Stephan Seidenfad
Geschäftsführung und bAV-Experte

Pensionszusage Geschäftsführer: Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung

Firmenvermögen wird Privatvermögen. Ob Ihre Pensionszusage das leistet, entscheidet der Tag der Zusage: Wartezeit, Erdienbarkeit, Angemessenheit und Form müssen genau dann stimmen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Finanzamt erkennt eine Pensionszusage an den Gesellschafter-Geschäftsführer an, wenn sechs Voraussetzungen erfüllt sind: Wartezeit, Erdienbarkeit, Angemessenheit, Ernsthaftigkeit, Finanzierbarkeit und eine formal saubere Zusage.
  • Als Faustregel gelten mindestens drei Jahre im Amt als Wartezeit, bei einer neu gegründeten GmbH muss die Gesellschaft zusätzlich mindestens fünf Jahre bestehen.
  • Eine arbeitgeberfinanzierte Zusage muss vor dem 60. Geburtstag erteilt sein, und bis zum vereinbarten Leistungsbeginn müssen als Faustregel rund zehn Jahre liegen.
  • Betriebliche Versorgung und gesetzliche Rente zusammen dürfen maximal rund 75 % der letzten Aktivbezüge erreichen, darüber wird die Pensionsrückstellung gekürzt.
  • Bei reiner Entgeltumwandlung entfallen die Erdienbarkeit und seit dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19.11.2025 (I R 50/22) auch Probezeit und Wartezeit nach Gründung, wenn die Zusage insolvenzgesichert ist und keinen Garantiezins über dem risikoarmen Marktzins verspricht.

Eine Pensionszusage bringt Gewinn vor der Steuer in Ihre Versorgung, aber nur, wenn sie der Betriebsprüfung standhält.

Genau dort hakt es oft. Eine nicht repräsentative Auswertung von 93 Zusagen an beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer, veröffentlicht 2019, fand bei gut der Hälfte keinen Gesellschafterbeschluss. Bei knapp 40 Prozent war die Probezeit nicht eingehalten (Quelle: DIA-Dossier Pensionszusagen). Dieser Artikel zeigt Ihnen alle sechs Voraussetzungen, die aktuelle BFH-Linie und die Formfehler, die eine Zusage kippen. Sie möchten Ihre Zusage nicht allein prüfen? Wir begleiten Sie von der Analyse bis zur Umsetzung.

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Das ist neu in 2026


Sechs Prüfsteine entscheiden, ob Ihr Gewinn vor der Steuer in Ihre Versorgung fließt

Das Finanzamt erkennt eine Pensionszusage an den Gesellschafter-Geschäftsführer nur an, wenn sechs Voraussetzungen erfüllt sind: Wartezeit, Erdienbarkeit, Angemessenheit, Ernsthaftigkeit, Finanzierbarkeit und eine formal saubere Zusage. Für die meisten davon zählen die Verhältnisse am Tag der Zusage.

Eine Pensionszusage ist für den Gesellschafter-Geschäftsführer einer der direktesten Wege, Gewinn vor der Steuer in die eigene Versorgung zu bringen. Ob das trägt, entscheidet nicht die Höhe der Zusage, sondern die Betriebsprüfung. Urteile von Bundesfinanzhof und Finanzgericht Münster haben 2025 und 2026 die Linie bei Entgeltumwandlung und Altersgrenze geschärft.

Der Gesellschafter-Geschäftsführer, kurz GGF, verdient sein Geld im Unternehmen. Sein größter Hebel ist deshalb nicht die Rendite eines Depots, sondern der Weg des Geldes vom Firmenkonto ins Private. Die Pensionszusage, fachlich eine Direktzusage, ist einer der Wege der Geschäftsführerversorgung. Ihr Versprechen: Mehr Netto aus dem Brutto. Steuerlich anerkannt, insolvenzgeschützt, mit einer Auszahlung nach Ihrem Plan.

Die Rechnung hinter der Zusage

Aus 100.000 Euro Gewinn werden privat rund 51.000. Oder 100.000. Wer Gewinn ausschüttet, zahlt Stand 2026 zuerst in der GmbH rund 30 Prozent aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer, aus 100.000 Euro werden 70.000 Euro (Quelle: § 23 KStG).

Auf die Ausschüttung fallen danach 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an, zusammen gut 26 Prozent (Quelle: § 32d EStG). Aus 70.000 Euro werden so rund 51.000 Euro privat. Fließt derselbe Gewinn über eine anerkannte Pensionszusage in Ihre Versorgung, mindern Rückstellung und Rückdeckungsbeiträge den Gewinn der GmbH. Jeder Euro kommt an, statt rund die Hälfte.

Das ist kein Trick, sondern eine Struktur, die es seit Jahrzehnten gibt. Zuführungen zur Pensionsrückstellung mindern als Betriebsausgabe nach § 6a EStG den Gewinn der GmbH, die Besteuerung ist nachgelagert: Sie zahlen nicht weniger Steuern, sondern später und meist zu einem günstigeren Satz, während Ihr Kapital in der Zwischenzeit voll arbeitet. Ob das bei Ihnen passt, hängt von Alter der GmbH, Amtszeit und Angemessenheit ab.

Ab wann sich das Konzept lohnt

Das Konzept lohnt sich, sobald Ihre GmbH rund 500 Euro im Monat vor der Steuer in Ihre Versorgung geben kann. Ob es eine Pensionszusage sein soll oder ein anderer Durchführungsweg, hängt von Alter, Gewinn und bestehenden Zusagen ab. Für die steuerrechtliche Einordnung Ihrer individuellen Situation arbeiten wir mit spezialisierten Steuerberatern aus unserem Experten-Netzwerk zusammen.

Reicht der Gewinn dafür noch nicht, gibt es einen kleineren Weg. Die Direkt­versicherung für Geschäftsführer ist der Einstieg mit Deckel: rund 8.000 Euro im Jahr (2026 genau 8.112 Euro, Quelle: § 3 Nr. 63 EStG). Wer mehr vor der Steuer in seine Versorgung geben will, als dieser Deckel erlaubt, prüft neben der Pensionszusage die Unterstützungs­kasse.

Die sechs Voraussetzungen auf einen Blick

Fehlt eine der sechs Voraussetzungen, verliert die Zusage ganz oder teilweise ihre steuerliche Wirkung. Meist behandelt die Finanz­verwaltung die Aufwendungen dann als verdeckte Gewinnausschüttung, also als Vorteil, den die GmbH ihrem Gesellschafter nur wegen seiner Gesellschafterstellung gewährt. Bei Überversorgung und Formmängeln nach § 6a EStG wird stattdessen die Pensionsrückstellung gekürzt. In beiden Fällen entfällt genau der Effekt, um den es geht.

Jede der sechs Voraussetzungen hat einen eigenen Prüfmaßstab und eine eigene Folge, wenn sie fehlt:

