Dread Disease- oder Schwere Krankheiten-Versicherung

Das Wichtigste in Kürze

Dread Disease- oder Schwere Krankheiten-Versicherung

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Das kann die Dread Disease-Versicherung

Eine schwere Krankheit stellt das eigene Leben auf den Kopf. Der bisherige Alltag, geübte Routinen und sicher geglaubte Lebensumstände sind plötzlich nicht mehr möglich. Oft kann man für eine lange Zeit oder sogar gar nicht mehr arbeiten, Einkünfte fallen weg, die eigene Existenz steht auf dem Spiel. Die Schwere-Krankheiten-Versicherung oder Dread Disease-Versicherung sichert Sie für einige solcher Fälle ab und schafft durch eine Besonderheit große Flexibilität, um nötige Veränderungen zu meistern. Sie sollten aber genau hinschauen, was die Versicherung leisten kann und was nicht. Hier gibt es den ersten Einblick, für die Details stehen Ihnen unsere Experten gern als Ansprechpartner zur Verfügung.

Was ist eine Dread Disease- oder Schwere-Krankheiten-Versicherung?​

Eine Dread Disease- oder Schwere-Krankheiten-Versicherung greift, wenn Sie eine der im Versicherungsumfang enthaltenen schweren Krankheiten bekommen. Bei den meisten Angeboten handelt es sich dabei unter anderem um schwere Krebs-Erkrankungen, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Psychische Krankheiten wie Depression oder Burnout, sowie Krankheiten, die das Skelett und den Bewegungsapparat betreffen, sind dagegen meistens nicht versichert. Außerdem zahlt die Dread Disease-Versicherung nur, wenn exakt der versicherte Krankheitsfall eintritt. Es ist deshalb bei Abschluss genau darauf zu achten, wie diese Fälle definiert sind. Da es hier besonders auf Feinheiten und Formulierungen ankommt, empfiehlt es sich, mit einem unserer Experten über die Versicherungsmöglichkeiten und Unterschiede zu sprechen.
Eine weitere Besonderheit ist, dass die Versicherungssumme auf einen Schlag ausbezahlt wird und nicht als monatliche Rente, wie bei vielen ähnlichen Versicherungen. Dieser, aber auch viele andere Punkte unterscheiden die Dread Disease-Versicherung zum Beispiel von einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Ein weiterer Unterschied zu vielen anderen Versicherungen: Der Vertrag einer Dread Disease-Versicherung endet bei den meisten Anbietern, wenn der Versicherungsfall eintritt. Sollten Sie ein zweites Mal schwer erkranken, sind Sie also in der Regel über die alte Versicherung nicht mehr abgesichert.

Wann kommt eine Dread Disease-Versicherung in Frage?

Um sich für den Fall einer Arbeitsunfähigkeit abzusichern, also zum Beispiel für Unfälle oder Krankheiten, die es einem nicht mehr möglich machen in bisherigem Umfang zu arbeiten, bietet sich für die meisten von uns zunächst eine Berufsunfähigkeitsversicherung an. Stark vereinfacht greift sie, wenn Sie nach einem Unfall oder einer Krankheit für mindestes ein halbes Jahr nicht mehr dazu in der Lage sind, ihren bisherigen Beruf so auszuüben, wie er ohne gesundheitliche Einschränkungen auszuüben wäre. Bekommt ein Fliesenleger zum Beispiel Probleme mit den Knien, die zu mehr als 50 Prozent über die altersüblichen Beschwerden hinausgehen, etwa durch Arthrose, und kann dadurch mindestens sechs Monate nicht mehr als Fliesenleger arbeiten, gilt er als berufsunfähig. Dann würde eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine monatliche Rente auszahlen, die ein regelmäßiges Einkommen zumindest anteilig ersetzt. Für manche Berufsgruppen werden allerdings gar keine Berufsunfähigkeitsversicherungen angeboten oder nur zu einem sehr hohen Preis. Außerdem kann es nützlich sein, die Versicherungssumme nicht als Rente, sondern als einmalige Auszahlung in voller Höhe zu bekommen. Dann kann eine Dread Disease-Versicherung die passende Alternative sein. Sprechen Sie über die Chancen und Risiken einer solchen Versicherung am besten mit unserem Experten und vereinbaren Sie einen kostenlosen Beratungstermin. Dabei können Sie sich auch über mögliche weitere Alternativen wie eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder eine Grundfähigkeitenversicherung informieren.

