Stephan Seidenfad Geschäftsführung und bAV-Experte
Firmenvermögen in Privatvermögen umwandeln: der Weg vom Firmenkonto in Ihr Vermögen
Firmenvermögen wird Privatvermögen. Mehr Netto aus dem Brutto. Steuerlich anerkannt, insolvenzgeschützt, mit einer Auszahlung nach Ihrem Plan. Mit einer Zusage, die der Betriebsprüfung standhält.
Persönlich, vernetzt, auf Augenhöhe. Kein Callcenter. Kein Vertreterwechsel. Sondern ein fester Ansprechpartner, der Ihre Situation kennt, heute und in zehn Jahren.
Das erwartet Sie hier
Wie Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer Gewinn vor der Steuer entnehmen, die Struktur absichern und die Auszahlung planen.
Gesellschafter-Geschäftsführer wandeln Firmenvermögen in Privatvermögen um, indem die GmbH Gewinn als Betriebsausgabe in eine Pensionszusage oder Unterstützungskasse lenkt; versteuert wird erst die Auszahlung.
Bei einer Ausschüttung werden aus 100.000 € Gewinn nach rund 30 % Steuer in der GmbH 70.000 € und nach gut 26 % Abgeltungsteuer privat rund 51.000 €. Über die Versorgung werden die vollen 100.000 € angelegt.
Das Finanzamt erkennt eine Zusage nur an, wenn Schriftform, Probezeit, Erdienbarkeit und Angemessenheit stimmen. Die Gesamtversorgung darf maximal rund 75 % der letzten Aktivbezüge erreichen.
Der beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer hat keinen PSV-Schutz, also keinen gesetzlichen Insolvenzschutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein. Seine Versorgung ist insolvenzgeschützt, wenn Gesellschafterbeschluss, Zusage und Verpfändung nach § 1280 BGB zusammenpassen.
Die Direktversicherung ist der Einstieg mit Deckel: rund 8.000 € im Jahr (2026 genau 8.112 €), darüber tragen Pensionszusage und Unterstützungskasse die Entnahme.
Stephan Seidenfad Geschäftsführung und bAV-Experte
Firmenvermögen in Privatvermögen umwandeln ist für Gesellschafter-Geschäftsführer zuerst eine Frage des Weges, nicht der Rendite.
Wer Gewinn ausschüttet, zahlt erst rund 30 Prozent Steuer in der GmbH und behält von 100.000 Euro 70.000. Nach gut 26 Prozent Abgeltungsteuer bleiben privat rund 51.000 Euro. Fließt derselbe Betrag als Betriebsausgabe in eine Versorgung, wird er vollständig angelegt. Versteuert wird erst die Auszahlung, gestreckt und meist in einer anderen Progression. Damit das trägt, braucht es eine feste Reihenfolge: Erst entnehmen. Dann optimieren. Dann absichern. Dann vermehren. Sie haben schon eine Zusage? Dann prüfen wir sie mit Ihnen im Bestandscheck.
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Das ist neu in 2026
BFH-Urteile zur Pensionszusage: Der Bundesfinanzhof hat am 19. Februar 2026 zwei Urteile vom November und Dezember 2025 veröffentlicht. Zusagen ausschließlich aus Entgeltumwandlung sind auch ohne Probezeit anerkennbar (I R 50/22), eine Verzinsung über dem risikoarmen Marktzins macht sie insoweit arbeitgeberfinanziert (I R 4/23). → Mehr dazu im Abschnitt „Spielregeln des Finanzamts“
Wertpapiergebundene Zusagen: Mit Schreiben vom 17. September 2026 erkennt das Bundesministerium der Finanzen Pensionsrückstellungen für wertpapiergebundene Zusagen auch ohne garantierte Mindestleistung an. → Mehr dazu im Abschnitt „Vermehren: wertpapiergebundene Zusagen“
Deckel der Direktversicherung: Nach § 3 Nr. 63 EStG fließen rund 8.000 Euro im Jahr (2026 genau 8.112 Euro) vor der Steuer in eine Direktversicherung. → Mehr dazu im Abschnitt „Pensionszusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung“
Firmenvermögen in Privatvermögen umwandeln: Der Entnahmeweg entscheidet über Ihr Netto
Firmenvermögen in Privatvermögen umwandeln heißt für den Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF): Gewinn so aus der GmbH holen, dass möglichst viel davon privat ankommt. Dafür gibt es drei Wege, nämlich Gehalt oder Tantieme, Ausschüttung und Versorgungszusage. Nur bei der Versorgung fließt der volle Brutto-Euro in Ihr Vermögen, weil die GmbH den Aufwand als Betriebsausgabe absetzt und erst die Auszahlung versteuert wird (Quelle: § 4d EStG).
Mehr Netto aus dem Brutto. Steuerlich anerkannt, insolvenzgeschützt, mit einer Auszahlung nach Ihrem Plan. Dieses Versprechen hängt an einer festen Reihenfolge: Erst entnehmen. Dann optimieren. Dann absichern. Dann vermehren. Die Rendite kommt zuletzt, weil Ihr größter Hebel im Unternehmen liegt und nicht am Kapitalmarkt. Grundlage jeder Geschäftsführerversorgung ist deshalb die Frage, auf welchem Weg das Geld die GmbH verlässt.
