Stephan Seidenfad bAV-Experte und Geschäftsführung
Die 10 häufigsten Fehler bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV)
Von der fehlenden Versorgungsordnung bis zum falsch berechneten Arbeitgeberzuschuss: Diese 10 Fehler kosten Arbeitgeber bei der bAV Geld, Zeit und Fachkräfte.
Persönlich, vernetzt, auf Augenhöhe. Kein Callcenter. Kein Vertreterwechsel. Sondern ein fester Ansprechpartner, der Ihre Situation kennt – heute und in zehn Jahren.
Das erwartet Sie hier
Welche Fehler und Nachteile Arbeitgeber bei der bAV erwarten, welche rechtlichen und finanziellen Risiken drohen und wie Sie sie vermeiden.
Fehlerhafte oder unvollständige Verträge der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) sind in der Praxis weit verbreitet — ein Risiko, für das im Leistungsfall allein der Arbeitgeber haftet.
Ohne eine klar definierte Versorgungsordnung entsteht eine intransparente, rechtlich angreifbare Vertragslandschaft mit hohem Verwaltungsaufwand und Haftungsrisiken.
Der Arbeitgeber-Pflichtzuschuss von 15 Prozent gilt seit dem 1. Januar 2022 für alle Entgeltumwandlungs-Verträge — wird er falsch berechnet, drohen Nachzahlungen bis zu 30 Jahre nach Rentenbeginn.
Es haftet immer der aktuelle Arbeitgeber — auch für Verträge, die neue Mitarbeiter aus früheren Arbeitsverhältnissen mitbringen.
Stephan Seidenfad Geschäftsführung und bAV-Experte
Fehlerhafte oder unvollständige bAV-Verträge sind in der Praxis weit verbreitet …
… und im Leistungsfall haftet allein der Arbeitgeber. Fehlende Versorgungsordnung, falsch berechneter Zuschuss, ungeprüft übernommene Verträge: Solche Fehler fallen oft erst nach Jahren auf und werden dann teuer. Genau hier setzen wir an. Unsere Experten zeigen Ihnen nicht nur, welche zehn Fehler Arbeitgeber am häufigsten machen, sondern begleitet Sie von der Analyse über die Versorgungsordnung bis zur laufenden Verwaltung — damit aus einer Pflicht ein echter Benefit wird.
Neu: Pflichtzuschuss und Förderrahmen 2026
2026 sind Beiträge bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei und bis zu vier Prozent sozialabgabenfrei. → Mehr dazu im Abschnitt „Durchführungsweg und Produkt passen nicht“
Die strategische Bedeutung der bAV im „War for Talents“ wird unterschätzt
Auswirkungen
Wer die bAV nicht als strategisches Instrument zur Fachkräftegewinnung und -bindung begreift, verliert wertvolle Mitarbeiter an Wettbewerber. Die Folge sind höhere Rekrutierungskosten und eine geringere Qualität der Neueinstellungen. Auch die Produktivität leidet, wenn Schlüsselpositionen häufig neu besetzt werden müssen.
Lösungsansätze
Arbeitgeber sollten die bAV als festen Bestandteil ihrer Personalstrategie verstehen und diesen Benefit aktiv kommunizieren — intern wie extern. Eine Betriebsrente mit Arbeitgeberförderung mindert die Versorgungslücke der Beschäftigten spürbar und wirkt zugleich als Argument im Recruiting.
In unserer Beratungspraxis zeigt sich, dass schon kleine Betriebe ab fünf Mitarbeitern von einer durchdachten bAV profitieren — entscheidend ist nicht die Unternehmensgröße, sondern die saubere Umsetzung. Auch ohne eigene Personalabteilung lässt sich die bAV mit der richtigen Begleitung schlank und kostenkontrolliert einführen.
Experten-Tipp: Die bAV als reine Pflichtübung ist Geldverschwendung
„Viele Arbeitgeber sehen die bAV als lästige gesetzliche Pflicht und kommunizieren sie entsprechend lustlos. Genau das ist der teuerste Fehler: Ein Benefit, von dem niemand weiß, bindet niemanden. Mein Rat: Machen Sie die Arbeitgeberförderung schon im Recruiting sichtbar. Eine bewusst kommunizierte Betriebsrente schlägt im Fachkräftewettbewerb jede Gehaltserhöhung, die nach Steuern kaum spürbar bleibt.“
Die zehn häufigsten Fehler kennen wir aus über 20 Jahren Beratungspraxis — und wir wissen, wie Arbeitgeber sie vermeiden. In einem unverbindlichen Gespräch ordnen wir Ihre Ausgangslage ein und zeigen, wo für Ihr Unternehmen die größten Hebel liegen.