VoraussetzungGrenze oder FristGilt fürAnerkannte AusnahmeFolge bei Verstoß
WartezeitFaustregel: GGF mindestens 3 Jahre im Amt, bei Neugründung zusätzlich mindestens 5 Jahre Bestehen der GmbHBeherrschende und nicht beherrschende GGFBestehendes Unternehmen ändert nur sein Rechtskleid und der erprobte Geschäftsleiter führt es fort, Management-Buy-Out (rund 1 Jahr), reine Entgeltumwandlung unter den Bedingungen des BFHVerdeckte Gewinnausschüttung, der Fehler heilt nicht durch Zeitablauf
ErdienbarkeitZusage vor dem 60. Geburtstag, Faustregel rund 10 Jahre bis zum Leistungsbeginn, gilt auch für jede ErhöhungBeherrschende GGF: 10 Jahre. Nicht beherrschende GGF: alternativ 3 Jahre Zusagedauer plus 12 Jahre BetriebszugehörigkeitReine Entgeltumwandlung, wertgleicher Wechsel des DurchführungswegsVerdeckte Gewinnausschüttung
AngemessenheitGesamtausstattung aus Gehalt, Tantieme und Zusage fremdüblich, Gesamtversorgung maximal rund 75 % der letzten AktivbezügeAlle GGFFest zugesagte Steigerungen der laufenden Leistung bis regelmäßig 3 % im Jahr lösen keine Überversorgung ausUnangemessene Gesamtausstattung: verdeckte Gewinnausschüttung. Überversorgung: Kürzung der Pensionsrückstellung, keine verdeckte Gewinnausschüttung
ErnsthaftigkeitPensionsalter bei Neuzusagen mindestens 62, beim beherrschenden GGF 67, Versorgung und Gehalt zusammen nicht über den letzten AktivbezügenAlle GGF, die Grenze von 67 nur beim beherrschenden GGFNachweis, dass ein früheres Pensionsalter fremdüblich istVerdeckte Gewinnausschüttung, unter 62 dem Grunde nach, unter 67 der Höhe nach
FinanzierbarkeitPassivierung der Zusage führt im Zusagezeitpunkt nicht zur Überschuldung der GmbHAlle GGFKeine, eine Rückdeckung verlangt das Steuerrecht aber nichtVerdeckte Gewinnausschüttung
FormSchriftlich, eindeutig, mit Rechtsanspruch, ohne schädlichen Vorbehalt, Gesellschafterbeschluss vor der UnterschriftAlle GGF, Rückwirkungsverbot nur beim beherrschenden GGFKeineMangel nach § 6a EStG: keine Pensionsrückstellung, eine bestehende wird aufgelöst. Fehlende Vereinbarung im Voraus beim beherrschenden GGF: verdeckte Gewinnausschüttung, Nachholen wirkt nur für die Zukunft

Zwei Prüfstufen: erst die Bilanz, dann der Fremdvergleich

Die Finanz­verwaltung prüft in zwei Stufen:

  • Zuerst fragt sie, ob die GmbH überhaupt eine Pensionsrückstellung bilden darf. Nach § 6a EStG geht das nur mit Rechtsanspruch, ohne schädlichen Vorbehalt und mit schriftlicher, eindeutiger Zusage (Quelle: § 6a EStG). Scheitert eine Zusage auf dieser Stufe, wird die Rückstellung in der Steuerbilanz gekürzt oder aufgelöst.
  • Erst in der zweiten Stufe kommt der Fremdvergleich: Hätte die GmbH einem fremden Geschäftsführer dieselbe Zusage gegeben? Wenn nicht, liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, und die darf das Einkommen der GmbH nach § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG nicht mindern (Quelle: § 8 KStG). Deshalb haben Überversorgung und fehlende Erdienbarkeit verschiedene Folgen.

Der Stichtag entscheidet

Entscheidend ist der Tag, an dem die Zusage erteilt wird. Für die Erdienbarkeit zählen allein die Verhältnisse im Zeitpunkt der Zusage, so der Bundesfinanzhof (BFH) (Quelle: BFH). Dasselbe gilt für die Wartezeit und für die Angemessenheit der Zusage dem Grunde nach. Was an diesem Tag fehlte, holt auch der Zeitablauf nicht nach.

Anders ist es bei der Überversorgung. Ob die Gesamtversorgung die Grenze von rund 75 Prozent der letzten Aktivbezüge überschreitet, misst das Finanzamt an jedem Bilanzstichtag neu (Quelle: BFH). Sinkt das Gehalt später, kann eine Überversorgung noch Jahre nach der Zusage entstehen. Wer schon eine Zusage hat, sollte deshalb wissen, ob sie den Tag der Zusage besteht und heute noch unter der Grenze liegt.

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Für welchen Geschäftsführer gelten die strengen Regeln?

Die strengen Regeln gelten für jeden Gesellschafter-Geschäftsführer, am schärfsten für den beherrschenden. Beherrschend ist in der Regel, wer die Mehrheit der Stimmrechte hält. Auch zwei Gesellschafter mit je 50 Prozent gelten als beherrschend, wenn sie gleichgerichtet handeln, etwa mit einheitlichem Beschluss und wortgleichen Zusagen. So hat es das Finanzgericht (FG) Münster am 01.07.2026 entschieden (Quelle: FG Münster).

Der beherrschende GGF ist in der Regel nicht sozial­versicherungspflichtig, weil er nicht weisungsgebunden beschäftigt ist (Quelle: § 7 SGB IV). Ihm fehlt damit oft die gesetzliche Rente als Sockel, und bei seiner eigenen Zusage sitzt er auf beiden Seiten des Tisches. Deshalb misst die Finanz­verwaltung seine Zusage am Fremdvergleich: Hätte ein ordentlicher Geschäftsleiter einem fremden Geschäftsführer dasselbe versprochen?

Welche Voraussetzung für wen gilt, zeigt die Übersicht:

KriteriumBeherrschender GGFNicht beherrschender GGFFremd-Geschäftsführer ohne Beteiligung
Prüfung auf verdeckte GewinnausschüttungJaJaNein, außer bei nahestehenden Personen
Probezeit, bei Neugründung 5 Jahre BestehenJaJaNein
Zusage vor dem 60. GeburtstagJaJaNein
Erdienungszeitraum10 Jahre10 Jahre oder 3 Jahre Zusagedauer plus 12 Jahre BetriebszugehörigkeitNein
Klarheits- und RückwirkungsverbotJaNeinNein
Gesetzlicher Insolvenzschutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein (PSV)NeinJa, in der Regel bei unter 50 % BeteiligungJa

Nicht beherrschend oder genau 50 Prozent

Für den nicht beherrschenden GGF gelten Probezeit und Altersgrenze von 60 Jahren ebenso. Bei der Altersgrenze ist es laut BFH „nicht von Belang“, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer beherrschend ist oder nicht (Quelle: BFH). Erleichterungen hat er nur beim Erdienungszeitraum und beim Rückwirkungsverbot.

Ein Sonderfall ist der GGF mit genau 50 Prozent. Steuerlich ist er ohne besondere Umstände nicht beherrschend. Den gesetzlichen Insolvenzschutz des PSV hat er trotzdem nicht: Der PSV schützt beteiligte Geschäftsführer unter 50 Prozent, ab 50 Prozent nicht mehr (Quelle: PSVaG). Steuerrecht und Betriebsrentenrecht ziehen die Grenze an verschiedenen Stellen.

Fremd-Geschäftsführer und Vorstand

Der Fremd-Geschäftsführer ohne Beteiligung fällt nicht unter die Prüfung auf verdeckte Gewinnausschüttung, weil ihm als Nicht-Gesellschafter kein Gewinn verdeckt ausgeschüttet werden kann (Quelle: § 8 Abs. 3 KStG). Eine Ausnahme gilt, wenn er einem Gesellschafter nahesteht, etwa als Ehegatte oder Kind. Für ihn gelten sonst Betriebsrentengesetz und PSV-Schutz wie für Arbeitnehmer.

Für den Fremd-Geschäftsführer zählt deshalb das Betriebsrentenrecht. Scheidet er aus, behält er seine Anwartschaft, wenn die Zusage zu diesem Zeitpunkt mindestens drei Jahre bestanden hat und er das 21. Lebensjahr vollendet hat (Quelle: § 1b BetrAVG). Lohnsteuerlich fließt ihm bei einer Direktzusage bis zur Auszahlung nichts zu, die spätere Versorgung ist Arbeitslohn. Ist er renten­versicherungspflichtig, hat er wie jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf Entgeltumwandlung nach § 1a BetrAVG. Wie sich die Versorgung für Geschäftsführer aufbauen lässt, zeigt unsere Seite zur Geschäftsführerversorgung.

Der Vorstand einer Aktiengesellschaft ist in der gesetzlichen Renten­versicherung nicht ­versicherungspflichtig (Quelle: § 1 SGB VI). Über seine Versorgung entscheidet der Aufsichtsrat, nicht er selbst. Eine verdeckte Gewinnausschüttung kommt nur in Betracht, wenn er zugleich Aktionär ist oder einem Aktionär nahesteht. Was für Vorstände gilt, steht auf unserer Seite zur Vorstandsversorgung.

