Stephan Seidenfad Geschäftsführung und bAV-Experte
Firmenvermögen in ETFs investieren: drei bAV-Wege für Gesellschafter-Geschäftsführer
Firmenvermögen wird Privatvermögen. Mehr Netto aus dem Brutto. Steuerlich anerkannt, insolvenzgeschützt, mit einer Auszahlung nach Ihrem Plan. Drei Wege, Firmenvermögen vor der Steuer in ETFs zu investieren.
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Das erwartet Sie hier
Wie Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer Firmenvermögen in ETFs investieren, welcher Weg passt und was bei der Auszahlung bleibt.
Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) investieren Firmenvermögen in ETFs, indem die GmbH als Betriebsausgabe in eine fondsgebundene Direktversicherung, eine rückgedeckte Unterstützungskasse oder eine wertpapiergebundene Pensionszusage einzahlt. Versteuert wird erst bei der Auszahlung.
Bei der Ausschüttung werden aus 100.000 € Gewinn nach rund 30 % Steuer in der GmbH 70.000 € und nach gut 26 % Abgeltungsteuer privat rund 51.000 €, über die Versorgung arbeiten die vollen 100.000 €.
Die Direktversicherung ist der Einstieg mit Deckel: rund 8.000 € im Jahr (2026 genau 8.112 €) sind nach § 3 Nr. 63 EStG gefördert, Unterstützungskasse und Pensionszusage haben keine feste Obergrenze, nur die Grenze der Angemessenheit.
Die Fünftelregelung entfällt nach dem Urteil X R 25/23 des Bundesfinanzhofs (BFH) für Kapital aus der Direktversicherung mit freiem Kapitalwahlrecht, bei Unterstützungskasse und Pensionszusage bleibt sie nach Verwaltungsauffassung möglich.
Beherrschende GGF haben keinen PSV-Schutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein: Ihre Versorgung ist insolvenzgeschützt, wenn Gesellschafterbeschluss, Zusage und Verpfändung nach § 1280 BGB zusammenpassen.
Stephan Seidenfad Geschäftsführung und bAV-Experte
Mehr Netto aus dem Brutto beginnt bei der Struktur
Ihr größter Hebel ist nicht der Markt, es ist die Struktur. Wer Gewinn ausschüttet und privat anlegt, investiert nur rund die Hälfte. Über die Versorgung arbeitet jeder Euro. Teuer werden Formfehler: Eine aus dem eigenen Gehalt finanzierte Direktzusage ohne Insolvenzsicherung erkennt der Bundesfinanzhof beim GGF regelmäßig nicht an. Die Lösung ist eine Sicherung, die von Anfang an Teil der Zusage ist. Sie möchten das nicht allein prüfen? Wir begleiten Sie von der Analyse bis zur Umsetzung.
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Das ist neu in 2026
Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 17.09.2026: In der Steuerbilanz folgt die Rückstellung einer wertpapiergebundenen Pensionszusage dem Depotwert am Bilanzstichtag, Bestandsfälle können den bisher nicht erfassten Teil auf einmal nachholen, wenn sie die neue Methode erstmals in einem Wirtschaftsjahr anwenden, das vor dem 01.01.2028 endet. → Mehr dazu im Abschnitt „Wertpapiergebundene Pensionszusage und Bilanz“
BFH-Urteil I R 50/22, veröffentlicht am 19.02.2026: Eine rein aus Entgeltumwandlung finanzierte Pensionszusage kann auch ohne Probezeit anerkannt werden, eine solche Zusage ohne Insolvenzsicherung regelmäßig nicht. → Mehr dazu im Abschnitt „Steuerliche Anerkennung: Erdienbarkeit und Entgeltumwandlung“
BFH-Urteil X R 25/23, veröffentlicht am 05.02.2026: Für Kapital aus der Direktversicherung mit freiem Kapitalwahlrecht gibt es keine Fünftelregelung mehr. → Mehr dazu im Abschnitt „Fünftelregelung nach BFH X R 25/23“
Aus 100.000 Euro Gewinn werden privat rund 51.000. Oder 100.000.
Gesellschafter-Geschäftsführer investieren Firmenvermögen in ETFs, indem ihre GmbH vor der Steuer in eine Versorgung einzahlt. Drei Wege stehen offen: die fondsgebundene Direktversicherung, die rückgedeckte Unterstützungskasse und die wertpapiergebundene Pensionszusage. Die Beiträge sind Betriebsausgabe, versteuert wird erst bei der Auszahlung. Wer stattdessen Gewinn ausschüttet und privat einen ETF-Sparplan bespart, legt nur rund die Hälfte an. Welcher Weg passt, entscheiden Gewinn, Bilanz und Krankenversicherung, nicht die Fondsauswahl.
Die Rechnung in drei Stufen
Die Rechnung hat drei Stufen: 100.000 → 70.000 → rund 51.000 Euro. Auf den Gewinn zahlt die GmbH rund 30 Prozent Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer, aus 100.000 Euro werden 70.000 Euro (Quelle: § 23 KStG). Das ist der Stand 2026 bei einem typischen Hebesatz der Gewerbesteuer. Die erste Stufe trifft jeden Euro Gewinn, egal was danach mit ihm passiert.
Wird der Rest ausgeschüttet, fallen gut 26 Prozent Abgeltungsteuer an, privat bleiben rund 51.000 Euro (Quelle: § 32d EStG). Das trifft jeden, der seinen ETF-Sparplan als Gesellschafter-Geschäftsführer aus Ausschüttungen der GmbH bespart. Aus 100.000 Euro Gewinn werden privat rund 51.000. Oder 100.000.
Fließt derselbe Betrag als Betriebsausgabe in die Versorgung, kommt jeder Euro an, statt rund die Hälfte. Alle drei Wege sind seit Jahrzehnten im Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt (Quelle: §§ 4b, 4d und 6a EStG). Mehr Netto aus dem Brutto. Steuerlich anerkannt, insolvenzgeschützt, mit einer Auszahlung nach Ihrem Plan.
Steuerlich anerkannt und nachgelagert versteuert
Das ist kein Trick, sondern eine Struktur, die es seit Jahrzehnten gibt. Beiträge sind Betriebsausgabe nach § 4d EStG, die Besteuerung ist nachgelagert: Sie zahlen nicht weniger Steuern, sondern später und meist zu einem günstigeren Satz, während Ihr Kapital in der Zwischenzeit voll arbeitet. Ob das bei Ihnen passt, hängt von Alter der GmbH, Amtszeit und Angemessenheit ab.
Für die Reihenfolge gilt eine einfache Regel: Erst entnehmen. Dann optimieren. Dann absichern. Dann vermehren. Die Rendite der ETFs ist also die Folge einer sauberen Struktur, nicht ihr Ausgangspunkt. Das Konzept lohnt sich, sobald Ihre GmbH rund 500 Euro im Monat vor der Steuer in Ihre Versorgung geben kann. Wie sich die drei Wege in die gesamte Geschäftsführerversorgung einfügen, lesen Sie auf unserer Hauptseite.
Der Musterfall: ETF-Unterstützungskasse gegen privates ETF-Depot
Wie groß der Unterschied über die Laufzeit wird, zeigt unser Musterfall. von Buddenbrock rechnet als Versicherungsexperte für bAV, bKV und Geschäftsführerversorgung auf allen Seiten mit denselben festen Prämissen. Der Musterfall ist ein Beispiel und kein Ergebnis, das jeder erreicht. Die Prämissen lauten:
Beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer, 43 Jahre
Im Musterfall arbeiten über 24 Jahre 287.600 Euro Steuern in der Versorgung, die sonst sofort an das Finanzamt gegangen wären. Am Ende steht im Musterfall ein Endkapital, das um 665.000 Euro über dem privaten ETF-Depot aus versteuertem Gehalt liegt. Nach Steuern in der Auszahlung bleibt im Musterfall ein Vorsprung von 449.700 Euro netto. Allein das Umschichten im Privatdepot kostet im Musterfall 92.600 Euro Steuern. Für Ihre GmbH kann das Ergebnis je nach Situation anders ausfallen.
Welcher der drei Wege zu Gewinn, Alter der GmbH und Lebensphase passt, ordnen unsere Empfehlungen ein. → Mehr dazu im Abschnitt „Unsere Empfehlungen“
Was das für Ihre GmbH bedeutet, hängt von Gewinn, Alter, Amtszeit und Krankenversicherung ab. Wer schon eine Versorgungszusage hat, sollte wissen, ob sie diesen Hebel nutzt oder nur auf dem Papier existiert. Genau das klärt ein kurzer Blick auf Zusage und Rückdeckung.