Individuelle Einzelverträge mit jedem Mitarbeiter führen zu hohem Verwaltungsaufwand und einem unübersichtlichen Tarifwildwuchs. In größeren Firmen sammeln sich so Verträge mit vielen verschiedenen Versicherern an. Spätestens bei neuen gesetzlichen Vorgaben wird der Aufwand für den Arbeitgeber oder die Personalabteilung kaum noch beherrschbar.
Hinzu kommt ein rechtliches Risiko: Werden bAV-Zusagen ungleich vergeben, drohen Verstöße gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (Quelle: AGG). Solche Ansprüche verjähren erst spät und können Jahre später teuer werden.
Lösungsansätze
Eine Versorgungsordnung ist eine freiwillige, einseitige Arbeitgebererklärung, die verbindlich festlegt, wie die betriebliche Altersvorsorge im Unternehmen funktioniert. Darin definiert der Arbeitgeber die Spielregeln — Durchführungsweg, Anbieter, Zuschusshöhe und Zugangsvoraussetzungen — und gibt sie transparent an seine Beschäftigten weiter. Das schafft einen rechtssicheren Prozess und macht spätere Anpassungen an Gesetzesänderungen einfach.
Eine saubere Versorgungsordnung schützt nicht nur den Arbeitgeber, sondern wahrt auch die Interessen der Belegschaft: Sie stellt sicher, dass alle Beschäftigten nach denselben, nachvollziehbaren Regeln Zugang zur bAV erhalten. Für den Betriebsrat ist sie damit eine zentrale Grundlage, weil die Einführung mitbestimmungspflichtig sein kann (Quelle: § 87 BetrVG).
Praxisbeispiel: Tarifwildwuchs im Mittelstand
Ein mittelständisches Handelsunternehmen mit rund 80 Mitarbeitern hatte über Jahre Einzelverträge bei sechs verschiedenen Versicherern abgeschlossen. Bei der Einführung des Pflichtzuschusses war unklar, welcher Vertrag welche Konditionen hatte. Erst eine Versorgungsordnung mit einem definierten Durchführungsweg brachte die nötige Ordnung — und reduzierte den jährlichen Verwaltungsaufwand deutlich.
Experten-Tipp: Die Versorgungsordnung ist kein Bürokratie-Papier, sondern Ihr Schutzschild
„Die Versorgungsordnung gilt als formaler Papierkram, den sich Arbeitgeber sparen können. Das Gegenteil stimmt: Ohne sie vergeben Sie bAV-Zusagen ungleich und riskieren AGG-Ansprüche, die erst nach Jahren teuer werden. Mein Rat: Setzen Sie vor dem ersten Vertrag die Regeln schriftlich fest — Durchführungsweg, Zuschuss, Zugang. Das schafft Rechtssicherheit und macht jede Gesetzesänderung zur Formsache statt zur Großbaustelle.“
Treten Mitarbeiter mit Verträgen verschiedener Anbieter und Tarifgenerationen ein, entsteht eine heterogene Vertragslandschaft. Entscheidend ist: Es haftet immer der aktuelle Arbeitgeber — auch für Verträge, die ein neuer Mitarbeiter aus seinem früheren Arbeitsverhältnis mitbringt. Diese sogenannte Einstandspflicht ergibt sich aus dem Betriebsrentengesetz (Quelle: BetrAVG § 1 Abs. 1 S. 3).
Ohne Prüfung übernimmt der Arbeitgeber damit Kosten-, Leistungs- und Garantieniveaus, die er gar nicht überblickt. Bei einem Arbeitgeberwechsel mit Altverträgen nach § 40b Einkommensteuergesetz braucht es zudem eine Bescheinigung des Vorarbeitgebers — fehlt sie, drohen Steuer- und Sozialversicherungs-Nachzahlungen.
Lösungsansätze
Ein bAV-Experte prüft die mitgebrachten Verträge auf Kosten, Leistung, Garantien, Schriftform der Zusage und steuerliche Auswirkungen und empfiehlt die optimale Vorgehensweise. Um solche Fehlallokationen zu vermeiden, empfiehlt sich ergänzend die Einführung einer Versorgungsordnung, die den Umgang mit übernommenen Verträgen klar regelt.