Ob Sie steuerlich als beherrschend gelten und ob der PSV Sie schützt, sind zwei verschiedene Fragen mit zwei verschiedenen Grenzen. Die Antwort steht in Gesellschaftsvertrag, Stimmrechten und Zusage.


Wie lange ist die Wartezeit für eine Pensionszusage beim Gesellschafter-Geschäftsführer?

Als Faustregel sollte der Gesellschafter-Geschäftsführer mindestens drei Jahre im Amt sein, bevor die GmbH ihm eine arbeitgeberfinanzierte Pensionszusage erteilt. Bei einer neu gegründeten GmbH muss zusätzlich die Gesellschaft als Faustregel mindestens fünf Jahre bestehen. Für die Neugründung nennt das Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 14.12.2012 „wenigstens fünf Jahre“, damit die künftige Ertragskraft abschätzbar ist (Quelle: BMF-Schreiben vom 14.12.2012).

Für die Person hält dasselbe Schreiben eine Probezeit von zwei bis drei Jahren regelmäßig für ausreichend. Die Faustregel von drei Jahren liegt also auf der sicheren Seite. Als Probezeit zählt die zusagefreie Zeit zwischen Dienstbeginn und Zusage, nicht die Zeit danach. Das BMF-Schreiben unterscheidet nicht nach der Beteiligungshöhe, die Probezeit gilt für beherrschende und nicht beherrschende GGF gleichermaßen. Ausgenommen ist nach dem BFH-Urteil I R 50/22 unter engen Bedingungen nur eine rein durch Entgeltumwandlung finanzierte Zusage.

Ausnahmen: neues Rechtskleid, Management-Buy-Out

Die Wartezeit entfällt, wenn zwei Dinge zusammenkommen. Das Unternehmen besteht seit Jahren und ändert lediglich sein Rechtskleid, etwa durch Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH. Und der bisherige, bereits erprobte Geschäftsleiter führt es fort. Beides muss vorliegen. Beim Management-Buy-Out kann rund ein Jahr Wartezeit reichen, wenn leitende Angestellte das Unternehmen kaufen und als Geschäftsführer weiterführen (Quelle: BFH).

Erfahrung, die ein GGF in einem anderen Unternehmen gesammelt hat, ersetzt die Probezeit nicht. Der BFH nennt als Ausnahme nur den Fall, dass das Unternehmen selbst die Befähigung des Geschäftsführers aus eigener Erfahrung kennt. Das ist etwa der Fall, wenn er schon in einem anderen Rechtskleid lange für es tätig war (Quelle: BFH).

Nachfolge in der Familie: Die Probezeit beginnt mit der Bestellung

Bei der Unternehmensnachfolge wird die Probezeit leicht übersehen. Der BFH hat eine Zusage an die Ehefrau eines Mehrheitsgesellschafters als verdeckte Gewinnausschüttung gewertet. Erteilt wurde sie sechs Wochen nach der Bestellung zur Geschäftsführerin, obwohl die Frau vorher im Betrieb angestellt war (Quelle: BFH). Jahre als Angestellte im Betrieb ersetzen die Probezeit als Geschäftsführerin nicht.

Ein Probezeitverstoß heilt nicht von selbst

Eine zu früh erteilte Zusage wird auch nach Ablauf der Probezeit nicht fremdüblich, und spätere Erhöhungen erben den Fehler. Das folgt aus dem BMF-Schreiben vom 14.12.2012 und der Rechtsprechung (Quelle: BFH). Der Ausweg: die ursprüngliche Zusage aufheben und neu erteilen, sobald die Probezeit abgelaufen ist. Die neue Zusage muss dann selbst alle Voraussetzungen erfüllen, auch Alter und Erdienbarkeit.

Experten-Tipp:
Jahre im Betrieb ersetzen keine Probezeit als Geschäftsführer

„In der Nachfolge wirkt es fair: Wer seit Jahren im Betrieb arbeitet, bekommt mit der Bestellung die Zusage. Für das Finanzamt beginnt die Probezeit aber erst mit dem Tag der Bestellung. Mein Rat: Planen Sie Bestellung und Zusage als zwei Termine. Dokumentieren Sie die Bestellung, warten Sie als Faustregel drei Jahre und erteilen Sie die Zusage dann mit eigenem Gesellschafterbeschluss. So ist die Wartezeit in der Akte belegt.“

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Bis zu welchem Alter ist eine Pensionszusage erdienbar?

Eine arbeitgeberfinanzierte Pensionszusage muss der Gesellschafter-Geschäftsführer vor seinem 60. Geburtstag erhalten. Zusätzlich müssen zwischen Zusage und vereinbartem Leistungsbeginn als Faustregel rund zehn Jahre liegen. Beide Grenzen prüft die Finanz­verwaltung unter dem Begriff Erdienbarkeit: Kann der GGF die zugesagte Versorgung durch seine künftige Arbeit noch erdienen?

Die Altersgrenze von 60 Jahren ist ständige Rechtsprechung. Hat der Gesellschafter-Geschäftsführer bei der Zusage das 60. Lebensjahr überschritten, kann er den Anspruch nach dem BFH nicht mehr erdienen, gleich ob er beherrschend ist oder nicht (Quelle: BFH). Auch eine Weiterarbeit bis weit über 67 ändert daran nichts.

Das Finanzgericht Münster hat am 01.07.2026 Zusagen an zwei Gesellschafter-Geschäftsführer mit 62 und 63 Jahren als verdeckte Gewinnausschüttung gewertet. Die Auszahlung war erst mit 70 vorgesehen. Die Anhebung der Regelaltersgrenze rechtfertige keine höhere Grenze, weil die 60 dem Fremdvergleich diene (Quelle: FG Münster). Das Gericht hat die Revision zugelassen. Bis der BFH entscheidet, bleibt eine arbeitgeberfinanzierte Neuzusage nach 60 steuerlich hoch riskant.

Zehn Jahre bis zum Leistungsbeginn

Beim beherrschenden GGF ist ein Anspruch nach ständiger Rechtsprechung nur erdienbar, wenn zwischen Zusage und vorgesehenem Leistungsbeginn mindestens zehn Jahre liegen (Quelle: BFH). Bei einem Leistungsbeginn mit 67 heißt das: Die Zusage muss spätestens mit 57 erteilt sein. Die Altersgrenze von 60 gilt daneben unverändert.

Für den nicht beherrschenden GGF gibt es eine zweite Variante. Seine Zusage ist auch erdienbar, wenn sie mindestens drei Jahre bis zum Leistungsbeginn läuft und er dem Betrieb mindestens zwölf Jahre angehört. So sieht es auch das FG Münster in seinem Urteil vom 01.07.2026 (Randziffer 46). Die gesetzliche Unverfallbarkeit nach drei Jahren aus dem Betriebsrentengesetz verkürzt die steuerliche Frist für beherrschende GGF dagegen nicht.

Das Zeitfenster betrifft viele Unternehmer: 57 Prozent der mittelständischen Unternehmensinhaber waren 2025 laut KfW-Mittelstandspanel 55 Jahre oder älter (Quelle: KfW Research). Für einen beherrschenden GGF in diesem Alter ist eine arbeitgeberfinanzierte Zusage mit Leistungsbeginn 67 nur noch bis 57 zehnjahresfest.

Jede Erhöhung zählt wie eine neue Zusage

Die Erdienbarkeit gilt nicht nur für die Erstzusage, sondern für jede nachträgliche Erhöhung (Quelle: BFH). Das betrifft auch mittelbare Erhöhungen: Hängt die Zusage vom Endgehalt ab, kann eine Gehaltserhöhung wie eine Neuzusage wirken. Ausgenommen sind laufende Anpassungen an gestiegene Lebenshaltungskosten. Nach 60 scheitert damit jede arbeitgeberfinanzierte Erhöhung.