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Welche bAV-Wege erlauben ETF-Investments für Gesellschafter-Geschäftsführer?
Drei der fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung erlauben ETF-Investments für Gesellschafter-Geschäftsführer: die fondsgebundene Direktversicherung, die rückgedeckte Unterstützungskasse mit fondsgebundener Rückdeckung und die wertpapiergebundene Pensionszusage. Pensionskasse und Pensionsfonds spielen kaum eine Rolle, weil sie sich den Förderrahmen von acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze mit der Direktversicherung teilen (Quelle: § 3 Nr. 63 EStG). Welcher Weg passt, hängt von Beitragshöhe, Bilanz und gewünschter Anlagefreiheit ab.
Merkmal
Fondsgebundene Direktversicherung
Unterstützungskasse mit Fondsrückdeckung
Wertpapiergebundene Pensionszusage
Betriebsausgabe
§ 4b EStG
§ 4d EStG
Rückstellung nach § 6a EStG
Förderrahmen 2026
8.112 € im Jahr
Keine feste Grenze, Angemessenheit
Keine feste Grenze, Angemessenheit
Wo das Geld liegt
Beim Versicherer
Beim Versicherer, die Kasse ist Versicherungsnehmerin
Im Depot der GmbH
Garantie
Beim beherrschenden GGF nicht zwingend
Mindestleistung vorgeschrieben
Frei vereinbar
Bilanz der GmbH
Keine Position
Keine Position
Rückstellung und Depot
Insolvenzsicherung beim beherrschenden GGF
Unwiderrufliches Bezugsrecht
Verpfändung der Rückdeckung
Verpfändung des Depots oder Treuhand
Besteuerung der Auszahlung
§ 22 Nr. 5 EStG
§ 19 EStG
§ 19 EStG
Direktversicherung: der Einstieg mit Deckel
Die Direktversicherung ist der Einstieg mit Deckel: rund 8.000 Euro im Jahr (2026 genau 8.112 Euro), die Notfall-Lösung, wenn der Gewinn noch nicht reicht. Die GmbH schließt für den GGF eine fondsgebundene Versicherung ab und zieht die Beiträge als Betriebsausgabe ab (Quelle: § 4b EStG). Beim GGF entsteht in der Ansparphase keine Lohnsteuer. Die Versicherung steht nicht in der Bilanz der GmbH und braucht kein Gutachten. Details zur Direktversicherung für Gesellschafter-Geschäftsführer finden Sie auf einer eigenen Seite.
Der Versicherungsmantel hat einen Vorteil, den ein privates Depot nicht hat: Ein Fondswechsel im Vertrag löst keine Abgeltungsteuer aus, versteuert wird erst die Auszahlung. Sozialversicherungsfrei sind Beiträge nur bis vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, 2026 also 4.056 Euro im Jahr (Quelle: § 1 SvEV). Für den beherrschenden GGF spielt das meist keine Rolle, weil er in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig ist. Für Minderheitsgesellschafter klärt das die Statusfeststellung bei der Deutschen Rentenversicherung.
Unterstützungskasse für Gesellschafter-Geschäftsführer
Die rückgedeckte Unterstützungskasse ist der Weg für GGF, die mehr als rund 8.000 Euro im Jahr in ihre Versorgung lenken wollen. Die GmbH zahlt Zuwendungen an eine rechtlich selbständige Kasse, die eine fondsgebundene Rückdeckungsversicherung abschließt (Quelle: § 4d EStG). Eine feste Höchstgrenze wie bei der Direktversicherung gibt es nicht, begrenzend wirkt die Angemessenheit der Gesamtversorgung. Werbeaussagen wie „unbegrenzt“ sind deshalb falsch. Die Kasse steht nicht in der Bilanz der GmbH, mehr zur Unterstützungskasse lesen Sie auf der Hauptseite.
Zwei Bedingungen machen die Unterstützungskasse anspruchsvoller als die Direktversicherung. Die Beiträge an den Rückdeckungsversicherer müssen nach § 4d EStG bis zum Versorgungsfall gleich bleiben oder steigen, sonst ist nur noch ein eingeschränkter Abzug möglich. Für einen GGF mit stark schwankendem Gewinn ist das eine echte Hürde. Außerdem muss die Rückdeckung mindestens bis zum 55. Lebensjahr laufen.
Wie viel Garantie braucht die ETF-Versorgung?
Die Garantiefrage beantwortet jeder Weg anders. In der Unterstützungskasse ist eine fondsgebundene Rückdeckung seit dem BMF-Schreiben vom 31.08.2022 anerkannt, aber nur mit garantierter Mindestleistung und kongruenter Rückdeckung. Kongruent heißt: Die Rückdeckung deckt die zugesagte Leistung genau ab. ETF in der Unterstützungskasse heißt deshalb in der Praxis ein Tarif mit Garantietopf, kein reines ETF-Depot. Wie hoch die Mindestleistung ausfällt, ist gestaltbar: Je niedriger die Garantie, desto größer der ETF-Anteil.
Bei der Direktversicherung des beherrschenden GGF ist auch ein Tarif ohne Beitragsgarantie möglich, weil das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) für ihn nicht gilt (Quelle: § 17 BetrAVG). Für nicht beherrschende GGF und Fremd-Geschäftsführer gilt das BetrAVG, dort sind garantiefreie Lösungen praktisch ausgeschlossen. Wer garantiefrei gestaltet, sollte die Beratung sauber dokumentieren.
Darf meine Versorgung ETF-basiert sein? Ich will Sicherheit.
Ja, und in den meisten Fällen sollte sie es. Sicherheit entsteht in der Geschäftsführerversorgung nicht durch eine Garantie im Produkt, sondern durch die Struktur: Gesellschafterbeschluss, Zusage, Rückdeckung, Verpfändung. Eine Garantie kostet dagegen Rendite, im Musterfall über 24 Jahre einen sechsstelligen Betrag. Stephan Seidenfad führt seine eigene Unterstützungskasse seit 2008 ETF-basiert. Wer dennoch eine Garantie möchte, bekommt sie; wir rechnen vorher vor, was sie kostet.
Experten-Tipp: Ein einzelner Vertrag trägt selten die ganze Entnahme
„Die Direktversicherung ist der Einstieg mit Deckel: rund 8.000 Euro im Jahr. Bei den Gewinnen einer gesunden GmbH bleibt damit der größere Teil außerhalb der Struktur. Ein einzelner Vertrag ist deshalb selten die ganze Lösung. Mein Rat: Nutzen Sie die Direktversicherung als festen Sockel und legen Sie die Unterstützungskasse ohne Deckel darüber. Ob zusätzlich eine wertpapiergebundene Pensionszusage passt, entscheiden Volumen und Bilanz Ihrer GmbH.“
Wie funktioniert die wertpapiergebundene Pensionszusage, und was zeigt die Bilanz?
Bei der wertpapiergebundenen Pensionszusage sagt die GmbH dem GGF eine Versorgung in Höhe eines definierten Wertpapierdepots zu, meist eines ETF-Portfolios. Das Depot bleibt Vermögen der GmbH, die Zusage macht es zur Versorgung. Für die Zusage bildet die GmbH eine Pensionsrückstellung, die den Gewinn mindert (Quelle: § 6a EStG). Sie ist der Weg mit der größten Anlagefreiheit und dem höchsten Aufwand. Mehr zur klassischen Pensionszusage lesen Sie auf unserer Seite zur Direktzusage.
Relevant ist dieser Weg vor allem für GGF, deren GmbH größere Beträge frei anlegen will und genug Volumen für Gutachten und Depot mitbringt. Wer mit Direktversicherung oder Unterstützungskasse startet, hat keine Bilanzposition und kann die Bilanzdetails dieses Kapitels überspringen.
Handelsbilanz: Ausgleich nur mit Insolvenzsicherung
In der Handelsbilanz wird eine Verpflichtung, die sich ausschließlich nach dem Wert von Wertpapieren richtet, mit deren beizulegendem Zeitwert bewertet, also mit dem Marktwert. Das gilt, soweit dieser einen garantierten Mindestbetrag übersteigt (Quelle: § 253 HGB). Mit dem Depot verrechnet wird die Verpflichtung aber nur, wenn das Depot dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen ist. Das leistet eine Verpfändung oder eine Treuhand. Ohne Sicherung gibt es keine Verrechnung, und der Begriff „bilanzneutral“ trifft nicht zu.
