Stephan Seidenfad Geschäftsführung und bAV-Experte
Hinterbliebenenversorgung für Geschäftsführer
Firmenvermögen wird Privatvermögen. Damit es im Todesfall bei Ihrer Familie ankommt, prüfen wir im Bestandscheck Begünstigte, Klauseln und Verpfändung Ihrer Zusage.
Persönlich, vernetzt, auf Augenhöhe. Kein Callcenter. Kein Vertreterwechsel. Sondern ein fester Ansprechpartner, der Ihre Situation kennt, heute und in zehn Jahren.
Das erwartet Sie hier
Wer im Todesfall des Gesellschafter-Geschäftsführers was bekommt, wie es versteuert wird und wie Sie es vor dem Insolvenzverwalter schützen.
Die Hinterbliebenenversorgung zahlt im Todesfall des Gesellschafter-Geschäftsführers eine Witwen-, Waisen- oder Lebensgefährtenrente oder ein Kapital, und zwar nur das, was seine Versorgungszusage ausdrücklich vorsieht.
Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer ab 50 % Beteiligung haben keinen PSV-Schutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein. Ihre Familie ist bei Insolvenz der GmbH nur geschützt, wenn die Rückdeckung auch an die Hinterbliebenen verpfändet und dem Versicherer nach § 1280 BGB angezeigt ist.
Eine Lebensgefährtin ist nur begünstigt, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer sie namentlich benennt und die gemeinsame Haushaltsführung selbst in Textform bestätigt, praktisch also zu Lebzeiten. Erben erhalten aus der Versorgung nichts außer einem angemessenen Sterbegeld.
War der Gesellschafter-Geschäftsführer bei Erteilung der Zusage herrschend, unterliegt die Witwenrente der Erbschaftsteuer. Dem Ehegatten stehen dann 500.000 € Freibetrag plus 256.000 € Versorgungsfreibetrag zu (Stand 2026).
Wer bei Beginn der Auszahlung das gesamte Kapital statt laufender Zahlung wählt, verzichtet auf die laufende Witwenrente, das Kapital fällt dann in den Nachlass.
Stephan Seidenfad Geschäftsführung und bAV-Experte
Ihre Zusage entscheidet, was bei Ihrer Familie ankommt
Sie haben über Jahre Gewinn vor der Steuer in Ihre Versorgung gelenkt. Ob dieses Vermögen bei Ihrer Familie ankommt, entscheidet der Wortlaut Ihrer Zusage. Dort entstehen die teuersten Lücken: eine ungenannte Lebensgefährtin, eine Verpfändung nur zu Ihren Gunsten, eine überholte Spätehenklausel. Als beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer schützt Sie kein Pensions-Sicherungs-Verein. Dieser Ratgeber zeigt, wer als Hinterbliebener gilt, wie Ihre Familie besteuert wird und wie Sie die Versorgung vor dem Insolvenzverwalter schützen. Wir begleiten Sie von der Analyse bis zur Umsetzung.
1.000+ Firmenkunden beraten · 55.000 Mitarbeiter im größten Kundenunternehmen · Ø 80 Mitarbeiter je Kundenunternehmen · seit 2002 Finanzen, Recht und Steuern aus einer Hand
Neu 2026
Das Bundesarbeitsgericht hat am 10.03.2026 eine Spätehenklausel für unwirksam erklärt, die die Witwenrente bei Heirat nach dem 60. Lebensjahr und weniger als fünf Ehejahren ausschloss. → Mehr dazu im Abschnitt „Welche Klauseln entscheiden, ob Ihre Familie etwas bekommt?“
Das Finanzgericht München hat am 06.03.2026 bestätigt: Eine Leistung aus der Direktversicherung an eine nicht verheiratete Lebensgefährtin unterliegt der Erbschaftsteuer. Der Steuersatz lag in Steuerklasse III bei 30 Prozent. → Mehr dazu im Abschnitt „Wie wird die Hinterbliebenenversorgung versteuert?“
Bei Versorgungsbeginn 2026 beträgt der Versorgungsfreibetrag 12,8 Prozent, höchstens 960 Euro plus 288 Euro Zuschlag. Hatte der Partner seine Versorgung schon bezogen, übernimmt die Witwe seinen Jahrgang. → Mehr dazu im Abschnitt „Wie wird die Hinterbliebenenversorgung versteuert?“
Was bekommt die Familie, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer stirbt?
Die Hinterbliebenenversorgung für Geschäftsführer ist der Teil der Versorgungszusage, der im Todesfall an Ehe- oder eingetragene Lebenspartner, benannte Lebensgefährten und Kinder zahlt, und zwar nur das, was die Zusage ausdrücklich vorsieht. Das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) stellt sie gleichrangig neben die Alters- und die Invaliditätsversorgung (Quelle: § 1 BetrAVG). Eine Pflicht, sie zuzusagen, gibt es nicht. Ohne Regelung fließt weder Witwenrente noch Waisenrente noch Todesfallkapital.
Warum die Hinterbliebenenversorgung zum Entnahme-Weg gehört
Für den GGF ist die Geschäftsführerversorgung der Weg, Gewinn vor der Steuer aus der GmbH ins Private zu holen. Die Rechnung dahinter: Aus 100.000 Euro Gewinn werden privat rund 51.000. Oder 100.000. Wer ausschüttet, zahlt zuerst Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer, zusammen rund 30 Prozent (Stand 2026). Aus 100.000 Euro werden so 70.000 Euro (Quelle: § 23 KStG).
Auf die Ausschüttung folgen gut 26 Prozent Abgeltungsteuer, privat bleiben rund 51.000 Euro (Quelle: § 32d EStG). Fließt derselbe Betrag als Betriebsausgabe in die Versorgung, arbeiten die vollen 100.000 Euro. Die Reihenfolge lautet: Erst entnehmen. Dann optimieren. Dann absichern. Dann vermehren. Die Hinterbliebenenversorgung ist der Teil, der absichert.
Mehr Netto aus dem Brutto. Steuerlich anerkannt, insolvenzgeschützt, mit einer Auszahlung nach Ihrem Plan. Ob Ihre Familie im Ernstfall abgesichert ist, zeigt nur Ihre konkrete Zusage: der Wortlaut zu den Begünstigten, die Leistungsform und die Verpfändungsvereinbarung. Wir bei von Buddenbrock, dem Versicherungsexperten für bAV, bKV und Geschäftsführerversorgung, lesen diese drei Dokumente im Bestandscheck gemeinsam. Haben Sie noch keine Zusage, rechnen wir zuerst, ob das Konzept zu Ihrer GmbH passt. Das Konzept lohnt sich, sobald Ihre GmbH rund 500 Euro im Monat vor der Steuer in Ihre Versorgung geben kann.
Sieben Fragen, die zeigen, was bei Ihrer Familie ankommt
Ob Ihre Versorgung im Todesfall bei Ihrer Familie ankommt, lässt sich mit sieben Fragen in fester Reihenfolge prüfen. Zu jedem Nein steht die Lösung direkt dabei.
Sieht Ihre Zusage überhaupt eine Hinterbliebenenleistung vor? Wenn nein: Eine Witwenrente lässt sich nachträglich aufnehmen, beim GGF nur, solange sie noch erdienbar ist. → Unsere Empfehlungen
Gehört die Person, die Sie absichern wollen, zum engen Kreis aus Ehe- oder eingetragenem Lebenspartner, benannter Lebensgefährtin und Kindern? Wenn nein: Geschwister, Eltern oder Erben sichern Sie nur privat ab, etwa über eine Risikolebensversicherung. → Private Ergänzung
Leben Sie unverheiratet zusammen: Ist Ihre Lebensgefährtin namentlich benannt und die gemeinsame Haushaltsführung in Textform bestätigt? Wenn nein: Holen Sie beides jetzt nach, eine E‑Mail genügt, denn abgeben können die Erklärung nur Sie selbst. → Wer die Versorgung im Todesfall bekommt
Ist Ihre Zusage frei von Spätehen-, Mindestehe- oder „Ehefrau“-Klauseln? Wenn nein: Lassen Sie die Klausel prüfen, bevor ein Leistungsfall eintritt. → Klauseln, die über den Anspruch entscheiden
Bleibt Ihrer Partnerin bei der geplanten Auszahlungsform eine laufende Leistung? Wenn nein: Entscheiden Sie die Auszahlungsform gemeinsam mit der Absicherung Ihrer Partnerin. → Tod vor oder nach Auszahlungsbeginn
Halten Sie weniger als 50 Prozent der Anteile, auch zusammengerechnet mit anderen Gesellschafter-Geschäftsführern? Wenn nein: Ihre Familie hat keinen Schutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) und ist bei Insolvenz der GmbH nur über eine wirksame Verpfändung geschützt (Quelle: PSVaG). → Was der Gesellschafter-Status ändert
Nennt Ihre Verpfändung die Hinterbliebenen ausdrücklich als Pfandgläubiger, und liegt die Anzeige beim Versicherer vor? Wenn nein: Nachtrag, Gesellschafterbeschluss und Anzeige lassen sich nachholen, solange die GmbH gesund ist. → Schutz bei Insolvenz der GmbH
Ein Nein ist kein Versäumnis, sondern ein Arbeitsauftrag. Die meisten dieser Punkte lassen sich nachholen, solange Sie leben und die GmbH gesund ist. Zwei Grenzen gibt es. Die Beteiligungsquote ändern Sie nicht nebenbei. Und eine neue Witwenrente muss beim GGF erdienbar sein, als Faustregel also bis zum Pensionsalter noch rund zehn Jahre Dienstzeit vor sich haben. Die Antworten stehen in Ihrer Zusage, im Rückdeckungsvertrag und in der Verpfändungsvereinbarung.