Anders ist es beim Wechsel des Durchführungswegs. Stellt die GmbH eine bestehende Zusage wertgleich um, etwa den künftigen Teil einer Direktzusage auf eine rückgedeckte Unterstützungs­kasse, löst das allein keine neue Erdienbarkeitsprüfung aus. Das hat der BFH 2018 im Urteil I R 89/15 für einen 58-jährigen GGF entschieden. Wird beim Wechsel zugleich die Leistung erhöht, gilt für den Mehrteil die Prüfung wie bei einer Neuzusage (Quelle: BFH).

Wer vor Ablauf der Frist ausscheidet, verliert die Anerkennung

Scheidet der beherrschende GGF vor Ablauf der Erdienenszeit als Geschäftsführer aus, wird die Zusage tatsächlich nicht durchgeführt. Die jährlichen Zuführungen zur Rückstellung sind dann regelmäßig verdeckte Gewinnausschüttung (Quelle: BFH). Wer einen Verkauf oder eine Übergabe plant, sollte deshalb das Datum der letzten Zusage oder Erhöhung kennen.

Ob eine Zusage oder ihre letzte Erhöhung erdienbar war, entscheidet sich an drei Daten: Geburtstag, Zusagedatum und vertraglicher Leistungsbeginn. Diese Daten stehen in Ihren Unterlagen, und der Betriebsprüfer liest sie genauso. Ein Abgleich vorab zeigt, ob die Zusage trägt oder ob ein Teil als verdeckte Gewinnausschüttung gilt.

Ist Ihre Pensionszusage noch erdienbar?

Geburtstag, Zusagedatum, letzte Erhöhung und Leistungsbeginn: Aus diesen Daten ergibt sich, ob Ihre Zusage die Altersgrenze von 60 und als Faustregel rund zehn Jahre bis zur Auszahlung einhält. Wir gleichen sie im Bestandscheck mit der Linie des BFH und dem Urteil des FG Münster von 2026 ab, bevor es der Betriebsprüfer tut.

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Wie hoch darf die Pensionszusage sein? Angemessenheit und Überversorgung

Die Pensionszusage darf weder die Gesamtvergütung unangemessen machen noch zu einer Überversorgung führen. Das sind zwei verschiedene Prüfungen mit verschiedenen Folgen: Eine unangemessene Gesamtausstattung führt zur verdeckten Gewinnausschüttung, eine Überversorgung dagegen zur Kürzung der Pensionsrückstellung in der Bilanz.

Die Gesamtausstattung muss stimmen

Bei der Angemessenheit zählt das gesamte Paket aus Festgehalt, Tantieme und Pensionszusage. Die Zusage geht mit dem fiktiven Jahresnettobeitrag ein, also mit dem Beitrag, den eine entsprechende Versicherung im Zusagezeitpunkt kosten würde. Maßstab sind laut BFH Art und Umfang der Tätigkeit, die Ertragsaussichten, das Verhältnis zum Gewinn und die Vergütung in vergleichbaren Betrieben (Quelle: BFH).

Überversorgung: die Grenze von rund 75 Prozent

Die Gesamtversorgung darf maximal rund 75 Prozent der letzten Aktivbezüge erreichen. Gemeint sind betriebliche Versorgung und gesetzliche Rentenanwartschaft zusammen, gemessen an den Aktivbezügen am Bilanzstichtag (Quelle: BFH). Was darüber liegt, kürzt die zulässige Pensionsrückstellung nach § 6a EStG. Eine verdeckte Gewinnausschüttung ist das nicht, die Korrektur findet in der Bilanz statt.

Zwei Details aus demselben Urteil I R 79/03 helfen in der Praxis. Fest zugesagte Steigerungen der laufenden Leistung bis regelmäßig drei Prozent im Jahr lösen keine Überversorgung aus. Und der fiktive Jahresnettobeitrag der Zusage zählt nicht zu den Aktivbezügen, die Grenze lässt sich also nicht mit der Zusage selbst nach oben rechnen.

Wenn das Gehalt sinkt, wächst das Risiko

Eine Überversorgung entsteht oft nicht bei der Zusage, sondern Jahre später. Senkt der GGF sein Gehalt dauerhaft, etwa in einer Krise oder bei der Übergabe an die nächste Generation, sinkt auch die Bezugsgröße der Grenze. Der BFH hat für diesen Fall eine anteilige Auflösung der Rückstellung bestätigt (Quelle: BFH). Wer Gehalt oder Arbeitszeit reduziert, sollte die Zusage deshalb vorher durchrechnen.

Auch die Bemessung der Versorgung selbst hat Grenzen: Die Leistung darf nach § 6a Abs. 1 Nr. 2 EStG nicht von künftigen gewinnabhängigen Bezügen abhängen (Quelle: § 6a EStG). Eine Zusage in Prozent der jeweiligen Tantieme ist damit nicht rückstellungsfähig.

Experten-Tipp:
Wer sein Gehalt senkt, riskiert seine Pensionsrückstellung

„Die Grenze von rund 75 Prozent gilt als Thema für den Tag der Zusage. Ich sehe das Risiko woanders: Senken Sie in der Krise oder bei der Übergabe Ihr Gehalt dauerhaft, sinkt die Bezugsgröße mit. Die Zusage bleibt gleich, die Rückstellung wird anteilig aufgelöst. Mein Rat: Rechnen Sie jede dauerhafte Gehaltsänderung vorher gegen die Grenze und passen Sie die Zusage für die Zukunft an, bevor der Betriebsprüfer nachrechnet.“

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Ernsthaftigkeit und Finanzierbarkeit: Was prüft das Finanzamt außerdem?

Eine Pensionszusage muss ernsthaft gemeint und für die GmbH tragbar sein. Ernsthaft ist sie, wenn sie ein übliches Pensionsalter vorsieht und so durchgeführt wird, wie sie vereinbart ist. Finanzierbar ist sie, wenn die GmbH die Verpflichtung im Zusagezeitpunkt tragen kann, ohne dass ihre Passivierung zur Überschuldung führt. Passivierung heißt, dass die Zusage als Rückstellung in der Bilanz steht.

Das Pensionsalter darf nicht zu früh liegen

Für Neuzusagen gilt nach Auffassung der Finanz­verwaltung: Ein Pensionsalter unter 62 Jahren führt bereits dem Grunde nach zur verdeckten Gewinnausschüttung. Beim beherrschenden GGF nimmt sie bei einem Pensionsalter unter 67 eine verdeckte Gewinnausschüttung der Höhe nach an. Der Nachweis, dass ein früheres Alter fremdüblich ist, bleibt aber möglich (Quelle: BMF-Schreiben vom 09.12.2016).

Versorgung und Gehalt nur bis zu den letzten Aktivbezügen

Arbeitet der GGF nach Leistungsbeginn weiter als Geschäftsführer, darf die GmbH neben der Versorgung Gehalt zahlen. Nach Auffassung der Finanz­verwaltung liegt keine verdeckte Gewinnausschüttung vor, soweit Versorgung und neues Gehalt zusammen die letzten Aktivbezüge nicht übersteigen (Quelle: BMF-Schreiben vom 30.08.2024). Damit hat das BMF seine strengere Auffassung aus dem Schreiben vom 18.09.2017 geändert. Was darüber hinausgeht, droht als verdeckte Gewinnausschüttung zu gelten. Wer weiterarbeiten will, regelt Ausscheiden, Anrechnung oder Aufschub deshalb schon in der Zusage.

Finanzierbarkeit: der Blick in die Überschuldungsbilanz

Nicht finanzierbar ist eine Zusage nach dem BFH, wenn ihre Passivierung zur Überschuldung der GmbH im insolvenzrechtlichen Sinne führen würde. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Zusage, bewertet wird in einer Überschuldungsbilanz (Quelle: BFH). Eine junge GmbH mit dünnem Eigenkapital sollte die Höhe der Zusage daran ausrichten.

Eine Rückdeckungs­versicherung verlangt das Steuerrecht nicht, sie ist aber die übliche Finanzierung. Lücken entstehen oft bei den Zusatzleistungen. In der nicht repräsentativen Auswertung von 93 Zusagen, veröffentlicht 2019, war die Leistung bei Berufs­unfähigkeit in rund 51 Prozent der Fälle nicht ausfinanziert. Bei der Hinterbliebenenversorgung waren es rund 92 Prozent (Quelle: DIA-Dossier Pensionszusagen).