Die Rechtsgrundlage für diese Verrechnung steht im Handelsgesetzbuch (HGB). Vermögen, das ausschließlich der Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen dient und dem Zugriff der Gläubiger entzogen ist, wird mit diesen Schulden verrechnet (Quelle: § 246 HGB). Übersteigt das Depot die Verpflichtung, wird der Überhang gesondert ausgewiesen. Für die Eigenkapitalquote und das Bankrating ist eine gesicherte Zusage deshalb deutlich günstiger als eine ungesicherte.
Steuerbilanz: Neue Regeln seit September 2026
In der Steuerbilanz gibt es keine Verrechnung, Depot und Rückstellung stehen getrennt. Seit dem BMF-Schreiben vom 17.09.2026 folgt die Rückstellung dem Depotwert am Bilanzstichtag, mindestens einer zugesagten Mindestleistung (Quelle: BMF-Schreiben vom 17.09.2026). Das Schreiben setzt eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) um und hebt die Verwaltungsauffassung von 2002 auf. Bisher konnten Finanzämter die Rückstellung bei Zusagen ohne Garantie ablehnen.
Für bestehende Zusagen gibt es eine Übergangsregel. Maßgeblich ist das erste Wirtschaftsjahr, in dem die neue Methode angewandt wird. Endet es vor dem 01.01.2028, darf der bisher nicht erfasste Teil der Rückstellung auf einmal gewinnmindernd nachgeholt werden. Für GGF mit einer bestehenden wertpapiergebundenen Zusage ist das ein konkreter Anlass, die Bilanzierung mit dem Steuerberater zu prüfen. Für die steuerrechtliche Einordnung Ihrer individuellen Situation arbeiten wir mit spezialisierten Steuerberatern aus unserem Experten-Netzwerk zusammen.
Was kostet die Pensionszusage laufend?
Für jede Pensionszusage braucht die GmbH jährlich ein versicherungsmathematisches Gutachten für Handels- und Steuerbilanz. Dazu kommen Depotführung, Verpfändung oder Treuhand. Bei der kongruent rückgedeckten Unterstützungskasse und der Direktversicherung entfällt das Gutachten, weil keine Rückstellung gebildet wird.
Die wertpapiergebundene Zusage braucht ein jährliches Gutachten, ein Depot, eine Verpfändung und folgt seit dem 17.09.2026 neuen Bewertungsregeln. Ob sich dieser Aufwand bei Ihrem Volumen trägt oder Direktversicherung und Unterstützungskasse reichen, rechnen wir mit Ihren Zahlen durch. Der erste Schritt ist der Bestandscheck.
Warum nicht einfach ETFs im GmbH-Depot anlegen?
Ein ETF-Depot direkt in der GmbH ist steuerlich günstiger als „ausschütten und privat anlegen“, aber es bleibt Firmenvermögen. Für Aktien-ETFs bleiben in einer Kapitalgesellschaft 80 Prozent der Erträge bei der Körperschaftsteuer und 40 Prozent bei der Gewerbesteuer außer Ansatz (Quelle: § 20 InvStG). Rechnerisch liegt die Belastung der ETF-Erträge bei einem Hebesatz von 400 Prozent damit bei rund 11,6 Prozent. Die Steuer auf die Ausschüttung wird bis zur Entnahme gestundet.
Die Begünstigung für Beteiligungserträge aus dem Körperschaftsteuergesetz gilt für Investmentfonds nicht, an ihre Stelle tritt die Teilfreistellung (Quelle: § 16 InvStG). Wer ETFs in der GmbH hält, zahlt also laufend Steuern auf Erträge und Vorabpauschale (eine jährliche Pauschalbesteuerung, wenn ein Fonds wenig oder nichts ausschüttet). Privat kommt das Geld erst an, wenn die GmbH es ausschüttet. Dann fallen gut 26 Prozent Abgeltungsteuer an, oder es wird bei Verkauf oder Liquidation versteuert.
Gegen das reine GmbH-Depot sprechen drei Punkte. Es gibt keine Betriebsausgabe, das Depot hat keinen Versorgungszweck, und im Insolvenzfall der GmbH steht es allen Gläubigern zur Verfügung. Für das Depot spricht seine Freiheit: Es ist jederzeit verfügbar, an kein Alter gebunden und über die Anteile frei vererbbar. Die wertpapiergebundene Pensionszusage verbindet beides. Das Depot bleibt in der GmbH, wird aber zweckgebunden, verpfändet und über die Rückstellung zur Betriebsausgabe.
Ein ETF-Depot in der GmbH bleibt Firmenvermögen, ohne Betriebsausgabe und ohne Versorgungszweck. Eine wertpapiergebundene Pensionszusage kann dasselbe Depot zweckbinden und verpfänden. Wir prüfen, ob sich Ihr bestehendes GmbH-Depot dafür eignet, und zeigen Ihnen im Bestandscheck die nächsten Schritte.
Wann erkennt das Finanzamt die Versorgung an?
Das Finanzamt erkennt eine Versorgung des GGF an, wenn sie einem Fremdvergleich standhält. Die Zusage muss so gestaltet sein, wie die GmbH sie auch einem fremden Geschäftsführer gegeben hätte. Sonst wertet das Finanzamt Beiträge oder Rückstellungen als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA): Die Betriebsausgabe entfällt, und beim GGF fallen Kapitalerträge an. Die Regeln hängen davon ab, ob die GmbH zahlt oder der GGF aus seinem Gehalt finanziert. Mehr zur steuerlichen Anerkennung der GGF-Versorgung lesen Sie auf einer eigenen Seite.
Zahlt die GmbH, gelten die klassischen Fremdvergleichsregeln. Als Faustregel gilt: Die GmbH sollte mindestens fünf Jahre bestehen und der GGF mindestens drei Jahre im Amt sein. Ebenfalls als Faustregel gilt: Bis zum Versorgungsbeginn müssen rund zehn Jahre Erdienbarkeit liegen, also Dienstzeit, in der sich der GGF die Zusage verdient. Beim beherrschenden GGF muss die Zusage zudem vor dem 60. Lebensjahr erteilt sein (Quelle: R 8.7 KStR und H 8.7 KStH). Diese Regeln gelten nach der Rechtsprechung auch für die rückgedeckte Unterstützungskasse.
Für nicht beherrschende GGF genügt alternativ eine Zusagedauer von zehn Jahren oder von drei Jahren bei mindestens zwölf Jahren Betriebszugehörigkeit. Bei neuen Zusagen erwartet die Finanzverwaltung nach dem BMF-Schreiben vom 09.12.2016 beim beherrschenden GGF ein Pensionsalter von mindestens 67 Jahren, sonst liegt eine vGA der Höhe nach vor. Auch jede spätere Erhöhung muss für sich erdienbar sein. Wer eine bestehende Zusage umstellen will, sollte das deshalb nicht erst kurz vor dem Ruhestand angehen.
Entgeltumwandlung beim GGF: Was BFH I R 50/22 ändert
Finanziert der GGF seine Versorgung ausschließlich aus seinem Gehalt, gelten erleichterte Regeln. Probezeit, Neugründung und ein Alter über 60 sind dann nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 19.11.2025 nicht mehr entscheidend (Quelle: BFH). Voraussetzung ist, dass für die GmbH kein signifikantes Risiko besteht, die Leistung mitfinanzieren zu müssen. Ein solches Risiko kann eine Garantieverzinsung über dem risikoarmen Marktzins begründen. Eine wertpapiergebundene Zusage, deren Leistung allein dem Depot folgt, kommt diesem Leitbild nahe.
Der Fall betraf eine Unternehmergesellschaft, die fünf Wochen nach ihrer Gründung ihrem 1951 geborenen Alleingesellschafter eine Zusage erteilte. Er wandelte 4.200 von 6.250 Euro Monatsgehalt um. Der BFH hat die Sache an das Finanzgericht zurückverwiesen. Es prüft nun, ob die Umwandlung wirklich vom GGF finanziert ist und ob die Gesamtausstattung angemessen ist. Das Urteil zeigt also, dass der Weg offensteht, nicht, dass jede Gestaltung anerkannt wird.