Praxisbeispiel: Übernommener Altvertrag ohne Bescheinigung
Ein Industriebetrieb übernahm bei einer Neueinstellung einen § 40b-Altvertrag, ohne die Bescheinigung des Vorarbeitgebers anzufordern. Jahre später beanstandete die Lohnsteuerprüfung die pauschale Versteuerung. Eine Prüfung der Vertragsunterlagen direkt beim Eintritt hätte die Nachzahlung vermieden.
4. Der Berater wird falsch ausgewählt
Auswirkungen
Wählt der Arbeitgeber den bAV-Berater nach persönlichen Präferenzen statt nach fachlicher Eignung, entstehen vermeidbare Risiken. Fehlende Spezialisierung führt zu Lücken bei Durchführungsweg, Dokumentation und Haftungsfragen. Das Ergebnis ist ein instabiles Versorgungssystem, das der Arbeitgeber in späteren Jahren aufwendig sanieren muss.
Lösungsansätze
Um betriebliche Vorsorgemodelle effizient, rechtskonform und mit angemessener Risikoverteilung umzusetzen, sollten Arbeitgeber von Beginn an einen bAV-Spezialisteneinbinden. Achten Sie bei der Auswahl auf nachweisbare Erfahrung mit Versorgungsordnungen, auf Marktzugang über mehrere Anbieter hinweg und auf ein belastbares Servicemodell für die laufende Verwaltung.
Experten-Tipp: Der nette Berater von nebenan ist selten der richtige
„Den bAV-Berater nach Sympathie oder bestehender Geschäftsbeziehung zu wählen, rächt sich oft erst Jahre später. bAV ist Spezialistensache — Allrounder hinterlassen Lücken bei Durchführungsweg, Dokumentation und Haftung. Achten Sie auf nachweisbare Erfahrung mit Versorgungsordnungen, auf Marktzugang über mehrere Anbieter und ein belastbares Servicemodell für die laufende Verwaltung. Diese drei Kriterien trennen den Spezialisten vom Gelegenheitsvermittler.“
Der 15-Prozent-Arbeitgeberzuschuss wird in der Praxis häufig falsch berechnet — und das gehört zu den teuersten operativen bAV-Fehlern. Arbeitgeber sind bei Entgeltumwandlung verpflichtet, einen Zuschuss von 15 Prozent zu leisten, sofern sie dadurch Sozialversicherungsbeiträge einsparen (Quelle: BetrAVG § 1a Abs. 1a). Seit dem 1. Januar 2022 gilt diese Pflicht auch für Verträge, die vor 2019 abgeschlossen wurden.
Der typische Fehler: Der Zuschuss wird mit dem Beitrag des Mitarbeitersverrechnet, statt zusätzlich gezahlt zu werden — oder per falschem Dreisatz ermittelt. Wandelt ein Mitarbeiter 100 Euro um, beträgt der korrekte Arbeitgeberanteil rund 13 Euro (Gesamtbeitrag geteilt durch 115, mal 15), nicht 15 Euro auf den Beitrag obendrauf. Wird zu wenig bezuschusst, kann der Arbeitgeber bis zu 30 Jahre nach Rentenbeginn nachschusspflichtig werden (Wert als Größenordnung aus der Beratungspraxis).
Lösungsansätze
Eine korrekte Zuschussberechnung gehört in eine Versorgungsordnung und in den automatisierten Abrechnungsprozess. So ist sichergestellt, dass die Formel bei jeder Beitragsbemessungsgrenze und jeder Gehaltsänderung sauber angewendet wird. In unserer Beratungspraxis prüfen wir Bestandsverträge gezielt darauf, ob der Zuschuss seit 2022 korrekt umgesetzt wurde.
In unserer Beratungspraxis prüfen wir genau das: ob der Zuschuss seit 2022 korrekt umgesetzt ist und richtig in der Abrechnung landet. Eine kurze Prüfung heute erspart Nachzahlungen über Jahrzehnte.
6. Im Unternehmen fehlen bAV-Kompetenz und Dokumentation
Auswirkungen
In kleinen und mittleren Betrieben ohne eigene Personalabteilung übernehmen meist die Lohnbuchhaltung oder ein externes Steuerbüro die Verwaltung der bAV. In größeren Unternehmen läuft die Administration oft nebenbei mit. Eine spezialisierte Betriebsrenten-Abteilung existiert selten.