Kommt Ihre Hinterbliebenenversorgung bei Ihrer Familie an?
Im Bestandscheck lesen wir Begünstigte, Leistungsform und Verpfändungsvereinbarung Ihrer Zusage gemeinsam und sagen Ihnen in Klartext, was im Todesfall fließt. Noch keine Zusage? Dann rechnen wir, ob das Konzept zu Ihrer GmbH passt.
Was ändert der Gesellschafter-Status für Ihre Hinterbliebenen?
Ob die Familie gesetzlich geschützt ist, entscheidet die Beteiligung des Geschäftsführers an der GmbH. Der Fremd-Geschäftsführer ohne Anteile und der Minderheits-GGF fallen unter das BetrAVG, der beherrschende GGF nicht (Quelle: § 17 BetrAVG). Für ihn gilt allein der Vertrag: keine gesetzliche Unverfallbarkeit, kein Schutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein.
Beherrschend heißt im Betriebsrentenrecht: Der GGF hält mindestens 50 Prozent der Anteile, allein oder zusammengerechnet mit anderen Gesellschafter-Geschäftsführern (Quelle: PSVaG). Hält ein Gesellschafter mehr als 50 Prozent, ist nur er ungeschützt. Einzelne Geschäftsführer mit weniger als zehn Prozent bleiben geschützt. Anteile des Ehepartners werden bei Zugewinngemeinschaft oder Gütertrennung nicht zugerechnet.
Vier Rechtsgebiete, vier Schwellen
Das Wort „beherrschend“ hat in vier Rechtsgebieten vier verschiedene Schwellen. In der Sozialversicherung zählt neben 50 Prozent auch eine Sperrminorität, die die gesamte Unternehmenstätigkeit umfasst (Quelle: Bundessozialgericht (BSG)).
Im Erbschaftsteuerrecht heißt der Begriff „herrschend“. Schon ein Minderheits-GGF kann herrschend sein, wenn er mit anderen GGF zusammen die Mehrheit hat (Quelle: Finanzgericht Münster). Dann fehlt ihm zugleich der PSV-Schutz. Umgekehrt kann eine Einstimmigkeitsabrede einen Minderheits-GGF erbschaftsteuerlich zum Herrschenden machen, obwohl er beim PSV geschützt bleibt.
Die folgende Übersicht fasst die Folgen für die Hinterbliebenen zusammen. Grundlage sind neben BetrAVG, PSVaG-Merkblatt und BSG-Rechtsprechung die Erbschaftsteuer-Richtlinien (Quelle: Erbschaftsteuer-Richtlinien 2019).
Status
BetrAVG und gesetzliche Unverfallbarkeit
PSV-Schutz der Hinterbliebenen
Gesetzliche Witwenrente aus der Tätigkeit
Erbschaftsteuer auf Hinterbliebenenbezüge
Beherrschender GGF (ab 50 %, auch zusammengerechnet)
Nein, es gilt nur der Vertrag
Nein, Schutz nur über Verpfändung
In der Regel nein
Ja
Minderheits-GGF (unter 50 %, auch zusammen mit den anderen GGF)
Ja
Ja
Ja, sofern keine umfassende Sperrminorität
Nein, wenn wie ein abhängiger Geschäftsführer und angemessen
Minderheits-GGF, mit anderen GGF zusammen ab 50 %
Nein, Ausnahme: Einzelne unter 10 %
Nein, Ausnahme: Einzelne unter 10 %
Je nach Sperrminorität
Ja
Fremd-Geschäftsführer ohne Beteiligung
Ja
Ja
Ja
Nein, wenn angemessen
Für die Erbschaftsteuer zählt der Status in dem Zeitpunkt der Vereinbarung, also dann, wenn die Hinterbliebenenversorgung zugesagt wurde. So hat es das Finanzgericht Münster im Urteil vom 22.08.2024, 3 K 2907/22 Erb, entschieden. Wer erst nach der Zusage Mehrheitsgesellschafter wird, behält für diese Zusage seinen damaligen Status.
Experten-Tipp: Für die Witwe zählt das Datum der Zusage, nicht das der Anteile
„Bei der Nachfolge in Familien-GmbHs geht es zuerst um Anteile, die Versorgungszusage läuft nebenher. Das halte ich für die falsche Reihenfolge. Erbschaftsteuerlich zählt Ihr Status bei Zusageerteilung, ein späterer Anteilskauf ändert daran nichts. Mein Rat: Legen Sie Zusagedatum und Beteiligungsquote nebeneinander, bevor Anteile wandern, und stimmen Sie jeden neuen Hinterbliebenenbaustein mit Ihrem Steuerberater auf die Nachfolge ab.“
Wenn Sie angestellter Geschäftsführer oder Vorstand sind
Der Fremd-Geschäftsführer ist rentenversicherungspflichtig, seine Familie erhält deshalb auch eine gesetzliche Witwen- oder Waisenrente. Die betriebliche Hinterbliebenenversorgung kommt hinzu, und das BetrAVG schützt sie über den Pensions-Sicherungs-Verein. Anders als der GGF gestaltet er seine Zusage nicht selbst, er verhandelt sie im Anstellungsvertrag. Verhandelbar sind die Höhe von Witwen- und Waisenrente, die Aufnahme einer Lebensgefährtin und eine Rentengarantiezeit.
Wechselt der Eigentümer, etwa durch einen Verkauf der Anteile, bleibt die GmbH Schuldnerin Ihrer Zusage. Der Gesellschafterwechsel ändert den Vertrag nicht. Der Schutz Ihrer Familie über den Pensions-Sicherungs-Verein bleibt ebenfalls bestehen. Ob Ihre Zusage aus dem Anstellungsvertrag im Todesfall bei Ihrer Familie ankommt, zeigt auch Ihnen ein Bestandscheck.
Für Vorstände einer Aktiengesellschaft gelten dieselben Grundsätze, ergänzt um das Angemessenheitsgebot des Aktiengesetzes (AktG), das ausdrücklich auch Hinterbliebenenbezüge erfasst (Quelle: § 87 AktG). Bei verschlechterter Lage kann der Aufsichtsrat sie in den ersten drei Jahren nach dem Ausscheiden herabsetzen. Die Hebel für Vorstände beschreibt unsere Seite zur Vorstandsversorgung.
Wer bekommt die Versorgung im Todesfall eines Geschäftsführers?
Die Versorgung im Todesfall bekommen nur Hinterbliebene im engen steuerlichen Sinn: Witwe oder Witwer, frühere Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, namentlich benannte Lebensgefährten und Kinder (Quelle: Bundesministerium der Finanzen (BMF)). Erben und beliebige Dritte gehören nicht dazu. Dieser enge Kreis gilt in allen fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Er ist Voraussetzung dafür, dass die Versorgung steuerlich anerkannt wird.
Kinder und Waisenrente
Kinder sind begünstigt, solange sie im Sinne des Einkommensteuergesetzes (EStG) berücksichtigt werden: grundsätzlich bis 18 Jahre, in Ausbildung bis 25 Jahre (Quelle: § 32 EStG). Für Zusagen, die vor dem 01.01.2007 erteilt wurden, gilt noch die alte Grenze von 27 Jahren. Pflege-, Stief- und Enkelkinder sind begünstigt, wenn sie auf Dauer im Haushalt leben. Der GGF muss sie dann namentlich benennen und das Kindschaftsverhältnis schriftlich versichern.
Lebensgefährtin oder Lebensgefährte
Eine Lebensgefährtin ist nur abgesichert, wenn der GGF sie namentlich benennt und in Textform versichert, dass eine gemeinsame Haushaltsführung besteht. Die Erklärung muss spätestens zu Beginn der Auszahlung an die Hinterbliebenen vorliegen, so das BMF-Schreiben vom 12.08.2021. Weil der GGF sie selbst abgeben muss, gehört sie praktisch zu Lebzeiten in die Akte. Eine E‑Mail oder ein Formular genügt. Eine Zusage, die nur den Ehegatten nennt, wird nicht auf die Partnerin erweitert.