Die Rechnung: aus 100.000 Euro werden rund 51.000 oder 100.000
Aus 100.000 Euro Gewinn werden privat rund 51.000. Oder 100.000. Bei einer Ausschüttung zahlt die GmbH zuerst rund 30 Prozent Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer, es bleiben 70.000 Euro. Der Körperschaftsteuersatz liegt 2026 bei 15 Prozent (Quelle: § 23 KStG). Die Gewerbesteuer hängt vom Hebesatz Ihrer Gemeinde ab.
Auf die Ausschüttung fällt dann privat die Abgeltungsteuer an: 25 Prozent, mit Solidaritätszuschlag gut 26 Prozent (Quelle: § 32d EStG). Am Ende kommen rund 51.000 Euro an. Fließen dieselben 100.000 Euro als Betriebsausgabe in eine Unterstützungskasse oder eine Pensionszusage, werden sie vollständig angelegt. Jeder Euro kommt an, statt rund die Hälfte.
Gehalt und Tantieme sind für die GmbH ebenfalls Betriebsausgabe, beim GGF aber sofort voll steuerpflichtig. Der Spitzensteuersatz liegt 2026 bei 42 Prozent ab 69.879 Euro und bei 45 Prozent ab 277.826 Euro zu versteuerndem Einkommen (Quelle: § 32a EStG). Mit Solidaritätszuschlag ergibt das in der Spitze eine Belastung von bis 47,5 Prozent. Jede Gehaltserhöhung muss zudem angemessen bleiben. Sonst wertet das Finanzamt den Mehrbetrag als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA), die das Einkommen der GmbH nicht mindern darf (Quelle: § 8 KStG). Die Folge sind Nachzahlungen bei GmbH und GGF.
Steuer verschoben, nicht erlassen
Bei Pensionszusage und Unterstützungskasse fließt dem GGF in der Ansparphase kein Arbeitslohn zu. Versteuert wird erst die Auszahlung, als Versorgungsbezug nach § 19 EStG (Quelle: § 19 EStG). In der GmbH begrenzen Angemessenheit und Überversorgung den Abzug.
Das ist kein Trick, sondern eine Struktur, die es seit Jahrzehnten gibt. Beiträge sind Betriebsausgabe nach § 4d EStG, die Besteuerung ist nachgelagert: Sie zahlen nicht weniger Steuern, sondern später und meist zu einem günstigeren Satz, während Ihr Kapital in der Zwischenzeit voll arbeitet. Ob das bei Ihnen passt, hängt von Alter der GmbH, Amtszeit und Angemessenheit ab.
Ab wann sich der Weg lohnt
Das Konzept lohnt sich, sobald Ihre GmbH rund 500 Euro im Monat vor der Steuer in Ihre Versorgung geben kann. Unterhalb dieser Schwelle ist die Direktversicherung der einfachere Einstieg.
Welcher Weg für wen passt: Bei stabilem Gewinn trägt meist die Unterstützungskasse, bei schwankendem Gewinn die Pensionszusage mit Tantiemeumwandlung. Wer erst Mitte 50 einsteigt, nutzt eine Zusage aus Entgeltumwandlung. Die Schwerpunkte je Ausgangslage finden Sie unter „Unsere Empfehlungen“.
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Welcher Geschäftsführer-Typ sind Sie? Drei Rechtsgebiete, drei Antworten
Welche Werkzeuge Ihnen für die Entnahme offenstehen, hängt von Ihrem Status ab. Der wird in Sozialversicherung, Steuerrecht und Betriebsrentenrecht getrennt beurteilt, mit jeweils eigenen Schwellen. Eine einzige Prozentzahl reicht für die Einordnung deshalb nicht.
Sie sind Fremd-Geschäftsführer ohne Beteiligung? Dann gilt für Sie das Betriebsrentengesetz, der Pensions-Sicherungs-Verein schützt die gesetzlich gesicherten Wege, und Ihre Versorgung wird im Anstellungsvertrag verhandelt. Was das für Sie heißt, zeigt unsere Seite zur betrieblichen Altersvorsorge für Geschäftsführer. Für Vorstände einer AG gilt dieselbe Struktur mit anderen Hebeln, mehr dazu unter Vorstandsversorgung.
Sozialversicherung: ab 50 Prozent oder mit umfassender Sperrminorität selbständig
Sozialversicherungsrechtlich ist ein Gesellschafter-Geschäftsführer selbständig, wenn er mindestens 50 Prozent des Stammkapitals hält oder eine umfassende Sperrminorität hat (Quelle: BSG). Eine Sperrminorität ist ein Vetorecht im Gesellschaftsvertrag, das alle Beschlüsse der Gesellschafterversammlung erfasst.