So bleibt die bAV fachlich häufig unterbetreut. Den Verantwortlichen fehlt das Know-how zu Durchführungswegen, Haftungsfragen und Dokumentation. Konkret fehlen oft die schriftliche Entgeltumwandlungsvereinbarung, die Schriftform der Versorgungszusage oder die korrekte Lohnbuchung der Entgeltumwandlung. Die Folge sind eine geringe Mitarbeiterakzeptanz und ein erhöhtes Fehlerrisiko.
Lösungsansätze
Moderne bAV-Portale verknüpfen Unternehmen, Versicherer, Berater und Steuerberater miteinander. Automatisierte Abläufe reduzieren den Verwaltungsaufwand, schaffen Transparenz und minimieren Fehlerquellen. Um Haftungsrisiken auszulagern und Fachkompetenz sicherzustellen, sollten Arbeitgeber einen professionellen bAV-Berater als Schnittstelle zwischen Versicherern und Personalverantwortlichen einbinden.
7. Eine Kommunikationsstrategie fehlt
Auswirkungen
Die Kommunikation beeinflusst maßgeblich, wie Mitarbeiter den Benefit wahrnehmen. Bleibt die bAV undurchsichtig oder ohne greifbare Vorteile, wirkt sie kontraproduktiv, statt Loyalität zu fördern. Ein Versorgungswerk, das niemand versteht, entfaltet keine Bindungswirkung — und die Teilnahmequote bleibt niedrig.
Lösungsansätze
Eine gute Kommunikationsstrategie macht die persönliche Versorgungslücke sichtbar und stärkt das Bewusstsein der Mitarbeiter für ihre Altersvorsorge. Gemeinsam mit einem bAV-Berater entsteht ein Kommunikationskonzept, das über die Information am schwarzen Brett hinausgeht: persönliche Beratungsgespräche, digitale Tools, verständliche Rechenbeispiele und Informationsveranstaltungen für die Belegschaft.
Für HR-Verantwortliche ist das zugleich eine Argumentationshilfe nach oben: Eine messbar gestiegene Teilnahmequote belegt gegenüber der Geschäftsleitung, dass die bAV als Benefit auch tatsächlich ankommt.
Experten-Tipp: Der Aushang am schwarzen Brett ist verschenktes Potenzial
„Eine bAV nur zu verwalten und per Aushang zu verkünden, reicht nicht — ein Versorgungswerk, das niemand versteht, bindet niemanden. Die Teilnahmequote bleibt niedrig, der Benefit verpufft. Machen Sie stattdessen die persönliche Versorgungslücke jedes Mitarbeiters sichtbar: mit Rechenbeispielen, digitalen Tools und persönlichen Gesprächen. Eine messbar steigende Teilnahmequote ist zugleich Ihr Beleg gegenüber der Geschäftsleitung, dass der Benefit ankommt.“
Arbeitgeber unterschätzen den fortlaufenden Verwaltungsaufwand der bAV. Häufig fehlen automatisierte Prozesse und digitale Tools. Das führt zu viel manueller Arbeit, höherer Fehleranfälligkeit und steigendem Zeitaufwand. Der manuelle Aufwand bindet wertvolle Personalressourcen in der Personal- und Finanzabteilung — gerade dort, wo Fehler bei Zuschussberechnung und Lohnbuchung entstehen.
Lösungsansätze
Mit automatisierten Prozessen und modernen digitalen Verwaltungstools lassen sich die Personalverantwortlichen nachhaltig entlasten. Digitale bAV-Portale übernehmen die Beitragsverwaltung, dokumentieren Zusagen rechtssicher und melden gesetzliche Änderungen automatisch. So sinken sowohl der Zeitaufwand als auch das Haftungsrisiko aus fehlerhaften manuellen Eingaben.
Die Wahl ungeeigneter Produkte oder Durchführungswege führt zu hohen Kosten und kann die Bilanz belasten. Was zunächst günstig erscheint, kann sich über die Laufzeit als teure Fehlentscheidung erweisen — etwa durch hohe Abschlusskosten oder unflexible Garantien. Das Betriebsrentengesetz kennt fünf Durchführungswege: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktzusage (Quelle: BetrAVG § 1b).
Je nach Weg unterscheiden sich Bilanzwirkung, Liquiditätsbindung und steuerliche Behandlung deutlich. Eine Direktzusage etwa erfordert Pensionsrückstellungen, während eine Direktversicherung bilanzneutral bleibt. Für den kaufmännischen Bereich ist der Durchführungsweg deshalb keine reine HR-Frage, sondern eine Bilanz- und GuV-Entscheidung.