Unverheiratete Paare sind im typischen Alter von Geschäftsführern kein Randfall. Nach unserer Auswertung des Mikrozensus 2025 lebt gut jedes siebte Paar ohne Trauschein zusammen, wenn die Bezugsperson des Haushalts 45 bis 54 Jahre alt ist (Quelle: Statistisches Bundesamt). Bei 35- bis 44-Jährigen ist es mehr als jedes fünfte Paar. Wer nicht verheiratet ist, muss die Partnerin deshalb aktiv in die Zusage aufnehmen.
Lebensgefährtin und verdeckte Gewinnausschüttung
Beim beherrschenden GGF kommt die Frage der verdeckten Gewinnausschüttung (vGA) hinzu. Eine vGA liegt vor, wenn die GmbH ihrem Gesellschafter einen Vorteil gewährt, den sie einem fremden Geschäftsführer nicht gewähren würde. Sie mindert den Gewinn der GmbH nicht (Quelle: § 8 Abs. 3 KStG). Ob die steuerliche Anerkennung einer Zusage gelingt, entscheidet deshalb der Fremdvergleich.
Eine Witwenrente für die Lebensgefährtin ist nach dem Bundesfinanzhof (BFH) nicht automatisch eine vGA (Quelle: BFH). Geprüft wird im Einzelfall, ob das Anstellungsverhältnis oder das Gesellschaftsverhältnis sie veranlasst hat. Im entschiedenen Fall bestand die Lebensgemeinschaft rund 20 Jahre.
Experten-Tipp: Der Name in der Zusage ist erst ein Drittel der Absicherung
„Für die Lebensgefährtin gilt die Zusage oft als erledigt, sobald ihr Name drinsteht. Ich sehe das anders. Ohne Erklärung in Textform zur gemeinsamen Haushaltsführung fehlt die steuerliche Anerkennung, ohne Nachtrag zur Verpfändung steht Ihre Partnerin im Insolvenzfall ohne Schutz da. Mein Rat: Erledigen Sie alle drei Schritte in einem Termin, mit Gesellschafterbeschluss, Unterschrift Ihrer Partnerin und Anzeige beim Versicherer.“
Hinterbliebener, Bezugsberechtigter und Erbe sind drei verschiedene Rollen. Wer nur erbt, bekommt aus der betrieblichen Versorgung nichts außer einem einmaligen, angemessenen Sterbegeld. Ein frei vererbbares Todesfallkapital wäre steuerlich keine betriebliche Altersversorgung mehr. Für Beschäftigte gilt dasselbe Prinzip.
Die Übersicht zeigt, wer welche Leistung erhält. Den Bezugsberechtigten bestimmt im Versicherungsvertrag der Versicherungsnehmer (Quelle: § 159 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)).
Rolle
Wer
Grundlage
Erhält
Hinterbliebener
Ehegatte, früherer Ehegatte, eingetragener Lebenspartner, benannter Lebensgefährte, Kinder nach § 32 EStG
Versorgungszusage und BMF-Schreiben vom 12.08.2021
Hinterbliebenenleistung aus der Versorgung
Bezugsberechtigter
Im Versicherungsvertrag benannte Person
§ 159 VVG, in der nach § 3 Nr. 63 EStG geförderten Versorgung nur aus dem Kreis der Hinterbliebenen, bei Altverträgen nach § 40b EStG in der alten Fassung auch andere Personen
Keine Leistung aus der Versorgung, nur angemessenes Sterbegeld oder bereits ausgezahltes Kapital im Nachlass
Tod ohne berechtigte Hinterbliebene
Stirbt ein lediger oder verwitweter GGF ohne berechtigte Hinterbliebene, bleibt das Geld in der GmbH. Bei der rückgedeckten Pensionszusage fließt die Versicherungsleistung an die GmbH, weil sie Versicherungsnehmerin und Bezugsberechtigte ist. Die Pensionsrückstellung wird aufgelöst. Bei der Direktversicherung fällt das Recht an den Versicherungsnehmer, sofern der Vertrag nichts anderes regelt (Quelle: § 160 VVG).
Wer ohne Partner lebt und Geschwister, Eltern oder Erben absichern möchte, braucht dafür eine private Lösung oder bereits ausgezahltes Kapital. Ob eine höhere Altersleistung ohne Witwenbaustein besser passt, ist eine Frage der Gesamtplanung. Die steuerlichen Folgen für die GmbH klärt Ihr Steuerberater.
Welche Klauseln entscheiden, ob Ihre Familie etwas bekommt?
Ob die Familie im Todesfall eine Leistung erhält, entscheiden oft Klauseln, die bei der Zusage niemand diskutiert hat: Spätehe, Altersabstand, Mindestehedauer und Wiederverheiratung. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat viele davon geprüft. Ist eine Klausel unwirksam, fällt sie in der Regel ersatzlos weg, und die Hinterbliebenen bekommen die volle Leistung. Ausnahme: Bei einer Zusage nur für die „jetzige Ehefrau“ schloss das BAG die Lücke durch Auslegung, die zweite Ehefrau ging leer aus (Quelle: BAG).
Diese Rechtsprechung betrifft Arbeitnehmer und gilt über das BetrAVG naheliegend auch für Fremd-Geschäftsführer und Minderheits-GGF (Quelle: § 17 BetrAVG). Beim beherrschenden GGF, der seine Zusage selbst aushandelt, wirken Klauseln vor allem steuerlich: Sie begrenzen den Wert der Zusage und halten sie angemessen. Ob die Arbeitsgerichte ihre Maßstäbe auf individuell ausgehandelte GGF-Zusagen übertragen, ist nicht entschieden.
Die wichtigsten Entscheidungen im Überblick, die Grundsatzentscheidung zur Spätehe stammt aus dem Jahr 2015 (Quelle: BAG).
Klausel in der Zusage
Wirksam?
Entscheidung
Witwenrente nur bei Heirat vor dem 60. Lebensjahr
Nein
BAG, 04.08.2015, 3 AZR 137/13
Heirat nach 60 und weniger als 5 Ehejahre
Nein
BAG, 10.03.2026, 3 AZR 107/25
Ehe vor der festen Altersgrenze der Zusage, zum Beispiel 65
Fall aus der Rechtsprechung: Heirat nach 60, Witwenrente trotzdem fällig
Im März 2026 hat das BAG eine Klausel gekippt, die eine Witwenrente bei Heirat nach dem 60. Lebensjahr und weniger als fünf Ehejahren ausschloss (Quelle: BAG). Das Paar lebte seit 2003 zusammen und hatte 2022 geheiratet. Die Klausel war ersatzlos unwirksam, die Witwe erhält 675,82 Euro brutto im Monat. Verklagt war eine Gruppenunterstützungskasse. Über seine Einstandspflicht trägt am Ende der Arbeitgeber die Nachzahlung der Rückstände und eine laufende Zahlung, mit der niemand kalkuliert hatte.
Die Lösung liegt in der Formulierung. Wirksam bleibt eine Anknüpfung an die feste Altersgrenze der Zusage oder an das Ende des Dienstverhältnisses. Wer Altzusagen mit einem Stichtag wie „Heirat vor 60“ in der GmbH hat, sollte sie prüfen lassen, bevor ein Leistungsfall eintritt.
Scheidung, zweite Ehe, Patchwork
Der frühere Ehegatte gehört steuerlich zum Kreis der Hinterbliebenen. Beim beherrschenden GGF hat der BFH eine Witwenrente zugunsten der geschiedenen Ehefrau allerdings im Allgemeinen als vGA gewertet (Quelle: BFH). Ob diese Linie heute noch trägt, ist offen.
Nach einer Scheidung kann der geschiedene Ehegatte unter Umständen die Hinterbliebenenversorgung direkt vom Versorgungsträger verlangen, soweit ein Anrecht noch nicht ausgeglichen ist (Quelle: § 25 Versorgungsausgleichsgesetz (VersAusglG)). Bei der Pensionszusage ist der Versorgungsträger die GmbH. Sie kann deshalb nach dem Tod eines GGF in zweiter Ehe zwei Hinterbliebene gleichzeitig bedienen müssen. Die Witwenversorgung wird dabei nach § 25 Abs. 5 VersAusglG gekürzt, die GmbH zahlt an zwei Personen, aber nicht doppelt.
Ein Pfandrecht der Ehefrau an der Rückdeckung erlischt in vielen Verpfändungsvereinbarungen mit der rechtskräftigen Scheidung. Eine neue Ehefrau oder Lebensgefährtin wird nicht automatisch Pfandgläubigerin, sie braucht einen Nachtrag mit eigener Unterschrift. Heirat, Scheidung, neue Partnerschaft und die Geburt eines Kindes sind deshalb jedes Mal ein Anlass, Zusage und Verpfändung gemeinsam zu prüfen.
Ist Ihre Familie in der Hinterbliebenenversorgung richtig benannt?
Eine Spätehenklausel, eine Lebensgefährtin ohne Erklärung in Textform, eine Scheidung ohne Nachtrag zur Verpfändung: Wir prüfen Begünstigte, Klauseln und Pfandgläubiger Ihrer Zusage. Danach wissen Sie, was davon heute noch trägt.
