Übereinander liegende Hände. Auf den letzten geöffneten Händen befindet sich ein Herz, in dem ein älteres Ehepaar zu sehen ist.
Maureen Stum

Der Generationenvertrag: Prognosen, Herausforderungen, Lösungen

Durch die Beiträge, die Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wird ein Kapitalstock für die spätere Verwendung aufgebaut. Die Vorstellung ist verlockend. In der Realität funktioniert der Generationenvertrag aber anders. Was der Generationenvertrag ist und mit welchen Herausforderungen er heute zu kämpfen hat, lesen Sie hier.

Was ist der Generationenvertrag – einfach erklärt

Ein Generationenvertrag ist ein Konzept in der Sozialpolitik und insbesondere im Bereich der Rentenversicherung. Dabei handelt es sich um eine Solidaritätsprinzip zwischen verschiedenen Generationen, in der Regel zwischen der aktiven erwerbstätigen Generation und der im Ruhestand befindlichen Generation. In Deutschland basiert das System der gesetzlichen Rentenversicherung auf einem staatlich organisiertem Umlageverfahren.

Die Grundidee eines Generationenvertrags besteht darin, dass die jüngere Generation durch ihre Beitragszahlungen in die Sozialversicherungssysteme die finanziellen Bedürfnisse der älteren Generation deckt. Im Gegenzug erwarten die jüngeren Arbeitnehmer, dass die nachfolgende Generation in der Zukunft für ihre Rente sorgen wird.

Eine gewisse Gerechtigkeit in dem System gewährleisten die Rentenpunkte, auch Entgeltpunkte genannt. Denn, wer länger arbeitet oder höhere Beiträge zur Rentenkasse leistet, soll im Ruhestand auch von einer höheren Rente profitieren. So orientieren sich die Rentenpunkte an dem jährlichen Bruttodurchschnittsgehalt der einzahlenden Personen. „Kurz vor Renteneintritt wird der Wert von den Rentenpunkten berechnet. Stand heute entspricht das Rentenniveau nach Abzug von Steuern und Kosten 48,15 Prozent – mit fallender Tendenz oder im Umkehrschluss verlängerter Arbeitszeit“, weiß bAV-Experte Stephan Seidenfad.

Die Herausforderungen des Generationenvertrags

Bereits Anfang der 1990er-Jahre wurde deutlich, dass die bisherigen Leistungen des Rentensystems nicht aufrechterhalten werden können. Die Probleme des Generationenvertrags sind vielfältig:

  • Demografischer Wandel: Seit den frühen 1970er-Jahren ist der demografische Wandel in Deutschland durch eine niedrigere Geburtenrate im Vergleich zur Sterberate gekennzeichnet.
  • Längere Ausbildungszeiten
  • Sinkende Beitragszahler: Anfang der 1960er kamen auf einen Rentner sechs aktiv versicherte Erwerbspersonen. Aktuell stehen einem Altersrentner 2,1 Beitragszahler gegenüber. Prognosen zufolge kommen im Jahr 2030 auf einen Rentner noch 1,5 Beitragszahler. Im Jahr 2050 könnten es sogar nur noch 1,3 Beitragszahler sein (Quelle).

„Natürlich ist ein Arbeitnehmer durch Digitalisierung, Automatisierung und die Effizienz der heutigen Arbeitswelt produktiver. Aber sobald 1,5 Arbeitnehmer das Gleiche erbringen müssen wie vorher sechs Arbeitnehmer, kann nicht das gleiche Ergebnis erzielt werden.“

Finanzielle Sicherheit im Alter trotz problematischem Generationenvertrag?

Der Staat hat unter anderem mit der schrittweisen Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre bis zum Jahr 2031, der Anpassung der Rentenformel und der Einführung der sogenannten Mütterrente auf die zunehmenden Herausforderungen des Generationenvertrags reagiert. Zusätzlich zur gesetzlichen Rente wurden die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge als zweite, ergänzende Säule eingeführt.

Arbeitgeber können durch Betriebsrentensysteme ein Gegengewicht stellen, welches kosteneffizient das Problem der gesetzlichen Rente auffängt. Häufig hapert es an der fehlenden professionellen Beratung sowie der Entschlossenheit der Unternehmensabteilung und HR-Abteilung, ein solches Modell zu bauen. Auch die Politik besitzt nicht den Mut, in Bezug auf die Rentenleistung Klarheit für die Bevölkerung zu schaffen.

„Durch das Sparen in eine Betriebsrente, Aktien, Fonds, ETFs oder ETCs können die deutschen Bürger Geld selbstständig bei Seite legen und so für ihre Absicherung vorsorgen. Viele Absicherungen sind zwar mit Nettokosten verbunden, bringen aber im Umkehrschluss und auf der Strecke mehr als der übermäßige Konsumgenuss. Wir sind an einem Punkt, an dem der Wohlfahrtsstaat Deutschland an einigen Stellen wackelt. In Eigenregie können allerdings Lösungen geschaffen werden, ohne dabei auf die Handlungen der Politik angewiesen zu sein.“

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Stephan Seidenfad

Geschäftsführer und Gründer Experte für die Themengebiete: bAV, Recht & Steuern, kAV, Digitale Lösungen und Absicherung

Stephan Seidenfad | von Buddenbrock

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