Lösungsansätze
Eine professionelle Beratung mit Zugang zum gesamten Markt beleuchtet alle Durchführungswege objektiv. Unsere bAV-Experten analysieren die Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter und identifizieren den optimalen Durchführungsweg — abgestimmt auf Unternehmensgröße, Belegschaftsstruktur und bilanzielle Ziele.
Für die steuerrechtliche Einordnung Ihrer individuellen Situation arbeiten wir mit spezialisierten Steuerberatern aus unserem Experten-Netzwerk zusammen.
Direktversicherung, Pensionskasse oder Direktzusage wirken sich völlig unterschiedlich auf Liquidität und GuV aus. Mit Zugang zum gesamten Markt analysieren unsere Experten, welcher Weg zu Ihrer Unternehmensgröße und Belegschaftsstruktur passt.
Standardlösungen orientieren sich meist am kleinsten gemeinsamen Nenner und übersehen individuelle Bedarfe — das Versorgungswerk passt am Ende weder zum Unternehmen noch zur Belegschaft. Hinzu kommt: Nach Vertragsabschluss ziehen sich viele Berater zurück und lassen das Unternehmen mit Administration und Nachbetreuung allein. So fehlen die kontinuierliche Kommunikation und die Anpassung an Gesetzesänderungen.
Lösungsansätze
Eine professionelle Beratung ermöglicht individuelle bAV-Lösungen, die auf Ziele, Unternehmensgröße und Mitarbeiterstruktur zugeschnitten sind. Das nutzt die steuerlichen Spielräume aus, reduziert Lohnnebenkosten und steigert die Mitarbeiterzufriedenheit.
Die betriebliche Altersvorsorge ist kein einmaliges Projekt. Gesetzliche Änderungen, neue Möglichkeiten und die Entwicklung der Belegschaft erfordern eine laufende Anpassung. Eine langfristige, persönliche Betreuung durch erfahrene Experten hält die bAV aktuell, rechtssicher und effizient. Ein Sonderfall sind beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer: Hier gelten eigene Regeln zu Gleichbehandlung und rechtssicherer Zusage.
Kostenlose Erstanalyse Ihrer bestehenden bAV-Verträge
Fehlerhafte oder unvollständige Verträge sind weit verbreitet — und im Leistungsfall haftet der Arbeitgeber. Wir prüfen Ihre bestehenden Verträge auf Zuschuss, Durchführungsweg und Dokumentation und sagen Ihnen, wo Handlungsbedarf besteht. Je früher ein Fehler auffällt, desto günstiger die Korrektur.
Häufige Fragen zu Fehlern und Nachteilen der bAV für Arbeitgeber
Was genau ist eine betriebliche Altersvorsorge (bAV)?
Die betriebliche Altersvorsorge ist eine vom Arbeitgeber organisierte Form der Altersversorgung. Der Arbeitgeber sagt dem Mitarbeiter eine spätere Leistung zu und führt dafür Beiträge an einen der fünf gesetzlichen Durchführungswege ab. Finanziert wird sie durch Entgeltumwandlung aus dem Bruttogehalt, durch den Arbeitgeber oder durch beide gemeinsam. Geregelt ist sie im Betriebsrentengesetz.
Wann ist die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber Pflicht?
Ein Arbeitgeber muss keine eigenfinanzierte bAV anbieten. Er ist jedoch verpflichtet, jedem Beschäftigten die Entgeltumwandlung zu ermöglichen, wenn dieser es verlangt. Dieser Rechtsanspruch ergibt sich aus dem BetrAVG § 1a. Verweigert der Arbeitgeber die Umsetzung, drohen Schadenersatzansprüche.
Was ist der häufigste Fehler bei der Einführung einer bAV?
Der häufigste Fehler ist die fehlende Versorgungsordnung. Ohne sie entstehen Einzelverträge mit unterschiedlichen Anbietern, was zu hohem Verwaltungsaufwand und rechtlichen Risiken führt. Eine Versorgungsordnung legt die Regeln verbindlich fest und schafft einen rechtssicheren Prozess.
Welche Nachteile hat die bAV für Arbeitgeber?