Dasselbe Urteil enthält eine zweite Aussage, die jede aus Entgeltumwandlung finanzierte Direktzusage an den GGF betrifft. Ist der Anspruch auf die künftige Versorgung nicht insolvenzgesichert, ist eine solche Zusage regelmäßig nicht anzuerkennen. Für den alleinigen GGF greift der gesetzliche Insolvenzschutz nicht, er muss also selbst sichern. Bei diesen Zusagen wird die Verpfändung des Depots oder der Rückdeckung damit von der Empfehlung zur faktischen Anerkennungsvoraussetzung.
Angemessenheit und Formalien
Eine betragsmäßige Obergrenze haben Unterstützungskasse und Pensionszusage nicht, die Grenze setzt die Angemessenheit. Die Gesamtversorgung darf maximal rund 75 Prozent der letzten Aktivbezüge erreichen, Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung eingerechnet, so das BMF-Schreiben vom 03.11.2004. Variable Bezüge wie Tantiemen gehen mit dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre ein. Wer sein gesamtes Gehalt umwandeln will, landet deshalb schnell in der Überversorgung.
Weil der GGF die Zusage praktisch mit sich selbst schließt, sind die Formalien streng. Die Gesellschafterversammlung beschließt Zusage, Verpfändung und jede spätere Änderung (Quelle: § 46 GmbHG). Der Beschluss gehört vor die Unterschrift unter die Zusage und ins Protokoll. Bei der Einpersonen-GmbH genügt eine Niederschrift.
Der GGF muss außerdem vom Verbot des Insichgeschäfts befreit sein, und die Befreiung muss im Handelsregister eingetragen sein (Quelle: § 181 BGB). Fehlt sie, ist die Zusage schwebend unwirksam. Die Zusage selbst muss schriftlich, eindeutig und im Voraus vorliegen, ohne Rückwirkung.
Nicht beherrschende GGF und Fremd-Geschäftsführer
Für nicht beherrschende GGF und Fremd-Geschäftsführer gilt das Betriebsrentengesetz mit gesetzlichem Insolvenzschutz. Sind sie in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, haben sie Anspruch auf Entgeltumwandlung und auf einen Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent (Quelle: § 1a BetrAVG). Ob jemand beherrschend ist, entscheiden Steuerrecht, Betriebsrentenrecht und Sozialversicherung jeweils mit einer eigenen Grenze. Verbindlich klären lässt sich nur der Sozialversicherungsstatus, über die Statusfeststellung bei der Deutschen Rentenversicherung.
Für den Fremd-Geschäftsführer ist die Versorgung Verhandlungssache im Anstellungsvertrag: Verhandelbar sind Beitragshöhe, eine arbeitgeberfinanzierte Zusage statt Entgeltumwandlung, die Auszahlungsform und die Fortführung bei einem Wechsel. Verkauft der Eigentümer seine Anteile, bleibt die GmbH sein Arbeitgeber und die Zusage bleibt bestehen, für die Insolvenz greift der gesetzliche Schutz weiter. Mehr zur Vorstandsversorgung lesen Sie auf einer eigenen Seite.
Eine Sonderrolle hat der Geschäftsführer einer Kommanditgesellschaft mit GmbH als Komplementärin, wenn er zugleich Kommanditist ist. Rückstellungen für seine Pensionszusage mindern den Gesamtgewinn nicht, weil in seiner Sonderbilanz ein gleich hoher Anspruch steht. So hat es der BFH im Urteil vom 30.03.2006, IV R 25/04, entschieden. Der Hebel „Betriebsausgabe statt Ausschüttung“ trägt in dieser Rechtsform deshalb nicht.
Experten-Tipp: Nicht die Probezeit entscheidet, sondern die Sicherung
„Lange galt: ohne Probezeit keine Zusage. Wer seine Versorgung ausschließlich aus dem eigenen Gehalt finanziert, kann seit dem BFH-Urteil I R 50/22 auch ohne Probezeit starten, solange die GmbH kein Zusatzrisiko trägt. Dafür wird aus einer Empfehlung eine Pflicht: Ohne Insolvenzsicherung erkennt das Finanzamt die Direktzusage regelmäßig nicht an. Mein Rat: Planen Sie Zusage, Depot und Verpfändung nach § 1280 BGB als ein Paket, nicht nacheinander.“
Wie ist die Versorgung bei einer GmbH-Insolvenz geschützt?
Der beherrschende GGF hat keinen gesetzlichen Insolvenzschutz. Der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) schützt Gesellschafter-Geschäftsführer ab einer Beteiligung von 50 Prozent einschließlich nicht. Halten mehrere GGF zusammen mindestens 50 Prozent, ist in der Regel keiner von ihnen geschützt (Quelle: PSVaG). Ohne eigene Sicherung fällt die Rückdeckung oder das Depot im Insolvenzfall in die Insolvenzmasse. Die Lösung ist eine Kette aus Zusage, Rückdeckung und Verpfändung.
Die Kette aus Zusage, Rückdeckung und Verpfändung
Insolvenzgeschützt ist die Versorgung, wenn Gesellschafterbeschluss, Zusage und Verpfändung nach § 1280 BGB zusammenpassen. Wirksam wird die Verpfändung einer Forderung erst, wenn sie dem Schuldner angezeigt wird, also dem Versicherer oder der Depotbank (Quelle: § 1280 BGB). Bei der Unterstützungskasse verpfändet die Kasse die Rückdeckung an den GGF und seine Hinterbliebenen. Bei der Pensionszusage verpfändet die GmbH das Depot oder die Rückdeckungsversicherung.
Bei der Direktversicherung schützt das unwiderrufliche Bezugsrecht: Der Vertrag gehört dann wirtschaftlich dem GGF und nicht der GmbH. Bei der Pensionszusage ist neben der Verpfändung eine doppelseitige Treuhand möglich, ein Contractual Trust Arrangement (CTA). Dabei überträgt die GmbH das Depot auf einen Treuhänder, der es ausschließlich für die Versorgung hält.
Die Sicherung gehört in die Zusage bei Erteilung, nicht in die Krise. Eine Sicherheit, die die GmbH mit Benachteiligungsvorsatz gewährt, kann bis zu vier Jahre rückwirkend angefochten werden (Quelle: § 133 InsO). Bei einer aus Entgeltumwandlung finanzierten Direktzusage hängt nach aktueller BFH-Rechtsprechung zudem die steuerliche Anerkennung an der Sicherung. Wer eine Zusage ohne Verpfändung hat, kann das in der Regel nachholen, solange die GmbH gesund ist. Mehr zum Insolvenzschutz in der bAV lesen Sie auf einer eigenen Seite.
Fünf Fragen. Ein Nein reicht.
Wir haben unsere 15 erfahrensten Berater gefragt, wie oft ein Gesellschafter-Geschäftsführer schon gut versorgt zu ihnen kam. Die Antwort: ein einziges Mal. Nicht weil jemand etwas falsch gemacht hat, sondern weil nach der Einrichtung niemand mehr draufgeschaut hat. (Interne Umfrage 2026)
01 Rendite. Liegt Ihre kalkulierte Rendite über 4 Prozent pro Jahr?
02 Auszahlung. Steht in Ihrer Zusage eine Ratenoption statt nur Einmalkapital?
03 Krankenversicherung. Wissen Sie, was Ihr KV-Status im Bezug kostet?
04 Insolvenz. Ist die Rückdeckung wirksam an Sie verpfändet und angezeigt?
05 Formalia. Hält Zusage plus Rückdeckung einer Betriebsprüfung stand?
Jede dieser Fragen lässt sich an zwei Dokumenten beantworten: an der Zusage und am Rückdeckungsvertrag. Wer bei einer Frage zögert, hat einen konkreten Prüfpunkt und keinen Grund zur Sorge, denn fast alles lässt sich bei einer gesunden GmbH nachholen. Ob Ihre Versorgung einer Betriebsprüfung und einer Insolvenz standhält, zeigt der Blick in diese beiden Unterlagen.
Hält Ihre ETF-Versorgung einer Insolvenz stand?
Beim beherrschenden GGF schützt kein PSV, es trägt nur die eigene Kette aus Gesellschafterbeschluss, Zusage, Rückdeckung und Verpfändung. Wir prüfen Ihre Unterlagen genau auf diese Punkte und auf die Bilanzierung nach dem BMF-Schreiben vom 17.09.2026. Fast alles lässt sich nachholen, solange Ihre GmbH gesund ist.
Wie wird die ETF-bAV bei der Auszahlung besteuert?
