Das erwartet Sie hier
Gibt es eine Homeoffice Pflicht, so gestalten Arbeitgeber das Arbeiten außerhalb des Homeoffice attraktiv, attraktive Benefit-Modelle und mehr.
Inhalt dieser SeiteDas Wichtigste in Kürze
- Die Corona-Pandemie hat das Homeoffice in vielen Unternehmen etabliert, jedoch können Berufsgruppen wie Pflegekräfte, Produktionsmitarbeiter oder Einzelhandelsbeschäftigte strukturell nicht von dieser Entwicklung profitieren.
- Im Jahr 2021 arbeiteten rund 24,8 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland zumindest zeitweise im Homeoffice, während der Anteil je nach Berufsgruppe stark variierte – von über 50 Prozent bei Wissenschaftlern bis unter 2 Prozent bei Maschinenführern.
- Eine gesetzliche Homeoffice-Pflicht für Arbeitgeber bestand nur temporär im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes und lief zum 30. Juni 2022 aus, seitdem liegt die Entscheidung allein beim Arbeitgeber.
- Arbeitgeber können der entstehenden Zweiklassengesellschaft im Unternehmen durch attraktivere Präsenzbedingungen, gezielte Benefit-Modelle für nicht-remote-fähige Berufsgruppen sowie ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl entgegenwirken.
Gibt es eine Homeoffice Pflicht?
Während der Corona-Pandemie waren Arbeitgeber verpflichtet, ihren Arbeitnehmern Homeoffice anzubieten, soweit keine betrieblichen Gründe entgegenstanden. Für Beschäftigte, die ihre Tätigkeit nicht im Homeoffice ausüben konnten, hatten Arbeitgeber durch geeignete Maßnahmen den gleichwertigen Schutz sicherzustellen.
Bis dato galt die gesetzliche Homeoffice-Pflicht als Teil des sogenannten Infektionsschutzgesetzes, das unter dem Namen „Notbremse“ Eingang in den Sprachgebrauch fand. Am 30. Juni 2022 lief die Homeoffice-Pflicht für Unternehmen aus. Wichtig zu wissen: Sowohl vor als auch nach der Corona-Pandemie ist die Homeoffice-Pflicht nicht gesetzlich verankert.
Das bedeutet, Arbeitgebern steht frei, ob sie ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit zum Arbeiten in der heimischen Umgebung ermöglichen, teilweise ermöglichen oder gar nicht ermöglichen. Dennoch ist eine steigende Tendenz zu erkennen.
Nicht alle können im Homeoffice arbeiten
Im Jahr 2021 haben 24,8 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland aus dem Homeoffice gearbeitet. 17,2 Prozent nutzten täglich oder mindestens die Hälfte der Arbeitszeit die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten. Der Anteil der Erwerbstätigen, die weniger als die Hälfte der Arbeitstage von zu Hause aus arbeiteten, lag in diesem Jahr bei 7,7 Prozent. Während der Corona-Pandemie ist der Anteil stetig gestiegen. So arbeiteten im Jahr 2019 12,9 Prozent im Homeoffice; 2020 waren es bereits 21,0 Prozent.
Viele Berufsgruppen waren allerdings sowohl vor als auch nach der Krise nicht von den Diskussionen um das Homeoffice betroffen. „In den heutigen Debatten um das mobile Arbeiten und flexible Arbeitszeiten wird gerne vergessen, dass es in Deutschland eine große Menge von Menschen gibt, die nicht remote arbeiten können. Dazu gehören zum Beispiel Jobs in der Produktion, im Einzelhandel, in der Pflege oder im Krankenhaus. Die Folge ist eine Zweiklassengemeinschaft“, erklärt Stephan Seidenfad, bAV-Experte und Geschäftsführer der von Buddenbrock Unternehmensgruppe.
Der Homeoffice-Anteil ist bei den Berufen am höchsten, in denen Angestellte überwiegend am Schreibtisch arbeiten. Folgende Berufsgruppen arbeiteten im Jahr 2021 remote:
- Führungskräfte: 43,2 Prozent
- Wissenschaftler: 52,5 Prozent
- Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe: 27,4 Prozent
- Bürokräfte, kaufmännische Angestellte: 27,9 Prozent
- Dienstleistungsberufe, Verkäufer in Geschäften und auf Märkten: 6,4 Prozent
- Fachkräfte in der Landwirtschaft und Fischerei 21,5 Prozent
- Handwerks- und verwandte Berufe 6,4 Prozent
- Anlagen- und Maschinenbediener sowie Montierer: 1,8 Prozent
- Hilfsarbeitskräfte: 2,3 Prozent
(Quelle)
Lösungsansätze: So gestalten Arbeitgeber das Arbeiten außerhalb des Homeoffice attraktiv
Arbeitgeber stehen aufgrund des Fehlens einer gesetzlichen Grundlage vor der Herausforderung, eine individuelle Homeoffice-Regelung bei sich im Unternehmen zu finden und dabei auf die Bedürfnisse aller Beschäftigten zu achten. Wie können sie dieses Thema optimal angehen?