Welche Hinterbliebenenleistungen gibt es je Durchführungsweg?
Alle fünf Durchführungswege können eine Hinterbliebenenleistung vorsehen, keiner enthält sie automatisch. Was fließt, regelt die Zusage, der Leistungsplan oder der Tarif. Die Prozentsätze der gesetzlichen Witwenrente gelten in der betrieblichen Versorgung nur, wenn die Zusage sie ausdrücklich übernimmt.
In unserer Beratung sehen wir die Witwenrente meist bei 60 Prozent der zugesagten Altersleistung. Waisenrenten werden als Anteil festgelegt, und in den Zusagen, die wir prüfen, ist die Summe aller Hinterbliebenenleistungen meist begrenzt. Eine unangemessen hohe Witwenrente kann beim beherrschenden GGF eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) sein, die den Gewinn der GmbH nicht mindert (Quelle: § 8 Abs. 3 KStG).
Beitragsrückgewähr, Vertragsguthaben oder Hinterbliebenenrente
Tarif und Bezugsrecht
Pensionskasse
Die Kasse, eigener Rechtsanspruch der Hinterbliebenen
Witwen- und Waisenrente nach Leistungsplan
Leistungsplan
Pensionsfonds
Der Fonds, eigener Rechtsanspruch der Hinterbliebenen
Hinterbliebenenrente, an Dritte nur Sterbegeld bis zu den Bestattungskosten
Pensionsplan
Pensionszusage
Bei der Pensionszusage, auch Direktzusage genannt, zahlt die GmbH Witwen- und Waisenrente selbst aus ihrem Vermögen. Sie bildet dafür eine Pensionsrückstellung. Anerkannt wird sie nur, wenn die Zusage schriftlich ist und Art, Form, Voraussetzungen und Höhe der Leistungen eindeutig nennt (Quelle: § 6a EStG). Das gilt auch für den Hinterbliebenenteil. Stirbt der GGF im aktiven Dienst, beginnt die Witwenrente in der Regel sofort.
Unterstützungskasse
Die Unterstützungskasse zahlt nach ihrem Leistungsplan, formal ohne Rechtsanspruch der Begünstigten (Quelle: § 1b BetrAVG). Die GmbH steht trotzdem für die zugesagte Leistung ein. Welche Hinterbliebenenleistungen vorgesehen sind, ob Witwen-, Waisen- oder Lebensgefährtenrente, steht im konkreten Leistungsplan.
Direktversicherung: der Einstieg mit Deckel
Die Direktversicherung ist der Einstieg mit Deckel: rund 8.000 Euro im Jahr (2026 genau 8.112 Euro), die Notfall-Lösung, wenn der Gewinn noch nicht reicht (Quelle: § 3 Nr. 63 EStG). Ehepartner und Kinder können im Vertrag bezugsberechtigt sein, die Todesfallleistung vor Beginn der Auszahlung hängt vom Tarif ab.
Pensionskasse und Pensionsfonds
Bei der Pensionskasse und beim Pensionsfonds haben die Hinterbliebenen einen eigenen Rechtsanspruch gegen die Versorgungseinrichtung, so § 1b BetrAVG. Wartezeiten und Regeln für die Wiederheirat stehen im Leistungsplan. Der Pensionsfonds darf an Dritte nur ein Sterbegeld bis zur Höhe der gewöhnlichen Bestattungskosten zahlen (Quelle: § 236 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)).
Was passiert, wenn der Geschäftsführer vor oder nach Auszahlungsbeginn stirbt?
Entscheidend ist der Zeitpunkt des Todes. Stirbt der Geschäftsführer im aktiven Dienst, gilt die Zusage unmittelbar. Stirbt er nach dem Ausscheiden, braucht die Familie eine unverfallbare Anwartschaft. Stirbt er nach Beginn der Auszahlung, fließt nur, was die Zusage für diesen Fall vorsieht.
Tod im aktiven Dienst
Stirbt der Geschäftsführer im Amt, tritt der Versorgungsfall während des Dienstverhältnisses ein. Dann gilt die Zusage selbst, gegebenenfalls mit einer vertraglichen Wartezeit. Die gesetzliche Unverfallbarkeitsfrist spielt dafür keine Rolle: Sie regelt nur, was beim Ausscheiden vor dem Versorgungsfall bleibt (Quelle: § 1b BetrAVG).
Tod nach dem Ausscheiden: Ab wann ist die Anwartschaft unverfallbar?
Hat der Geschäftsführer die GmbH vor dem Versorgungsfall verlassen, bekommt die Familie nur etwas, wenn die Anwartschaft unverfallbar ist. Für Fremd-Geschäftsführer und Minderheits-GGF gilt nach § 1b BetrAVG: Er war beim Ausscheiden mindestens 21 Jahre alt, und die Zusage hat mindestens drei Jahre bestanden. Auf die Dauer der Betriebszugehörigkeit kommt es nicht an. Bei Entgeltumwandlung ist die Anwartschaft sofort unverfallbar, beim beherrschenden GGF gilt allein der Vertrag. Die Höhe richtet sich mindestens nach dem zeitanteiligen Teil der Anwartschaft (Quelle: § 2 BetrAVG). Maßgeblich ist das Verhältnis der tatsächlichen zur möglichen Dienstzeit bis zur Regelaltersgrenze.
Tod nach Beginn der Auszahlung
Nach Beginn der Auszahlung bekommt die Familie, was die Zusage für den Todesfall vorsieht. Das kann eine lebenslange Witwenrente sein, eine befristete Waisenrente oder die Zahlung für den Rest einer Rentengarantiezeit. Fehlt eine solche Regelung, endet die Zahlung mit dem Tod. Die Rentengarantiezeit läuft steuerlich nur an Hinterbliebene im engen Sinn weiter und ohne Wahlrecht auf eine Einmalauszahlung (Quelle: BMF-Schreiben vom 12.08.2021).
Die Rentengarantiezeit ist ein Teilschutz und ersetzt keine Witwenrente. Sie zahlt nur, wenn der GGF in den ersten Jahren nach Auszahlungsbeginn stirbt, und endet mit Ablauf der vereinbarten Zeit. Eine lebenslange Witwenrente kann dagegen Jahrzehnte laufen.
Laufende Auszahlung oder Kapital
Wer bei Beginn der Auszahlung das gesamte Kapital wählt, verzichtet auf die laufende Witwenrente. Das Kapital gehört dann zum Privatvermögen und fällt beim Tod in den Nachlass, also an die Erben statt an den engen Kreis der Hinterbliebenen. Welche Formen der Auszahlung der bAV es gibt, sollten Sie vor dieser Wahl kennen. Die Entscheidung über die Auszahlungsform ist immer auch eine Entscheidung über die Absicherung des Partners.
Experten-Tipp: Wer das ganze Kapital nimmt, entscheidet auch über die Witwe
„Kapital gilt bei Auszahlungsbeginn als die flexible Wahl. Für Ihre Familie ist es oft die schwächere: Die laufende Witwenrente entfällt, das Kapital fällt in den Nachlass, und bei sechsstelligen Summen verpufft die Fünftelregelung. Mein Rat: Prüfen Sie früh, ob Ihre Zusage eine Teilkapitalisierung oder Ratenoption erlaubt. Dann nehmen Sie einen Teil als Kapital und lassen den Rest mit Witwenanteil laufend auszahlen.“
Im Todesfall entscheidet nicht nur, was in der Zusage steht, sondern auch, ob die Familie die Unterlagen findet. Diese Schritte stehen in der Regel an:
GmbH und Versorgungsträger informieren: Bei der Pensionszusage zahlt die GmbH selbst. Bei Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds wendet sich die Familie zusätzlich an die Kasse, den Versicherer oder den Fonds.
Unterlagen zusammentragen: Versorgungszusage mit allen Nachträgen, Verpfändungsvereinbarung und Versicherungsnummern der Rückdeckung. Bei einer Lebensgefährtin kommt die Erklärung zur gemeinsamen Haushaltsführung in Textform dazu, bei Stiefkindern die schriftliche Erklärung zum Kindschaftsverhältnis.
Lohnsteuer klären: Witwen- und Waisenrenten aus Pensionszusage und Unterstützungskasse sind Versorgungsbezüge, die GmbH führt davon Lohnsteuer ab (Quelle: § 19 EStG).
Auskunft verlangen: Bei Fremd-Geschäftsführern und Minderheits-GGF haben die Hinterbliebenen einen eigenen Anspruch auf Auskunft über die Höhe der Leistung, in Textform (Quelle: § 4a BetrAVG). Für die Familie des beherrschenden GGF gilt das BetrAVG nicht, dort zählt allein die Zusage.
Steuerermäßigung beantragen: Unterliegt die Witwenrente zusätzlich der Erbschaftsteuer, stellt die Familie den Antrag auf Ermäßigung der Einkommensteuer mit der Steuererklärung (Quelle: § 35b EStG).
