entscheidungen:
Sie legen einen Versicherer und einen Rahmenvertrag fest, damit nicht jeder Mitarbeiter einen eigenen Anbieter mitbringt.
Sie halten in einer kurzen Versorgungsordnung fest, wie Sie den Zuschuss berechnen.
Und Sie informieren die Belegschaft, bevor der erste Antrag kommt.
Abwarten verschiebt die Entscheidung nur. Den Anspruch auf Entgeltumwandlung nach § 1a BetrAVG hat jeder rentenversicherungspflichtige Mitarbeiter, auch in einem Betrieb ohne bestehende Versorgung. Verlangt er sie, müssen Sie handeln, dann meist unter Zeitdruck. Wer vorher entscheidet, bestimmt Versicherer, Tarif und Zuschussregel selbst.
Der größte Durchführungsweg in der Privatwirtschaft
Die Direktversicherung ist der verbreitetste Weg in der privaten Wirtschaft. Ende 2025 zählte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 8,76 Millionen Verträge (Quelle: GDV). Darin stecken auch ruhende Verträge ohne laufende Beiträge, etwa nach einem Wechsel des Arbeitgebers.
Auch nach aktiv Versicherten liegt die Direktversicherung vorn: Ende 2023 zahlten rund 5,45 Millionen Arbeitnehmer aktiv ein, bei den Pensionskassen waren es 3,86 Millionen. Im Schnitt flossen 114 Euro im Monat je aktiv Versichertem, also weniger als ein Fünftel des geförderten Rahmens (Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)).
Warum der Bestand das eigentliche Thema ist
Der Einstieg in die Direktversicherung ist einfach, die Pflege des Bestands ist es nicht. Mit den Jahren kommen Verträge mehrerer Versicherer zusammen, dazu mitgebrachte Altverträge, Zuschüsse mit und ohne Regelung und Vereinbarungen, die niemand mehr findet. Diese Mehr-Versicherer-Lage beschreibt auch eine Studie im Auftrag des BMAS aus dem Jahr 2022 zu kleinen Unternehmen (Quelle: BMAS-Forschungsbericht 596).
Wie groß die Lücken werden können, zeigt eine Stichprobe des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) aus dem Jahr 2017. Bei über 1.000 geprüften Verträgen in mehr als 50 Unternehmen fehlte die Entgeltumwandlungsvereinbarung oder war fehlerhaft, und zwar in 90 Prozent der Fälle. Die Autoren betonen selbst, dass die Stichprobe nicht repräsentativ ist (Quelle: DIA-Dossier Entgeltumwandlung).
Deshalb gilt bei uns: Erst Altlasten analysieren. Dann neu bauen. Als Versicherungsexperte für bAV, bKV und Geschäftsführerversorgung prüft von Buddenbrock zuerst, was in Ihrem Bestand liegt, und setzt danach neu und sauber auf. Das gilt für den Handwerksbetrieb ebenso wie für den Konzern.
Für Sie als Arbeitgeber heißt das: Ob Ihre Direktversicherung sauber läuft, zeigt sich nicht beim Abschluss, sondern im Bestand. Bezugsrecht, Zuschuss und Versorgungsordnung entscheiden, ob aus einem einfachen Benefit ein Haftungsrisiko wird. Wer das früh prüft, kann Fehler korrigieren, bevor ein Mitarbeiter in Rente geht oder ausscheidet.
Ihre Direktversicherung: bestehende Verträge prüfen oder sauber einsteigen
Läuft in Ihrem Betrieb schon eine Direktversicherung, prüfen wir zuerst Bezugsrecht, Zuschuss und Entgeltumwandlungsvereinbarung im Bestand. Haben Sie noch keine bAV, legen wir mit Ihnen Rahmenvertrag, Zuschussregel und die Information der Belegschaft fest, bevor der erste Antrag auf Entgeltumwandlung kommt. Finanzen, Recht und Steuern aus einer Hand, seit 2002 unser Mantra.
Höchstgrenze und Höchstbetrag der Direktversicherung 2026
Der Höchstbetrag der Direktversicherung liegt bei rund 8.000 Euro im Jahr (2026 genau 8.112 Euro). Das sind acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der gesetzlichen Rentenversicherung. Bis zu dieser Höchstgrenze bleiben Beiträge in der Ansparphase ohne Lohnsteuer, versteuert wird nachgelagert bei der Auszahlung (Quelle: § 3 Nr. 63 Einkommensteuergesetz (EStG)).
Frei von Sozialversicherungsbeiträgen ist nur die Hälfte davon. Bis vier Prozent der BBG, 2026 also 4.056 Euro im Jahr oder 338 Euro im Monat, zählen die Beiträge nicht als Arbeitsentgelt. Das gilt auch bei Entgeltumwandlung und ohne Antrag, solange der Beitrag in derselben Gehaltsabrechnung ohne Lohnsteuer bleibt (Quelle: § 1 Abs. 1 Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV)).
Ohne Lohnsteuer in der Ansparphase, nachgelagerte Besteuerung
4 % der BBG (§ 1 SvEV)
4.056 €
338 €
Zusätzlich ohne Sozialversicherungsbeiträge
Zwischen 4 % und 8 % der BBG
4.056–8.112 €
338–676 €
Ohne Lohnsteuer, aber sozialversicherungspflichtig
Mindestbetrag Entgeltumwandlung (1/160 der Bezugsgröße)
296,63 €
Rund 24,72 €
Untergrenze für den Anspruch des Mitarbeiters
BBG der Rentenversicherung
101.400 €
8.450 €
Rechengröße für beide Grenzen
Ein Höchstbetrag für alle Verträge: mehrere Direktversicherungen gleichzeitig
Mehrere Direktversicherungen gleichzeitig sind möglich, auch bei verschiedenen Versicherern. Die Grenzen verdoppeln sich dadurch aber nicht. Der Höchstbetrag gilt einmal je Mitarbeiter im ersten Dienstverhältnis, und zwar für alle Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds zusammen. Er ist ein Jahresbetrag ohne zeitanteilige Kürzung (Quelle: Bundesministerium der Finanzen (BMF)).
Mehrfachverträge sind kein Sonderfall: Aktiv Versicherte hatten Ende 2023 im Schnitt 1,14 Direktversicherungen (Quelle: BMAS). Für die Lohnabrechnung zählt immer die Summe aller Beiträge. Wechselt ein Mitarbeiter im laufenden Jahr den Arbeitgeber, darf der neue Arbeitgeber den Höchstbetrag laut BMF-Schreiben vom 12.08.2021 erneut nutzen, bei einem Betriebsübergang dagegen nicht.
Altverträge nach § 40b EStG verkleinern den Rahmen
Läuft für einen Mitarbeiter noch eine pauschal versteuerte Direktversicherung aus der Zeit vor 2005, mindern deren Beiträge den Höchstbetrag. Bei voll genutzten 1.752 Euro Pauschalierung bleiben 2026 noch 6.360 Euro für den geförderten Rahmen (Quelle: § 52 Abs. 4 EStG). Die Pauschalierung hängt laut BMF-Schreiben vom 12.08.2021 an der Person, nicht am Vertrag. Bringt ein neuer Mitarbeiter einen Nachweis seines Vorarbeitgebers mit, darf weiter pauschal versteuert werden.
Die Vier-Prozent-Grenze schließt den Zuschuss ein
Ihr Arbeitgeberzuschuss zählt bei der Vier-Prozent-Grenze mit. Wandelt ein Mitarbeiter die vollen 4.056 Euro um und Sie zahlen 15 Prozent darauf, liegen 608,40 Euro über der Grenze. Auf diesen Teil fallen für Sie und den Mitarbeiter Sozialversicherungsbeiträge an, so rechnet es auch die Minijob-Zentrale vor (Quelle: Minijob-Zentrale).
Bei 15 Prozent Zuschuss liegt die beitragsoptimale Umwandlung deshalb bei rund 3.527 Euro im Jahr, also rund 294 Euro im Monat. Umwandlung und Zuschuss ergeben dann zusammen knapp 4.056 Euro. Das ist eine eigene Rechnung mit den Werten 2026 und gilt für Gehälter unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen.
Experten-Tipp: Wer die Grenze ausreizt, zahlt am Ende Sozialversicherung
„Ich halte das Ausreizen der Grenzen für den falschen Ehrgeiz. Ihr Zuschuss zählt bei den 4.056 Euro mit, und ein Dezemberbeitrag, der erst im Januar abgebucht wird, belastet den Höchstbetrag des Folgejahres. Mein Rat: Dimensionieren Sie Umwandlung plus Zuschuss bewusst unter 4.056 Euro und lassen Sie jeden Beitrag im Abrechnungsmonat an den Versicherer fließen. Dann stimmt die Lohnabrechnung auch zum Jahreswechsel.“
Lohnt sich die Direktversicherung für Arbeitgeber? Die Kostenrechnung 2026
Für Gehälter unter den Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) ja, zumindest bei den Kosten: Der Pflichtzuschuss von 15 Prozent ist durch die entfallenden Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung gedeckt. 2026 machen diese Beiträge rund 21,15 Prozent des umgewandelten Betrags aus. Je 100 Euro Entgeltumwandlung bleiben damit rechnerisch rund 6,15 Euro, aus denen Sie Ihren Verwaltungsaufwand bestreiten.