Der beherrschende GGF baut als Nicht-Versicherungspflichtiger keine neue gesetzliche Rentenanwartschaft auf. Auch der versicherungspflichtige Geschäftsführer erwirbt Ansprüche nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze, 2026 sind das 101.400 Euro im Jahr (Quelle: Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026). Für Gehaltsteile darüber entstehen keine weiteren Ansprüche.
Steuerrecht: Arbeitslohn für alle drei Typen
Steuerlich beziehen alle drei Typen Arbeitslohn nach dem Einkommensteuergesetz (EStG), auch der beherrschende GGF (Quelle: § 19 EStG). Er ist lohnsteuerlich Arbeitnehmer und kann deshalb auch die Direktversicherung nutzen, deren Förderung ein Dienstverhältnis voraussetzt. Zugleich gelten für ihn bei der Zusage die strengsten Regeln gegen verdeckte Gewinnausschüttungen. Welche das sind, zeigt das Kapitel zu den Spielregeln des Finanzamts.
Betriebsrentenrecht: wer geschützt ist und wer nicht
Das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) gilt für Personen, die für ein fremdes Unternehmen tätig sind, also für Fremd-Geschäftsführer und in der Regel für Minderheits-Gesellschafter-Geschäftsführer (Quelle: § 17 BetrAVG). Wer als Unternehmer für das eigene Unternehmen arbeitet, ist ausgenommen. Der beherrschende GGF hat deshalb keinen Anspruch auf Entgeltumwandlung nach dem BetrAVG und keinen Schutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG).
Nach der Praxis des PSVaG ist ein beteiligter Geschäftsführer ab 50 Prozent nicht gesichert. Bei mehreren Geschäftsführern werden die Anteile zusammengerechnet: unter 50 Prozent sind alle gesichert, ab 50 Prozent keiner; wer unter zehn Prozent hält, bleibt gesichert (Quelle: PSVaG).
Ein Vetorecht kann einen GGF sozialversicherungsrechtlich selbständig machen, ohne ihn aus dem BetrAVG zu nehmen. So sah der Bundesfinanzhof (BFH) einen zu 40 Prozent beteiligten GGF mit gesellschaftsvertraglichem Vetorecht im Insolvenzschutz des Betriebsrentengesetzes (Quelle: BFH).
Die drei Typen im Vergleich
Merkmal
Fremd-Geschäftsführer
Minderheits-GGF (unter 50 %, ohne umfassende Sperrminorität)
Beherrschender GGF
Sozialversicherung
Pflichtversichert
Pflichtversichert, außer bei umfassender Sperrminorität
Selbständig ab 50 % Kapital
Lohnsteuer und Förderung der Direktversicherung
Arbeitslohn, Förderung ja
Arbeitslohn, Förderung ja
Arbeitslohn, Förderung ja
Betriebsrentengesetz
Gilt
Gilt in der Regel
Gilt nicht
Insolvenzschutz durch den PSVaG
Ja, für die gesetzlich gesicherten Wege
Ja, in der Regel
Nein, private Absicherung nötig
Strenge vGA-Regeln bei der Zusage
Nein
Fremdvergleich
Ja
Der beherrschende GGF hat damit die größte Lücke, weil gesetzlicher Rentenaufbau und PSV-Schutz fehlen. Zugleich hat er den größten Spielraum, weil er die Versorgung über seine GmbH selbst gestaltet. Vor jeder Zusage steht deshalb die Klärung des Status in allen drei Rechtsgebieten.
Experten-Tipp: Eine Prozentzahl ist noch keine Statusklärung
„Die Beteiligungsquote gilt oft als Antwort auf die Statusfrage. Ich sehe das anders: Sozialversicherung, Steuerrecht und Betriebsrentengesetz ziehen drei eigene Grenzen, und eine Sperrminorität kann das Bild in jedem Rechtsgebiet verschieben. Davon hängt ab, ob der Pensions-Sicherungs-Verein Sie schützt und wie streng das Finanzamt Ihre Zusage prüft. Mein Rat: Lassen Sie Ihren Status in allen drei Rechtsgebieten einordnen, im Zweifel per Statusfeststellung, bevor die Zusage unterschrieben wird.“
Pensionszusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung: Welcher Weg trägt Ihre Entnahme?
Für den Gesellschafter-Geschäftsführer tragen zwei Wege die großen Beträge: die Pensionszusage und die rückgedeckte Unterstützungskasse. Anders als bei der Direktversicherung, dem Einstieg mit Deckel, gibt es dort keinen festen Höchstbetrag. Die Grenze zieht vor allem die Angemessenheit der Gesamtbezüge.
Pensionszusage: Rückstellung in der GmbH
Bei der Pensionszusage verspricht die GmbH Ihnen eine Versorgung und bildet dafür eine Pensionsrückstellung, die mit sechs Prozent Rechnungszins bewertet wird und den Gewinn mindert (Quelle: § 6a EStG). Das Geld bleibt zunächst in der GmbH. Ausfinanziert wird die Zusage über eine Rückdeckungsversicherung, die die GmbH auf Ihr Leben abschließt, oder über ein Wertpapierdepot.
Die Direktzusage ist nach Kapital der größte Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung (bAV): Ende 2023 standen dort 336,1 Milliarden Euro, 46,2 Prozent aller Deckungsmittel (Quelle: aba).
