Im Vordergrund befindet sich ein Sparschwein auf einem Tisch. Im Hintergrund ist ein älterer Mann am Laptop zu sehen.
Maureen Stum

Altersvorsorge planen: Wie wird die Rente berechnet?

Das Erreichen des Maximums der gesetzlichen Rente in Deutschland ist für die meisten Arbeitnehmer kaum umsetzbar. Dieses Vorhaben hängt von mehreren Faktoren ab: lange und lückenlose Beitragszeiten, ein durchgehend hohes Einkommen, das Erreichen oder Überschreiten des regulären Renteneintrittsalters und der Erwerb möglichst vieler Rentenpunkte. Doch, mit welcher Rente kann ein Arbeitnehmer nach 45 Beitragsjahren bei durchschnittlichem Lohn rechnen und wie wird die Rente abhängig vom Einkommen berechnet? Das lesen Sie hier.

Wie hoch ist die Rente nach 45 Beitragsjahren?

Rentenpunkte sind ein zentrales Element in der Berechnung der gesetzlichen Renten in Deutschland. Die Anzahl der Rentenpunkte, die ein Arbeitnehmer pro Jahr erwirbt, hängt direkt vom eigenen Bruttojahreseinkommen im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen aller Versicherten ab. Jeder Rentenpunkt steht für ein Jahr Beitragszahlung auf Basis des durchschnittlichen Einkommens und wirkt sich direkt auf die Höhe der späteren Rentenzahlungen aus. “Verdient ein Arbeitnehmer genau so viel wie das Durchschnittseinkommen, so erwirbt er genau einen Rentenpunkt”, weiß bAV-Experte Stephan Seidenfad. Ein Beispiel:

Durchschnittseinkommen im Jahr 2023: 3.595 Euro brutto

Beitragsjahre: 45 Jahre

Rentenpunkte: 45 (ein Rentenpunkt entspricht Stand 2023 37,60 Euro)

Bruttorente mit 67 Jahren: ca. 1.692 Euro (bei gleichbleibendem Bruttolohn)

Nettorente nach Abzug von Krankenversicherungs- und Pflegebeiträgen: zwischen 1.200 und 1.300 Euro durchschnittliche Rente

Dieses Verfahren ermöglicht eine gerechte Berechnung der Rentenansprüche, basierend auf der individuellen wirtschaftlichen Leistung während des Erwerbslebens.

Beispiel niedriges Einkommen: Wie wird die Rente berechnet?

Arbeitnehmer, deren Einkommen unterhalb des Durchschnittseinkommens liegt, zahlen weniger in die Rentenversicherung ein und sammeln folglich weniger Rentenpunkte. Dies führt zu niedrigeren Rentenansprüchen. Ein Beispiel:

Alter Musterperson 1: 25 Jahre

Familienstand: ledig

Bruttoeinkommen: 2.500 Euro

Nettoeinkommen: ca. 1.756 Euro

Nettorente mit 67 Jahren: ca. 880 Euro pro Monat (bei gleichbleibendem Lohn)*

Rentenlücke: ca. 900 Euro

Beispiel mittleres Einkommen: Wie wird die Rente berechnet?

Liegt das Einkommen eines Arbeitnehmers über dem Durchschnittseinkommen, erhält er mehr Punkte. Trotz überdurchschnittlicher Einkommen während des Erwerbslebens können die gesetzlichen Rentenansprüche die Lücke zwischen dem letzten Einkommen und den finanziellen Bedürfnissen im Ruhestand nicht vollständig schließen. Aus diesem Grund haben es auch Normal- und Besserverdiener schwer, eine ausreichende Rente zu erreichen. Mit steigendem Einkommen fällt die Rentenlücke sogar noch höher aus. Ein Beispiel eines Arbeitnehmers mit mittlerem Einkommen:

Alter Musterperson 2: 45 Jahre

Familienstand: verheiratet

Bruttoeinkommen: 4.500 Euro

Nettoeinkommen: ca. 3.200 Euro

Nettorente mit 67 Jahren: ca. 1.528 Euro pro Monat (bei gleichbleibendem Lohn)*

Rentenlücke: ca. 1.600 Euro

Wie wird die Rente am Beispiel eines höheren Einkommens berechnet?