Welche Form braucht die Pensionszusage der GmbH?

Die Pensionszusage der GmbH muss schriftlich erteilt sein und eindeutige Angaben zu Art, Form, Voraussetzungen und Höhe der Leistungen enthalten. Sie muss einen Rechtsanspruch begründen und darf keinen Vorbehalt enthalten, die Leistung nach Belieben zu kürzen oder zu entziehen (Quelle: § 6a EStG). Fehlt das, darf die GmbH schon keine Pensionsrückstellung bilden. Jeder Leistungsbaustein braucht eine eigene, klare Regel.

Der Gesellschafterbeschluss kommt vor der Unterschrift

Über Zusage, Änderung und Verpfändung entscheidet die Gesellschafterversammlung, nicht der Geschäftsführer. Das folgt aus ihrer Zuständigkeit für die Bestellung der Geschäftsführer nach § 46 Nr. 5 GmbHG (Quelle: § 46 GmbHG). Nach der Rechtsprechung umfasst sie als Annexkompetenz auch den Anstellungsvertrag und seine Änderungen, also auch die Pensionszusage. Das gilt auch für den Alleingesellschafter: Er fasst den Beschluss allein, dokumentiert ihn aber genauso.

§ 181 BGB: nur in der Einpersonen-GmbH ein Thema

Das Verbot, Verträge mit sich selbst abzuschließen, betrifft die Pensionszusage nur, wenn der Geschäftsführer auf beiden Seiten selbst handelt. Typisch ist das in der Einpersonen-GmbH: Dort gilt § 181 BGB ausdrücklich, und das Geschäft ist unverzüglich in eine Niederschrift aufzunehmen (Quelle: § 35 GmbHG). In der Mehrpersonen-GmbH schließt die Gesellschafterversammlung die Zusage ab, § 181 BGB ist dann nicht berührt.

Die Befreiung vom Selbstkontrahierungsverbot braucht beim Alleingesellschafter eine ausdrückliche Gestattung im Gesellschaftsvertrag und die Eintragung im Handelsregister (Quelle: H 8.5 KStH). Eine spätere Befreiung in der Satzung genehmigt frühere Geschäfte nur, wenn diese von vornherein klar vereinbart waren.

Im Voraus, klar und eindeutig

Für den beherrschenden GGF gilt zusätzlich der formelle Fremdvergleich: Vereinbarungen müssen im Voraus klar und eindeutig getroffen, zivilrechtlich wirksam und tatsächlich durchgeführt sein (Quelle: BFH). Rückwirkende Vereinbarungen erkennt das Steuerrecht bei ihm nicht an. Eine Zusage gilt deshalb erst ab dem Tag, an dem sie unterschrieben ist.

Für den Alleingesellschafter-Geschäftsführer ergibt sich daraus diese Reihenfolge:

  1. Befreiung von § 181 BGB im Gesellschaftsvertrag und Eintragung im Handelsregister
  2. Gesellschafterbeschluss mit dem Wortlaut der Zusage als Anlage
  3. Schriftliche, datierte Zusage mit allen Leistungs­bausteinen
  4. Rückdeckungs­versicherung als Finanzierung
  5. Verpfändung an den GGF mit eigenem Beschluss und Anzeige an den Versicherer

Wer diese Reihenfolge einhält, hat für die Betriebsprüfung jedes Dokument mit dem richtigen Datum in der Akte. Fehlt ein Schritt, wirkt er beim beherrschenden GGF erst ab dem Tag, an dem er nachgeholt wird.

Insolvenzschutz: Zusage, Rückdeckung, Verpfändung

Der beherrschende GGF hat keinen gesetzlichen Insolvenzschutz durch den PSV, weil er betriebsrentenrechtlich als Unternehmer gilt (Quelle: PSVaG). Einen privaten Insolvenzschutz schafft eine Kette: Zusage, Rückdeckung, Verpfändung. Insolvenzgeschützt ist die Versorgung, wenn Gesellschafterbeschluss, Zusage und Verpfändung nach § 1280 BGB zusammenpassen.

Die Verpfändung der Rückdeckungs­versicherung wird erst mit der Anzeige an den Versicherer wirksam (Quelle: § 1280 BGB). Eine Verpfändung ohne Anzeige ist unwirksam, auch wenn der Vertrag unterschrieben ist.

Für die Verpfändung braucht es zudem einen eigenen Gesellschafterbeschluss, ein Beschluss nur zur Zusage reicht nicht. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat eine Verpfändung genau daran scheitern lassen: Ohne eigenständige Zustimmung der Gesellschafterversammlung war sie unwirksam (Quelle: OLG Düsseldorf).

Bei einer Zusage, die allein aus Entgeltumwandlung finanziert wird, ist die Insolvenzsicherung sogar Voraussetzung der Anerkennung. Ohne sie ist die Zusage regelmäßig steuerlich nicht anzuerkennen (Quelle: BFH). Bei arbeitgeberfinanzierten Zusagen hat der BFH das nicht verlangt. Als Schutz des GGF bleibt die Kette dort dringend zu empfehlen.

Alle Bausteine in einer Prüfung

Zusage, Beschluss, Satzung, Rückdeckung und Verpfändung liegen oft bei verschiedenen Beratern: Steuerberater, Anwalt, Versicherer. Fehler entstehen an den Übergängen. Als Versicherungsexperte für bAV, bKV und Geschäftsführerversorgung prüft von Buddenbrock diese Bausteine zusammen. Die steuerrechtliche Einordnung übernehmen dabei Steuerberater aus unserem Experten-Netzwerk.


Gilt die Erdienbarkeit auch bei Entgeltumwandlung? Die BFH-Linie 2025 und 2026

Nein, eine Pensionszusage, die ausschließlich aus Entgeltumwandlung finanziert wird, scheitert regelmäßig nicht an der Erdienbarkeit. Wandelt der GGF bestehende Gehaltsansprüche in eine Anwartschaft um, finanziert er die Versorgung selbst, und eine Erdienbarkeitsprüfung ist dann nicht nötig. Das hat der BFH bereits 2018 entschieden (Quelle: BFH).

Mit Urteil vom 19.11.2025 hat der BFH die Erleichterung auf Probezeit und Neugründung übertragen (Quelle: BFH). Eine rein durch Entgeltumwandlung finanzierte Zusage kann damit auch ohne Probezeit, kurz nach Gründung der GmbH und nach dem 60. Geburtstag fremdüblich sein. Ein Freibrief ist das nicht, denn der BFH knüpft die Erleichterung an Bedingungen.

Die Bedingungen des BFH

Die Bedingungen aus dem Urteil I R 50/22:

  • Das umgewandelte Gehalt ist angemessen, und es gab im Vorfeld keinen Gehaltssprung.
  • Die Zusage verspricht keinen Garantiezins über dem risikoarmen Marktzins. Maßstab ist nicht der steuerliche Rechnungszins von sechs Prozent.
  • Der Anspruch ist insolvenzgesichert, sonst ist die Zusage regelmäßig nicht anzuerkennen.
  • Zusage, Umwandlung und Gehalt sind von Anfang an ernstlich gemeint und werden so durchgeführt.

Wie hoch der risikoarme Marktzins ist, hat der BFH bewusst nicht beziffert. Als Beispiel nennt er die Anlage in Geldmarktfonds, abzustellen ist auf den Zusagezeitpunkt. Im entschiedenen Fall hatte ein Alleingesellschafter mit über 60 Jahren eine Zusage mit drei Prozent Garantiezins erhalten. Der BFH verwies die Sache zurück an das Finanzgericht, ein Erfolg für den Steuerpflichtigen war das nicht.