Änderungen melden: Eine Wiederheirat der Witwe oder das Ende der Ausbildung eines Kindes geht an den Versorgungsträger. Die Anzeigepflichten dazu stehen in der Regel in der Zusage.
Legen Sie Zusage, Verpfändungsvereinbarung und Versicherungsnummern deshalb schon heute an einem Ort ab, den Ihre Familie kennt. Sagen Sie ihr auch, wer in der GmbH und beim Steuerberater ihr Ansprechpartner ist.
Was bedeutet die Hinterbliebenenversorgung für Ihre GmbH bei Bilanz, Nachfolge und Verkauf?
Für die GmbH ist die Hinterbliebenenversorgung eine langfristige Verpflichtung: Stirbt der GGF, wird aus der Anwartschaft eine laufende Zahlung, die oft Jahrzehnte läuft. Bei der Pensionszusage bildet die GmbH dafür eine Pensionsrückstellung, die Zuführungen für den Witwenanteil sind Betriebsausgabe (Quelle: § 6a EStG). Wie gut die GmbH diese Zahlung trägt, entscheiden Rückdeckung, Nachfolge und ein möglicher Verkauf.
Bilanz und Liquidität
Nach dem Tod des GGF steht in der Bilanz statt der Anwartschaft die laufende Witwenrente, die Rückstellung wird über ihre Laufzeit abgebaut. Ohne Rückdeckung zahlt die GmbH die Rente aus dem laufenden Geschäft. Eine kongruente Rückdeckung bildet die zugesagte Leistung genau ab. Sichert sie auch den Witwenanteil, muss die GmbH die Witwenrente nicht aus dem laufenden Gewinn zahlen.
Nachfolge in der Familie
In einer Familien-GmbH finanziert unter Umständen der Nachfolger die Witwenrente aus dem laufenden Geschäft. Für die Erbschaftsteuer der Witwe zählt der Status des GGF bei Erteilung der Zusage, ein späterer Anteilsübergang ändert ihn für diese Zusage nicht (Quelle: Finanzgericht Münster). Zusagedatum, Beteiligungsquote und Rückdeckung gehören deshalb auf den Tisch, bevor Anteile wandern.
Verkauf der GmbH
Ein Verkauf der Anteile ändert die Schuldnerin nicht. Die GmbH bleibt zur Witwenrente verpflichtet, für den Käufer ist sie eine Verbindlichkeit im Kaufpreis. Vor einem Verkauf oder einer Nachfolge kann die Auslagerung der Zusage eine Lösung sein. Welcher Weg passt, hängt von Bilanz, Liquidität und Käufer ab. Wie die Hinterbliebenen dabei abgesichert bleiben, gehört in dieselbe Planung.
Ist die Hinterbliebenenversorgung bei Insolvenz der GmbH geschützt?
Für Fremd-Geschäftsführer und Minderheits-GGF ja, für den beherrschenden GGF nur, wenn er selbst für Schutz gesorgt hat. Der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) springt bei Insolvenz des Arbeitgebers für Versorgungsempfänger und ihre Hinterbliebenen ein (Quelle: § 7 BetrAVG). Den beherrschenden GGF schützt er nicht. Ohne wirksame Verpfändung gehört die Rückdeckung seiner Pensionszusage zur Insolvenzmasse, und der Insolvenzverwalter verwertet sie für alle Gläubiger.
Das Risiko wächst. Die Zahl der Insolvenzen, in denen der PSVaG einspringen musste, stieg von 275 im Jahr 2022 auf 614 im Jahr 2025 (Quelle: PSVaG). Für beherrschende GGF gibt es keine vergleichbare Statistik, weil der PSVaG diesen Personenkreis nicht erfasst.
Für das erste Halbjahr 2026 meldete das Statistische Bundesamt 12.812 beantragte Unternehmensinsolvenzen, den höchsten Halbjahreswert seit 2013 (Quelle: Statistisches Bundesamt). Für die Familie eines beherrschenden GGF hängt die Witwenrente im Insolvenzfall allein an der Verpfändung.
Insolvenzschutz nach Durchführungsweg und Status
Die Tabelle zeigt, wie die Hinterbliebenenleistung bei Insolvenz der GmbH geschützt ist. Grundlage sind § 7 BetrAVG und die Statusgrenzen des PSVaG (Quelle: PSVaG). Wie der Insolvenzschutz der bAV für die Belegschaft funktioniert, ist eine eigene Frage.
Durchführungsweg
Nicht beherrschend (Fremd-Geschäftsführer, Minderheits-GGF unter 50 %)
Beherrschender GGF (ab 50 %, auch zusammengerechnet)
Pensionszusage
Gesetzlicher Schutz durch den PSVaG
Kein PSV-Schutz, Rückdeckung verpfändet an GGF und Hinterbliebene, Anzeige nach § 1280 BGB
Unterstützungskasse
Gesetzlicher Schutz durch den PSVaG
Kein PSV-Schutz, Verpfändung der Rückdeckung durch die Kasse
Direktversicherung
Schutz über unwiderrufliches Bezugsrecht, PSVaG nur bei widerruflichem Bezugsrecht, Abtretung oder Beleihung
Vertrag liegt beim Versicherer, Schutz über unwiderrufliches Bezugsrecht, sofern nicht abgetreten oder beliehen
Pensionskasse
Eigener Anspruch gegen die Kasse, PSVaG nur, soweit die Kasse nicht leistet und keinem Sicherungsfonds angehört
Eigener Anspruch gegen die Kasse, kein PSV-Schutz, keine verpfändbare Rückdeckung
Pensionsfonds
Eigener Anspruch gegen den Fonds, PSVaG, soweit der Fonds nicht leistet
Eigener Anspruch gegen den Fonds, kein PSV-Schutz, keine verpfändbare Rückdeckung
Die Zeile Direktversicherung beim beherrschenden GGF hängt vom einzelnen Vertrag ab. Für nicht beherrschende Geschäftsführer ist eine laufende Leistung 2026 bis 11.865 Euro im Monat gesichert, das Dreifache der monatlichen Bezugsgröße (Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026). Wurde die Zusage oder eine Verbesserung erst in den letzten zwei Jahren vor der Insolvenz erteilt, ist der Schutz nach § 7 BetrAVG eingeschränkt. Das betrifft vor allem eine spät nachgerüstete Witwenrente.
Die Kette: Zusage, Rückdeckung, Verpfändung
Für den beherrschenden GGF ist die Verpfändung der Rückdeckungsversicherung der verbreitete Weg, die Versorgung der Familie vor dem Insolvenzverwalter zu schützen, daneben gibt es Treuhandlösungen. Die Kette lautet: Versorgungszusage, Rückdeckung, Verpfändung, geschütztes Privatvermögen. Die Verpfändung ist nur wirksam, wenn die GmbH sie dem Versicherer anzeigt (Quelle: § 1280 BGB). Insolvenzgeschützt ist die Versorgung, wenn Gesellschafterbeschluss, Zusage und Verpfändung nach § 1280 BGB zusammenpassen.
Für die Familie entscheidend: Die Verpfändung muss die Hinterbliebenen ausdrücklich als Pfandgläubiger nennen. Eine Verpfändung nur zugunsten des GGF sichert seine Altersleistung, aber nicht die Witwenrente. Der Insolvenzverwalter darf die Rückdeckung vor dem Versorgungsfall kündigen, muss den Wert aber hinterlegen (Quelle: Bundesgerichtshof (BGH)). Tritt der Versorgungsfall ein, auch durch den Tod des GGF, steht das Geld den Pfandgläubigern zu.
Checkliste: Wann die Verpfändung Ihre Hinterbliebenen schützt
Ob eine Verpfändung im Ernstfall hält, lässt sich an neun Punkten prüfen:
Wirksame Versorgungszusage, denn ohne sie läuft das Pfandrecht ins Leere
Wirksam abgeschlossene Rückdeckung mit der GmbH oder der Unterstützungskasse als Versicherungsnehmerin
Schriftliche Verpfändungsvereinbarung mit Bezeichnung der Zusage und aller Versicherungsnummern, beim GGF mit Befreiung vom Verbot des Insichgeschäfts (Quelle: § 181 BGB)
Alle Pfandgläubiger genannt, auch nachrangige: GGF, Ehe- oder Lebenspartner, Kinder
Unterschrift aller Pfandgläubiger, bei minderjährigen Kindern der gesetzlichen Vertreter
Gesellschafterbeschluss zur Verpfändung
Verpfändungsanzeige der GmbH oder der Unterstützungskasse an den Versicherer
Nachtrag bei Heirat, neuer Partnerschaft und Geburt eines Kindes
Keine Widerrufsvorbehalte in der Zusage, die das Pfandrecht entwerten
Fehlt der Gesellschafterbeschluss, ist die Verpfändung beim beherrschenden GGF unwirksam (Quelle: OLG Düsseldorf). Die gute Nachricht: Jeder dieser Punkte lässt sich nachholen, solange die GmbH gesund ist. Ob eine nachträgliche Verpfändung in einer Krise angefochten werden kann, ist eine eigene Frage.