Die Pflicht zum Arbeitgeberzuschuss folgt aus dem Betriebsrentengesetz (BetrAVG). Sie leiten 15 Prozent des umgewandelten Entgelts an die Direktversicherung weiter, soweit Sie durch die Umwandlung Sozialversicherungsbeiträge einsparen (Quelle: § 1a Abs. 1a BetrAVG).
Die Zuschusspflicht gilt gestaffelt: Für Entgeltumwandlungsvereinbarungen ab 2019 besteht sie seit dem 01.01.2019, für ältere Vereinbarungen seit dem 01.01.2022 (Quelle: § 26a BetrAVG). Laufen in Ihrem Bestand Vereinbarungen aus der Zeit vor 2019, lohnt die Prüfung, ob der Zuschuss seit 2022 tatsächlich fließt.
Dass nach dem Zuschuss ein Rest bleibt, hat der Gesetzgeber so gewollt. Laut Begründung des Ausschusses für Arbeit und Soziales (Bundestagsdrucksache 18/12612, 2017) sind mögliche Verwaltungskosten des Arbeitgebers „mit der Pauschalierung angemessen berücksichtigt“ (Quelle: Deutscher Bundestag). Der Saldo ist also kein Gewinn, sondern Ihr Budget für die Verwaltung.
Herleitung des Arbeitgeberanteils 2026 lesen
Unterhalb beider Beitragsbemessungsgrenzen tragen Sie 2026 diese Anteile: Rentenversicherung 9,3 Prozent, Arbeitslosenversicherung 1,3 Prozent, Krankenversicherung 7,3 Prozent. Das ist die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes von 14,6 Prozent (Quelle: § 241 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V)).
Hinzu kommt der halbe durchschnittliche Zusatzbeitrag mit 1,45 Prozent. Den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für 2026 hat das Bundesministerium für Gesundheit auf 2,9 Prozent festgelegt (Quelle: Bekanntmachung des Bundesministeriums für Gesundheit). Liegt der Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse höher, steigt der Wert leicht.
In der Pflegeversicherung tragen Sie 1,8 Prozent, die Hälfte des Beitragssatzes von 3,6 Prozent nach der Pflege-Beitragssatz-Anpassungsverordnung 2025 (Quelle: § 1 PBAV 2025). Zusammen sind das 21,15 Prozent. In Sachsen trägt der Arbeitgeber in der Pflegeversicherung nur 1,3 Prozent, dort sind es rund 20,65 Prozent. Unfallversicherung und Umlagen sind nicht eingerechnet.
Was der Arbeitgeberzuschuss zur Direktversicherung kostet: sechs Modellfälle
Die folgenden Modellfälle sind eigene Rechnungen mit den Werten 2026. Prämissen: Arbeitgeberanteil 21,15 Prozent unter der BBG der Kranken- und Pflegeversicherung, 10,6 Prozent zwischen den Grenzen, keine tarifliche Sonderregel, kein Altvertrag nach § 40b EStG. Alle Werte gelten vor Ertragsteuer und ohne Ihren eigenen Verwaltungsaufwand.
2.000 € brutto, 80 € zusätzlicher Arbeitgeberbeitrag im Monat nach § 100 EStG
Minus 672 € im Jahr
Rechenbeispiel: Betrieb mit 20 Beschäftigten
Ein Betrieb hat 20 Beschäftigte, 15 davon wandeln je 150 Euro im Monat um, alle Gehälter liegen unter der BBG der Krankenversicherung. Im Jahr fließen 27.000 Euro Entgeltumwandlung. Die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung sinken um 5.710,50 Euro, der Pflichtzuschuss kostet 4.050 Euro. Übrig bleiben 1.660,50 Euro im Jahr vor Ertragsteuer, rund 111 Euro je Teilnehmer.
Solange der eigene Aufwand für Abrechnung, Ein- und Austritte und Auskünfte unter diesem Betrag bleibt, ist die Entgeltumwandlung für den Betrieb kostenneutral. In die Verträge fließen in diesem Beispiel 31.050 Euro im Jahr, vollständig ohne Sozialversicherungsbeiträge. Abschluss- und Vertragskosten gehören nicht in diese Rechnung, sie trägt der Vertrag.
Über der Beitragsbemessungsgrenze sinkt die Zuschusspflicht
Liegt das Gehalt über der BBG der Kranken- und Pflegeversicherung (2026: 69.750 Euro im Jahr), entfallen in diesen Zweigen keine Beiträge. Ihr Anteil sinkt dann auf 10,6 Prozent für Renten- und Arbeitslosenversicherung, über 101.400 Euro auf null. Die Zuschusspflicht ist auf die tatsächliche Ersparnis begrenzt, so sieht es auch die Deutsche Rentenversicherung (Quelle: Deutsche Rentenversicherung).
Ob Sie pauschal 15 Prozent zahlen oder spitz nach der tatsächlichen Ersparnis abrechnen, regelt das Gesetz nur über das Wort „soweit“. Eine höchstrichterliche Entscheidung zur Methode liegt, soweit ersichtlich, bisher nicht vor. Pauschal ist einfacher in der Abrechnung, spitz ist bei Gutverdienern günstiger. Wichtig ist, dass Ihre Versorgungsordnung die Methode festlegt, damit es später keinen Streit über Nachzahlungen gibt.
Tarifvertrag zuerst prüfen
In tarifgebundenen Betrieben entscheidet der Tarifvertrag, ob der Zuschuss geschuldet ist. Tarifverträge dürfen vom gesetzlichen Zuschuss abweichen, auch wenn sie vor 2018 geschlossen wurden (Quelle: Bundesarbeitsgericht (BAG)). Umgekehrt gilt: Sieht ein Tarifvertrag einen höheren Zuschuss vor, verdrängt er die gesetzlichen 15 Prozent.
Regelt ein Tarifvertrag die Entgeltumwandlungabschließend, kann der Anspruch auf den gesetzlichen Zuschuss ganz entfallen. Das hat das Bundesarbeitsgericht 2025 für einen Fall bestätigt, in dem ein beim Erwerber geltender Tarifvertrag auch mitgebrachte Direktversicherungen erfasste (Quelle: BAG). Prüfen Sie deshalb den Tarifvertrag, bevor Sie zahlen oder ablehnen.
Ob Ihr Tarifvertrag den Zuschuss abschließend regelt, steht selten in einem einzigen Satz. Meist entscheiden Formulierungen, Geltungsbereich und die Frage, welche Verträge mitgebracht wurden. Diese Prüfung steht bei uns am Anfang jeder Bestandsanalyse, bevor ein Euro Zuschuss gezahlt oder abgelehnt wird.
Welche Zuschussregel gilt in Ihrem Betrieb?
Welcher Zuschuss für Sie gilt, klären fünf Fragen in fester Reihenfolge. Die erste zutreffende Antwort entscheidet:
Gilt ein Tarifvertrag, der die Entgeltumwandlung abschließend regelt? Dann entscheidet er, und der gesetzliche Zuschuss kann ganz entfallen (Bundesarbeitsgericht, 3 AZR 298/24).
Sieht ein Tarifvertrag einen höheren Zuschuss vor? Dann gilt der tarifliche Wert statt der gesetzlichen 15 Prozent.
Haben Sie ohne Tarifvertrag per Betriebs- oder Dienstvereinbarung ein Opting-out eingeführt? Dann zahlen Sie mindestens 20 Prozent, damit ist die Pflicht zu 15 Prozent erfüllt (Quelle: § 20 Abs. 3 BetrAVG).
Liegt das Gehalt unter der BBG der Kranken- und Pflegeversicherung (2026: 69.750 Euro im Jahr)? Dann zahlen Sie 15 Prozent, gedeckt durch rund 21,15 Prozent ersparte Arbeitgeberbeiträge.
Liegt das Gehalt darüber? Dann ist die Pflicht auf die tatsächliche Ersparnis begrenzt, ob pauschal oder spitz gerechnet wird, legt Ihre Versorgungsordnung fest.
Förderbetrag für Geringverdiener nach § 100 EStG
Für Mitarbeiter mit niedrigem Einkommen gibt es einen eigenen Hebel. Zahlen Sie zusätzlich zum Lohn mindestens 240 Euro im Jahr in eine Direktversicherung ein, erhalten Sie 30 Prozent davon über die Lohnsteuer-Anmeldung zurück. 2026 sind das höchstens 288 Euro bei 960 Euro Beitrag. Voraussetzung sind ein laufender Arbeitslohn von höchstens 2.575 Euro im Monat und ein Tarif mit gleichmäßig verteilten Abschlusskosten (Quelle: § 100 EStG).
Ab dem 01.01.2027 steigt der Förderbetrag auf bis zu 360 Euro bei 1.200 Euro Beitrag. Die Einkommensgrenze liegt dann dynamisch bei drei Prozent der BBG der Rentenversicherung im Monat (Quelle: Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 14). Bei vollem Beitrag von 1.200 Euro liegt Ihr Aufwand vor Ertragsteuer dann bei 840 Euro im Jahr, bei entsprechend höherer Versorgung.