Mischfinanzierung: wenn die GmbH mitzahlt

Verspricht die Zusage einen Zins über dem risikoarmen Marktzins, ist sie insoweit arbeitgeberfinanziert. Eine verdeckte Gewinnausschüttung folgt daraus nach dem BFH-Urteil vom 17.12.2025 nicht automatisch: Mischfinanzierte Zusagen sind anzuerkennen, wenn die Gesamtausstattung des GGF angemessen ist (Quelle: BFH). Dann gelten aber Erdienbarkeit und Probezeit wieder in vollem Umfang.

Scheitert eine mischfinanzierte Zusage an Erdienbarkeit oder Probezeit, etwa weil der GGF schon über 60 ist, wird der gesamte Aufwand als verdeckte Gewinnausschüttung behandelt. Eine Aufteilung in Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil gibt es in diesen Fällen nicht, so steht es im Urteil I R 50/22. Ein zu hoher Garantiezins kann eine Entgeltumwandlung nach 60 also vollständig kippen.

Tantieme umwandeln: vor der Fälligkeit

Auch eine Tantieme lässt sich in eine Pensionszusage umwandeln. Der Verzicht muss aber vereinbart sein, bevor der Anspruch entsteht: Verzichtet der GGF vorher, fließt ihm nichts zu (Quelle: BFH). Beim beherrschenden GGF gilt eine Tantieme mit ihrer Fälligkeit als zugeflossen, eine Umwandlung danach kommt zu spät.

Wer Gehalt oder Tantieme nur in kleinem Umfang umwandeln will, kommt oft ohne Pensionszusage aus: Die Direkt­versicherung für Geschäftsführer ist der Einstieg mit Deckel, den wir im ersten Kapitel beschrieben haben.

Experten-Tipp:
Das BFH-Urteil zur Entgeltumwandlung ist kein Freibrief nach 60

„Seit November 2025 höre ich oft: Mit Entgeltumwandlung geht die Pensionszusage auch nach 60. Das stimmt nur unter Bedingungen. Liegt der Garantiezins über dem risikoarmen Marktzins, zahlt die GmbH mit, und die 60 gilt wieder voll. Scheitert die Zusage daran, ist der gesamte Aufwand verdeckte Gewinnausschüttung. Mein Rat: Vereinbaren Sie einen marktnahen Zins, wandeln Sie nur angemessenes Gehalt um und verpfänden Sie die Rückdeckung mit Anzeige.“

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Beschluss, Urkunde, Verpfändung: Ist Ihre Pensionszusage vollständig?

Zusage, Gesellschafterbeschluss, Satzung, Rückdeckung und Verpfändungsanzeige liegen oft bei verschiedenen Beratern, und Fehler entstehen an den Übergängen. Wir prüfen die Bausteine zusammen, mit Finanz-, Rechts- und Steuerkompetenz in einer Beratung und in Abstimmung mit Ihrem Steuerberater.

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Was droht bei einer verdeckten Gewinnausschüttung, und lässt sich eine Zusage reparieren?

Bei einer verdeckten Gewinnausschüttung verliert die GmbH den Steuereffekt der Zusage. Die Zuführungen zur Pensionsrückstellung werden außerhalb der Bilanz dem Einkommen wieder hinzugerechnet. Darauf fallen Körperschaft- und Gewerbesteuer an, Stand 2026 also rund 30 Prozent (Quelle: § 8 KStG). Das betrifft alle Jahre, deren Bescheide noch änderbar sind.

Die Größenordnung zeigt das Urteil des FG Münster vom 01.07.2026. Dort ging es um eine verdeckte Gewinnausschüttung in Höhe der Rückstellung von 281.676 Euro, gebildet in einem einzigen Jahr (Quelle: FG Münster). Bei mehreren offenen Jahren summieren sich die Zuführungen.

Die Folgen beim GGF

Beim GGF wirkt sich die verdeckte Gewinnausschüttung erst bei der Auszahlung aus. Die Rückstellung bleibt in der Steuerbilanz der GmbH stehen. Der Teil der späteren Versorgungsleistung, der auf die beanstandeten Zuführungen entfällt, wird beim GGF als Kapitalertrag besteuert, der Rest wie Arbeitslohn (Quelle: BMF-Schreiben vom 28.05.2002). In der Anwartschaftsphase fließt ihm nichts zu, eine rückwirkende Besteuerung der vergangenen Jahre gibt es bei ihm nicht.

Damit die Bescheide von GmbH und GGF zusammenpassen, gibt es § 32a KStG. Wird der Bescheid der GmbH wegen einer verdeckten Gewinnausschüttung geändert, darf auch der Bescheid des Gesellschafters geändert werden (Quelle: § 32a KStG). Für die GmbH selbst richtet sich die Änderung nach den allgemeinen Regeln der Abgabenordnung.

So lässt sich eine Zusage reparieren

Ein Fehler in der Zusage ist kein Schicksal. Welcher Weg passt, hängt von der Art des Fehlers ab:

  • Probezeit verletzt: Zusage aufheben und nach Ablauf der Probezeit neu erteilen, sofern Alter und Erdienbarkeit die Neuzusage noch tragen.
  • Erhöhung nicht mehr erdienbar: Den Mehrbetrag nicht arbeitgeberfinanziert gestalten, etwa über eine reine Entgeltumwandlung mit marktnahem Zins und Insolvenzsicherung.
  • Überversorgung nach Gehaltssenkung: Die Zusage für die Zukunft anpassen, der bereits erdiente Teil bleibt erhalten.
  • Formfehler: Beschluss, Satzungsbefreiung oder Verpfändungsanzeige nachholen, sie wirken beim beherrschenden GGF ab diesem Zeitpunkt.

Zusage vor dem Verkauf auslagern oder anpassen

Vor einem Verkauf der GmbH muss die Pensionszusage geregelt sein, denn ein Käufer übernimmt mit ihr das Langlebigkeitsrisiko des Verkäufers. Steuerlich belegt sind vier Wege: Verzicht auf den künftigen Teil, Übertragung auf eine Rentnergesellschaft, Auslagerung auf einen Pensionsfonds und Abfindung aus betrieblichem Grund. Welcher passt, hängt vom bereits erdienten Teil, vom Kaufpreis und vom Zeitpunkt ab.

Wer auf Teile der Zusage verzichtet, etwa vor einem Verkauf, bei dem Firmenvermögen in Privatvermögen überführt werden soll, muss genau rechnen. Verzichtet der GGF auf bereits erdiente Anwartschaften, liegt eine verdeckte Einlage vor, mit Lohnzufluss bei ihm. Ein Verzicht nur auf den künftigen Teil ist unschädlich, solange der Barwert der verbleibenden Leistungen den erdienten Barwert nicht unterschreitet (Quelle: BMF-Schreiben vom 14.08.2012).

Übernimmt eine andere Gesellschaft die Zusage gegen Zahlung, etwa eine eigens dafür gegründete Rentnergesellschaft, ist das ein bloßer Schuldnerwechsel. Arbeitslohn fließt dem GGF dabei nur zu, wenn er ein rechtliches Wahlrecht hatte, sich den Ablösebetrag selbst auszahlen zu lassen (Quelle: BFH). Die faktische Macht als Alleingesellschafter reicht dafür nicht.

Anders ist es beim Pensionsfonds. Überträgt die GmbH die Zusage auf einen Pensionsfonds, fließt dem GGF Arbeitslohn zu. Ohne Antrag der GmbH nach § 4e Abs. 3 EStG ist die Ablöseleistung voll steuerpflichtig (Quelle: BFH). Der GGF sollte seine Zustimmung zur Auslagerung deshalb an diesen Antrag knüpfen.

Eine Abfindung vor dem Versorgungsfall ist beim beherrschenden GGF keine verdeckte Gewinnausschüttung, wenn betriebliche Gründe sie tragen, etwa eine Sanierung (Quelle: BFH). Eine spontane Abfindung, etwa bei der Übertragung der Anteile in der Familie, wertet der BFH dagegen regelmäßig als verdeckte Gewinnausschüttung. Die sicherste Grundlage ist eine Abfindungsklausel zum Barwert, die schon in der Zusage steht.

