Alters­vorsorge

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Das Wichtigste in Kürze

Alters­vorsorge

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Wie funktioniert die Alters­vorsorge in Deutschland?

Drei Säulen oder drei Schichten: Darauf beruht die Altersvorsorge in Deutschland. Jede Säule wird steuerlich anders behandelt. Dabei gehören zur ersten Säule die gesetzliche Rentenversicherung, die Versorgungswerke sowie die Rürup-Rente. Die zweite Säule stellt die Riester-Rente sowie die betriebliche Altersvorsorge dar. Zur dritten Säule zählt die private Vorsorge wie klassische oder fondsgebundene private Lebensversicherungen. Weiter gibt es die Möglichkeit, alternativ für das Alter vorzusorgen – etwa mit Aktienfonds oder Immobilien.

Die erste Säule soll im Alter eine Basisversorgung sicherstellen. Dazu zahlen Arbeitnehmer und manche Selbstständige verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Andere Berufsgruppen wie Apotheker, Architekten oder Beamte sorgen über eigene Versorgungswerke vor.

Zur ersten Säule gehört zudem die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt. Ursprünglich sollten diese gutverdienende Selbstständige abschließen – nun steht sie aber jedem offen. Dabei gibt es klassische Rürup-Renten oder solche mit einem höheren Aktienanteil.

Sparer können die Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung sowie an die Versorgungswerke prozentual zum selben Satz wie die Basisrente steuerlich absetzen. 2022 sind bei der Rürup-Rente 94 Prozent steuerlich absetzbar, wobei sich der Prozentsatz jedes Jahr um 2 Prozent erhöht. Bis 2025 werden es 100 Prozent sein. Versicherte müssen die spätere Rente allerdings versteuern.

Der Staat fördert diese Vorsorge. Die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge zählen hauptsächlich dazu, die vor allem Angestellte abschließen können.

Riester-Rente: Riester-Verträge sind häufig private Rentenversicherungen, Versicherte können auch in Fonds investieren. Dabei profitieren die Sparer von staatlichen Zulagen und können die Beiträge steuerlich absetzen. In der Rentenphase müssen sie die Einnahmen allerdings versteuern.

Betriebliche Altersvorsorge: Bei der betrieblichen Altersvorsorge oder Altersversorgung zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Regel in eine klassische Rentenversicherung ein, die das Unternehmen auswählt. Bis zu einer gewissen Grenze sind die Beiträge steuer- und sozialversicherungsfrei. Die Versicherten müssen ihre späteren Renten aber voll versteuern und die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

Der Staat fördert diese private Vorsorge nicht besonders. Klassische oder fondsgebundene Lebensversicherungen sowie Rentenversicherungen zählen dazu. Während der Ansparphase fallen auf die Dividenden und Zinserträge keine Steuern an. Der Staat versteuert die spätere Rente geringfügig.

Sparer haben auch die Möglichkeit, ohne Lebens- oder Rentenversicherungen fürs Alter vorzusorgen. Dies wird auch Säule 0 genannt. Möglich ist dies etwa mit einem Aktienfonds oder mit einem Aktien-Indexfonds (ETF) – am besten Sie lassen sich bei der Vermögensverwaltung von uns ausführlich beraten. Diese Form der Altersvorsorge ist flexibel, dafür gibt es keine steuerlichen Vorteile.

Sie können auch mit Immobilien fürs Alter vorsorgen. Wenn Sie das Gebäude selbst nutzen, profitieren Sie von Steuervorteilen und können im Alter allenfalls mietfrei leben. Außerdem haben Sie mit einer Immobilie als Kapitalanlage im Alter die Möglichkeit, Mieteinnahmen zu generieren. Allerdings ist die Beschaffung von Immobilien mit hohen Investitionskosten verbunden. Es gilt also immer abzuwägen, ob sich diese Investition auch rechnet. Unsere Immobilienspezialisten beraten Sie gerne.