Genutzt wird der Förderbetrag bisher selten. In der BMAS-Befragung BAV 2023, erhoben im Jahr 2024, gaben nur sechs Prozent der Betriebe mit bAV an, ihn einzusetzen (Quelle: BMAS). Für Betriebe mit vielen Teilzeitkräften in Handel, Gastronomie oder Pflege ist das ein ungenutzter Kostenhebel.
Zwei Fallen gibt es dabei. Der Pflichtzuschuss zählt nicht als förderfähiger Beitrag, und verfällt eine Anwartschaft mit Rückfluss an Sie, ist der Förderbetrag anteilig zurückzuzahlen (Quelle: BMF-Schreiben vom 12.08.2021). Wir empfehlen deshalb für geförderte Beiträge eine sofortige Unverfallbarkeit.
Vorteile aus Arbeitgebersicht
Die Stärken der Direktversicherung liegen dort, wo sie wenig Bilanz und wenig Risiko bindet. Diese fünf Punkte sprechen für sie:
Bilanzneutral: Die Beiträge sind Betriebsausgaben, der Vertrag gehört nicht zu Ihrem Betriebsvermögen.
Gedeckter Zuschuss: Unter den Beitragsbemessungsgrenzen tragen die ersparten Arbeitgeberbeiträge von rund 21,15 Prozent den Pflichtzuschuss von 15 Prozent.
Kein Beitrag zum Pensions-Sicherungs-Verein: Bei unwiderruflichem Bezugsrecht fällt er nicht an.
Förderung für Geringverdiener: Von einem zusätzlichen Arbeitgeberbeitrag kommen 30 Prozent über die Lohnsteuer-Anmeldung zurück.
Bindung: Ein verständlich erklärtes Angebot gibt Mitarbeitern einen Grund zu bleiben.
Mitarbeiterbindung: der Nutzen hinter der Rechnung
Die Kostenrechnung zeigt nur die halbe Wirkung. Der eigentliche Arbeitgebernutzen ist die Bindung: Eine Betriebsrente, die Mitarbeiter verstehen, ist ein Grund zu bleiben, der nicht mit der nächsten Gehaltsrunde verpufft. In der Studie Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2025/26 sind rund drei Viertel der Betriebe mit arbeitgeberfinanzierter bAV mit der Bindungswirkung zufrieden (Quelle: Dialog Lebensversicherung und F.A.Z. Business Media).
Wirksam wird die Bindung aber nur, wenn die Belegschaft das Angebot auch nutzt. Unterhalb des Managements nehmen nach Schätzung der befragten bAV-Verantwortlichen nur 39,1 Prozent der Mitarbeiter teil, so die Mittelstandsstudie 2025/26. Wer die Direktversicherung als Bindungsinstrument einsetzt, braucht deshalb eine verständliche Information. Sie zeigt jedem Mitarbeiter, was ihn ein Euro Umwandlung netto kostet und was im Alter ankommt.
Nachteile und Grenzen aus Arbeitgebersicht
Die Direktversicherung ist ein einfacher Durchführungsweg, aber nicht ohne Grenzen. Für Arbeitgeber zählen vor allem diese Punkte:
Deckel: Der geförderte Rahmen von rund 8.000 Euro im Jahr teilt sich mit Pensionskasse und Pensionsfonds, höhere Versorgung braucht einen anderen Weg.
Verwaltung: Zuschuss, Abrechnung, Ein- und Austritte, Zeiten ohne Gehalt und Auskünfte liegen bei Ihnen.
Haftung: Sie stehen für die zugesagte Leistung ein, auch wenn der Versicherer auszahlt.
Kommunikation: Freiwillige Auskünfte zu Steuer und Krankenversicherung müssen richtig und vollständig sein.
Gutverdiener: Über den Beitragsbemessungsgrenzen fehlt die Ersparnis, ein pauschaler Zuschuss kostet dann echtes Geld.
Ob sich die Direktversicherung für Sie rechnet, hängt deshalb weniger vom Produkt ab als von Ihrer Gehaltsstruktur. Wie viele Mitarbeiter liegen unter den Grenzen, wie viele darüber, gilt ein Tarifvertrag, rechnen Sie pauschal oder spitz? Erst mit diesen Daten wird aus den Modellfällen eine belastbare Zahl für Ihren Betrieb.
Was der Pflichtzuschuss Ihren Betrieb wirklich kostet
Unter den Beitragsbemessungsgrenzen ist der Zuschuss gedeckt, darüber kostet er echtes Geld. Wir rechnen Ihr Zuschussmodell mit Ihren realen Gehaltsdaten durch, pauschal gegen spitz, mit Blick auf Tarifvertrag und Bestand.
Was wird bei der Auszahlung einer Direktversicherung abgezogen?
Bei der Auszahlung werden Einkommensteuer und, bei gesetzlich Krankenversicherten, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig. Leistungen aus geförderten Beiträgen sind voll einkommensteuerpflichtig, weil die Beiträge in der Ansparphase ohne Lohnsteuer blieben (Quelle: § 22 Nr. 5 Einkommensteuergesetz (EStG)). Für Sie als Arbeitgeber ist das ein Auskunftsthema, denn Ihre Mitarbeiter fragen meist Sie und nicht den Versicherer.
Krankenversicherung der Rentner
In der Krankenversicherung der Rentner gilt die Leistung aus der Direktversicherung als Versorgungsbezug. Pflichtversicherte zahlen darauf den allgemeinen Beitragssatz und den Zusatzbeitrag ihrer Kasse, also auch den Anteil, den in der Erwerbsphase der Arbeitgeber trägt (Quelle: § 248 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V)).
2026 bleiben in der Krankenversicherung 197,75 Euro im Monat beitragsfrei. Der Freibetrag gilt nur für Pflichtversicherte und einmal für alle Betriebsrenten zusammen (Quelle: § 226 Abs. 2 SGB V). Für freiwillig Versicherte gibt es diesen Freibetrag nicht.
Pflegeversicherung und Kapitalauszahlung
In der Pflegeversicherung wirkt derselbe Betrag nur als Freigrenze. Liegt die Betriebsrente darüber, ist sie in voller Höhe beitragspflichtig (Quelle: § 57 Abs. 1 Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI)).
Eine Kapitalauszahlung wird für die Beiträge auf zehn Jahre verteilt: 1/120 des Betrags gilt 120 Monate lang als monatlicher Versorgungsbezug (Quelle: § 229 SGB V). Beitragsfrei bleiben Teile, die der Mitarbeiter nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses als alleiniger Versicherungsnehmer mit eigenen Beiträgen finanziert hat.
Rechenbeispiel: Abzüge bei 500 Euro Betriebsrente
Das Rechenbeispiel zeigt die Abzüge für 500 Euro Betriebsrente im Monat, eigene Rechnung mit den Werten 2026. Prämissen: pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner, mit Kind und ohne weitere Versorgungsbezüge. Angesetzt ist der durchschnittliche Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent, den das Bundesministerium für Gesundheit für 2026 bekannt gemacht hat (Quelle: Bekanntmachung des Bundesministeriums für Gesundheit).
Position
Berechnung
Betrag im Monat
Krankenversicherung
17,5 % auf 500 € abzüglich 197,75 € Freibetrag
52,89 €
Pflegeversicherung
3,6 % auf 500 €, Freigrenze überschritten
18,00 €
Zusammen
Kranken- und Pflegeversicherung
70,89 €
Zum Vergleich kinderlos
Pflegeversicherung mit 4,2 %
73,89 €
Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung liegt seit dem 01.01.2025 bei 3,6 Prozent (Quelle: § 1 Pflege-Beitragssatz-Anpassungsverordnung 2025 (PBAV 2025)). Für Kinderlose kommt ein Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten hinzu. Liegt der Zusatzbeitrag der Krankenkasse des Mitarbeiters höher als im Durchschnitt, steigen die Abzüge entsprechend.
Keine Fünftelregelung bei freier Kapitalwahl
Wählt der Mitarbeiter statt einer Rente eine Kapitalzahlung, hilft ihm die Fünftelregelung nicht. Diese Tarifermäßigung verteilt eine Einmalzahlung bei der Einkommensteuer rechnerisch auf fünf Jahre. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass Kapitalleistungen aus einem freien Kapitalwahlrecht keine außerordentlichen Einkünfte sind (Quelle: BFH). Die Kapitalzahlung wird damit voll mit dem persönlichen Steuersatz im Auszahlungsjahr besteuert.
Neuregelung 2026: Was das BRSG II für die Direktversicherung ändert
Das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG II) ändert für die Direktversicherung vor allem vier Punkte. Es geht um das Opting-out ohne Tarifvertrag, die Fortsetzung nach Zeiten ohne Gehalt, die Abfindung kleiner Anwartschaften und ab 2027 den Förderbetrag für Geringverdiener. Verkündet wurde es am 21.01.2026, in Kraft tritt es in drei Stufen: am 22.01.2026, am 01.07.2026 und am 01.01.2027 (Quelle: Bundesgesetzblatt (BGBl.) 2026 I Nr. 14).
Die Tabelle zeigt, was ab wann gilt und ob Sie als Arbeitgeber handeln müssen oder handeln können.