Für Käufer und Banken zählt außerdem die Handelsbilanz. Dort wird die Pensionsrückstellung nach § 253 Abs. 2 HGB mit dem Abzinsungssatz der Deutschen Bundesbank bewertet, im September 2026 lag er bei 2,25 Prozent (Quelle: Deutsche Bundesbank). Steuerlich rechnet die GmbH nach § 6a Abs. 3 EStG fest mit sechs Prozent. Je niedriger der Zins, desto höher die Rückstellung: Die Handelsbilanz zeigt die Verpflichtung deutlich höher als die Steuerbilanz und belastet Eigenkapital und Bonität.

Wie viel bei einer Betriebsprüfung im Feuer stünde, hängt von der Höhe der Zuführungen, der Zahl der offenen Jahre und der Art des Fehlers ab. Diese Größen lassen sich aus Bilanz, Pensionsgutachten und Zusage ermitteln, bevor der Prüfer sie ermittelt. Je früher ein Fehler auffällt, desto mehr Reparaturwege stehen offen.

Was bei Ihrer Pensionszusage im Feuer stünde

Höhe der Zuführungen, Zahl der offenen Jahre, Art des Fehlers: Diese Größen lassen sich aus Bilanz, Pensionsgutachten und Zusage ermitteln. Wir ermitteln sie mit Ihren realen Zahlen und zeigen, welcher Reparaturweg für Ihre Zusage offensteht.

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Unsere Empfehlungen

Eine Pensionszusage ist für den Gesellschafter-Geschäftsführer dann stark, wenn sie früh, sauber und überprüfbar aufgesetzt ist. Konkret empfehlen wir:

  • Die Zusage nach Ablauf der Probezeit und deutlich vor 57 erteilen, damit auch spätere Erhöhungen noch zehnjahresfest sind.
  • Erhöhungen, Gehaltsänderungen und Übergaben vorher gegen Erdienbarkeit und die Grenze von rund 75 Prozent rechnen.
  • Entgeltumwandlung nur mit marktnahem Zins, sauberer Gehaltshistorie und Verpfändung mit Anzeige gestalten.
  • Beschluss, Satzungsbefreiung, Zusage und Verpfändungsanzeige gemeinsam ablegen, damit sie in der Betriebsprüfung vollständig vorliegen.
  • Eine bestehende Zusage regelmäßig prüfen lassen, spätestens vor einer Erhöhung, einem Verkauf oder der Übergabe.

Wer schon eine Zusage hat, gewinnt mit dem Blick auf den Bestand meist mehr als mit jeder Neugestaltung. Der Grund ist einfach: Eine Zusage wird einmal eingerichtet, aber über Jahrzehnte von der Rechtsprechung verändert, wie die Urteile von 2025 und 2026 zeigen. Genau dafür gibt es unseren Bestandscheck.

Fünf Fragen. Ein Nein reicht.

Wir haben unsere 15 erfahrensten Berater gefragt, wie oft ein Gesellschafter-Geschäftsführer schon gut versorgt zu ihnen kam. Die Antwort: ein einziges Mal. Nicht weil jemand etwas falsch gemacht hat, sondern weil nach der Einrichtung niemand mehr draufgeschaut hat. (Interne Umfrage 2026)

  • 01 Rendite. Liegt Ihre kalkulierte Rendite über 4 Prozent pro Jahr?
  • 02 Auszahlung. Steht in Ihrer Zusage eine Ratenoption statt nur Einmalkapital?
  • 03 Kranken­versicherung. Wissen Sie, was Ihr KV-Status im Bezug kostet?
  • 04 Insolvenz. Ist die Rückdeckung wirksam an Sie verpfändet und angezeigt?
  • 05 Formalia. Hält Zusage plus Rückdeckung einer Betriebsprüfung stand?

Praxisbeispiel: Die Tochter übernimmt, die Zusage kommt zu früh

Typische Konstellation in einer mittelständischen Familien-GmbH: Die Tochter des Mehrheitsgesellschafters arbeitet seit Jahren im Betrieb und wird zur Geschäftsführerin bestellt. Kurz darauf soll sie eine Pensionszusage erhalten, wie ihr Vater sie hat. Das Problem: Ihre Jahre als Angestellte ersetzen die Probezeit als Geschäftsführerin nicht. Die Lösung: Bestellung dokumentieren, die Probezeit abwarten und die Zusage danach mit sauberem Beschluss erteilen.

Gleichzeitig gehört die Zusage des Vaters auf den Prüfstand. Reduziert er im Zuge der Übergabe Gehalt und Arbeitszeit, sinkt die Bezugsgröße der Grenze von rund 75 Prozent, und seiner Zusage droht eine Überversorgung. Wer beide Zusagen zusammen plant, verhindert, dass die Übergabe eine davon kippt.

Praxisbeispiel: Erhöhung kurz vor 60

Typische Konstellation: Ein beherrschender GGF Ende 50 hat eine Pensionszusage aus seinen Vierzigern und möchte sie erhöhen, weil der Gewinn gestiegen ist. Eine arbeitgeberfinanzierte Erhöhung wäre bei Leistungsbeginn 67 nicht mehr zehnjahresfest. Die bestehende Zusage bleibt davon unberührt. Für den Mehrbetrag bleibt eine reine Entgeltumwandlung mit Verpfändung und ohne Garantiezins über dem risikoarmen Marktzins.

Warum eine Pensionszusage ohne Versorgungsanalyse riskant ist

Jede GmbH hat eine andere Ausgangslage: Beteiligungsverhältnisse, Alter des GGF, Gewinnentwicklung, bestehende Zusagen und Rückdeckungen. Eine Versorgungsanalyse klärt, welcher Durchführungsweg passt, ob eine Pensionszusage die sechs Voraussetzungen erfüllt und wo eine bestehende Zusage nachgebessert werden muss. Standardlösungen lassen diese Faktoren außen vor. Diesen individuellen Abgleich bieten weder AI-Auskunftstools noch Vergleichsportale.

Was bei Einrichtung und Pflege einer Pensionszusage passiert

Eine Pensionszusage einzurichten heißt mehr, als eine Urkunde zu unterschreiben. Es braucht Satzung und Beschlüsse in der richtigen Reihenfolge, eine eindeutige Zusage, eine passende Rückdeckung, die Verpfändung mit Anzeige und zu jedem Bilanzstichtag ein Pensionsgutachten. Wir begleiten den Prozess von der Analyse bis zur laufenden Betreuung und stimmen uns dabei mit Ihrem Steuerberater ab. So bleibt die Zusage auch dann tragfähig, wenn sich Rechtsprechung oder Ihre Lage ändern.

Experten-Tipp:
Eine unterschriebene Pensionszusage ist nicht erledigt

„Unterschrieben heißt nicht erledigt. Jede Änderung öffnet Ihre Pensionszusage neu: Eine Erhöhung zählt wie eine neue Zusage, eine Gehaltssenkung verschiebt die Grenze von rund 75 Prozent, ein Verkauf oder eine Übergabe stellt Abfindung und Verzicht auf die Probe. Mein Rat: Machen Sie diese vier Anlässe zu festen Prüfterminen, und zwar vor der Entscheidung. Dann stehen Ihnen mehr Reparaturwege offen, als wenn erst der Betriebsprüfer nachrechnet.“

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Stephan Seidenfad · Geschäftsführung und bAV-Experte

„Ich bin das Gesicht. Den Alleingang gibt es hier nicht. Was Sie auf YouTube von mir hören, mache ich seit 2008 selbst so. Und mein Team setzt es seit über 20 Jahren so um, dass es einer Betriebsprüfung standhält.“

Seit 2002 berät Stephan Seidenfad Gesellschafter-Geschäftsführer und Unternehmen zu Versorgung und bAV, 2004 hat er von Buddenbrock mitgegründet. Seine eigene Unterstützungs­kasse läuft seit 2008. Wer bei uns anruft, spricht mit jemandem, der das Konzept bei ihm gelernt hat.