Wann zahlt eine Dread Disease- oder Schwere-Krankheiten-Versicherung?

Die Schwere-Krankheiten-Versicherung zahlt, wenn Sie eine der im Versicherungsumfang enthaltenen schweren Krankheiten bekommen. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch, dass sie nicht zahlt, wenn Sie eine andere als die versicherten schweren Krankheiten bekommen oder die Erkrankung anders ausgeprägt ist, als der versicherte Fall. Krebserkrankungen sind zum Beispiel häufig erst ab einem gewissen Schweregrad versichert, in einem Frühstadium dagegen noch nicht. In einem anderen Beispiel könnte bei einem Nierenversagen der Versicherungsfall erst dann eintreten, wenn beide Nieren betroffen sind. Die genauen Definitionen können bei jedem Versicherer unterschiedlich sein. Lassen Sie sich deshalb von einem unserer Experten unterstützen, wenn Sie die verschiedenen Anbieter vergleichen. Auch Wartezeiten und Karenzzeiten sollten Sie genau analysieren. Manche Krankheiten sind erst einige Zeit nach Vertragsabschluss wirklich versichert. Außerdem wird im Versicherungsfall bei bestimmten Krankheiten die Versicherungssumme erst nach einer gewissen Zeit ausgezahlt. Die Versicherer nutzen diese Zeit dann in der Regel, um die Schwere der Krankheit genau überprüfen zu lassen. Das kann zum Beispiel bei einem Schlaganfall oder einem Tumor der Fall sein. Dann ist es für den Versicherten, so makaber das klingen mag, entsprechend wichtig, diese Zeit auch zu überleben. Ansonsten hat er selbst nichts mehr von der Versicherung, selbst wenn sie eigentlich zahlt. Je nach Versicherungsvertrag bekommen dann die Hinterbliebenen eine Todesfallzahlung.

Besonderheit der Dread Disease-Versicherung: Einmalzahlung

Wenn Sie eine der versicherten schweren Krankheiten bekommen und gut überstehen, ergibt sich je nach dem ein Vorteil der Dread Disease-Versicherung gegenüber Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen. Die Dread Disease-Versicherung zahlt, sobald eine versicherte, schwere Krankheit vorliegt und ärztlich bescheinigt ist. Wie es Ihnen mit der Krankheit geht, wie der weitere Verlauf ist und ob oder wie weit sie Auswirkungen auf Ihren Beruf oder Ihr Leben hat, spielt dabei keine Rolle. Es kann also auch der Fall eintreten, dass Sie eine schwere Krankheit bekommen, eine hohe Versicherungssumme ausbezahlt bekommen, schnell wieder gesund werden und ohne Einschränkung weiter Ihrem bisherigen Job nachgehen und Ihr bisheriges Einkommen erzielen können.

Worauf sollte ich bei einer Dread Disease-Versicherung achten?

Besondere Aufmerksamkeit beim Abschluss einer Dread Disease-Versicherung sollte auf den Details der versicherten Krankheiten liegen. Neben den beschriebenen Ausprägungen der versicherten Krankheiten sollten Sie sich auch die versicherten Krankheiten selbst genau anschauen. Dabei werben Versicherer möglicherweise mit einer Vielzahl an versicherten schweren Krankheiten, um einen möglichst breiten Versicherungsschutz zu suggerieren. Oft treten viele dieser Krankheiten allerdings so selten oder nur bei einem kleinen Teil der Bevölkerung auf, dass die Absicherung dagegen keinen großen Mehrwert bietet. Wichtiger als die reine Anzahl an abgesicherten Krankheiten ist also das Risiko, eine solche Krankheit tatsächlich zu bekommen. Dabei kann auch bedeutsam sein, ob es beispielsweise in Ihrer Familie schon ähnliche Erkrankungen gab und Sie möglicherweise ein besonderes Risiko tragen.