Die Pensionszusage passt zu schwankenden Gewinnen. Beim beherrschenden GGF muss jede Umwandlung von Tantieme in Versorgung im Voraus vereinbart sein und dem Fremdvergleich standhalten.
Rückgedeckte Unterstützungskasse: ohne Rückstellung in der Bilanz
Bei der Unterstützungskasse zahlt die GmbH Zuwendungen an eine externe Kasse, die als Betriebsausgabe abziehbar sind (Quelle: § 4d EStG). Die Kasse schließt eine Rückdeckungsversicherung ab. Die Beiträge müssen gleich bleiben oder steigen, und die Versicherungsansprüche dürfen kein Darlehen absichern.
Direktversicherung: der Einstieg mit Deckel
Die Direktversicherung ist der Einstieg mit Deckel: rund 8.000 Euro im Jahr, die Notfall-Lösung, wenn der Gewinn noch nicht reicht. Konkret fließen bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze ohne Lohnsteuer ein (2026 genau 8.112 Euro). Das gilt nur für das erste Dienstverhältnis (Quelle: § 3 EStG).
Durchführungsweg
Grenze in der Ansparphase
Verlässt das Geld die GmbH?
Besteuerung der Auszahlung
Pensionszusage ohne Ausfinanzierung
Keine feste Grenze, Angemessenheit
Nein, Rückstellung in der Bilanz
Als Versorgungsbezug
Pensionszusage mit Rückdeckung oder Depot
Keine feste Grenze, Angemessenheit
Nein, Vermögen bleibt Betriebsvermögen
Als Versorgungsbezug
Rückgedeckte Unterstützungskasse
Grenzen der Zuwendung, Angemessenheit
Ja, Zuwendung an die Kasse
Als Versorgungsbezug
Direktversicherung
Rund 8.000 € (2026 genau 8.112 €)
Ja, Beitrag an den Versicherer
Als sonstige Einkünfte
Arbeitgeberfinanziert oder aus Entgeltumwandlung
Jede Zusage kann aus zusätzlichem Firmengeld oder aus umgewandeltem Gehalt finanziert werden. Für das Entnahme-Ziel ist die arbeitgeberfinanzierte Zusage der stärkere Hebel, weil zusätzlicher Gewinn vor der Steuer in die Versorgung fließt. Die Entgeltumwandlung verschiebt dagegen vorhandenes Gehalt in die Zukunft. Für Späteinsteiger ist sie oft der Weg, der noch offensteht, weil der BFH bei reiner Entgeltumwandlung auf die Probezeit verzichtet (Quelle: BFH).
Experten-Tipp: Pensionszusage oder Unterstützungskasse ist die falsche Frage
„Bei der Wahl des Durchführungswegs wird oft ein Entweder-oder verhandelt. Für eine GmbH mit schwankendem Gewinn greift das zu kurz. Die Unterstützungskasse trägt den Sockel, den Ihre GmbH jedes Jahr sicher leisten kann, denn ihre Beiträge dürfen nicht sinken. Gewinnspitzen fließen per Tantiemeumwandlung in eine rückgedeckte Pensionszusage, statt ausgeschüttet zu werden. Mein Rat: Kombinieren Sie beide Wege und vereinbaren Sie jede Umwandlung schriftlich im Voraus.“
Versorgungsanalyse: warum der Weg zur GmbH passen muss
Jede GmbH bringt eine andere Ausgangslage mit: Gewinnverlauf, Alter und Status des GGF, bestehende Zusagen, Exit-Pläne und Krankenversicherung im Ruhestand. Eine Versorgungsanalyse klärt, welcher Durchführungsweg diese Faktoren trägt, wo Spielraum liegt und wo eine Altzusage nachgebessert werden muss. Standardlösungen lassen das außen vor, und diesen Abgleich bieten weder KI-Auskunftstools noch Vergleichsportale.
Ohne bestehende Zusage ist offen, welcher Weg Ihre Entnahme trägt: Gewinnverlauf, Alter und Status entscheiden. Wir rechnen nach, ob das Konzept zu Ihrer GmbH passt. Die Einrichtung liefern wir schrankfertig, für Sie bleiben Beschluss und Unterschrift. Fragen Sie dafür den Bestandscheck an.
Spielregeln des Finanzamts: Wann es eine Pensionszusage anerkennt
Das Finanzamt erkennt eine Pensionszusage an den beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer nur an, wenn sie einem Fremdvergleich standhält. Maßstab ist, was die GmbH einem fremden Geschäftsführer zusagen würde. Die Zusage muss schriftlich, im Voraus und nach einer Probezeit erteilt sein, bis zum Ruhestand erdienbar, finanzierbar und angemessen. Sonst wird der Aufwand zur verdeckten Gewinnausschüttung, die das Einkommen der GmbH nicht mindert (Quelle: § 8 KStG).
Rechtsgrundlage sind das Körperschaftsteuergesetz (KStG), § 6a EStG, die BFH-Rechtsprechung und BMF-Schreiben, nicht das Betriebsrentengesetz. Die vertiefte Prüfung beschreibt unsere Seite zur steuerlichen Anerkennung der Pensionszusage.