Neun Punkte klingen nach viel Papier. Für Ihre Familie reicht schon ein fehlender, etwa der Gesellschafterbeschluss oder die Anzeige beim Versicherer. Ob Ihre Verpfändung alle neun erfüllt, zeigt ein Blick in die Unterlagen, und den übernehmen wir gern. Der Bestandscheck prüft neben der Absicherung Ihrer Familie auch Rendite, Auszahlung, Krankenversicherungsstatus, Insolvenzschutz und Formalia Ihrer Zusage. Begünstigte und Verpfändung gehören zu Insolvenzschutz und Formalia.
Sie haben schon eine Versorgungszusage? 30 Minuten. Fünf Antworten. Klartext.
Sie schicken uns Zusage und Rückdeckungsvertrag. Wir prüfen Rendite, Auszahloptionen, KV-Status, Insolvenzschutz und Formalia. Sie bekommen eine Einschätzung in Klartext, auf Basis Ihrer realen Zahlen.
Noch keine Zusage? Dann rechnen wir in 15 Minuten, ob das Konzept zu Ihrer GmbH passt.
Wie wird die Hinterbliebenenversorgung versteuert?
Die Hinterbliebenen versteuern die laufende Leistung als Einkommen, beim herrschenden GGF kommt die Erbschaftsteuer hinzu. Wie die Einkommensteuer greift, hängt vom Durchführungsweg ab, nicht von der Person (Stand 2026). Witwen- und Waisenrenten aus Pensionszusage und Unterstützungskasse sind Versorgungsbezüge, die GmbH führt dafür Lohnsteuer ab (Quelle: § 19 EStG).
Leistungen aus Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds sind dagegen sonstige Einkünfte ohne Versorgungsfreibetrag (Quelle: § 22 Nr. 5 EStG). Die Übersicht zeigt die Werte für 2026.
Versorgungsbezug nach § 19 EStG, Lohnsteuerabzug durch die GmbH
Ja, 12,8 %, höchstens 960 € plus 288 € Zuschlag
Pflichtversichert: Beiträge auf den Teil über 197,75 € im Monat. Freiwillig versichert: Beiträge auf den vollen Betrag
Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds
Sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 5 EStG
Nein
Pflichtversichert: Beiträge auf den Teil über 197,75 € im Monat. Freiwillig versichert: Beiträge auf den vollen Betrag
Versorgungsfreibetrag der Witwe
Stirbt der GGF, nachdem seine Auszahlung begonnen hat, übernimmt die Witwe bei Pensionszusage und Unterstützungskasse seinen Jahrgang beim Versorgungsfreibetrag, so § 19 Abs. 2 EStG. Der Freibetrag schmilzt mit jedem späteren Jahrgang ab. Bei Versorgungsbeginn 2026 beträgt er 12,8 Prozent, höchstens 960 Euro plus 288 Euro Zuschlag.
Kranken- und Pflegeversicherung
Ist die Witwe gesetzlich krankenversichert, zahlt sie auf die betriebliche Hinterbliebenenleistung Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (Quelle: § 229 Sozialgesetzbuch V (SGB V)). Wird die Leistung als Kapital gezahlt, gilt ein Hundertzwanzigstel davon zehn Jahre lang als monatlicher Bezug. Die Einkommensteuer folgt dann denselben Regeln wie bei der Besteuerung der Kapitalauszahlung.
Ist die Witwe in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, etwa in der Krankenversicherung der Rentner, bleibt 2026 ein Freibetrag von 197,75 Euro im Monat beitragsfrei, ein Zwanzigstel der monatlichen Bezugsgröße (Quelle: § 226 Abs. 2 SGB V). Der Freibetrag gilt nur für die Krankenversicherung, nicht für die Pflegeversicherung. Ist die Witwe freiwillig versichert, gilt kein Freibetrag, die Beiträge fallen auf den vollen Betrag an.
Erbschaftsteuer: Der Status bei Zusageerteilung entscheidet
Ob auf die Witwenrente Erbschaftsteuer anfällt, hängt am Status des Geschäftsführers bei Erteilung der Zusage. War er wie ein abhängiger Geschäftsführer anzusehen und ist die Leistung angemessen, also höchstens 45 Prozent seines Bruttoarbeitslohns, unterliegt sie nicht der Erbschaftsteuer. War er herrschender Geschäftsführer, unterliegen die Hinterbliebenenbezüge der Erbschaftsteuer (Quelle: Erbschaftsteuer-Richtlinien 2019).
Freibeträge und Steuerermäßigung
Steuerpflichtig ist dann der Kapitalwert der Witwenrente, nicht die einzelne Monatszahlung. Für den überlebenden Ehegatten oder Lebenspartner gilt ein persönlicher Freibetrag von 500.000 Euro (Quelle: § 16 Erbschaftsteuergesetz (ErbStG)).
Zusätzlich steht ihm ein besonderer Versorgungsfreibetrag von 256.000 Euro zu (Quelle: § 17 ErbStG). Beim herrschenden GGF bleibt dieser Freibetrag ungekürzt. Beim nicht herrschenden Geschäftsführer ist die Witwenrente zwar nicht erbschaftsteuerpflichtig, ihr Kapitalwert kürzt aber nach § 17 Abs. 1 Satz 2 ErbStG den Versorgungsfreibetrag.
Zur Einkommensteuer auf die laufende Witwenrente kommt beim herrschenden GGF die Erbschaftsteuer auf ihren Kapitalwert. Diese doppelte Last mildert das Gesetz: Auf Antrag ermäßigt sich die Einkommensteuer auf Einkünfte, die in den letzten vier Jahren der Erbschaftsteuer unterlagen (Quelle: § 35b EStG). Den Antrag stellt die Familie mit der Steuererklärung.
Fall aus der Rechtsprechung: Lebensgefährtin zahlt 30 Prozent Erbschaftsteuer
Das Finanzgericht München hat im März 2026 einen Fall entschieden, der unverheiratete Paare betrifft. Die Lebensgefährtin erhielt aus einer Direktversicherung 213.402 Euro. Weil sie die Voraussetzungen einer gesetzlichen Hinterbliebenenrente nicht erfüllte, war die Leistung erbschaftsteuerpflichtig: Steuerklasse III, 20.000 Euro Freibetrag, 30 Prozent Steuersatz (Quelle: FG München). Hinzu kam die Einkommensteuer, das Gericht hielt die Doppelbelastung für verfassungsgemäß.
Für Paare ohne Trauschein gibt es Gestaltungen, die diese Last je nach Situation senken können, etwa eine private Risikolebensversicherung über Kreuz. Ob eine Heirat, eine andere Struktur oder eine Kombination besser passt, hängt von Ihrer Situation ab. Die steuerliche Beurteilung bleibt bei Ihrem eigenen Steuerberater, auf Wunsch ergänzt durch spezialisierte Steuerberater aus unserem Experten-Netzwerk.
Warum das kein Trick ist
Für die GmbH sind Zuwendungen an eine Unterstützungskasse auch für den Hinterbliebenenteil Betriebsausgabe (Quelle: § 4d EStG). Bei der Pensionszusage mindert die Zuführung zur Pensionsrückstellung den Gewinn, wenn die Zusage dem Fremdvergleich standhält und der enge Hinterbliebenenbegriff eingehalten ist.
Das ist kein Trick, sondern eine Struktur, die es seit Jahrzehnten gibt. Beiträge sind Betriebsausgabe nach § 4d EStG, die Besteuerung ist nachgelagert: Sie zahlen nicht weniger Steuern, sondern später und meist zu einem günstigeren Satz, während Ihr Kapital in der Zwischenzeit voll arbeitet. Ob das bei Ihnen passt, hängt von Alter der GmbH, Amtszeit und Angemessenheit ab.
Welche Steuerlast auf Ihre Familie zukommt, hängt an drei Weichen: dem Status bei Erteilung, dem Kreis der Begünstigten und der Leistungsform. Sie stellen sie bei einer neuen oder angepassten Zusage.
Welche private Absicherung ergänzt die Hinterbliebenenversorgung?
Eine private Risikolebensversicherung schließt die Lücke, solange die betriebliche Zusage noch jung ist oder keine ausreichende Witwenrente vorsieht. Sie zahlt die vereinbarte Summe an den Bezugsberechtigten, den der Versicherungsnehmer frei bestimmen kann (Quelle: § 159 VVG). Anders als in der betrieblichen Versorgung können das auch Lebensgefährten, Geschwister oder Erben sein.
Gesetzliche Witwenrente: oft nicht vorhanden
Eine gesetzliche Witwenrente gibt es nur, wenn der Verstorbene in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war (Quelle: § 46 Sozialgesetzbuch VI (SGB VI)). Beherrschende GGF sind in der Regel nicht rentenversicherungspflichtig. Für ihre Familie ist die betriebliche Witwenrente dann oft die einzige laufende Absicherung aus der Erwerbstätigkeit.