Wie hoch sollte ich meine Versicherungssumme wählen?

Wie hoch Sie die Versicherungssumme setzen, sollten Sie vor allem danach entscheiden, wofür das Geld im Falle eines Versicherungsschutzes gedacht ist. Es kann zum Beispiel sinnvoll sein, einen laufenden Immobilienkredit oder fortlaufende Fixkosten wie Löhne von Mitarbeitern für eine bestimmte Zeit abzusichern, damit Sie sich in dieser eine Zeit auf Ihre Genesung konzentrieren können. Auch als Grundstock für einen beruflichen Neuanfang kann die Versicherungssumme dienen oder zur Erfüllung eines Lebenstraums, zum Beispiel einer Weltreise. Die nötigen Summen können entsprechend sehr unterschiedlich ausfallen und sollten gut überlegt sein. Denn von der gewählten Versicherungssumme hängt auch der Versicherungsbeitrag maßgeblich ab.

Was kostet eine Dread Disease-Versicherung?

Der Versicherungsbeitrag für eine Dread Disease-Versicherung ist individuell und hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Höhe der gewählten Versicherungssumme spielen auch Alter, Gesundheitszustand des Versicherten, die Laufzeit der Versicherung sowie Umfang und Art der versicherten Krankheiten eine entscheidende Rolle. Alle Faktoren, soweit sie selbst wählbar sind, sollte man also genau abwägen und priorisieren. Unsere Experten beraten Sie gern persönlich dazu und helfen Ihnen auf der Suche nach dem für Sie passenden Angebot. Hier können Sie einen unverbindlichen Beratungstermin buchen.

Vorteile einer Dread Disease-Versicherung

Um Vor- und Nachteile gegenüberzustellen, haben wir uns als Vergleichsgrundlage zur Dread Disease-Versicherung vor allem Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen angesehen. Sie gelten als wichtigste Absicherung davor, plötzlich krank zu werden oder sich zu verletzen und plötzlich nicht mehr arbeiten zu können. Aus dieser Definition leitet sich der erste einer Reihe von Vorteilen einer Dread Disease-Versicherung ab:

  1. Für die Auszahlung einer Dread Disease-Versicherung ist es unerheblich, ob Sie durch die schwere Erkrankung nicht mehr arbeiten können. Sie zahlt, wenn Sie eine der versicherten Krankheiten bekommen. Im besten Fall können Sie trotz der Erkrankung weiter Ihrer Arbeit nachgehen und Geld verdienen, bekommen aber trotzdem die Versicherungssumme ausgezahlt.
  2. Für die Auszahlung gelten klar definierte Kriterien, die medizinisch relativ schnell und eindeutig geprüft werden können. Im Vergleich dazu ist eine Überprüfung, ob Sie Ihren Beruf weiter ausführen oder einer anderen Erwerbstätigkeit nachgehen können, wie sie zur Auszahlung einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung nötig ist, oft aufwändiger.
  3. Die Versicherungssumme einer Dread Disease-Versicherung wird als Einmalzahlung und nicht als monatliche Rente ausbezahlt. Das schafft Ihnen deutlich größere Spielräume im Versicherungsfall. Wie Sie die Versicherungssumme verwenden, ist dabei ganz Ihnen überlassen.
  4. Wenn Sie bereits psychische Vorerkrankungen haben oder hatten, lehnen Sie manche Versicherer für eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung ab. Für eine Dread Disease-Versicherung kommen Sie trotzdem in Frage, da hier psychische Krankheiten in der Regel ohnehin nicht versichert werden. So können Sie sich zumindest gegen andere schwere Krankheiten absichern.