Schriftform und Vereinbarung im Voraus
Die Zusage muss schriftlich erteilt sein und eindeutige Angaben zu Art, Form, Voraussetzungen und Höhe der Leistungen enthalten (Quelle: § 6a EStG). Das gilt für jede spätere Änderung, auch für eine Kapitalzahlung statt laufender Auszahlung.
Für den beherrschenden GGF verlangt der BFH zusätzlich eine klare, im Voraus getroffene und tatsächlich durchgeführte Vereinbarung, rückwirkende Zusagen sind deshalb vGA (Quelle: BFH). In der Ein-Personen-GmbH müssen Zusage, Änderung, Verpfändung und Abfindung unverzüglich schriftlich festgehalten werden (Quelle: § 35 GmbHG).
Erdienbarkeit und Probezeit
Zwischen Zusage und Ruhestand sollten als Faustregel rund zehn Jahre liegen. Ein Unterschreiten ist keine starre Grenze, aber ein gewichtiges Indiz für eine gesellschaftliche Veranlassung, auch bei der rückgedeckten Unterstützungskasse (Quelle: BFH). Eine spätere Erhöhung wird wie eine neue Zusage geprüft.
Von Probezeit und Erdienbarkeit gibt es eine Ausnahme: Ist die Zusage ausschließlich durch Entgeltumwandlung finanziert, ist sie auch ohne Probezeit und unmittelbar nach Gründung fremdüblich. Sie scheitert dann auch nach dem 60. Lebensjahr nicht allein an der Erdienbarkeit (Quelle: BFH). Die GmbH darf dann aber kein signifikantes Risiko tragen, die Versorgung mitzufinanzieren.
Eine garantierte Verzinsung über dem risikoarmen Marktzins macht eine solche Zusage insoweit arbeitgeberfinanziert (Quelle: BFH). Eine vGA folgt daraus nicht automatisch, dann muss aber die Gesamtausstattung angemessen sein.
Angemessenheit und die 75-Prozent-Grenze
Gehalt, Tantieme und Versorgung müssen zusammen angemessen sein, maßgeblich sind Tätigkeit, Ertragslage und Vergütung in vergleichbaren Betrieben (BFH, I R 4/23). Die Gesamtversorgung aus Zusage und gesetzlicher Rentenanwartschaft darf zudem maximal rund 75 Prozent der letzten Aktivbezüge erreichen. Darüber liegt eine Überversorgung vor.
Fünf Fragen. Ein Nein reicht.
Wir haben unsere 15 erfahrensten Berater gefragt, wie oft ein Gesellschafter-Geschäftsführer schon gut versorgt zu ihnen kam. Die Antwort: ein einziges Mal. Nicht weil jemand etwas falsch gemacht hat, sondern weil nach der Einrichtung niemand mehr draufgeschaut hat. (Interne Umfrage 2026)
01 Rendite. Liegt Ihre kalkulierte Rendite über 4 Prozent pro Jahr?
02 Auszahlung. Steht in Ihrer Zusage eine Ratenoption statt nur Einmalkapital?
03 Krankenversicherung. Wissen Sie, was Ihr KV-Status im Bezug kostet?
04 Insolvenz. Ist die Rückdeckung wirksam an Sie verpfändet und angezeigt?
05 Formalia. Hält Zusage plus Rückdeckung einer Betriebsprüfung stand?
Zusagen, die vor der Veröffentlichung der BFH-Urteile im Februar 2026 erteilt wurden, können heute anders zu bewerten sein, vor allem bei Entgeltumwandlung und garantierter Verzinsung. Hinzu kommt: Laut Alterssicherungsbericht 2024 der Bundesregierung erhalten nur 74 Prozent der Befragten mit Direktzusage ein jährliches Informationsschreiben (Quelle: Alterssicherungsbericht 2024). Ob Ihre Zusage hält, zeigt erst der Blick in Ihre Unterlagen, etwa im Bestandscheck.
Ein Nein im Selbsttest heißt nicht, dass Ihre Zusage verloren ist. Es heißt, dass eine Stelle nachgebessert werden sollte, bevor die Betriebsprüfung sie findet.
Fünf Fragen, ein Nein: Ihre Pensionszusage verdient einen zweiten Blick
Seit den im Februar 2026 veröffentlichten Urteilen des Bundesfinanzhofs kann eine Zusage aus Entgeltumwandlung oder mit garantierter Verzinsung heute anders zu bewerten sein. Wir prüfen Schriftform, Erdienbarkeit, Angemessenheit und Absicherung auf Basis Ihrer Unterlagen. Sie bekommen eine klare Einschätzung, die Sie mit Ihrem Steuerberater abstimmen können.
Auszahlung nach Ihrem Plan: Was am Ende netto ankommt
Was von der Versorgung netto ankommt, entscheiden drei Stellschrauben: der Steuersatz im Ruhestand, die Auszahlungsform und der Krankenversicherungsstatus. Alle drei lassen sich gestalten, wenn sie früh genug in der Zusage angelegt sind.