Ab
Änderung
Pflicht oder Option
Was Arbeitgeber tun
22.01.2026
Opting-out ohne Tarifvertrag per Betriebs- oder Dienstvereinbarung
Option
Bei Einführung mindestens 20 % Zuschuss zahlen
22.01.2026
Neue Abfindungsgrenzen für kleine Anwartschaften
Option
Nur in den Grenzen von § 3 BetrAVG abfinden, nie bei verlangter Übertragung
01.07.2026
Fortsetzung zu alten Bedingungen nach Zeiten ohne Gehalt, der Versicherer informiert direkt
Pflicht (Fortsetzungsrecht)
Empfohlen: Beginn und Ende entgeltloser Zeiten an den Versicherer melden
01.01.2027
Förderbetrag für Geringverdiener bis 360 €, Einkommensgrenze 3 % der BBG der Rentenversicherung
Option
Zusätzliche Arbeitgeberbeiträge für Geringverdiener prüfen
01.01.2027
Leistung auch bei Bezug einer gesetzlichen Teilrente
Pflicht
Leistung auf Verlangen schon ab Beginn der Teilrente ermöglichen
Opting-out: eine Option, keine Pflicht
Beim Opting-out wandeln Mitarbeiter automatisch einen Teil ihres Gehalts um, solange sie nicht widersprechen. Neu ist: Betriebe, deren Entgelte nicht und auch nicht üblicherweise tariflich geregelt sind, dürfen ein solches Optionssystem per Betriebs- oder Dienstvereinbarung einführen. Dann zahlen Sie mindestens 20 Prozent Zuschuss, das ersetzt die Pflicht zu 15 Prozent (Quelle: § 20 Abs. 3 Betriebsrentengesetz (BetrAVG)). Eine Pflicht zum Opting-out gibt es nicht.
Für jedes Optionssystem gelten feste Formvorgaben nach § 20 Abs. 2 BetrAVG. Das Angebot muss in Textform und mindestens drei Monate vor der ersten Fälligkeit kommen. Es nennt Betrag und Vergütungsbestandteil. Außerdem weist es darauf hin, dass der Mitarbeiter ohne Angabe von Gründen innerhalb von mindestens einem Monat widersprechen kann. Beenden kann er die Umwandlung mit einer Frist von höchstens einem Monat.
Der Zuschuss von 20 Prozent ist wie die Entgeltumwandlungsofort unverfallbar (Quelle: § 1b Abs. 5 BetrAVG). Verlässt ein Mitarbeiter den Betrieb nach kurzer Zeit, bleibt der Zuschuss also in seinem Vertrag.
Eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung setzt einen Betriebs- oder Personalrat voraus. Nach dem Wortlaut von § 20 Abs. 3 BetrAVG können Betriebe ohne Betriebsrat das neue Opting-out deshalb nicht nutzen. Ihnen bleibt nur ein einschlägiges tarifliches Optionssystem. Die Auslegung ist noch nicht gefestigt. Ob es für Ihren Betrieb einen Gestaltungsweg gibt, prüfen wir mit Ihnen.
Was das Opting-out wirtschaftlich bedeutet
Wirtschaftlich verschiebt das Opting-out die Rechnung. Unter den Beitragsbemessungsgrenzen bleiben bei 20 Prozent Zuschuss je 100 Euro Umwandlung nur noch rund 1,15 Euro statt 6,15 Euro. In einem Betrieb mit 15 Teilnehmern zu je 150 Euro im Monat sinkt der jährliche Saldo von 1.660,50 Euro auf 310,50 Euro. Das ist eine eigene Rechnung mit den Werten 2026. Das Modell rechnet sich nur über eine höhere Teilnahme, also über Bindung und Recruiting. Für Deutschland gibt es noch keine belastbaren Widerspruchsquoten.
Fortsetzung nach Zeiten ohne Gehalt
Wurde eine Direktversicherung aus Entgeltumwandlung in einer Zeit ohne Gehalt beitragsfrei gestellt, gilt seit dem 01.07.2026 ein Fortsetzungsrecht. Mitarbeiter können den Vertrag innerhalb von drei Monaten nach dem Ende dieser Zeit zu den alten Bedingungen fortsetzen. Das gilt für jede entgeltlose Zeit im fortbestehenden Arbeitsverhältnis, etwa Elternzeit, Krankengeldbezug oder Pflegezeit (Quelle: § 212 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)).
Entlastend für die Personalabteilung: Bei drohender Beitragsfreistellung informiert jetzt der Versicherer die versicherte Person direkt. Er gibt ihr mindestens zwei Monate Zahlungsfrist und weist auf das Fortsetzungsrecht hin (Quelle: § 166 Abs. 4 VVG). Eine gesetzliche Meldepflicht für Sie enthält das BRSG II nicht. Sinnvoll bleibt trotzdem, zu wissen, welche Mitarbeiter in einer entgeltlosen Zeit sind, und den Versicherer rechtzeitig zu informieren.
Abfindung und Teilrente
Kleine Anwartschaften dürfen Sie 2026 ohne Zustimmung des Mitarbeiters bis 59,33 Euro Monatsrente oder 7.119 Euro Kapital abfinden. Mit Zustimmung geht es bis 79,10 Euro oder 9.492 Euro, wenn Sie den Betrag direkt in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen (Quelle: § 3 BetrAVG). Verlangt der Mitarbeiter die Übertragung zum neuen Arbeitgeber, ist eine Abfindung unzulässig.
Ab dem 01.01.2027 können Mitarbeiter die Leistung aus der Direktversicherung auch verlangen, wenn sie die gesetzliche Rente nur als Teilrente beziehen. Bisher setzte das eine Vollrente voraus. Relevant ist das vor allem für gleitende Übergänge in den Ruhestand. Die Neuregelung steht im Gesetzestext des BRSG II (BGBl. 2026 I Nr. 14).
Was das BRSG II nicht ändert
Unverändert bleiben der Höchstbetrag nach § 3 Nr. 63 EStG, der Pflichtzuschuss von 15 Prozent und die Vier-Prozent-Grenze in der Sozialversicherung. Auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung auf Betriebsrenten ändern sich nicht. Einen Mindestbeitrag von zehn Euro oder eine Pflicht zum Opting-out enthält das Gesetz nicht. Die Alterssicherungskommission hat im Juni 2026 weitere Schritte wie ein Obligatorium nur als Optionen genannt, beschlossen ist dazu nichts (Quelle: Bericht der Alterssicherungskommission).
Ob das Opting-out für Ihren Betrieb in Frage kommt, hängt an drei Weichen. Gibt es einen Betriebsrat, gilt ein einschlägiger Tarifvertrag, und trägt die höhere Teilnahme einen Zuschuss von 20 Prozent? Diese Fragen lassen sich nur mit Ihren Zahlen und Ihrer Mitbestimmungslage beantworten.
Haftet der Arbeitgeber für die Direktversicherung? Pflichten und Risiken
Ja. Sie stehen für die zugesagte Leistung auch dann ein, wenn ein Versicherer sie auszahlen soll. Das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) nennt das subsidiäre Einstandspflicht (Quelle: § 1 Abs. 1 BetrAVG). Zahlt der Versicherer weniger als zugesagt, müssen Sie die Lücke schließen.
Wann die Einstandspflicht greift
Relevant wird das, wenn Zusage und Tarif auseinanderlaufen: Die Versorgungsordnung verspricht mehr, als der Tarif garantiert, oder das Rentenalter der Zusage passt nicht zum Vertragsablauf. Abweichungen zulasten der Mitarbeiter sind nur per Tarifvertrag und nur bei bestimmten Normen möglich, die Einstandspflicht gehört nicht dazu (Quelle: § 19 BetrAVG). Eine Klausel „Leistung nur nach Maßgabe des Versicherungsvertrags“ schützt Sie deshalb nicht.
Das Risiko bleibt bis zum Rentenbeginn unsichtbar. Für eine Pensionskasse hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschieden, dass die Einstandspflicht erst im Versorgungsfall greift und nicht schon laufende Beiträge erhöht (Quelle: BAG). Der Wortlaut des Gesetzes unterscheidet dabei nicht zwischen Pensionskasse und Direktversicherung.
Unbegrenzt ist die Haftung nicht. Das Stammrecht auf die Betriebsrente verjährt in 30 Jahren, einzelne Rentenraten in drei Jahren (Quelle: § 18a BetrAVG). Ansprüche können sich trotzdem über viele Jahre ziehen, deshalb lohnt die Prüfung lange vor dem ersten Rentenbeginn.
Das Bezugsrecht entscheidet über Insolvenz und Rückkaufswert
Bei Entgeltumwandlung muss der Mitarbeiter ab Beginn ein unwiderrufliches Bezugsrecht erhalten. Zusätzlich dienen Überschüsse nur der Leistungsverbesserung, und der Mitarbeiter darf nach dem Ausscheiden mit eigenen Beiträgen fortsetzen. Sie selbst dürfen den Vertrag weder verpfänden noch abtreten oder beleihen (Quelle: § 1b Abs. 5 BetrAVG). Diese Regeln gelten auch für den Pflichtzuschuss.
Im Insolvenzfall des Arbeitgebers zeigt sich, warum das zählt. Ist das Bezugsrecht unwiderruflich und der Vertrag unbelastet, gehört er nicht zur Insolvenzmasse (Quelle: BAG). Bei widerruflichem Bezugsrecht fällt er in die Masse, die Mitarbeiter schützt dann der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG).