Die ETF-bAV wird bei der Auszahlung nachgelagert mit dem persönlichen Steuersatz versteuert, die Einkunftsart hängt vom Weg ab. Leistungen aus der Direktversicherung sind sonstige Einkünfte, ein Versorgungsfreibetrag gilt dort nicht (Quelle: § 22 EStG). Leistungen aus Unterstützungskasse und Pensionszusage sind Arbeitslohn. Ob Kapital, Raten oder laufende Zahlung: Die Auszahlungsform entscheidet mit über das Netto.
Für Unterstützungskasse und Pensionszusage gilt ab 63 ein Versorgungsfreibetrag, der sich nach dem Jahr des Versorgungsbeginns richtet und dann festgeschrieben bleibt (Quelle: § 19 EStG). Bei Beginn 2026 sind es 12,8 Prozent, höchstens 960 Euro plus 288 Euro Zuschlag. Wer erst 2050 beginnt, wie im Musterfall, bekommt nur noch 3,2 Prozent, höchstens 240 Euro plus 72 Euro. Der Freibetrag ist für jüngere GGF also kein Argument mehr.
Der Spitzensteuersatz liegt 2026 bei 42 Prozent ab 69.879 Euro und bei 45 Prozent ab 277.826 Euro zu versteuerndem Einkommen (Quelle: § 32a EStG). Wer sein Kapital in einem Jahr auszahlen lässt, landet schnell in dieser Zone. Wer über mehrere Jahre verteilt, nutzt die Progression günstiger. Deshalb rechnet der Musterfall mit einer Auszahlung als 10-Jahres-Rate.
Auszahlungsform
Steuerliche Wirkung
Beiträge in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (GKV)
Einmalkapital
Volle Leistung in einem Jahr, hohe Progression; Fünftelregelung nur bei Unterstützungskasse und Pensionszusage möglich
Kapital wird auf 120 Monate verteilt verbeitragt
Ratenzahlung über zehn Jahre
Jede Rate wird im jeweiligen Jahr versteuert, Progression gestreckt
Beiträge auf jede Rate
Laufende lebenslange Zahlung
Versteuerung der jährlichen Zahlung, kein Zusammenballungseffekt
Beiträge auf jede Zahlung
Krankenversicherung in der Auszahlung: Der Status entscheidet
Ob auf die Auszahlung Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen, entscheidet der Krankenversicherungsstatus im Ruhestand. Wer privat krankenversichert ist (PKV), zahlt keine einkommensabhängigen Beiträge auf seine Versorgung. Gesetzlich Versicherte zahlen Beiträge auf Versorgungsbezüge, eine Kapitalleistung wird dabei auf 120 Monate verteilt (Quelle: § 229 SGB V). Bei freiwilliger Mitgliedschaft in der GKV kann das bis 150.000 Euro über zehn Jahre kosten.
Pflichtversicherte in der Krankenversicherung der Rentner erhalten einen Freibetrag von 197,75 Euro im Monat (2026). In der Pflegeversicherung gilt nur eine Freigrenze in gleicher Höhe (Quelle: § 226 SGB V). Der Zugang dazu setzt Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung und eine lange Vorversicherungszeit voraus. Der typische beherrschende GGF erfüllt das nicht, er ist privat oder freiwillig gesetzlich versichert.
Freiwillig gesetzlich versichert: kein Freibetrag
Für freiwillig gesetzlich Versicherte gibt es den Freibetrag nicht. Das hat das Bundessozialgericht am 05.11.2024 bestätigt (Quelle: BSG). Jeder Euro aus der Versorgung wird bei ihnen voll verbeitragt, solange die übrigen Einkünfte unter der Bemessungsgrenze liegen.
Bei freiwillig Versicherten zählt die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bis zur Beitragsbemessungsgrenze, 2026 sind das 5.812,50 Euro im Monat (Quelle: § 240 SGB V). Liegen Mieten, Kapitalerträge und Ausschüttungen im Ruhestand schon über dieser Grenze, erhöht die Versorgung den Beitrag nicht mehr. Auch Erträge aus einem privaten Depot werden bei freiwillig Versicherten verbeitragt. Wer ab 55 nach Jahren ohne gesetzliche Versicherung wechseln will, kommt praktisch nicht mehr in die gesetzliche Kasse zurück.
Privater ETF-Sparplan oder ETF-bAV: was bei der Auszahlung bleibt
Wer einen privaten ETF-Sparplan auszahlen lässt, versteuert nur den Gewinnanteil: gut 26 Prozent Abgeltungsteuer, bei Aktien-ETFs nach einer Teilfreistellung von 30 Prozent (Quelle: § 20 InvStG). Eingezahlt wurde aber aus bereits versteuertem Geld: Aus 100.000 Euro Gewinn werden erst 70.000 Euro, dann privat rund 51.000 Euro. In der ETF-bAV ist es umgekehrt: Eingezahlt wird brutto, versteuert wird die gesamte Auszahlung, gestreckt und meist in einer anderen Progression.
Im Musterfall bleibt nach Steuern in der Auszahlung ein Vorsprung von 449.700 Euro netto gegenüber dem privaten ETF-Depot. Der Musterfall rechnet mit einem privat krankenversicherten GGF und einer Auszahlung als 10-Jahres-Rate. Der Vorsprung schrumpft, wenn der GGF freiwillig gesetzlich versichert ist, Kapital aus der Direktversicherung ohne Fünftelregelung in einem Jahr abruft oder hohe Kosten im Versicherungsmantel zahlt. In manchen Konstellationen entfällt er ganz.
Gegenprobe: Wann die ETF-Versorgung nicht gewinnt
Die folgende Übersicht zeigt diese Konstellationen und was Sie dann tun können:
Konstellation
Was passiert
Was Sie tun können
Freiwillig gesetzlich krankenversichert im Ruhestand
Auf die Auszahlung fallen Beiträge nach § 229 SGB V an, über 10 Jahre bis 150.000 €. Einen Freibetrag gibt es für freiwillig Versicherte nicht.
KV-Status im Bezug schon bei der Einrichtung klären und prüfen, ob Mieten, Kapitalerträge und Ausschüttungen im Ruhestand bereits über der Beitragsbemessungsgrenze liegen
Kapital aus der Direktversicherung mit freiem Kapitalwahlrecht, in einem Jahr ausgezahlt
Keine Fünftelregelung mehr (BFH X R 25/23), die volle Leistung trifft in einem Jahr auf die Progression
Vor Ausübung des Wahlrechts einen Netto-Vergleich rechnen, die Auszahlung als Rate strecken und größere Beträge über Unterstützungskasse oder Pensionszusage führen, wo die Fünftelregelung nach Verwaltungsauffassung möglich bleibt
Hohe Effektivkosten im Versicherungsmantel
Die Kosten mindern die Wertentwicklung über die gesamte Laufzeit
Effektivkosten nach § 2 VVG-InfoV vor Abschluss anfordern, auf niedrige Fondskosten achten und eine vorzeitige Kündigung vermeiden
Geschäftsführer der Komplementär-GmbH, der zugleich Kommanditist der GmbH & Co. KG ist
Die Rückstellung mindert den Gesamtgewinn nicht, weil in seiner Sonderbilanz ein gleich hoher Anspruch steht (BFH IV R 25/04). Der Hebel „Betriebsausgabe statt Ausschüttung“ trägt nicht.
Rechtsform vor der Einrichtung prüfen. Ob das für Direktversicherung und Unterstützungskasse genauso gilt, sollte vorab der Steuerberater klären.
Arbeitgeberfinanzierte Zusage oder Erhöhung kurz vor dem Ruhestand
Die Zusage ist nicht mehr erdienbar und wird als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) gewertet, die Betriebsausgabe entfällt
Früh starten: als Faustregel rund 10 Jahre Erdienbarkeit bis zum Versorgungsbeginn einplanen, beim beherrschenden GGF die Zusage vor dem 60. Lebensjahr erteilen; eine reine Entgeltumwandlung kann nach aktueller BFH-Rechtsprechung auch später anerkannt werden, wenn die GmbH kein Zusatzrisiko trägt
Keine Hinterbliebenen im steuerlichen Sinn, Wunsch nach freiem Vererben
Bei versicherungsförmigen Wegen erhalten die Erben nur ein Sterbegeld, bei der Pensionszusage bleibt das Depot Firmenvermögen
Für diesen Teil des Vermögens ein freies Depot nutzen, das erbrechtlich flexibler ist; Begünstigte bei Heirat, Trennung oder neuer Partnerschaft aktualisieren
Pensionszusage oder Unterstützungskasse ohne Verpfändung
Beim beherrschenden GGF fehlt der Insolvenzschutz, Rückdeckung oder Depot fallen im Insolvenzfall in die Masse; eine aus Entgeltumwandlung finanzierte Direktzusage ist zudem regelmäßig nicht anzuerkennen
Verpfändung nach § 1280 BGB mit Anzeige an Versicherer oder Depotbank nachholen, solange die GmbH gesund ist
Für fast jede dieser Konstellationen gibt es eine Lösung, wenn sie bei der Einrichtung bedacht wird. Der ehrliche Vergleich gehört deshalb immer an Ihre eigenen Zahlen. Welche Zeile auf Sie zutrifft, zeigt der Bestandscheck in 30 Minuten anhand Ihrer Zusage und Ihres Rückdeckungsvertrags.