Steuer auf die Auszahlung
Auszahlungen aus Pensionszusage und Unterstützungskasse sind Versorgungsbezüge und werden nach § 19 EStG versteuert (Quelle: § 19 EStG). Der Versorgungsfreibetrag ist für heutige GGF mit Auszahlungsbeginn in den 2040er-Jahren kaum noch spürbar, entscheidend ist der persönliche Steuersatz im Ruhestand.
Leistungen aus Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds unterliegen dagegen der Besteuerung nach § 22 Nr. 5 EStG, was vor allem bei einer Kapitalzahlung einen Unterschied macht (Quelle: § 22 EStG).
Bei einer Einmalzahlung aus Pensionszusage oder Unterstützungskasse kann die Fünftelregelung greifen, eine Tarifermäßigung für Vergütungen aus mehrjähriger Tätigkeit (Quelle: § 34 EStG). Bei sechsstelligen Summen verpufft sie weitgehend.
Für Kapital aus einer Direktversicherung mit freiem Kapitalwahlrecht hat der BFH die Fünftelregelung verneint (Quelle: BFH).
Krankenversicherung im Bezug
Versorgungsbezüge sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beitragspflichtig, eine Kapitalleistung wird auf 120 Monate verteilt verbeitragt (Quelle: § 229 SGB V). Wer im Ruhestand freiwillig gesetzlich versichert ist und die Beitragsbemessungsgrenze erreicht, zahlt so bis 150.000 Euro über zehn Jahre an Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen.
Privat Krankenversicherte zahlen auf Versorgungsbezüge keine einkommensabhängigen Beiträge, weil sich ihr Beitrag nicht nach dem Einkommen richtet. Ob Sie im Ruhestand pflichtversichert, freiwillig gesetzlich oder privat versichert sind, sollten Sie deshalb lange vor dem Auszahlungsbeginn klären. Eine spätere Korrektur ist kaum möglich.
Weiterarbeiten nach Beginn der Auszahlung
Wer nach dem ersten Auszahlungstag als GGF weiterarbeiten will, kann das. Nach Auffassung der Finanzverwaltung liegt regelmäßig keine vGA vor, soweit Versorgung und neues Gehalt zusammen die letzten Aktivbezüge nicht übersteigen (Quelle: BMF-Schreiben vom 30.08.2024).
Experten-Tipp: Die Fünftelregelung ist kein Auszahlungsplan
„Einmalkapital mit Fünftelregelung gilt oft als bequemer Standard. Bei sechsstelligen Summen verpufft die Fünftelregelung aber, Ihr Einkommen landet trotzdem in der Spitze. Ich halte die Ratenoption für den stärkeren Hebel, weil sie die Progression streckt. Dazu kommt der Krankenversicherungsstatus: Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen im Bezug bis 150.000 Euro über zehn Jahre. Mein Rat: Legen Sie Auszahlungsform und KV-Status in der Zusage fest, nicht erst kurz vor dem Ruhestand.“
Absichern: Die Kette, die Ihre Versorgung vom Firmenrisiko trennt
Der beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer fällt nicht unter den gesetzlichen Insolvenzschutz des Pensions-Sicherungs-Vereins, weil das Betriebsrentengesetz für ihn nicht gilt (Quelle: § 17 BetrAVG). Seine Versorgung ist insolvenzgeschützt, wenn Gesellschafterbeschluss, Zusage und Verpfändung nach § 1280 BGB zusammenpassen. Die Kette lautet: Versorgungszusage, Rückdeckung, Verpfändung, geschütztes Privatvermögen.
Wer sein Unternehmen als seine Altersversorgung betrachtet, trägt ein Klumpenrisiko: Vermögen und Unternehmensrisiko liegen an derselben Stelle. Erst die vollständige Kette trennt beides.
Was die Verpfändung wirksam macht
Die GmbH verpfändet die Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung an Sie und, falls vereinbart, an Ihre Hinterbliebenen. Wirksam wird die Verpfändung erst, wenn sie dem Versicherer angezeigt wird (Quelle: § 1280 BGB). Fehlt die Anzeige, besteht im Ernstfall kein Pfandrecht, auf das Sie sich berufen können.
Zur Verpfändung gehören diese Bausteine:
Schriftliche Verpfändungsvereinbarung mit Bezug auf die Zusage und allen Versicherungsnummern
Gesellschafterbeschluss vor der Unterzeichnung
Befreiung des GGF vom Verbot, Verträge mit sich selbst zu schließen
Nachweisbare Anzeige an den Versicherer
Hinterbliebene als Pfandgläubiger, wenn sie begünstigt sein sollen
Die verpfändete Rückdeckung bleibt Teil der Insolvenzmasse der GmbH. Sie als Pfandgläubiger haben aber ein Absonderungsrecht: Sie werden aus dem verpfändeten Vertrag vorrangig befriedigt (Quelle: § 50 InsO). Die Lösung liegt in der Vollständigkeit der Kette und in ihrer regelmäßigen Prüfung.