Ein widerrufliches Bezugsrecht ist nur bei rein arbeitgeberfinanzierten Verträgen zulässig und löst eine Beitragspflicht beim PSVaG aus (Quelle: § 10 BetrAVG). Ein unwiderrufliches Bezugsrecht kostet dagegen nichts. Für Bestandsverträge heißt das: Das Kreuz im Antrag ist eine der ersten Stellen, die wir prüfen.
Wenn der Versicherer ausfällt
Gerät ein Lebensversicherer in Schieflage, übernimmt der gesetzliche Sicherungsfonds der Lebensversicherer die Verträge. Die Aufgaben nimmt die Protektor Lebensversicherungs-AG wahr, die Mitgliedschaft ist für Lebensversicherer Pflicht (Quelle: § 221 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)).
Die Aufsicht darf die garantierten Leistungen dabei um höchstens fünf Prozent kürzen (Quelle: § 222 VAG). Diese Lücke fällt über die Einstandspflicht auf Sie zurück, sie ist aber der Höhe nach begrenzt.
Laufende Pflichten in Verwaltung und Dokumentation
Neben der Gestaltung des Vertrags gibt es laufende Pflichten. Diese Punkte gehören in jede Prüfung des Bestands:
Zuschuss berechnen und weiterleiten, auch für mitgebrachte Verträge mit Entgeltumwandlung.
Auskunft auf Verlangen in Textform geben, unter anderem zur Höhe der Anwartschaft, zu den Folgen eines Ausscheidens und zum Übertragungswert (Quelle: § 4a BetrAVG).
Für zu Unrecht nicht einbehaltene Lohnsteuer haften, etwa wenn der Höchstbetrag überschritten wurde (Quelle: § 42d EStG).
Die übrigen Pflichten hängen an festen Fristen. Die Tabelle fasst sie für Personalabteilung und Lohnbuchhaltung als Direktversicherung im Jahreslauf zusammen.
Anlass
Frist
Was Sie tun
Rechtsgrundlage
Neuer Mitarbeiter mit Direktversicherung
Spätestens 1 Monat nach Beginn
Name und Anschrift des Versicherers in den Nachweis der Arbeitsbedingungen aufnehmen, sofern der Versicherer nicht selbst dazu verpflichtet ist
Bezugsrecht unwiderruflich stellen, Abtretung oder Beleihung aufheben und Beiträge bis zum Austritt vollständig zahlen, damit die Versicherungsleistung an die Stelle Ihrer Zusage tritt
Arbeitgeberfinanzierte Beiträge dürfen Sie nicht ohne sachlichen Grund auf einzelne Gruppen beschränken. Teilzeitkräfte und befristet Beschäftigte dürfen nicht schlechter behandelt werden, eine anteilige Leistung nach Arbeitszeit ist aber zulässig (Quelle: § 4 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG)). Nach unserer Einschätzung aus der Beratungspraxis ist eine arbeitgeberfinanzierte Zusage nur für den nach § 100 EStG förderfähigen Teil der Belegschaft deshalb riskant.
Mitbestimmung: Was der Betriebsrat mitentscheidet
Gibt es einen Betriebsrat, bestimmt er bei der Verteilung arbeitgeberfinanzierter Mittel mit. Dazu gehören der Leistungsplan und die Versorgungsordnung, also die Regeln, nach denen die Belegschaft am bereitgestellten Budget teilhat. Grundlage ist das Mitbestimmungsrecht in Fragen der betrieblichen Lohngestaltung (Quelle: § 87 Abs. 1 Nr. 10 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)).
Beim neuen Opting-out ohne Tarifvertrag ist der Betriebsrat sogar Vertragspartner. Es setzt nach § 20 Abs. 3 BetrAVG eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung voraus. Darin legen Arbeitgeber und Betriebsrat gemeinsam fest, welcher Betrag aus welchem Vergütungsbestandteil umgewandelt wird. Sie regeln auch, wie hoch der Zuschuss von mindestens 20 Prozent ausfällt und wie die Belegschaft informiert wird.
Mitbestimmungsfrei bleiben die Grundentscheidungen: ob Sie eine arbeitgeberfinanzierte Versorgung anbieten, wie viel Geld Sie bereitstellen, welchen Durchführungsweg Sie wählen und welchen Arbeitnehmerkreis Sie versorgen. So hat es das Bundesarbeitsgericht schon 1975 entschieden (Quelle: BAG).
Auch die Auswahl des Versicherers entscheiden Sie allein. Das Bundesarbeitsgericht hat sie am 29.07.2003 ausdrücklich den mitbestimmungsfreien Entscheidungen des Arbeitgebers zugeordnet. Ein Wechsel des Versicherers für Neuzugänge bleibt ebenfalls frei, solange Verteilungsplan und Beitragsbelastung gleich bleiben (Quelle: BAG).
Mitbestimmungsfrei heißt nicht, dass Sie den Betriebsrat außen vor lassen sollten. Legen Sie Kosten, Garantien und Abzüge im Alter offen, bevor die erste Umwandlung läuft. Eine Versorgungsordnung, die beide Seiten mittragen, erspart spätere Diskussionen über Versicherer und Tarif.
Was das für Ihren Bestand heißt
Keines dieser Risiken fällt beim Abschluss auf. Sie zeigen sich über die Jahre: ein falsches Kreuz beim Bezugsrecht, eine fehlende Entgeltumwandlungsvereinbarung, ein Zuschuss, der für mitgebrachte Verträge nie gezahlt wurde. Wer seinen Bestand prüfen lässt, sieht diese Altlasten, bevor sie im Versorgungsfall oder in einer Betriebsprüfung auffallen, und kann sie in Ruhe korrigieren.
Altlasten in der Direktversicherung finden, bevor der Versorgungsfall sie findet
Ein falsches Kreuz beim Bezugsrecht, eine fehlende Entgeltumwandlungsvereinbarung, ein nie gezahlter Zuschuss für mitgebrachte Verträge: So sehen Altlasten aus. Wir prüfen Versorgungsordnung, Zuschussberechnung, Bezugsrechte und Nachweispflichten Ihres Bestands und bauen danach neu und sauber.
Ausscheiden, Elternzeit, Todesfall: Was im laufenden Bestand passiert
Scheidet ein Mitarbeiter aus, bleibt seine Direktversicherung bestehen. Er kann sie beitragsfrei stellen, privat mit eigenen Beiträgen fortführen oder zum neuen Arbeitgeber mitnehmen. Automatisch tritt die Versicherungsleistung an die Stelle Ihrer Zusage, wenn fünf Voraussetzungen erfüllt sind (Quelle: § 2 Abs. 2 Betriebsrentengesetz (BetrAVG)):
Das Bezugsrecht ist spätestens drei Monate nach dem Ausscheiden unwiderruflich.
Der Vertrag ist weder abgetreten noch beliehen.
Es gibt keine Beitragsrückstände.
Überschüsse dienen seit Versicherungsbeginn nur der Verbesserung der Leistung.
Der Mitarbeiter hat das Recht, den Vertrag mit eigenen Beiträgen fortzusetzen.
Fehlt eine dieser Voraussetzungen, schulden Sie die anteilig erdiente Anwartschaft und füllen die Differenz zur Versicherungsleistung selbst auf. Deshalb gehören unwiderrufliches Bezugsrecht, Überschussverwendung zugunsten der Leistung und Fortsetzungsrecht von Anfang an in den Vertrag. Nachträglich lässt sich das oft nur mit Aufwand reparieren.
Mitnahme zum neuen Arbeitgeber
Der Mitarbeiter kann innerhalb eines Jahres nach dem Ausscheiden verlangen, dass der Übertragungswert zum neuen Arbeitgeber wechselt. Voraussetzung ist, dass dieser Wert die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nicht übersteigt (2026: 101.400 Euro). Bei der Direktversicherung ist das das gebildete Kapital. Der neue Arbeitgeber muss eine wertgleiche Zusage erteilen. Der Anspruch gilt für Zusagen ab dem 01.01.2005 (Quelle: § 4 BetrAVG).
In der Praxis läuft der Wechsel meist über das Übertragungsabkommen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Geht der Antrag innerhalb von 15 Monaten nach dem Ausscheiden bei einem beteiligten Versicherer ein, überträgt der alte Versicherer den Wert ohne Abzüge. Der neue Versicherer berechnet keine neuen Abschlusskosten und verlangt bei gleichwertigem Schutz keine neue Gesundheitsprüfung (Quelle: GDV). Was Mitarbeiter beim Arbeitgeberwechsel beachten sollten, erklären wir auf einer eigenen Seite.
Kündigung im laufenden Arbeitsverhältnis
Braucht ein Mitarbeiter Geld, kann er nicht verlangen, dass Sie die Direktversicherung kündigen. Das Bundesarbeitsgericht sah dafür kein schutzwürdiges Interesse (Quelle: Bundesarbeitsgericht). Nach dem Ausscheiden darf der Mitarbeiter das Kapital aus den Beiträgen des Arbeitgebers, wozu rechtlich auch die Entgeltumwandlung zählt, nach § 2 Abs. 2 BetrAVG weder abtreten noch beleihen. Kündigt er, wird der Vertrag beitragsfrei gestellt, ausgezahlt wird nichts.