In Deutschland gibt es eine sogenannte Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung. „Bis zu dieser Grenze werden Beiträge zur Rentenversicherung auf das Einkommen der Versicherten erhoben. Liegt ein Einkommen über dieser Grenze, wird es nicht mehr für die Berechnung der Rentenversicherungsbeiträge herangezogen.“ Die Beitragsbemessungsgrenze wird regelmäßig angepasst und kann je nach Jahr und Bundesland variieren.

Im Jahr 2023 lag die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung bei 7.300 Euro monatlich in den alten Bundesländern und 6.750 Euro monatlich in den neuen Bundesländern. Diese Grenzen entsprechen einem jährlichen Einkommen von 87.600 Euro in den alten und 81.000 Euro in den neuen Bundesländern. Ein Bruttoeinkommen von 7.300 Euro entspricht dem maximalen Beitrag, der im Jahr 2023 für die Verrentung möglich war. Anhand dieses Beispiels berechnet sich die zu erwartende Rente wie folgt:

Alter Musterperson 3: 45 Jahre

Familienstand: verheiratet

Bruttoeinkommen: 7.300 Euro

Nettoeinkommen: ca. 4.930 Euro

Nettorente mit 67 Jahren: ca. 2.350 Euro pro Monat (bei gleichbleibendem Lohn)*

Rentenlücke: ca. 2.600 Euro

Im Jahr 2024 ist die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung in den neuen Bundesländern auf 7.450 Euro im Monat, in den alten Bundesländern auf 7.550 Euro im Monat gestiegen.

*Nettoeinkommen können abweichen

Studenten und Auszubildende stehen vor besonderen Herausforderungen

Studenten und Auszubildende stehen vor einer besonderen Herausforderung, wenn es um die Ansammlung von Rentenpunkten für die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland geht. Der spätere Start in die Erwerbstätigkeit kann es für viele Akademiker und Fachkräfte schwierig machen, die volle Anzahl an Arbeitsjahren zu erreichen, die für das Maximum der gesetzlichen Rentenansprüche erforderlich sind.

Zwar gibt es Mechanismen, die bestimmte Ausbildungszeiten unter bestimmten Voraussetzungen anrechnen, doch diese können den späteren Eintritt in die volle Erwerbstätigkeit und die damit verbundenen vollen Beitragsjahre nicht vollständig kompensieren.

Wie viel Rente bekomme ich? In der Regel nicht genug!

Umfragen und Studien zeigen regelmäßig, dass ein erheblicher Teil der Erwerbstätigen den vorzeitigen Ruhestand als attraktive Option betrachtet – vorausgesetzt, die finanziellen Bedingungen erlauben es. Ein frühzeitiger Renteneintritt führt allerdings nicht nur zu höheren Rentenlücken, auch erhöhte Abschläge können die Rentenleistung mindern.

Hinzukommt, dass die Rente ist für viele Menschen nicht ausreichen wird, weil sie oft nur einen Bruchteil des letzten Einkommens vor dem Ruhestand ersetzt und somit nicht den gewohnten Lebensstandard im Alter sichern kann. Zudem wirkt sich die demografische Entwicklung mit einer zunehmenden Zahl von Rentenempfängern bei gleichzeitig schrumpfender Anzahl an Beitragszahlern negativ auf die Höhe der Rentenleistungen aus.

Beispiele aus der Rentenberechnung zeigen: Wer sich im Alter finanziell unabhängig sehen möchte, muss daher frühzeitig Weichen stellen. „Dafür haben Arbeitnehmer unterschiedliche Möglichkeiten, die vom privaten Sparen über die betriebliche Altersvorsorge bis hin zu einer Kombination aus beidem reichen. Das ist auch gut so, denn eine Idee, die unser Rentensystem radikal sanieren kann, wird es auch in naher Zukunft nicht geben.“

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Stephan Seidenfad

Geschäftsführer und Gründer Experte für die Themengebiete: bAV, Recht & Steuern, kAV, Digitale Lösungen und Absicherung

Stephan Seidenfad | von Buddenbrock

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