Entgeltumwandlung: Absicherung als Voraussetzung der Anerkennung
Bei Zusagen aus Entgeltumwandlung ist der Insolvenzschutz zugleich eine steuerliche Bedingung. Eine solche Direktzusage ist regelmäßig nicht anzuerkennen, wenn der Anspruch nicht insolvenzgesichert ist (Quelle: BFH). Ein bestimmtes Sicherungsinstrument nennt das Urteil nicht, die Verpfändung der Rückdeckung ist eines davon. Für arbeitgeberfinanzierte Zusagen gilt dieser Leitsatz nicht.
Experten-Tipp: Insolvenzschutz steckt nicht im Vertrag, sondern in der Kette
„Eine Rückdeckungsversicherung gilt oft als Absicherung. Ich sehe das nüchterner: Insolvenzgeschützt ist Ihre Versorgung erst, wenn Gesellschafterbeschluss, Zusage und Verpfändung nach § 1280 BGB zusammenpassen. Typische Lücken sind die fehlende Anzeige an den Versicherer, ein fehlender Beschluss oder Hinterbliebene, die nicht als Pfandgläubiger eingetragen sind. Nicht weil jemand etwas falsch gemacht hat, sondern weil nach der Einrichtung niemand mehr draufgeschaut hat. Mein Rat: Lassen Sie die Kette vollständig prüfen.“
Verkauf, Nachfolge, Ausstieg: Was mit der Versorgung passiert
Beim Verkauf oder der Übergabe der GmbH entscheidet sich, ob die Versorgung wirklich Privatvermögen wird. Eine Pensionszusage bleibt als Verpflichtung in der GmbH, und ein Käufer übernimmt sie beim Anteilskauf mit. Deshalb gehört der Ausstieg schon in die Zusage, nicht erst in die Verkaufsverhandlung.
Wie groß das Thema ist, zeigt das KfW-Nachfolge-Monitoring: Bis Ende 2029 suchen rund 545.000 Mittelständler eine Nachfolge (Quelle: KfW Research). 57 Prozent der Inhaber waren 2025 bereits 55 Jahre oder älter.
Abfindung: nur mit Klausel im Voraus
Eine Kapitalabfindung vor der Altersgrenze, die nicht von Anfang an in der Zusage stand, wertet der BFH beim beherrschenden GGF regelmäßig als vGA (Quelle: BFH). Das gilt besonders, wenn der GGF nach dem Verkauf als Geschäftsführer weiterarbeitet. Die Auflösung der Rückstellung gleicht diese Folge nicht aus.
Die präventive Antwort ist eine Abfindungsklausel zum vollen Barwert, mit festgelegtem Rechnungszins und Sterbetafel. Eine solche Klausel ist kein steuerschädlicher Vorbehalt (Quelle: BFH). Wir empfehlen, Anlässe wie Unternehmensverkauf oder Liquidation in der Klausel beispielhaft zu benennen.
Eine Abfindung aus betrieblichen Gründen, etwa um eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden, kann dagegen ohne vGA möglich sein. Voraussetzung ist eine eindeutige, im Voraus getroffene und tatsächlich durchgeführte Vereinbarung (Quelle: BFH). Eine allgemeine Freigabe ist das nicht.
Übertragung und Auslagerung
Übernimmt eine andere GmbH die Pensionsverpflichtung gegen eine Ablösezahlung vor dem Verkauf, fließt dem GGF kein Arbeitslohn zu. Voraussetzung ist, dass er kein Wahlrecht hatte, sich den Betrag selbst auszahlen zu lassen (Quelle: BFH). In der Praxis heißt diese aufnehmende Gesellschaft Rentner-GmbH. Eine Auslagerung, etwa auf einen Pensionsfonds, entlastet die GmbH bilanziell, hat aber ihren Preis, der vorher berechnet werden muss.
Nachfolge in der Familie und der richtige Zeitpunkt
Wer die GmbH an die Kinder übergeben will, sollte Übergabe und Zusage zeitlich aufeinander abstimmen. Ob Verkauf oder Familiennachfolge: Welcher Ausstiegsweg passt, hängt davon ab, was heute in Ihrer Zusage steht. Entscheidend sind eine Abfindungsklausel, eine angezeigte Verpfändung und ein Zeitplan, der zum Exit passt. Wer diese drei Punkte früh prüft, behält die Wahl zwischen den Ausstiegswegen.
Vor dem Verkauf prüfen, nicht danach: der Weg ins Privatvermögen
Zusage, Rückdeckung, Verpfändung mit Anzeige und eine Abfindungsklausel zum Barwert: Fehlt ein Glied, wird aus dem Verkauf ein steuerlicher Engpass. Heute lässt sich das noch ordnen, kurz vor dem Kaufvertrag oft nicht mehr. Wir prüfen die Kette mit Blick auf Ihren Exit.
Vermehren: Wertpapiergebundene Zusagen, Garantie und der Musterfall
Erst wenn Entnahme, Spielregeln und Absicherung stehen, geht es um die Anlage. Hier entscheidet sich, wie viel aus dem vollen Brutto-Euro über die Laufzeit wird: Garantie, Kosten und Anlageform wirken über Jahrzehnte. Ein Steuervorteil ist planbar. Eine Rendite ist es nicht.