Die größten Nachteile der bAV für Arbeitgeber sind der Verwaltungsaufwand und das Haftungsrisiko: Der Arbeitgeber haftet im Leistungsfall für die zugesagten Leistungen, auch bei übernommenen Verträgen. Mit einer Versorgungsordnung, korrekter Zuschussberechnung und digitaler Verwaltung lassen sich diese Nachteile jedoch weitgehend entschärfen.
Wie hafte ich als Arbeitgeber für mitgebrachte bAV-Verträge?
Es haftet immer der aktuelle Arbeitgeber — auch für Verträge, die ein neuer Mitarbeiter aus einem früheren Arbeitsverhältnis mitbringt. Diese Einstandspflicht ergibt sich aus dem BetrAVG § 1 Abs. 1 S. 3. Deshalb sollten mitgebrachte Verträge vor der Übernahme geprüft werden.
Wie hoch ist der gesetzliche Arbeitgeberzuschuss zur bAV?
Der Arbeitgeber muss bei Entgeltumwandlung einen Zuschuss von 15 Prozent leisten, sofern er dadurch Sozialversicherungsbeiträge einspart. Das regelt das BetrAVG § 1a Abs. 1a. Seit 2022 gilt diese Pflicht auch für Verträge, die vor 2019 abgeschlossen wurden.
Was kostet die betriebliche Altersvorsorge den Arbeitgeber?
Bei reiner Entgeltumwandlung trägt der Mitarbeiter den Beitrag selbst. Für den Arbeitgeber entsteht der gesetzliche Pflichtzuschuss von 15 Prozent, sofern er durch die Umwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. Hinzu kommen Verwaltungsaufwand und gegebenenfalls Kosten für Beratung und digitale Verwaltung. Durch eingesparte Lohnnebenkosten lässt sich die bAV oft beitragsneutral gestalten.
Wie funktioniert die Entgeltumwandlung bei der bAV?
Bei der Entgeltumwandlung verzichtet der Mitarbeiter auf einen Teil seines Bruttogehalts und lässt ihn in einen bAV-Vertrag fließen. Der Beitrag bleibt 2026 bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei und bis zu vier Prozent sozialabgabenfrei, geregelt in § 3 Nr. 63 EStG. Weil der Arbeitgeber dadurch Sozialabgaben spart, muss er 15 Prozent als Pflichtzuschuss ergänzen.
Welche Durchführungswege gibt es bei der betrieblichen Altersvorsorge?
Das Betriebsrentengesetz kennt fünf Durchführungswege: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktzusage, geregelt in BetrAVG § 1b. Welcher Weg passt, hängt von Unternehmensgröße, Belegschaftsstruktur und bilanziellen Zielen ab.
Was passiert mit der bAV, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt?
Eine bAV ist nach Ablauf der gesetzlichen Unverfallbarkeitsfrist portabel: Der Mitarbeiter behält seine erworbenen Anwartschaften. Je nach Durchführungsweg kann er den Vertrag beim neuen Arbeitgeber fortführen, privat weiterzahlen oder beitragsfrei stellen. Für den abgebenden Arbeitgeber endet die laufende Beitragspflicht, beim aufnehmenden Arbeitgeber greift die Einstandspflicht für den übernommenen Vertrag.
Wie können auch kleine Unternehmen eine bAV anbieten?
Auch kleine Betriebe ohne eigene Personalabteilung können eine bAV einführen — entscheidend ist die schlanke, kostenkontrollierte Umsetzung. Eine Versorgungsordnung legt die Spielregeln verbindlich fest, digitale Verwaltungsportale reduzieren den Aufwand. So lässt sich die bAV auch im Kleinunternehmen rechtssicher und mit wenig Verwaltungslast betreiben. Mehr dazu: bAV für kleine und mittlere Unternehmen.
BeitragsbemessungsgrenzeDie Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung.EntgeltumwandlungBei der Entgeltumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttoeinkommens in eine betriebliche Altersversorgung. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen, wodurch Arbeitnehmer Steuern- und Sozialabgaben sparen.
Unsere Experten von transparent-beraten.de bewerten den Versicherer und die Tarife in den Kriterien „Preis, „Leistung“ und „Schadensfallabwicklung“ anhand ihrer langjährigen Erfahrung im Versicherungswesen.
Unsere Kunden bewerten den Versicherer und seine Tarife nach ihren individuellen Erfahrungen.
Der Score berechnet sich mit unterschiedlicher Gewichtung aus diesen vier Kategorien, um Ihnen einen transparenten und einfachen Überblick zu verschaffen.