Risikolebensversicherung über Kreuz
Bei der Erbschaftsteuer macht die Vertragsgestaltung den Unterschied. Zahlt der GGF die Beiträge selbst, ist die Leistung an den Partner ein Erwerb von Todes wegen. Ist die Partnerin selbst Versicherungsnehmerin und Beitragszahlerin und versichert das Leben des GGF, ist die Leistung kein Erwerb aus einem Vertrag des Verstorbenen. So sieht es auch R E 3.7 der Erbschaftsteuer-Richtlinien (Quelle: § 3 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG). Diese Gestaltung über Kreuz ist vor allem für unverheiratete Paare interessant.
Experten-Tipp: Die Risikolebensversicherung ist eine Brücke, kein Ersatz
„Die Risikolebensversicherung gilt oft als günstiger Ersatz für eine betriebliche Witwenrente. Ich sehe sie als Brücke: Sie trägt Ihre Familie, bis Ihre Versorgung in der GmbH genug Kapital aufgebaut hat. Mein Rat: Bemessen Sie Summe und Laufzeit genau an dieser Lücke. Lassen Sie bei unverheirateten Paaren die Partnerin über Kreuz abschließen und nutzen Sie die Nachversicherung, solange Ihr Tarif sie ohne neue Gesundheitsprüfung erlaubt.“
Die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, kennt eine Hinterbliebenenrente nur für Ehegatten und kindergeldberechtigte Kinder, nicht für Lebensgefährten (Quelle: § 10 EStG). Kapitalauszahlungen sind ausgeschlossen. Die Renten werden nachgelagert besteuert, gefördert werden die Beiträge.
Unsere Empfehlungen
Aus der Beratung von Gesellschafter-Geschäftsführern leiten wir drei Empfehlungen zur Hinterbliebenenversorgung ab. Sie gelten für jeden Durchführungsweg. Wie stark sie wiegen, hängt von Ihrem Status, Ihrem Familienstand und dem Alter Ihrer Zusage ab.
Hinterbliebenenschutz mit der Erstzusage vereinbaren
Am günstigsten ist der Zeitpunkt der ersten Zusage. Jede spätere Aufnahme einer Witwenrente gilt als Verbesserung und muss erdienbar sein. Als Faustregel gilt: GmbH mindestens fünf Jahre, GGF mindestens drei Jahre im Amt, rund zehn Jahre Erdienbarkeit. Eine Witwenrentenzusage an einen 66-jährigen Geschäftsführer hat der BFH als vGA gewertet (Quelle: BFH).
Begünstigte als Rolle formulieren, die Lebensgefährtin namentlich
Eine Formulierung wie „der überlebende Ehegatte“ passt sich bei Scheidung und neuer Ehe an, eine namentliche Benennung nicht. Bei der Lebensgefährtin ist es umgekehrt: Sie muss namentlich und mit Erklärung zur gemeinsamen Haushaltsführung in Textform benannt sein. Eine klare Rangfolge zwischen Ehegatte, Lebensgefährtin und Kindern vermeidet Streit im Todesfall.
Lebensereignisse: Wann Zusage und Verpfändung angepasst werden müssen
Eine Hinterbliebenenregelung ist nur so aktuell wie das Leben, für das sie geschrieben wurde. Acht Ereignisse verändern, wer im Todesfall etwas bekommt oder ob die Verpfändung noch die richtigen Personen schützt. Maßstab für den Kreis der Begünstigten ist das BMF-Schreiben vom 12.08.2021 (Quelle: BMF-Schreiben vom 12.08.2021). Die Übersicht zeigt je Ereignis die Folge für Ihre Familie und den nächsten Schritt.
Ereignis
Was sich für die Hinterbliebenen ändert
Was zu tun ist
Heirat
Der Ehegatte gehört zum engen Hinterbliebenenkreis, wird aber nicht automatisch Pfandgläubiger
Klauseln prüfen, Ehegatten in die Verpfändung aufnehmen, Anzeige beim Versicherer
Trennung und Scheidung
Der frühere Ehegatte bleibt steuerlich im Hinterbliebenenkreis, ein Pfandrecht erlischt in vielen Verpfändungsvereinbarungen mit der Scheidung
Zusage, Versorgungsausgleich und Pfandgläubiger gemeinsam prüfen, beim beherrschenden GGF die vGA-Frage mit dem Steuerberater klären
Neue Partnerschaft ohne Trauschein
Die Lebensgefährtin ist nur begünstigt, wenn sie namentlich benannt und die gemeinsame Haushaltsführung in Textform bestätigt ist
Benennung und Erklärung zu Lebzeiten nachholen (maßgeblich ist der Beginn der Auszahlung an die Hinterbliebenen), Nachtrag zur Verpfändung mit ihrer Unterschrift
Geburt, Adoption, Stiefkind im Haushalt
Kinder sind nach § 32 EStG begünstigt, Pflege- und Stiefkinder nur, wenn sie auf Dauer im Haushalt leben
Stief- und Pflegekinder namentlich benennen, Kinder als Pfandgläubiger aufnehmen, bei Minderjährigen unterschreibt der gesetzliche Vertreter
Kind beendet die Ausbildung oder wird 25
Das Kind fällt aus dem begünstigten Kreis, bei Zusagen vor dem 01.01.2007 gilt noch die Grenze von 27 Jahren
Änderung dem Versorgungsträger melden, die Anzeigepflicht steht in der Regel in der Zusage
Anteilsänderung oder Nachfolge in der Familie
Für die Erbschaftsteuer zählt der Status bei Erteilung der Zusage, ein späterer Anteilskauf ändert ihn für diese Zusage nicht (Quelle: FG Münster, 22.08.2024, 3 K 2907/22 Erb)
Zusagedatum und Beteiligungsquote nebeneinanderlegen, bevor Anteile wandern
Verkauf der GmbH
Eine laufende oder künftige Witwenrente ist eine Verbindlichkeit, über die der Käufer verhandelt
Vor dem Verkauf klären, ob die Zusage ausgelagert oder übernommen wird
Tod der Partnerin
Ohne weitere berechtigte Hinterbliebene bleibt das Geld im Todesfall des GGF in der GmbH
Prüfen, ob ein Verzicht auf den Witwenbaustein oder eine neue Begünstigung passt, beides mit Gesellschafterbeschluss und in Schriftform
Schon eines dieser Ereignisse ist Anlass, Zusage, Begünstigte und Verpfändung gemeinsam prüfen zu lassen.
Was bei der Anpassung Ihrer Zusage passiert
Jeder Gesellschafter-Geschäftsführer hat eine andere Ausgangslage: Beteiligungsquote, Familienstand, Alter des Partners, bestehende Zusagen und Rückdeckungen. Standardlösungen lassen diese Faktoren außen vor, mit der Folge, dass im Todesfall die falsche Person begünstigt ist oder der Insolvenzverwalter zugreift. Eine Versorgungsanalyse klärt deshalb zuerst, welcher Status gilt, ob der Kreis der Hinterbliebenen stimmt und ob die Verpfändung die Familie einschließt.
Eine Hinterbliebenenregelung anzupassen heißt dann mehr, als einen Namen zu ändern. Es braucht einen Gesellschafterbeschluss, eine schriftliche Änderung der Zusage, gegebenenfalls einen Nachtrag zur Verpfändung mit allen Unterschriften und die Anzeige beim Versicherer. Wir begleiten diesen Prozess von der Analyse bis zur Umsetzung und halten die Regelung bei Heirat, Trennung, Geburt oder Nachfolge aktuell. Der Einstieg ist ein Bestandscheck Ihrer bestehenden Zusage, Ihr Steuerberater bleibt dabei Ansprechpartner für die steuerliche Beurteilung.
Stephan Seidenfad · Geschäftsführung und bAV-Experte
„Ich bin das Gesicht. Den Alleingang gibt es hier nicht. Was Sie auf YouTube von mir hören, mache ich seit 2008 selbst so. Und mein Team setzt es seit über 20 Jahren so um, dass es einer Betriebsprüfung standhält.“
Seit 2002 berät Stephan Seidenfad Gesellschafter-Geschäftsführer und Unternehmen zu Versorgung und bAV, 2004 hat er von Buddenbrock mitgegründet. Seine eigene Unterstützungskasse läuft seit 2008. Wer bei uns anruft, spricht mit jemandem, der das Konzept bei ihm gelernt hat.
Mitgründer 2004 · Berater seit 2002 · Eigene U-Kasse seit 2008 · Schloss Schellenberg, Essen · YouTube: Klartext für Entscheider
Häufige Fragen zur Hinterbliebenenversorgung für Geschäftsführer
Was ist eine Hinterbliebenenversorgung für Gesellschafter-Geschäftsführer?