Wie sorgt man fürs Alter vor?

Im vorangehenden Kapitel wurde klar: In Deutschland gibt es viele Möglichkeiten, für den Lebensabend vorzusorgen. Sicher ist, dass die gesetzliche Rente kaum ausreicht, um den Lebensstandard im Alter erhalten zu können. Deshalb ist eine zusätzliche Absicherung ratsam, allerdings ist es individuell sehr verschieden, welche die beste ist. Vor dem Abschluss einer Altersvorsorge sollten Sie diese vier Punkte berücksichtigen:

1. Bestandsaufnahme

Ermitteln Sie zuerst, wie viel Rente sie nach derzeitigem Stand einst erhalten werden. Auf dem Renteninformationsblatt, das die Deutsche Rentenversicherung jährlich verschickt, ist etwa die Höhe der staatlichen Rente ersichtlich.

3. Rentenlücke

Ziehen Sie nun von Ihrer gewünschten Rentenhöhe den jetzigen Stand Ihrer Rente ab. Daraus ergibt sich die Rentenlücke, die es zu schließen gilt.

2. Gewünschte Rentenhöhe

Nun überlegen Sie, wie viel Sie im Alter benötigen, um ihren Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Als Faustregel gilt, dass 80 Prozent des bisherigen Nettogehalts dafür ausreichen. Denn im Rentenalter sind die Lebensunterhaltskosten oft niedriger als im Erwerbsleben.

4. Individuelle Voraussetzungen

Sind Sie angestellt oder selbstständig? Möchten Sie Ihr Geld lieber konservativ oder renditeorientiert anlegen? Ist Ihnen Flexibilität bei der Anlage wichtig? Wie lange dauert es noch bis zu Ihrer Rente? Kann es sein, dass Sie noch vor der Rente arbeitslos oder berufsunfähig werden? Solche persönlichen Fragen gilt es zu klären, bevor Sie sich für eine Altersvorsorge entscheiden. Denn welche Formen sich eigenen, ist individuell sehr verschieden.

Berufs­ständisches Versorgungswerk

Für verschiedene kammerfähige Berufe stellt das berufsständische Versorgungswerk die Versorgung sicher. Dazu gehören: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, psychologische Psychotherapeuten und Ingenieure. 

Geschäftsführer-Versorgung

Als Geschäftsführer oder Vorstand haben Sie oftmals keine Versorgung durch die gesetzliche Rente oder die Versorgung ist für Ihre exponierte Position nicht annährend ausreichend. Umso wichtiger ist eine individuelle Grundversorgung. Diese sollte steuerlich optimal, flexibel und renditestark sein. Unter den richtigen Voraussetzungen können Sie mit Ihrem Unternehmen eine individuelle Vereinbarung über eine Geschäftsführer-Versorgung schaffen. Trotz Niedrigzinsphase ist es möglich, bei der richtigen Zusammenstellung aus Kapital- und Rentenleistungen eine sichere und bezahlbare Versorgung zu erreichen.

Fonds-Rente

Die fondsgebundene Rentenversicherung ist eine Kombination aus einem Fondssparplan mit einer lebenslangen Rentenzahlung, mit der Sie für Ihr Alter vorsorgen können. Durch den Versicherungsmantel ist es möglich, von diversen steuerlichen Vorteilen zu profitieren und bei richtiger Produktauswahl ohne Leistungseinbußen deutlich vereinfacht und ohne ständiges Auslösen von der Abgeltungssteuer situative Anlageentscheidungen zu treffen. Hier erhalten Sie weitere Informationen.