Mitgründer 2004 · Berater seit 2002 · Eigene U-Kasse seit 2008 · Schloss Schellenberg, Essen · YouTube: Klartext für Entscheider

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Häufige Fragen zur Pensionszusage für Gesellschafter-Geschäftsführer

Was ist eine Pensionszusage für den Geschäftsführer?

Eine Pensionszusage ist das schriftliche Versprechen der GmbH, dem Geschäftsführer im Alter, bei Invalidität oder den Hinterbliebenen im Todesfall eine Versorgung aus eigenen Mitteln zu zahlen. Fachlich ist sie eine Direktzusage. Die GmbH bildet dafür in der Steuerbilanz eine Pensionsrückstellung, die den Gewinn mindert. Das ist aber nur erlaubt, wenn die Voraussetzungen von § 6a EStG erfüllt sind, etwa Rechtsanspruch, Schriftform und keine schädlichen Vorbehalte.

Bis zu welchem Alter kann eine Pensionszusage erteilt werden?

Eine arbeitgeberfinanzierte Pensionszusage an einen Gesellschafter-Geschäftsführer muss in aller Regel vor dem 60. Geburtstag erteilt sein. Die Grenze gilt für beherrschende und nicht beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer gleichermaßen, so der Bundesfinanzhof. Beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer sollen zusätzlich als Faustregel rund zehn Jahre bis zum Leistungsbeginn liegen.

Das Finanzgericht Münster hat die Grenze am 01.07.2026 auch bei einer Auszahlung erst mit 70 bestätigt, die Revision ist zugelassen. Bis zur Entscheidung des Bundesfinanzhofs bleibt eine arbeitgeberfinanzierte Neuzusage nach 60 steuerlich hoch riskant. Für rein durch Entgeltumwandlung finanzierte Zusagen gelten unter Bedingungen Erleichterungen.

Welche Klauseln in der Pensionszusage gefährden die steuerliche Anerkennung?

Schädlich sind vor allem Formulierungen, die den Rechtsanspruch aushöhlen. Dazu zählen ein freier Widerrufsvorbehalt wie „freiwillig und ohne Rechtsanspruch“ oder „jederzeitiger Widerruf vorbehalten“, auch mit dem Zusatz „billiges Ermessen“. Eng gefasste Vorbehalte bei einer nachhaltigen, wesentlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der GmbH gelten nach den Einkommensteuer-Richtlinien (R 6a Abs. 4 EStR) dagegen als unschädlich.

Ebenfalls problematisch ist eine Leistung, die von künftigen gewinnabhängigen Bezügen abhängt, etwa ein Prozentsatz der jeweiligen Tantieme (§ 6a Abs. 1 Nr. 2 EStG). Und eine Abfindungsklausel ohne Zinssatz und Sterbetafel kann nach dem Bundesfinanzhof die gesamte Rückstellung kosten.

Wann ist ein Gesellschafter-Geschäftsführer renten­versicherungspflichtig, und was bedeutet das für die Zusage?

Der beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer ist in der Regel nicht renten­versicherungspflichtig, weil er im Sinne von § 7 SGB IV nicht weisungsgebunden beschäftigt ist. Pauschal gilt das aber nicht: Ein Minderheitsgesellschafter ohne umfassende Sperrminorität ist nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts regelmäßig abhängig beschäftigt und damit ­versicherungspflichtig.

Das wirkt sich auf die Zusage aus. Bei der Grenze von maximal rund 75 Prozent der letzten Aktivbezüge zählt die gesetzliche Rentenanwartschaft mit. Wer in die Renten­versicherung einzahlt, hat daher weniger Spielraum für die betriebliche Zusage.

Wie wird die Pensionszusage später besteuert?

Bei einer anerkannten Zusage fließt dem Gesellschafter-Geschäftsführer in der Anwartschaftsphase nichts zu. Die spätere Auszahlung ist Arbeitslohn nach § 19 EStG und wird mit dem persönlichen Steuersatz nachgelagert versteuert. Für die GmbH sind die Zahlungen im Leistungsfall Betriebsausgabe, die Pensionsrückstellung wird dabei ertragswirksam aufgelöst.

Ist die Zusage dagegen nicht anerkannt, wird der Teil der Auszahlung, der auf beanstandete Zuführungen entfällt, nach § 20 EStG als Kapitalertrag besteuert. Die Einordnung im Einzelfall gehört in die Hände Ihres Steuerberaters.

Wie kann ich nach Beginn der Auszahlung weiterarbeiten und Gehalt beziehen?

Das geht, solange Versorgung und neues Gehalt zusammen die letzten Aktivbezüge nicht übersteigen. Bei voller Weiterbeschäftigung als Geschäftsführer liegt laut BMF-Schreiben vom 30.08.2024 regelmäßig keine verdeckte Gewinnausschüttung vor, soweit das Gehalt die Differenz zwischen der Versorgung und den letzten Aktivbezügen nicht überschreitet. Darüber hinaus droht eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Wer weiterarbeiten will, regelt das schon in der Zusage. Anerkennungssicher sind drei Varianten: das Ausscheiden als Voraussetzung für den Leistungsbeginn, eine Anrechnungsklausel oder ein Aufschub der Leistung. Fehlt eine Regelung, unterstellt die Finanz­verwaltung ein zeitgleiches Ende des Dienstverhältnisses.

Wann kann ich mich beim Verkauf der GmbH oder bei der Nachfolge abfinden lassen?

Beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer ist eine spontane Abfindung der Pensionszusage regelmäßig eine verdeckte Gewinnausschüttung. Das hat der Bundesfinanzhof für den Fall entschieden, dass der Gesellschafter-Geschäftsführer seine Anteile auf den Sohn übertrug und weiterarbeitete. Anders kann es sein, wenn betriebliche Gründe die Abfindung tragen, etwa eine Sanierung, wie der Bundesfinanzhof 2025 entschieden hat.

Die sicherste Grundlage ist eine Abfindungsklausel zum Barwert in der Zusage. Möglich ist auch, nur auf den noch nicht erdienten Teil zu verzichten, bevor beim Verkauf Firmenvermögen in Privatvermögen überführt wird. Wer auf bereits erdiente Anteile verzichtet, löst eine verdeckte Einlage und Lohnzufluss aus.

Welche Unterlagen muss die GmbH für die Betriebsprüfung vorhalten?

Zur Akte gehört die Satzung, bei einem Alleingesellschafter mit Befreiung von § 181 BGB und Handelsregistereintrag. Ebenso gehören der Gesellschafterbeschluss mit dem Wortlaut der Zusage und die schriftliche, datierte Zusage mit allen Leistungs­bausteinen dazu. Hinzu kommen der Rückdeckungsvertrag, die Verpfändung mit eigenem Gesellschafterbeschluss und die Verpfändungsanzeige an den Versicherer.

Dazu kommt zu jedem Bilanzstichtag das Pensionsgutachten. Beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer wirkt ein fehlendes Dokument erst ab dem Tag, an dem es nachgeholt wird, weil das Steuerrecht rückwirkende Vereinbarungen nicht anerkennt.

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Sprechen wir über Ihr Vermögen.

Ein Gespräch, unverbindlich und auf Augenhöhe. Sie erfahren, wo Sie stehen und was sich für Sie und Ihr Unternehmen wirklich lohnt.

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Anständig. Klar. Vorausschauend.

Entgeltumwandlung Bei der Entgeltumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttoeinkommens in eine betriebliche Altersversorgung. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen, wodurch Arbeitnehmer Steuern- und Sozialabgaben sparen. Beitragsbemessungsgrenze Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung. Regelaltersgrenze Das gesetzlich festgelegte Renteneintrittsalter, ab dem eine Person ohne Abschläge die reguläre Altersrente beziehen kann. Aktuell liegt dies bei 67 Jahren.
Das Team von von Buddenbrock auf einer Dachterrasse

Ihr nächster Schritt

Sprechen wir über Ihre Vorsorge.

Ein Erstgespräch, unverbindlich und auf Augenhöhe. Sie erfahren, wo Sie stehen und was sich für Sie und Ihr Unternehmen wirklich lohnt.