Mehr zur Auszahlung der bAV und zu den einzelnen Auszahlungsformen lesen Sie auf einer eigenen Seite. Für den GGF gilt: Krankenversicherung, Auszahlungsform und Durchführungsweg sind drei Stellschrauben, die schon bei der Einrichtung feststehen sollten. Wer sie erst bei Versorgungsbeginn klärt, hat nur noch wenig Spielraum.
Experten-Tipp: Ihre Krankenversicherung entscheidet mehr als Ihre Fondsauswahl
„Bei ETF-Versorgungen wird viel über Fondskosten gesprochen. Für Ihr Netto in der Auszahlung zählt eine andere Frage mindestens so stark: Wie sind Sie im Ruhestand krankenversichert? Als freiwillig gesetzlich Versicherter zahlen Sie auf die Auszahlung Beiträge nach § 229 SGB V, über zehn Jahre bis 150.000 Euro. In der PKV fällt das nicht an. Mein Rat: Klären Sie Ihren KV-Status im Bezug bei der Einrichtung, nicht erst bei Versorgungsbeginn.“
Gilt die Fünftelregelung für Kapital aus der Versorgung noch?
Die Fünftelregelung, eine Steuerermäßigung für zusammengeballte Einkünfte, gilt noch, aber nicht mehr für jeden Weg. Der Bundesfinanzhof hat am 30.10.2025 entschieden, dass Kapitalleistungen aus der betrieblichen Altersversorgung, die auf einem freien Kapitalwahlrecht beruhen, keine außerordentlichen Einkünfte sind (Quelle: BFH). Der Fall betraf eine Direktversicherung. Für Kapital aus Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds mit freiem Wahlrecht entfällt die Tarifermäßigung damit.
Bei Unterstützungskasse und Pensionszusage bleibt die Fünftelregelung nach Verwaltungsauffassung grundsätzlich möglich, weil die Leistung dort Arbeitslohn ist (Quelle: BMF-Schreiben vom 12.08.2021). Der X. Senat des BFH grenzt seine Entscheidung ausdrücklich von dieser Linie ab. Wer GGF einer GmbH ist und eine Unterstützungskasse oder Pensionszusage hat, behält diesen Hebel also.
Seit 2025 erst in der Steuererklärung
Seit dem 01.01.2025 berücksichtigt der Lohnsteuerabzug die Fünftelregelung nicht mehr, sie wirkt erst in der Einkommensteuerveranlagung (Quelle: § 39b EStG). Wer Kapital aus Unterstützungskasse oder Pensionszusage erhält, muss sie also in der Steuererklärung geltend machen. Bis zur Veranlagung trägt er die höhere Lohnsteuer vor.
Durchführungsweg
Einkunftsart
Fünftelregelung bei Kapitalzahlung
Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds
Sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 5 EStG
Nein bei freiem Kapitalwahlrecht (BFH X R 25/23)
Unterstützungskasse
Arbeitslohn nach § 19 EStG
Grundsätzlich ja, nur in der Veranlagung
Pensionszusage
Arbeitslohn nach § 19 EStG
Grundsätzlich ja, nur in der Veranlagung
Rate, Kapital und Kapitalwahlrecht
Die Fünftelregelung verteilt eine Zusammenballung von Einkünften rechnerisch auf fünf Jahre (Quelle: § 34 EStG). Bei einer Ratenzahlung über zehn Jahre fehlt diese Zusammenballung, die Regelung ist dort in der Regel nicht anwendbar. Wie Fälle ohne freies Wahlrecht des Versorgungsberechtigten zu beurteilen sind, hat der BFH offengelassen. Das Kapitalwahlrecht sollte deshalb erst nach einem Netto-Vergleich ausgeübt werden.
Bei der Direktversicherung kommt ein zweiter Punkt hinzu. Mit der Ausübung des Kapitalwahlrechts entfällt die Förderung der Beiträge ab diesem Zeitpunkt, toleriert wird nach dem BMF-Schreiben vom 12.08.2021 die Ausübung im letzten Jahr vor Versorgungsbeginn. Mehr zur steuerlichen Behandlung der bAV insgesamt lesen Sie auf einer eigenen Seite. Für den GGF heißt das: Der Weg entscheidet über die Steuer auf das Kapital, nicht erst die Auszahlung.
Ob Kapital, Rate oder laufende Zahlung bei Ihnen das meiste Netto bringt, hängt von Weg, Krankenversicherung und Steuersatz im Ruhestand ab. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, eine Durchrechnung mit Ihren Zahlen schon. Je früher sie vorliegt, desto mehr lässt sich an Zusage und Auszahlungsoption noch gestalten.
Was von Ihrer ETF-Versorgung netto bleibt
Durchführungsweg, Fünftelregelung und Krankenversicherungsstatus entscheiden zusammen über Ihr Netto in der Auszahlung. Wir rechnen Kapital, Rate und laufende Zahlung mit Ihren Zahlen durch: Finanzen, Recht und Steuern aus einer Hand, abgestimmt mit Ihrem Steuerberater.
Was passiert mit der Versorgung bei Tod, Verkauf oder Nachfolge?
Bei Tod, Verkauf oder Nachfolge entscheidet der Durchführungsweg, was mit dem Kapital passiert. Im Todesfall erhalten nur Hinterbliebene im steuerlichen Sinn die Leistung, ein freies Vererben gibt es in der betrieblichen Altersversorgung nicht. Beim Verkauf der GmbH stört vor allem die Pensionszusage, weil sie in der Bilanz steht. Das Thema betrifft viele: Bis Ende 2029 planen Mittelständler in Deutschland rund 545.000 Nachfolgen (Quelle: KfW Research).
Hinterbliebenenversorgung: Wer das Kapital erhält
Begünstigt sind Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner, Kinder im Rahmen der Altersgrenzen des Kindergeldrechts, frühere Ehegatten und namentlich benannte Lebensgefährten (Quelle: BMF-Schreiben vom 12.08.2021). Werden andere Personen für den Todesfall eingesetzt, verliert die Zusage ihren Charakter als betriebliche Altersversorgung. Gibt es keine begünstigten Hinterbliebenen, erhalten die Erben bei versicherungsförmigen Wegen nur ein Sterbegeld. Bei der Pensionszusage bleibt das Depot dann Firmenvermögen und kommt nur über die Anteile an die Erben.
Eine wenig bekannte Folge betrifft den beherrschenden GGF: Hinterbliebenenbezüge aus seinem Dienstvertrag unterliegen der Erbschaftsteuer, beim Arbeitnehmer nicht (Quelle: § 3 ErbStG). Zusätzlich ist die laufende Hinterbliebenenleistung einkommensteuerpflichtig. Wer keinen Ehepartner hat oder erwachsene Kinder absichern will, fährt mit einem freien Depot erbrechtlich flexibler. Die Benennung der Begünstigten gehört bei Heirat, Trennung oder neuer Partnerschaft auf den Tisch.
Verkauf und Nachfolge: Welcher Weg den Deal belastet
Die Direktversicherung steht außerhalb der GmbH-Bilanz und gehört bei unwiderruflichem Bezugsrecht dem GGF, beim Verkauf ist praktisch nichts zu lösen. Beim Ausscheiden können zusätzlich bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze je Dienstjahr für höchstens zehn Jahre gefördert eingezahlt werden. 2026 sind das bis zu 40.560 Euro (Quelle: § 3 Nr. 63 EStG). Bei der Unterstützungskasse bleibt die Trägerschaft bei der verkauften GmbH. Der Käufer übernimmt dann eine ausfinanzierte Verpflichtung.