Investment-Sparen

Sie schätzen Flexibilität, scheuen keine Risiken und wollen dynamisch vorsorgen? Beim Investment-Sparen können Sie Geld in Investmentfonds, ETFs und ETCs investieren oder nutzen die einfache Variante vB-Invest, unsere Online-Vermögensverwaltung. Dabei können Sie Einmalsummen investieren oder regelmäßig in zum Beispiel monatlichen Beiträgen sparen. Ihr Profit ergibt sich hier durch Marktchancen und den Cost-Average-Effekt, dazu muss Investment-Sparen aber zu Ihrem Typ passen. Ob sich diese Vorsorgeform für Sie lohnt, erläutern Ihnen unsere Experten.

Rechenbeispiel: So ermitteln Sie Ihre Absicherung
Gewünschte monatliche Rate 1.500 Euro
Alter bei Abschluss 35 Jahre
Alter bei Rentenbeginn 67 Jahre
Variante fondsgebunden mit Beitragsgarantie
Monatliche Einzahlung 500 Euro
*Bei den Werten handelt es sich nur um Prognosen. Die genaue Rentenhöhe kann im Voraus nur schwer ermittelt werden.

Warum sollten Sie sich bei Ihrer Alters­vorsorge persönlich beraten lassen?

Es ist nicht einfach, die richtige Form der Altersvorsorge zu finden. Deshalb ist es sinnvoll, sich ausführlich beraten zu lassen. Schließlich geht es um eine langfristige Finanzierung. Unsere Spezialisten für Altersvorsorge helfen Ihnen gerne. Dabei können Sie sich auf unsere Erfahrung und unser großes Netzwerk verlassen.

Für unsere Beratungen nehmen wir uns viel Zeit und ermitteln in einem ersten Schritt den aktuellen Stand Ihrer Altersvorsorge und Ihre persönlichen Wünsche. So geht es etwa darum, ob Sie mit Ihrer Vorsorge von Steuervorteilen oder Flexibilität profitieren möchten und ob Sie eine lebenslange Rente oder lieber eine Kapitalauszahlung wünschen.

Wir kombinieren verschiedene Bausteine

Für Ihre maßgeschneiderte Altersvorsorge hilft uns eine spezielle Software. Damit berechnen wir, wie viel Investitionen in die Altersvorsorge nötig sind, um einen angenehmen Lebensabend führen zu können. Grundlage dafür ist Ihre aktuelle Altersvorsorge. So ermitteln wir, was Sie noch optimieren können – den Schwerpunkt bestimmen dabei Sie.

Für Ihre optimale Altersvorsorge kombinieren wir verschiedene Bausteine. Damit profitieren Sie von den maximalen Vorzügen. Denn oft bringen gewisse Vorteile der einen Altersvorsorge auch Nachteile mit sich, die wir so weit wie möglich verhindern möchten.

Wichtige Fragen zur Altersvorsorge

Optimal ist es, wenn Sie möglichst früh mit der privaten Altersvorsorge anfangen – am besten schon in Ihren Zwanzigern. Auch wenn Sie in jungen Jahren noch nicht so einen großen Betrag zur Seite legen können, lohnt die Investition. Denn wer über einen längeren Zeitraum spart, generiert in der Regel mehr Rendite.

Trotzdem ist es nie zu spät, um Ihre geringe gesetzliche Rente zu erhöhen. Wenn Sie schon über 40 sind, können Sie beispielsweise durch eine höhere, aber dafür kürzere Dynamisierung der Beiträge viel erreichen.

Selbstständige können sich unter bestimmten Bedingungen in der gesetzlichen Rentenversicherung freiwillig versichern. Die vorteilhafteste Altersvorsorge ist dies aber nicht unbedingt. Als Alternative oder Ergänzung eignet sich die Rürup-Rente – auch hier können sie von Steuervorteilen profitieren. Eine weitere Option sind private Rentenversicherungen. Die Verträge bieten oft eine hohe Flexibilität und steuerliche Vorteile. Unter bestimmten Umständen ist auch die Riester-Rente für Selbstständige möglich. Als alternative Altersvorsorge bieten sich zudem die Investition in Aktien oder Immobilien an.