Elternzeit, Krankengeld und andere Zeiten ohne Gehalt
In Zeiten ohne Gehalt fließt keine Entgeltumwandlung, der Vertrag droht beitragsfrei zu werden. Der Mitarbeiter darf in dieser Zeit mit eigenen Beiträgen weiterzahlen (Quelle: § 1a Abs. 4 BetrAVG). Für die Leistungen daraus steht der Arbeitgeber ebenfalls ein. Seit dem 01.07.2026 kann der Mitarbeiter nach einer Beitragsfreistellung außerdem die Fortsetzung zu den alten Bedingungen verlangen. Die Frist dafür beträgt drei Monate nach dem Ende der entgeltlosen Zeit (Quelle: § 212 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)). Für die Personalabteilung heißt das: Beginn und Ende entgeltloser Zeiten gehören in einen festen Meldeprozess mit dem Versicherer.
Todesfall: Wer die Leistung erhält
Im Todesfall zahlt eine geförderte Direktversicherung nur an Hinterbliebene im steuerlichen Sinn, also an Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder und benannte Lebensgefährten. Lebensgefährten zählen nur, wenn sie namentlich benannt sind und ein gemeinsamer Haushalt besteht. Die schriftliche Erklärung des Mitarbeiters dazu muss spätestens zu Beginn der Auszahlungsphase in Textform vorliegen (Quelle: Bundesministerium der Finanzen).
Ein freies Bezugsrecht wie bei privaten Verträgen gibt es bei geförderten Direktversicherungen nicht. Gibt es keinen Hinterbliebenen, ist laut BMF-Schreiben vom 12.08.2021 nur ein einmaliges angemessenes Sterbegeld an andere Personen zulässig, etwa an die Erben. Pauschal versteuerte Altverträge nach § 40b EStG dürfen dagegen jede beliebige Person begünstigen, auch das regelt das BMF-Schreiben.
Experten-Tipp: Beim Hinterbliebenenschutz prüfen Sie zuerst Ihre eigene Zusage
„Hinterbliebenenschutz gilt gern als reine Sache des Versicherers. Das greift zu kurz: Bei Erteilung oder Änderung der Zusage prüfen Sie selbst, ob Ihre Versorgungsregelung den Hinterbliebenenbegriff sauber abbildet. Den Einzelfall prüft bei der Auszahlung in der Regel der Versicherer. Mein Rat: Prüfen Sie Ihre Regelung einmal gründlich und erinnern Sie unverheiratete Mitarbeiter jährlich an die namentliche Benennung ihres Lebensgefährten. Dann landet die Leistung dort, wo sie hin soll.“
Bilanz, Produktform und Durchführungsweg: Wo die Direktversicherung passt
Die Direktversicherung passt, wenn Sie eine bilanzneutrale Lösung mit klarem Beitragsrahmen suchen und die Beiträge je Mitarbeiter innerhalb des geförderten Rahmens bleiben. Der Vertrag gehört nicht zu Ihrem Betriebsvermögen, solange der Mitarbeiter bezugsberechtigt ist (Quelle: § 4b Einkommensteuergesetz (EStG)). Die Beiträge sind für Sie Betriebsausgaben.
Für die Einstandspflicht aus mittelbaren Zusagen wie der Direktversicherung besteht nach Handelsrecht ein Passivierungswahlrecht: Sie dürfen eine Rückstellung bilden, müssen es aber nicht. Kapitalgesellschaften geben nicht ausgewiesene Beträge im Anhang an (Quelle: Art. 28 Einführungsgesetz zum Handelsgesetzbuch). Bei unwiderruflichem Bezugsrecht fallen zudem keine Beiträge zum Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) an.
Klassisch, Hybrid oder fondsgebunden
Für neue klassische Verträge gilt seit dem 01.01.2025 ein Höchstrechnungszins von 1,0 Prozent, festgeschrieben für die gesamte Laufzeit (Quelle: § 2 Deckungsrückstellungsverordnung). Altverträge behalten den Zins aus ihrem Abschlussjahr. Hybrid- und fondsgebundene Tarife arbeiten dagegen häufig mit einer Beitragsgarantie unter 100 Prozent.
Für Arbeitgeber ist die Zusageart entscheidend, nicht nur das Produkt. Bei einer Beitragszusage mit Mindestleistung schulden Sie mindestens die Summe der Beiträge abzüglich der Risikoanteile (Quelle: § 1 Abs. 2 Betriebsrentengesetz). Ob bei einer beitragsorientierten Leistungszusage aus Entgeltumwandlung der volle Beitragserhalt geschuldet ist, hat das Bundesarbeitsgericht noch nicht entschieden. Wer Tarife mit niedriger Garantie wählt, sollte Zusagetext und Tarif deshalb genau aufeinander abstimmen.
Wie eine fondsgebundene Direktversicherung mit Indexfonds aufgebaut ist und was ihre Garantie kostet, erklären wir auf der Seite zur Direktversicherung mit ETF. Für die Entscheidung im Unternehmen reicht hier ein Grundsatz: Erst die Zusage festlegen, dann den passenden Tarif wählen.
Die fünf Durchführungswege im Vergleich
Die Direktversicherung ist einer von fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede aus Arbeitgebersicht, BBG steht dabei für die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (Quelle: Betriebsrentengesetz).
Merkmal
Direktversicherung
Pensionskasse
Pensionsfonds
Unterstützungskasse
Direktzusage
Träger
Lebensversicherer, Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer
Versorgungseinrichtung mit Rechtsanspruch
Versorgungseinrichtung mit Rechtsanspruch
Einrichtung ohne Rechtsanspruch
Arbeitgeber selbst
Steuer in der Ansparphase
Gefördert bis 8 % der BBG, gemeinsamer Rahmen mit Pensionskasse und Pensionsfonds
Wie Direktversicherung
Wie Direktversicherung
Kein Zufluss, kein Deckel nach § 3 Nr. 63 EStG
Kein Zufluss, kein Deckel nach § 3 Nr. 63 EStG
Sozialversicherung bei Entgeltumwandlung
Frei bis 4 % der BBG
Frei bis 4 % der BBG
Frei bis 4 % der BBG
Frei bis 4 % der BBG
Frei bis 4 % der BBG
Bilanz beim Arbeitgeber
Beitrag ist Betriebsausgabe
Beitrag ist Betriebsausgabe
Beitrag ist Betriebsausgabe
Zuwendungen nach § 4d EStG
Pensionsrückstellung
Beiträge zum PSVaG
Nur bei widerruflichem Bezugsrecht, Abtretung oder Beleihung
Nur ohne Sicherungsfonds
Ja
Ja
Ja
Mitnahmeanspruch des Mitarbeiters
Ja
Ja
Ja
Nein
Nein
Für die Entgeltumwandlung der Belegschaft ist die Direktversicherung oft der passende Weg, für Führungskräfte über den Beitragsbemessungsgrenzen stößt sie an ihren Deckel. Welche Kombination der Durchführungswege zu Ihrer Gehaltsstruktur passt, rechnen wir mit Ihren realen Zahlen durch. So entsteht eine Gesamtstrategie statt einer Sammlung von Einzelverträgen.
Gesellschafter-Geschäftsführer: Einstieg mit Deckel
Der geförderte Rahmen nach § 3 Nr. 63 EStG gilt auch für den beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) einer GmbH (Quelle: Bundesministerium der Finanzen). Einen Anspruch auf Entgeltumwandlung, einen Pflichtzuschuss und eine Ersparnis bei der Sozialversicherung gibt es für ihn aber nicht. Zudem dürfen die Beiträge keine verdeckte Gewinnausschüttung sein.
Die Direktversicherung ist der Einstieg mit Deckel: rund 8.000 Euro im Jahr, die Notfall-Lösung, wenn der Gewinn noch nicht reicht. Wie die Versorgung des GGF darüber hinaus aufgebaut wird, steht auf unserer Seite zur Direktversicherung für Gesellschafter-Geschäftsführer. Für Führungskräfte mit Gehältern über den Beitragsbemessungsgrenzen gilt Ähnliches: Höhere Versorgung läuft über Unterstützungskasse oder Direktzusage, weil dort in der Ansparphase kein Zufluss entsteht.
Welche Direktversicherung passt zu Ihrem Unternehmen?
Welche Direktversicherung passt, entscheidet weniger der Anbieter als drei Merkmale Ihres Unternehmens: Größe, Tarifbindung und Gehaltsstruktur. Als Weg für die Entgeltumwandlung eignet sie sich in Unternehmen jeder Größe. Unsere Empfehlungen nach Unternehmenstyp nennen jeweils den Punkt, an dem wir zuerst ansetzen würden.
Kleinstbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten
Hier ist die Lücke am größten: Nur 25 Prozent der Betriebe mit einem bis vier Beschäftigten haben eine betriebliche Altersversorgung. Bei fünf bis neun Beschäftigten sind es 55 Prozent (Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales). Wir empfehlen, früh einen Versicherer und einen Rahmenvertrag festzulegen, statt auf Einzelwünsche mit verschiedenen Anbietern zu reagieren. Ein pauschaler Zuschuss von 15 Prozent hält die Abrechnung einfach, ein Tarif ohne Zillmerung öffnet den Förderbetrag für Geringverdiener.