Lösungsschritt 1: „Das Arbeiten im Homeoffice ist nicht das Maß aller Dinge. Das Arbeiten vor Ort ist nicht per se etwas Schlechtes. Auf Grundlage der heutigen Debatten kann schnell der Eindruck entstehen, dass Angestellte, die vor Ort arbeiten müssen, benachteiligt sind. Hier sind Arbeitgeber am Zug. Indem sie das Arbeiten vor Ort vogue gestalten, geben sie ihren Angestellten neue Anreize ins Büro zu kommen. Indem sie den Menschen als Individuum ins Zentrum rücken sowie Unterschiede zwischen den Qualifikationen von Mitarbeitern eliminieren, können sie neue Arbeitsrahmenbedingungen schaffen. Dieser Paradigmenwechsel ist das Werte-Fundament der New Work-Bewegung.“
Lösungsschritt 2: „Auch die Führungsebene und die Mitarbeiter aus der kaufmännischen Abteilung sollten mit einer angemessenen Mannstärke vor Ort sein. Nur so kann bei den Mitarbeitern das Gefühl ankommen, dass das Arbeiten im Büro mit den Kollegen sogar besser sein kann als das Arbeiten im Homeoffice – und es eben keine zwei Klassen gibt.“
Lösungsschritt 3: „Besteht ein Unternehmen aus verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Produktion und Verwaltung oder Krankenhaus, Pflegedienst und Verwaltung, können Arbeitgeber über ein Benefit-Modell eine besondere Wertschätzung herstellen. Diese Benefits kommen speziell den Menschen zugute, die nicht aus dem Homeoffice arbeiten können. Zudem gewährleisten sie eine Flexibilisierung des Arbeitsplatzes.“
Lösungsansätze im Kampf gegen die Zweiklassengesellschaft und für ein gutes Teamplay
- Kommunikation und Abstimmung
- Wertschätzung
- Alternative Zugeständnisse
- Keine Dogmen
- Teamplay
Fazit: Das Wir-Gefühl im Kampf gegen die Zweiklassengesellschaft
Nicht alle Berufsgruppen haben die Möglichkeit, ihren Job aus den heimischen vier Wänden auszuüben. Zum Beispiel Angestellte, die ihren Dienst beispielsweise in der Produktion, im Krankenhaus, der Pflege oder der Landwirtschaft ausüben, müssen physisch vor Ort sein.
Die Arbeitsrealität zwischen Unternehmen verschiedener Branchen kann durch den Faktor Homeoffice noch weiter auseinander divergieren. Was als gesamtgesellschaftliche Herausforderung nach politischen Lösungen schreit, findet innerhalb der Betriebe eine Fortsetzung. Auch verschiedene Abteilungen profitieren in einem enormen Ungleichgewicht von Homeoffice-Regelungen. Man stelle nur Produktion und Verwaltung einander gegenüber.
Arbeitgeber können diesem Spannungsfeld entgegenwirken, indem sie das Arbeiten im Büro attraktiver gestalten oder Benefit-Modelle (für bestimmte Gruppen) schaffen. „Ganz wichtig ist das Wir-Gefühl. Wenn Arbeitgeber ein Spannungsfeld im Unternehmen bemerken, sollten sie das Team zusammenbringen. So können Lösungen erarbeitet werden, die mehr Flexibilität bieten. Die Vorteile: ein Verschwinden der Zweiklassengesellschaft und die Stärkung der Kommunikation im Unternehmen.“
Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren? Dann schauen Sie gerne in unserYouTube-Video. Auf unserem YouTube-Kanal finden Sie zudem weitere Videos zu spannenden Themen. Gerne stehen Ihnen auch unsere Experten persönlich zur Verfügung.
Mit uns die ideale betriebliche Altersvorsorge finden
Weniger Verwaltungsaufwand, zufriedenere Mitarbeiter, steuerlich optimiert – die bAV ist einer der wirkungsvollsten Benefits, die Sie Ihrem Team bieten können. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welche Lösung zu Ihrem Unternehmen passt.