Angestellte haben viele Möglichkeiten, um ihre gesetzliche Rente aufzustocken – empfehlenswert ist es oft, diese zu kombinieren. Weit verbreitet ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Sie lohnt sich vor allem dann, wenn der Chef diese mitfinanziert.

Wie auch bei der bAV profitieren Arbeitnehmer bei der Riester– oder Rürup-Rente von steuerlichen Vorteilen. Die dritte Säule kommt für die Altersvorsorge ebenfalls in Frage. Hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass die klassische Rente oder Lebensversicherung während Niedrigzinsphasen kaum Rendite abwirft. Sinnvoller sind fondsgebundene Lebensversicherungen oder Fondssparpläne. Eine weitere Option ist die Absicherung mit der alternativen Altersvorsorge.

Es kann immer mal passieren, dass Sie aus finanziellen Gründen keine Beiträge in die Altersvorsorge zahlen können. Bei den meisten Formen können Sie Ihre Zahlungen reduzieren oder den Vertrag auf beitragsfrei stellen. Später besteht die Möglichkeit, die Beitragszahlungen wieder aufzunehmen.

Wie schneidet die Altersvorsorge in aktuellen Tests ab?

Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat sich 2019 mit Anbietern von privaten Rentenversicherungen beschäftigt. Im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv testete es 28 Versicherer. Im Gesamtergebnis berücksichtigte das DISQ aber nur 19 Anbieter, da die restlichen ihre Produktdaten nicht freigaben. Folgende drei Anbieter gingen dabei als Testsieger hervor (Quelle):

Rang

Anbieter

Punkte

Qualitätsurteil

1.

Alte Leipziger

74,3

gut

2.

Hannoversche

73,8

gut

3.

Continentale

72,9

gut

Gute Rentenleistung, schlechter Service

Ins Gesamtergebnis flossen die Teilkategorien Leistungsanalyse und Serviceanalyse mit ein. Die Rentenleistungen überzeugten bei den klassischen als auch bei den fondsgebundenen Altersvorsorgeprodukten bei vielen Anbietern – sechs davon erhielten gar die Note “sehr gut”. Bei der Teilkategorie Serviceanalayse vergab das DISQ hingegen nur die Höchstnote “befriedigend” – dazu zählt etwa Service des Versicherers am Telefon, per E-Mail oder im Internet.

Fazit und Hinweise zum Vergleich

Auch wenn das Rentenalter noch weit weg ist – es lohnt sich, sich über seine spätere Absicherung Gedanken zu machen. Denn die gesetzliche Rente reicht selten, um einen angenehmen Lebensabend führen zu können.

Beim Vergleich der verschiedenen Anbieter können Testergebnisse eine Orientierung sein. Viel wichtiger ist es aber, dass Sie sich mit Ihrer aktuellen finanziellen Situation und Ihren ganz persönlichen Wünschen befassen. Dabei helfen wir Ihnen gerne mit einer persönlichen Beratung.

Die Finanzbranche eröffnet spannende Entwicklungen und komplexe Fragestellungen. In unserer Kategorie „Wissenswert“ möchten wir Sie mit Artikeln zu aktuellen Themen informieren und auf dem Laufenden halten.

Wann haben Sie das letzte Mal gemeinsam mit Ihrem Finanzexperten, Banker, Steuerberater und vielleicht auch Rechtsberater gemeinsam an einem Tisch gesessen, um Ihre unternehmerische oder private Finanzstrategie abzustimmen? Vermutlich noch nie. Dabei ist kein Finanzthema eine Insellösung. Es besteht immer eine direkte Wechselwirkung zu anderen Themengebieten aus den Bereichen Finanzen, Recht und Steuern. Diese Art von Beratung nennen wir Kontextberatung. Sprechen Sie uns an.

Ihre individuellen Anfragen können Sie direkt an unsere Experten richten

Dennis Jörißen