Kleine und mittlere Unternehmen
In Betrieben mit zehn bis 49 Beschäftigten haben 77 bis 78 Prozent eine betriebliche Altersversorgung. Sie erreicht dort aber nur 35 bis 36 Prozent der Beschäftigten, so die BMAS-Befragung BAV 2023. Das Angebot ist da, die Teilnahme ist das Problem. Wir setzen hier bei einer schriftlichen Versorgungsordnung statt Einzelabsprachen an und bei einer Information, die jedem Mitarbeiter seinen Nettoaufwand zeigt.
Mittelstand mit gewachsenem Bestand
Im Mittelstand ist die Direktversicherung Standard: 87 Prozent der befragten Unternehmen mit 50 bis 500 Beschäftigten und eigener bAV-Zuständigkeit bieten sie an (Quelle: Dialog Lebensversicherung und F.A.Z. Business Media). Mit dem Alter des Bestands wachsen Verträge mehrerer Versicherer, Altverträge nach § 40b EStG und Verträge mit und ohne Zuschussregelung. Hier gilt zuerst: Erst Altlasten analysieren. Dann neu bauen. Gibt es einen Betriebsrat und keinen einschlägigen Tarifvertrag, prüfen wir zusätzlich das Opting-out.
Experten-Tipp: Altverträge umdecken ist Aufräumen mit Verlust
„Einen gewachsenen Bestand auf einen einzigen Versicherer umzudecken, klingt nach Ordnung. Ich halte es meist für den teureren Weg. Altverträge nach § 40b EStG mit Beginn vor 2005 verlieren die steuerliche Begünstigung der Kapitalleistung, ältere Verträge ihren höheren Garantiezins. Dazu bringt der Neutarif neue Abschlusskosten mit. Mein Rat: Lassen Sie diese Verträge laufen und bauen Sie neue Zusagen sauber daneben auf, mit einem Rahmenvertrag für alle Neuzugänge.“
Ab 1.000 Beschäftigten haben laut BMAS-Befragung BAV 2023 alle Betriebe eine betriebliche Altersversorgung. Die Frage lautet dort also nicht ob, sondern welche Rolle die Direktversicherung in der Gesamtarchitektur spielt. Typischerweise trägt sie die Entgeltumwandlung, neben einer Direktzusage oder Unterstützungskasse für arbeitgeberfinanzierte und höhere Zusagen.
Harmonisierung nach Übernahmen
Nach einer Übernahme tritt der Erwerber bei einem Betriebsübergang in die bestehenden Arbeitsverhältnisse ein, einschließlich der Versorgungszusagen (Quelle: § 613a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)). Die Verträge beim Versicherer laufen dagegen auf den bisherigen Arbeitgeber als Versicherungsnehmer und müssen in der Regel übertragen oder neu begründet werden. Diese Umstellung beim Versicherer sollten Sie früh einplanen, damit Beiträge und Bezugsrechte lückenlos weiterlaufen.
Gilt beim Erwerber ein Tarifvertrag, der die Entgeltumwandlung abschließend regelt, kann er den Zuschuss auch für mitgebrachte Direktversicherungen verdrängen. So lag der Fall, den das Bundesarbeitsgericht 2025 entschieden hat (Quelle: BAG). Vor jeder Harmonisierung steht deshalb die Frage, welcher Tarifvertrag für welche Belegschaft gilt.
Wer arbeitgeberfinanzierte Versorgungsordnungen vereinheitlichen will, greift in Besitzstände ein. Das Bundesarbeitsgericht prüft solche Eingriffe in drei Stufen: Erdientes nur aus zwingenden Gründen, die erdiente Dynamik aus triftigen Gründen, künftige Zuwächse aus sachlich-proportionalen Gründen (Quelle: BAG). Gibt es einen Betriebsrat, gehört die neue Versorgungsordnung an den Verhandlungstisch, denn die Verteilung arbeitgeberfinanzierter Mittel ist mitbestimmt.
Tarifliches Opting-out
Für tarifgebundene Konzerne ist das neue Opting-out ohne Tarifvertrag meist nicht der Weg. Für sie gilt das tarifliche Optionssystem: Ein Tarifvertrag kann die automatische Entgeltumwandlung mit Widerspruchsrecht selbst regeln oder ihre Einführung per Betriebs- oder Dienstvereinbarung zulassen (Quelle: § 20 Abs. 2 BetrAVG). Die Vorgabe von mindestens 20 Prozent Zuschuss gilt nur für das betriebliche Modell ohne Tarifvertrag. Genutzt wird das tarifliche Optionssystem bisher von sechs Prozent der Betriebe mit bAV, so die BMAS-Befragung BAV 2023.
Verwaltung großer Bestände und Bilanzierung
Bei Tausenden Verträgen entscheidet die Verwaltung über die Kosten. Wir empfehlen einen Rahmenvertrag je Versicherer, feste Prozesse für Ein- und Austritte, entgeltlose Zeiten und Übertragungen und eine saubere Verbindung zur Lohnabrechnung. Jeder Sonderfall, der außerhalb dieser Prozesse läuft, ist ein Kandidat für die nächste Altlast.
Für Gruppen, die nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) bilanzieren, kommt eine Einordnungsfrage hinzu. Gilt die Direktversicherung wegen der subsidiären Einstandspflicht als beitragsorientierter oder leistungsorientierter Plan? Die Frage stellt sich gerade bei Tarifen mit einer Garantie unter 100 Prozent. Klären Sie die Einordnung deshalb mit Ihrem Abschlussprüfer, bevor solche Tarife in den Rahmenvertrag kommen.
Tarifgebundene Betriebe und Gutverdiener
In tarifgebundenen Betrieben prüfen wir immer zuerst den Tarifvertrag, weil er den Zuschuss abschließend regeln kann. Für Belegschaften mit vielen Gehältern über den Beitragsbemessungsgrenzen empfehlen wir eine spitze Zuschussregel in der Versorgungsordnung und für Führungskräfte eine Ergänzung über Unterstützungskasse oder Direktzusage.
Als Ergänzung zur Altersversorgung bietet sich die betriebliche Krankenversicherung (bKV) an: ein Gesundheitsbudget für die Belegschaft, das im Alltag spürbar ist. Sie ist kein Durchführungsweg der bAV, sondern ein eigener Benefit, der sich gut mit der Direktversicherung kombinieren lässt.
Warum eine Direktversicherung ohne Bestandsanalyse riskant ist
Jedes Unternehmen bringt eine andere Ausgangslage mit: bestehende Verträge, Tarifbindung, Gehaltsstruktur, Betriebsrat, Altersstruktur der Belegschaft. Eine professionelle Versorgungsanalyse klärt, welche Verträge sauber laufen, wo Zuschuss oder Bezugsrecht nicht stimmen und welcher Weg für neue Zusagen passt. Finanzen, Recht und Steuern aus einer Hand, seit 2002 unser Mantra. Diesen Abgleich mit Ihren realen Daten bieten weder AI-Auskunftstools noch Vergleichsportale.
Anders als ein AI-Tool haften wir als Versicherungsexperte für unsere Beratung (Quelle: § 63 Versicherungsvertragsgesetz). Für die steuerrechtliche Einordnung Ihrer individuellen Situation arbeiten wir mit spezialisierten Steuerberatern aus unserem Experten-Netzwerk zusammen. So bekommen Sie eine Lösung, die arbeitsrechtlich, versicherungsrechtlich und steuerlich zusammenpasst.
Stephan Seidenfad · Geschäftsführung und bAV-Experte
„Finanzen, Recht und Steuern aus einer Hand, das ist seit 2002 unser Mantra. Wir analysieren immer erst die Altlasten. Dann bauen wir neu.“
Seit 2002 berät Stephan Seidenfad Unternehmen zur betrieblichen Altersversorgung, 2004 hat er von Buddenbrock mitgegründet. Über 1.000 Firmenkunden, vom 30-Mann-Betrieb bis zum Konzern mit 55.000 Mitarbeitern.
Eine Direktversicherung ist eine Lebens- oder Rentenversicherung, die der Arbeitgeber für die betriebliche Altersversorgung auf das Leben seines Mitarbeiters abschließt. Der Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer und zahlt die Beiträge. Der Mitarbeiter ist versicherte Person, er und seine Hinterbliebenen sind bezugsberechtigt. Der Versicherer schuldet die Leistung, so regelt es § 1b Abs. 2 BetrAVG. Finanziert wird sie meist per Entgeltumwandlung, möglich ist auch ein reiner Arbeitgeberbeitrag.
Wie viele Direktversicherungen kann ein Mitarbeiter gleichzeitig haben?
Mehrere Verträge sind möglich, auch bei verschiedenen Versicherern. Die Grenzen verdoppeln sich dadurch aber nicht. Der Höchstbetrag gilt einmal je Mitarbeiter im ersten Dienstverhältnis, und zwar für alle Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds zusammen, wie das BMF-Schreiben vom 12.08.2021 zeigt. Das sind rund 8.000 Euro im Jahr (2026 genau 8.112 Euro), sozialversicherungsfrei bleiben 4.056 Euro. Für die Lohnabrechnung zählt immer die Summe aller Beiträge.