Nachteile einer Dread Disease-Versicherung

Im Vergleich zu Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen ergeben sich aber auch Nachteile, die Sie bedenken sollten:

  1. Die Dread Disease-Versicherung zahlt nur dann, wenn eine der versicherten Krankheiten bei Ihnen diagnostiziert wird. Bekommen Sie eine andere schwere Krankheit, oder ist die Krankheit anders ausgeprägt, als im Versicherungsvertrag beschrieben, zahlt die Versicherung nicht – egal, wie groß Ihre Einschränkungen durch die Krankheit sind.
  2. Viele Krankheiten, die häufig zu Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit und damit finanziellen Schwierigkeiten führen, sind in der Regel nicht versichert. Dazu zählen meist grundsätzlich Erkrankungen der Psyche und des Bewegungsapparates, die nach einer aktuellen Untersuchung von „Morgen und Morgen“ schon für mehr als 50 Prozent der Berufsausstiege in Deutschland verantwortlich waren. Der Versicherungsschutz ist also oft sehr viel spezieller und weniger breit als bei Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen.

Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile beraten wir Sie gern. Buchen Sie hier schnell und einfach ein unverbindliches Beratungsgespräch mit unseren Experten.

Wie gehe ich mit Fragen des Versicherers zu meiner Gesundheit um?

Da Ihr Gesundheitszustand für die Risiko-Abschätzung des Versicherers große Bedeutung hat, wirken sich Ihre Antworten direkt auf die Höhe der Versicherungsbeiträge aus. Trotzdem sollten Sie unbedingt ehrliche Angaben machen. Wenn sich später herausstellt, dass Sie absichtlich falsche Angaben zu Ihrer Gesundheit gemacht haben, kann das im Versicherungsfall dazu führen, dass die Versicherung nicht zahlt und Ihnen kündigt. Es kann sich aber lohnen, im Vorfeld Fragen bezüglich der Auswirkungen von Vorerkrankungen oder gesundheitlicher Prädispositionen anonym durch unseren Berater bei der Versicherung stellen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass Ihre Anfrage nicht unter Ihrem Namen im offiziellen Informations­system der Versicherer gespeichert wird und sich nicht negativ auf weitere Anfragen auswirken kann. Unsere Berater unterstützen Sie gern dabei und besprechen mit Ihnen auch, wie Sie beim Versicherer am besten Angaben zu Ihrem Gesundheitszustand machen.

Fazit

Ob eine Dread Disease-Versicherung für Sie eine gute Wahl ist, hängt davon ab, was Sie sich davon versprechen. Als Alternative zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung kann sie sinnvoll sein, wenn die für Sie relevanten Krankheiten in der Versicherung abgedeckt sind oder der Vorteil einer Einmalzahlung für Sie wichtig ist. Für den Großteil von uns ist die Dread Disease-Versicherung allerdings eher als eine mögliche Ergänzung und nicht als Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu sehen. Die meisten Versicherer schließen psychische Krankheiten und Krankheiten des Bewegungsapparates von vornherein aus dem Leistungspaket aus – und damit mehr als die Hälfte der Ursachen für ein Ausscheiden aus dem Beruf. Außerdem kann sie für alle eine wichtige Rolle spielen, die auf Grund ihres risikoreichen Berufes oder psychischer Vorerkrankungen keine oder nur für besonders viel Geld eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung bekommen können. Sprechen Sie Ihre individuellen Möglichkeiten am besten mit einem unserer Experten durch und entscheiden Sie gemeinsam, welche Versicherung Ihnen den größten Nutzen bietet. Unverbindliche Beratungstermine bekommen Sie direkt hier.

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Wann haben Sie das letzte Mal gemeinsam mit Ihrem Finanzexperten, Banker, Steuerberater und vielleicht auch Rechtsberater gemeinsam an einem Tisch gesessen, um Ihre unternehmerische oder private Finanzstrategie abzustimmen? Vermutlich noch nie. Dabei ist kein Finanzthema eine Insellösung. Es besteht immer eine direkte Wechselwirkung zu anderen Themengebieten aus den Bereichen Finanzen, Recht und Steuern. Diese Art von Beratung nennen wir Kontextberatung. Sprechen Sie uns an.

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Achim Wehrmann