Die Hinterbliebenenversorgung ist der Teil der Versorgungszusage, der im Todesfall des Gesellschafter-Geschäftsführers (GGF) an seine Angehörigen zahlt. Das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) stellt sie laut § 1 BetrAVG gleichrangig neben die Alters- und die Invaliditätsversorgung. Zugesagt werden kann eine Witwen-, Waisen- oder Lebensgefährtenrente oder ein Kapital. Was tatsächlich fließt, legt allein die Zusage fest, eine gesetzliche Standardregelung gibt es nicht.
Begünstigt ist nur ein enger Kreis: Ehegatten, frühere Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, namentlich benannte Lebensgefährten und Kinder. Erben gehören nicht dazu, so das BMF-Schreiben vom 12.08.2021. Die Leistung ist in der Regel Teil einer Pensionszusage oder eines anderen Durchführungswegs der betrieblichen Altersversorgung.
Welche Pflicht hat die GmbH, ihrem Geschäftsführer eine Hinterbliebenenversorgung zuzusagen?
Keine gesetzliche, auch nicht gegenüber Fremd-Geschäftsführern. Die Hinterbliebenenleistung ist ein freiwilliger Baustein, eine Zusage kann auch eine reine Altersleistung sein. Sagt die GmbH die Hinterbliebenenleistung aber zu, steht sie dafür ein. Das gilt auch, wenn ein Versicherer, eine Kasse oder ein Fonds zahlt, so § 1 Absatz 1 BetrAVG.
Ob der Baustein sinnvoll ist, hängt vom Status ab. Beim beherrschenden GGF ist die betriebliche Witwenrente oft die einzige laufende Absicherung der Familie aus der Erwerbstätigkeit. Der Fremd-Geschäftsführer verhandelt Höhe, Lebensgefährtin und Rentengarantiezeit im Anstellungsvertrag.
Wann bekommt meine Familie eine gesetzliche Witwenrente?
Nur, wenn der Verstorbene in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war, so § 46 SGB VI. Ob das zutrifft, hängt vom Status des Geschäftsführers ab. Fremd-Geschäftsführer und Minderheits-GGF ohne umfassende Sperrminorität sind abhängig beschäftigt.
Beherrschende GGF mit mindestens 50 Prozent der Anteile sind dagegen nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts in der Regel nicht rentenversicherungspflichtig. Dann entfällt die gesetzliche Hinterbliebenenrente aus der Geschäftsführertätigkeit.
Auch wo sie besteht, ist sie für ein Geschäftsführereinkommen nur ein Sockel. Nach der Deutschen Rentenversicherung erhielten Ende 2025 nur 3,5 Prozent der Witwen 1.500 Euro oder mehr im Monat, der Durchschnitt lag bei 819 Euro. Ihre Prozentsätze gelten für die betriebliche Witwenrente nicht automatisch, dort zählt nur, was die Zusage vorsieht.
Was kostet eine Witwen- und Waisenrente in der Pensionszusage?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Der Aufschlag auf Rückstellung oder Rückdeckungsbeitrag ist öffentlich nirgends beziffert und wird für die konkrete Zusage berechnet. Vier Faktoren treiben die Kosten. Der erste ist die Höhe der Witwenrente im Verhältnis zur Altersleistung, in unserer Beratung sehen wir meist 60 Prozent. Dazu kommen der Altersabstand zur Partnerin, der Kreis der Hinterbliebenen und der Grad der Rückdeckung.
Besonders der Altersabstand wirkt. Eine Frau, die mit 60 Jahren Witwe wird, lebt nach dem Statistischen Bundesamt im Schnitt noch 25,4 Jahre, mit 55 Jahren noch 29,9 Jahre. Bei externen Durchführungswegen senkt der Hinterbliebenenbaustein bei gleichem Beitrag die Altersleistung. Eine kongruente Rückdeckung des Witwenanteils verhindert, dass die GmbH die Rente später aus dem laufenden Gewinn zahlen muss.
Wie nehme ich eine Witwenrente nachträglich in meine Pensionszusage auf?
Das geht, beim GGF aber mit Hürden. Die nachträgliche Aufnahme gilt als Verbesserung der Zusage und muss erdienbar sein, als Faustregel bleiben bis zum Pensionsalter noch rund zehn Jahre. Sonst droht eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA), also ein Vorteil, den die GmbH einem fremden Geschäftsführer nicht gewährt hätte. Formal braucht die Änderung beim beherrschenden GGF einen Gesellschafterbeschluss und eine schriftliche Fassung der Zusage. Am günstigsten ist es, die Witwenrente gleich mit der Erstzusage zu vereinbaren.
Welche Leistung zahlt die Direktversicherung im Todesfall, und an wen?
In der nach § 3 Nr. 63 EStG geförderten Direktversicherung zahlt sie nur an den engen Hinterbliebenenkreis, nicht an die Erben. Bei Altverträgen, deren Beiträge nach § 40b EStG in der alten Fassung pauschal versteuert wurden, darf auch eine beliebige Person bezugsberechtigt sein, so das BMF-Schreiben vom 12.08.2021. Welche Leistung fällig wird, hängt vom Tarif ab: Vor Beginn der Auszahlung sind Beitragsrückgewähr, Vertragsguthaben oder eine Hinterbliebenenrente möglich.
Entscheidend ist das Bezugsrecht. Ein unwiderruflich Bezugsberechtigter erwirbt das Recht laut § 159 VVG sofort, ein widerruflich Bezugsberechtigter erst mit dem Versicherungsfall.
Sind „die Kinder“ ohne Quote benannt, erhalten sie die Leistung zu gleichen Teilen. Erwirbt niemand das Recht, etwa weil kein Hinterbliebener lebt, steht es dem Versicherungsnehmer zu, also der GmbH, so § 160 VVG. Das unwiderrufliche Bezugsrecht ist zugleich ein Baustein des Insolvenzschutzes, sofern die Versicherung weder abgetreten noch beliehen ist.
Welche Haftungsrisiken hat die GmbH bei Fehlern in der Hinterbliebenenzusage?
Vier Risiken stehen im Vordergrund. Erstens die Einstandspflicht: Die GmbH haftet für zugesagte Leistungen auch dann, wenn ein externer Träger zahlt. Zweitens unwirksame Klauseln: Sie fallen in der Regel ersatzlos weg, die GmbH zahlt dann samt Rückständen. Im Fall des Bundesarbeitsgerichts zur Spätehenklausel waren das 675,82 Euro brutto im Monat. In Einzelfällen schließen die Gerichte die Lücke durch Auslegung.
Drittens die steuerliche Anerkennung: Formfehler, fehlende Erdienbarkeit oder eine fehlerhaft benannte Lebensgefährtin können zur vGA führen, die den Gewinn der GmbH nach § 8 Abs. 3 KStG nicht mindert. Die steuerliche Beurteilung im Einzelfall gehört zu Ihrem Steuerberater.
Viertens fehlender Insolvenzschutz: Beim beherrschenden GGF schützt kein Pensions-Sicherungs-Verein, die Familie ist nur mit wirksamer Verpfändung nach § 1280 BGB geschützt.
Wie wird die Hinterbliebenenleistung versteuert, wenn sie als Kapital ausgezahlt wird?
Nach demselben Schema wie die laufende Zahlung. Bei Pensionszusage und Unterstützungskasse ist auch die Einmalzahlung Arbeitslohn, gleichgültig ob laufend oder einmalig, so § 19 EStG. Die GmbH führt dafür Lohnsteuer ab, und der Versorgungsfreibetrag kann greifen.
Bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds sind es sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 5 EStG, soweit die Beiträge steuerlich gefördert waren. Ein Versorgungsfreibetrag entfällt.
Ist die Witwe gesetzlich krankenversichert, wird ein Hundertzwanzigstel des Kapitals zehn Jahre lang als monatlicher Bezug angesetzt, laut § 229 SGB V. Die Einkommensteuer folgt den Regeln zur Besteuerung der Kapitalauszahlung.
Ihr nächster Schritt
Sprechen wir über Ihr Vermögen.
Ein Gespräch, unverbindlich und auf Augenhöhe. Sie erfahren, wo Sie stehen und was sich für Sie und Ihr Unternehmen wirklich lohnt.
Betriebliche Altersvorsorge für Geschäftsführer: Was für GGF gilt
Das erwartet Sie hier Welche bAV-Wege Ihnen als Gesellschafter-Geschäftsführer offenstehen, welche Regeln gelten und wie Sie Ihre Versorgung absichern. Das […]
Firmenvermögen in Privatvermögen umwandeln: der Weg vom Firmenkonto in Ihr Vermögen
Das erwartet Sie hier Wie Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer Gewinn vor der Steuer entnehmen, die Struktur absichern und die Auszahlung planen. […]
EntgeltumwandlungBei der Entgeltumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttoeinkommens in eine betriebliche Altersversorgung. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen, wodurch Arbeitnehmer Steuern- und Sozialabgaben sparen.BeitragsbemessungsgrenzeDie Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung.RegelaltersgrenzeDas gesetzlich festgelegte Renteneintrittsalter, ab dem eine Person ohne Abschläge die reguläre Altersrente beziehen kann. Aktuell liegt dies bei 67 Jahren.