In der Ansparphase bleiben Beiträge bis acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung ohne Lohnsteuer. Das sind rund 8.000 Euro im Jahr (2026 genau 8.112 Euro), so regelt es § 3 Nr. 63 EStG. Frei von Sozialversicherungsbeiträgen sind bis vier Prozent, also 4.056 Euro. Dafür wird bei der Auszahlung nachgelagert versteuert: Die Leistung ist voll einkommensteuerpflichtig, und gesetzlich Pflichtversicherte zahlen darauf Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Entlastet ist also die Ansparphase, belastet die Auszahlung.
Wie funktioniert die Direktversicherung per Gehaltsumwandlung?
Der Mitarbeiter verzichtet auf einen Teil seines künftigen Bruttogehalts, Sie zahlen diesen Betrag als Beitrag an den Versicherer. Im Alltag heißt das oft „Versicherung vom Bruttogehalt“. Grundlage ist eine Entgeltumwandlungsvereinbarung. Verlangen kann der Mitarbeiter 2026 mindestens 296,63 Euro im Jahr, Sie dürfen gleichbleibende Monatsbeträge im Kalenderjahr verlangen, so § 1a BetrAVG. Dazu kommt Ihr Pflichtzuschuss von 15 Prozent, soweit Sie durch die Umwandlung Sozialversicherungsbeiträge sparen.
Wann sind Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung verpflichtet?
Von sich aus nicht, ein allgemeines Obligatorium gibt es nicht. Verpflichtet sind Sie erst, wenn ein Mitarbeiter Entgeltumwandlung verlangt: Dann müssen Sie bis vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze ermöglichen. Bieten Sie weder Pensionskasse noch Pensionsfonds an, kann er eine Direktversicherung verlangen, so regelt es § 1a BetrAVG. Den Anspruch haben nur Beschäftigte, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Ein Obligatorium nannte die Alterssicherungskommission im Juni 2026 nur als Option, beschlossen ist nichts.
Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss bei der Direktversicherung?
Bei Entgeltumwandlung beträgt der Pflichtzuschuss 15 Prozent des umgewandelten Entgelts, soweit Sie dadurch Sozialversicherungsbeiträge sparen, so § 1a Abs. 1a BetrAVG. Wandelt ein Mitarbeiter 200 Euro im Monat um, sind das mindestens 30 Euro.
Für Vereinbarungen ab 2019 gilt die Pflicht seit dem 01.01.2019, für ältere Vereinbarungen seit dem 01.01.2022, so § 26a BetrAVG. Gilt ein einschlägiger Tarifvertrag, geht seine Regelung vor, auch ein höherer tariflicher Zuschuss.
Mit einem Opting-out per Betriebs- oder Dienstvereinbarung zahlen Sie mindestens 20 Prozent. Unter den Beitragsbemessungsgrenzen decken die ersparten Arbeitgeberbeiträge von rund 21,15 Prozent den Pflichtzuschuss, nach unserer Rechnung mit den Werten 2026.
Welche Kosten entstehen für Arbeitgeber durch eine Direktversicherung?
Zwei Blöcke sind zu trennen. Ihre Kosten sind der Pflichtzuschuss von 15 Prozent abzüglich der entfallenden Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Unter den Beitragsbemessungsgrenzen sind das nach unserer Rechnung mit den Werten 2026 rund 21,15 Prozent, je 100 Euro Umwandlung bleiben rechnerisch rund 6,15 Euro. Daraus bestreiten Sie Ihren Verwaltungsaufwand. Abschluss- und Vertragskosten tragen nicht Sie, sie werden aus dem Beitrag finanziert und mindern die Leistung des Mitarbeiters. Bei Gehältern über den Grenzen kann der Zuschuss dagegen echtes Geld kosten.
Wie wird der 15-Prozent-Zuschuss korrekt berechnet?
Vom umgewandelten Entgelt. Wandelt ein Mitarbeiter 200 Euro im Monat um, beträgt der Zuschuss mindestens 30 Euro. Die Pflicht gilt aber nur, soweit Sie dadurch Sozialversicherungsbeiträge sparen, so § 1a Abs. 1a BetrAVG. Über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung sinkt Ihre Ersparnis, über der Grenze der Rentenversicherung entfällt sie.
Ob Sie pauschal 15 Prozent zahlen oder nach der tatsächlichen Ersparnis rechnen, ist höchstrichterlich, soweit ersichtlich, nicht entschieden. Halten Sie die Methode in der Versorgungsordnung fest.
Was passiert mit der Direktversicherung eines Mitarbeiters, wenn er das Unternehmen verlässt?
Der Vertrag bleibt bestehen. Der Mitarbeiter kann ihn beitragsfrei stellen, privat mit eigenen Beiträgen fortführen oder zum neuen Arbeitgeber mitnehmen. Entgeltumwandlung und Pflichtzuschuss sind sofort unverfallbar.
Die Versicherungsleistung tritt nur unter fünf Voraussetzungen an die Stelle Ihrer Zusage. Das Bezugsrecht ist spätestens drei Monate nach dem Ausscheiden unwiderruflich, der Vertrag ist nicht abgetreten oder beliehen, und Beiträge sind nicht rückständig. Dazu müssen Überschüsse von Beginn an der Leistung dienen, und der Mitarbeiter muss den Vertrag fortsetzen dürfen. Sonst schulden Sie die anteilige Anwartschaft, so regelt es § 2 Abs. 2 BetrAVG.
Eine Pflicht zum Opting-out gibt es nicht, es ist eine Option. Mitarbeiter werden dabei automatisch einbezogen und können ohne Angabe von Gründen widersprechen. Neu ist seit dem 22.01.2026 eine Regel für Betriebe, deren Entgelte nicht und auch nicht üblicherweise in einem einschlägigen Tarifvertrag geregelt sind. Sie dürfen ein solches System per Betriebs- oder Dienstvereinbarung einführen. Dann zahlen Sie mindestens 20 Prozent Zuschuss statt 15 Prozent, so § 20 Abs. 3 BetrAVG.
Das Angebot muss nach § 20 Abs. 2 BetrAVG in Textform und mindestens drei Monate vor der ersten Fälligkeit kommen, mit Betrag und Vergütungsbestandteil. Der Widerspruch muss mindestens einen Monat lang möglich sein, beenden kann der Mitarbeiter die Umwandlung mit einer Frist von höchstens einem Monat.
Nach dem Wortlaut setzt die Vereinbarung einen Betriebs- oder Personalrat voraus, die Auslegung ist noch nicht gefestigt.
Wie können Gesellschafter-Geschäftsführer eine Direktversicherung nutzen?
Der geförderte Rahmen nach § 3 Nr. 63 EStG gilt auch für den beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) einer GmbH, wie das Bundesministerium der Finanzen bestätigt. Voraussetzung ist, dass die Beiträge keine verdeckte Gewinnausschüttung sind. Einen Anspruch auf Entgeltumwandlung, einen Pflichtzuschuss und eine Ersparnis bei der Sozialversicherung hat er aber nicht.
Die Direktversicherung ist der Einstieg mit Deckel: rund 8.000 Euro im Jahr (2026 genau 8.112 Euro). Mehr Versorgung läuft über Unterstützungskasse oder Pensionszusage.
Welche Versicherungsform eignet sich besser, klassisch oder fondsgebunden?
Das hängt von Risikoprofil und Zeithorizont ab. Klassische Verträge bieten Planbarkeit, für Neuverträge gilt seit dem 01.01.2025 ein Höchstrechnungszins von 1,0 Prozent nach § 2 DeckRV. Das ist eine Obergrenze für die Kalkulation, keine Garantie. Hybrid- und fondsgebundene Tarife bieten mehr Renditechance, tragen Marktrisiko und haben häufig eine Beitragsgarantie unter 100 Prozent.
Für Sie als Arbeitgeber zählt die Zusageart: Verspricht Ihre Zusage mindestens die eingezahlten Beiträge, der Tarif garantiert aber weniger, stehen Sie für die Lücke ein.
Läuft Ihre Direktversicherung so, wie Sie es zugesagt haben?
In einem Gespräch prüfen wir mit Ihnen, ob Zusage, Tarif und Bezugsrecht zusammenpassen, bevor ein Mitarbeiter ausscheidet oder in Rente geht.
Beitragsbemessungsgrenze (BBG) 2026 und die Auswirkungen auf bAV-Beiträge
Das erwartet Sie hier Sie erfahren, wie die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) im historischen Vergleich aussieht, die aktuelle Zahlen der BBG, konkrete […]
EntgeltumwandlungBei der Entgeltumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttoeinkommens in eine betriebliche Altersversorgung. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen, wodurch Arbeitnehmer Steuern- und Sozialabgaben sparen.BeitragsbemessungsgrenzeDie Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung.Nachgelagerte BesteuerungRenten werden erst bei Auszahlung besteuert, während die Beiträge in der Ansparphase steuerfrei oder steuermindernd sind. Ziel ist es, die Steuerlast ins Rentenalter zu verlagern, wenn das Einkommen meist geringer ist.