Die Pensionszusage muss vor einem Anteilsverkauf meist gelöst werden, weil der Käufer die Verpflichtung sonst vom Kaufpreis abzieht. Dafür gibt es drei Wege. Möglich sind die Übertragung auf eine Rentner-GmbH, der Verzicht auf künftige Anwartschaften oder die Auslagerung des erdienten Teils auf einen Pensionsfonds nach § 3 Nr. 66 EStG. Die Übertragung auf einen Lebensversicherer ohne Lohnsteuer gilt nur bei echter Liquidation, nicht beim Verkauf mit Fortführung. Bei der wertpapiergebundenen Zusage ist das leichter, weil das Depot der Verpflichtung entspricht.
Gefährlich ist eine spontane Abfindung kurz vor dem Verkauf: Ohne Grundlage in der Zusage wertet der BFH sie regelmäßig als verdeckte Gewinnausschüttung (Quelle: BFH). Eine Abfindungsklausel zum Barwert gehört deshalb von Anfang an in die Zusage, mit Rechnungszins und Sterbetafel.
Experten-Tipp: Die Nachfolge beginnt in der Pensionszusage, nicht im Kaufvertrag
„Eine Pensionszusage wird oft erst Thema, wenn der Käufer am Tisch sitzt. Dann drückt die Verpflichtung den Kaufpreis, und eine spontane Abfindung riskiert eine verdeckte Gewinnausschüttung. Ich sehe die Zusage deshalb als Teil der Nachfolgeplanung, nicht als Restposten. Mein Rat: Verankern Sie eine Abfindungsklausel zum Barwert von Anfang an und planen Sie Rentner-GmbH oder Auslagerung mit Vorlauf, gemeinsam mit Ihrem Steuerberater.“
Unsere Empfehlung richtet sich nach Gewinn, Alter der GmbH und Lebensphase des GGF, nicht nach dem Produkt. Die Reihenfolge bleibt dieselbe: Erst entnehmen. Dann optimieren. Dann absichern. Dann vermehren. Die folgenden Konstellationen sehen wir in unserer Beratung am häufigsten. Sie ersetzen keine Analyse der eigenen Zahlen.
Junge GmbH oder schwankender Gewinn
Hier ist die Direktversicherung der Einstieg mit Deckel: keine Bilanzposition, kein Gutachten, keine Pflicht zu gleichbleibenden Beiträgen. Arbeitgeberfinanzierte Zusagen über den Deckel hinaus kommen meist erst nach der Probezeit infrage. Wer früher mehr will, kann nach aktueller BFH-Rechtsprechung Gehalt in eine gesicherte Zusage umwandeln, wenn Gesamtausstattung und Insolvenzsicherung stimmen.
Lohnt sich die ETF-Versorgung schon bei Ihrer GmbH?
Noch keine Zusage und ein Gewinn, der von Jahr zu Jahr schwankt? Wir rechnen mit Ihnen durch, ob die Direktversicherung als Einstieg mit Deckel reicht oder ob Ihre GmbH schon mehr vor der Steuer in Ihre Versorgung geben kann. Finanzen, Recht und Steuern aus einer Hand, abgestimmt mit Ihrem Steuerberater.
Hier tragen Direktversicherung und Unterstützungskasse als Sockel, weil größere Beträge planbar vor der Steuer fließen und die Bilanz frei bleibt. Die wertpapiergebundene Pensionszusage lohnt sich, wenn freie Anlage gewünscht ist und das Volumen Gutachten, Depot und Verpfändung trägt. Alle drei Wege lassen sich kombinieren.
Bestehende Zusage oder Verkauf in Sicht
Wer schon eine Zusage hat, prüft zuerst Insolvenzsicherung und Bilanzierung. Bei einer aus Entgeltumwandlung finanzierten Direktzusage hängt die Anerkennung an der Sicherung. Bei einer wertpapiergebundenen Zusage lässt sich seit dem BMF-Schreiben vom 17.09.2026 der bisher nicht erfasste Teil der Rückstellung nachholen, wenn die neue Methode erstmals in einem Wirtschaftsjahr angewandt wird, das vor dem 01.01.2028 endet. Wer einen Verkauf plant, löst die Pensionszusage rechtzeitig. Neue arbeitgeberfinanzierte Zusagen kurz vor dem Ausscheiden sind riskant, weil sie nicht mehr erdient werden.
Was die ETF-Rendite leisten kann
Erst am Ende kommt die Rendite. Über 20 Jahre lag das schlechteste Ergebnis eines monatlichen MSCI-World-Sparplans zwischen 1975 und 2025 bei plus 2,2 Prozent pro Jahr. Im Durchschnitt waren es 8,6 Prozent, jeweils ohne Kosten und Steuern (Quelle: Deutsches Aktieninstitut). Wer erst mit Ende 50 einsteigt, hat diese Zeit nicht. Für ihn spricht mehr für eine Garantiekomponente oder ein Ablaufmanagement.
Warum eine GGF-Versorgung ohne Versorgungsanalyse riskant ist
Jede GmbH hat eine andere Ausgangslage: Beteiligungsstatus, Gewinnverlauf, bestehende Zusagen, Krankenversicherung, geplanter Verkauf. Eine Versorgungsanalyse klärt, welcher Weg passt, wo die Grenzen der Angemessenheit liegen und welche Altverträge nachgebessert werden müssen. von Buddenbrock, Versicherungsexperte für bAV, bKV und Geschäftsführerversorgung, verbindet dabei Finanzen, Recht und Steuern aus einer Hand. Wir haften für unsere Beratung nach dem Versicherungsvertragsgesetz (Quelle: § 63 VVG). Ein AI-Tool tut das nicht.
Was bei der Einrichtung einer GGF-Versorgung passiert
Eine GGF-Versorgung einzurichten heißt mehr, als einen Vertrag abzuschließen. Es braucht den Gesellschafterbeschluss, die Befreiung vom Insichgeschäft, eine eindeutige Zusage, die Verpfändungsanzeige und die Abstimmung mit dem Steuerberater. Danach begleiten wir die Pflege, damit nach der Einrichtung jemand draufschaut. Der erste Schritt ist der Bestandscheck.
Welche der drei Konstellationen auf Sie zutrifft, wissen Sie nach dem Lesen vermutlich schon. Was noch fehlt, sind Ihre eigenen Zahlen. Die rechnen wir mit Ihnen durch, kostenfrei und auf Augenhöhe.
Stephan Seidenfad · Geschäftsführung und bAV-Experte
„Ich bin das Gesicht. Den Alleingang gibt es hier nicht. Was Sie auf YouTube von mir hören, mache ich seit 2008 selbst so. Und mein Team setzt es seit über 20 Jahren so um, dass es einer Betriebsprüfung standhält.“
Seit 2002 berät Stephan Seidenfad Gesellschafter-Geschäftsführer und Unternehmen zu Versorgung und bAV, 2004 hat er von Buddenbrock mitgegründet. Seine eigene Unterstützungskasse läuft seit 2008. Wer bei uns anruft, spricht mit jemandem, der das Konzept bei ihm gelernt hat.
Mitgründer 2004 · Berater seit 2002 · Eigene U-Kasse seit 2008 · Schloss Schellenberg, Essen · YouTube: Klartext für Entscheider
Was ist eine Geschäftsführerversorgung mit ETFs, und woher kommt das Geld?
Bei einer Geschäftsführerversorgung mit ETFs zahlt die GmbH laufend Beiträge als Betriebsausgabe in einen Versorgungsweg für den Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF), dessen Kapital in ETFs angelegt wird. Drei Wege kommen infrage: die fondsgebundene Direktversicherung, die rückgedeckte Unterstützungskasse mit Fondsrückdeckung und die wertpapiergebundene Pensionszusage. Versteuert wird erst bei der Auszahlung.
Das Geld kommt aus dem laufenden Gewinn der GmbH. Ob sich vorhandene Rücklagen auf einmal in eine Versorgung einbringen lassen, hängt an Erdienbarkeit und Angemessenheit und gehört vorab mit dem Steuerberater geklärt. Der Hebel liegt im Vergleich zum Ausschütten: Aus 100.000 Euro Gewinn werden privat rund 51.000. Oder 100.000.
Wann gilt ein Gesellschafter-Geschäftsführer als beherrschend, und ab welcher Beteiligung?
Es gibt nicht eine Grenze, sondern drei, je nach Rechtsfolge. Im Steuerrecht gilt ein Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) in der Regel als beherrschend, wenn er mehr als 50 Prozent der Stimmrechte hält. Dasselbe gilt, wenn er mit anderen gleichgerichtete Interessen verfolgt. Davon hängt die Prüfung auf verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) ab.
Beim Insolvenzschutz zählt das Merkblatt des Pensions-Sicherungs-Vereins (PSVaG): Ab 50 Prozent einschließlich besteht kein Schutz, mehrere GGF werden in der Regel zusammengerechnet. Ein GGF mit genau 50 Prozent ist deshalb steuerlich in der Regel nicht beherrschend, beim PSVaG aber ungeschützt.
In der Sozialversicherung entscheidet die Rechtsmacht in der Gesellschafterversammlung. Ab 50 Prozent der Anteile ist ein GGF in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig, darunter nur mit umfassender Sperrminorität im Gesellschaftsvertrag. Verbindlich klärt das nur die Statusfeststellung nach § 7a SGB IV bei der Deutschen Rentenversicherung.
Welche Rechtsformen außer der GmbH eignen sich für die ETF-Versorgung?
Bei der Unternehmergesellschaft (UG) haftungsbeschränkt funktioniert sie. Das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) I R 50/22 betraf eine UG. Sie muss nach § 5a GmbHG ein Viertel des Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einstellen, bis das Stammkapital 25.000 Euro erreicht.
Bei der GmbH & Co. KG trägt der Hebel nicht, wenn der Geschäftsführer der Komplementär-GmbH zugleich Kommanditist ist. Die Rückstellung mindert nach dem Urteil des BFH IV R 25/04 den Gesamtgewinn nicht, weil in seiner Sonderbilanz ein gleich hoher Anspruch steht. Der Kern Betriebsausgabe statt Ausschüttung entfällt dort. Ob das für Direktversicherung und Unterstützungskasse genauso gilt, sollte vorab der Steuerberater klären.
Was kostet eine ETF-Versorgung über die bAV, und wo liegen die Kostenhebel?
Eine öffentliche Marktstatistik zu den Effektivkosten fondsgebundener Tarife der betrieblichen Altersversorgung (bAV) gibt es nicht. Versicherer müssen die Effektivkosten, also die Minderung der Wertentwicklung in Prozentpunkten, nach § 2 VVG-InfoV ausweisen. Sie stehen im Kundeninformationsblatt und lassen sich vor Abschluss anfordern.
Je Weg fallen unterschiedliche Kosten an. Die Direktversicherung hat nur die Tarifkosten. Bei der Unterstützungskasse mit kongruenter Rückdeckung entfällt das Gutachten, weil keine Rückstellung gebildet wird, dafür kommt eine Verwaltungsgebühr der Kasse hinzu. Die Pensionszusage braucht ein jährliches versicherungsmathematisches Gutachten, plus Depotführung, Verpfändung oder Treuhand.
Zu Einrichtungskosten und Treuhändergebühren liegt keine belastbare Marktangabe vor, sie sollten schriftlich erfragt werden. Kostenhebel sind niedrige Fondskosten, eine lange Laufzeit ohne vorzeitige Kündigung, die die Effektivkosten erhöht, und gebündelte Gutachten.
Wie wirkt sich die sinkende Körperschaftsteuer auf die Betriebsausgabe aus?
Die Betriebsausgabe mindert den Gewinn zu dem Satz, den die GmbH sonst gezahlt hätte. Die Körperschaftsteuer liegt 2026 bei 15 Prozent und sinkt nach § 23 KStG ab 2028 in Stufen auf zehn Prozent ab 2032. Damit sinkt auch der Steuerwert jedes Euro Betriebsausgabe.
Die Rechnung 100.000 → 70.000 → rund 51.000 Euro gilt für den Stand 2026. Sinkt der Satz, bleibt auf der ersten Stufe mehr Gewinn in der GmbH. Die zweite Stufe ändert sich dadurch nicht: Wird der Rest ausgeschüttet, fallen nach § 32d EStG weiter gut 26 Prozent Abgeltungsteuer an.
Welche Nachteile hat eine Pensionszusage für die GmbH?
Der erste Nachteil liegt in der Bilanz. Die Rückstellung belastet das Eigenkapital. Eine Zusage darf die GmbH nicht in die bilanzielle Überschuldung treiben. Hilfsweise hilft ein qualifizierter Rangrücktritt, der nach den Grundsätzen des Urteils BFH I R 44/14 so formuliert sein muss, dass die Rückstellung nicht aufzulösen ist.
Dazu kommen laufende Kosten für Gutachten, Depot und Verpfändung oder Treuhand. Das Depot steht nach der Verpfändung den übrigen Gläubigern nicht mehr zur Verfügung. Bei Zusagen mit Garantie trägt die GmbH das Kapitalmarktrisiko. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt davon ab, ob das Volumen Gutachten, Depot und Sicherung trägt.
Zwei weitere Punkte betreffen Verkauf und Form. Käufer übernehmen die Altlast einer Pensionszusage ungern, sie wird meist vor dem Verkauf gelöst. Und Formfehler bei der Zusage können eine verdeckte Gewinnausschüttung auslösen, bei der die Betriebsausgabe entfällt.
Wann kommen Pensionskasse und Pensionsfonds für den Gesellschafter-Geschäftsführer infrage?
Beim Aufbau spielen beide kaum eine Rolle. Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung teilen sich nach § 3 Nr. 63 EStG den Förderrahmen von acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze. Das sind rund 8.000 Euro im Jahr (2026 genau 8.112 Euro). An den Anlagevorschriften liegt das nicht: Der Pensionsfonds unterliegt sogar freieren Anlagevorschriften.
Relevant wird der Pensionsfonds bei der Auslagerung einer bestehenden Zusage, zum Beispiel vor einem Verkauf der GmbH. Sie ist nach § 3 Nr. 66 EStG auf Antrag möglich, übertragen wird nur der bereits erdiente Teil.
Leistungen aus Pensionskasse und Pensionsfonds sind wie bei der Direktversicherung sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 5 EStG, ein Versorgungsfreibetrag gilt dort nicht.
Wie lässt sich eine bestehende Pensionszusage auf ETF umstellen?
Das geht, aber nicht ohne Fallstricke. Ein Wechsel des Durchführungswegs oder eine Erhöhung kann die Erdienbarkeitsfrist neu starten. Im Fall BFH I R 33/15 wertete der Bundesfinanzhof die Umstellung einer Direktzusage auf eine Unterstützungskasse kurz vor dem Ruhestand als Neuzusage. Die Zuwendungen waren nicht abziehbar.
Eine spätere Erhöhung muss beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer erneut erdienbar sein, es müssen also als Faustregel rund zehn Jahre bis zum Pensionsbeginn liegen. Deshalb gehört eine Umstellung früh auf den Tisch und nicht kurz vor den Ruhestand.
Für bestehende wertpapiergebundene Zusagen gilt eine Übergangsregel nach dem BMF-Schreiben vom 17.09.2026. Endet das erste Wirtschaftsjahr mit der neuen Bewertungsmethode vor dem 01.01.2028, lässt sich der bisher nicht erfasste Teil der Rückstellung auf einmal nachholen.
Was sollte die Zusage zur Auszahlungsform regeln?
Die Zusage sollte festlegen, in welchen Formen die Leistung fließen kann: als Kapital, in Raten oder als laufende Zahlung. Ein Kapitalwahlrecht muss von Anfang an vereinbart sein. Wird es nachträglich eingeräumt, wenn die Zusage nicht mehr erdient werden kann, kann das als Verbesserung und damit als verdeckte Gewinnausschüttung gelten.
Zwei Nebenfolgen sind wenig bekannt. Solange ein Kapitalwahlrecht ausübbar ist, greift der Pfändungsschutz nach § 851c ZPO nicht, wie der BGH im Beschluss vom 22.08.2012, VII ZB 2/11 entschieden hat. Außerdem meldet die Zahlstelle Versorgungsbezüge an die Krankenkasse nach § 202 SGB V.
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EntgeltumwandlungBei der Entgeltumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttoeinkommens in eine betriebliche Altersversorgung. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen, wodurch Arbeitnehmer Steuern- und Sozialabgaben sparen.BeitragsbemessungsgrenzeDie Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung.RegelaltersgrenzeDas gesetzlich festgelegte Renteneintrittsalter, ab dem eine Person ohne Abschläge die reguläre Altersrente beziehen kann. Aktuell liegt dies bei 67 Jahren.