Wertpapiergebundene Zusagen
Bei einer wertpapiergebundenen Zusage richtet sich die Versorgung nach dem Wert eines Depots oder einer fondsgebundenen Rückdeckung. Der BFH lässt dafür eine Pensionsrückstellung auch ohne garantierte Mindestleistung zu; die Bindung an den Wert einer Fonds-Rückdeckung ist keine schädliche Gewinnabhängigkeit (Quelle: BFH). Maßgeblich bleibt in der Steuerbilanz der Teilwert der Rückstellung, also der versicherungsmathematisch ermittelte Wert, nicht der aktuelle Depotwert.
Das Bundesministerium der Finanzen hat diese Linie mit Schreiben vom 17.09.2026 für alle offenen Fälle übernommen und sein Schreiben von 2002 aufgehoben (Quelle: BMF-Schreiben vom 17.09.2026). Bestehende Zusagen sollten deshalb neu bewertet werden.
Garantie und Kosten
Eine Garantie kostet Rendite, und laufende Kosten wirken über Jahrzehnte, weil jeder Zehntelprozentpunkt vom Endkapital abgeht. Die Stellschrauben sind Nettotarife (Tarife ohne eingerechnete Abschlussprovision), ETF statt aktiv gemanagter Fonds und eine Garantie nur so hoch wie nötig. Wie sich Firmenvermögen konkret in börsengehandelte Indexfonds (ETF) lenken lässt, zeigt unsere Seite Firmenvermögen in ETF anlegen.
Der Musterfall: was die Struktur über 24 Jahre bewirkt
Wie stark die Struktur wirkt, zeigt unser Musterfall. Er ist ein Beispiel, kein Ergebnisversprechen: Ihre Zahlen können je nach Situation höher oder niedriger ausfallen. Steuerliche Angaben Stand 2026. Der Musterfall beruht auf diesen sieben Prämissen:
Beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer, 43 Jahre
Im Musterfall arbeiten über 24 Jahre 287.600 Euro Steuern in der Versorgung, statt an das Finanzamt zu gehen. Allein das Umschichten kostet im privaten Depot im Musterfall 92.600 Euro, weil dort bei jedem Rebalancing Abgeltungsteuer anfällt, im Versicherungsmantel dagegen nicht. Ob Ihre GmbH in diese Richtung kommt, rechnen wir mit Ihnen auf Basis Ihrer realen Zahlen durch.
Unsere Empfehlungen
Unsere Empfehlung hängt weniger vom Produkt ab als von Ihrer Ausgangslage. Als Experte für bAV, bKV und Geschäftsführerversorgung beginnt von Buddenbrock deshalb immer mit dem Status, dem Gewinnverlauf und dem Exit-Plan, nicht mit einem Tarif.
Diese Schwerpunkte sehen wir je nach Ausgangslage:
Stabiler Gewinn, GGF deutlich unter 55 Jahren: arbeitgeberfinanzierte Unterstützungskasse oder Pensionszusage mit Rückdeckung, die Direktversicherung als Einstieg mit Deckel daneben
Stark schwankender Gewinn: Pensionszusage mit jährlich entscheidbarer Tantiemeumwandlung, weil die Unterstützungskasse gleichbleibende Beiträge verlangt
GGF ab Mitte 50 ohne Versorgung: Zusage aus Entgeltumwandlung mit Insolvenzsicherung und einer Verzinsung, die den risikoarmen Marktzins nicht übersteigt
Bestehende Zusage: Prüfung gegen die im Februar 2026 veröffentlichten BFH-Urteile, Kontrolle von Verpfändung, Abfindungsklausel, Ratenoption und Krankenversicherungsstatus
Verkauf oder Nachfolge in Sicht: Ausstiegsweg und Erdienenszeit festlegen, bevor die Zusage erteilt oder erhöht wird
Für die steuerrechtliche Einordnung Ihrer individuellen Situation arbeiten wir mit spezialisierten Steuerberatern aus unserem Experten-Netzwerk zusammen. In unserer Kontextberatung kommen Finanz-, Rechts- und Steuerkompetenz in einer Beratung zusammen, damit Steuerberater, Anwalt und Bank nicht aneinander vorbeiarbeiten.
Typische Ausgangslage 1: Ausschüttung wird zur Versorgung
Ein alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH mit rund 80 Mitarbeitern schüttet seinen Gewinn seit Jahren aus und versteuert ihn damit zweimal. Der Ansatz: eine arbeitgeberfinanzierte, rückgedeckte Unterstützungskasse mit fondsgebundener Rückdeckung, verpfändet und dem Versicherer angezeigt. Gewinnspitzen fließen per Tantiemeumwandlung in eine rückgedeckte Pensionszusage.
Typische Ausgangslage 2: Späteinsteiger mit Mitte 50
Ein Gesellschafter-Geschäftsführer Mitte 50 hat bisher alles in die GmbH investiert, eine arbeitgeberfinanzierte Zusage wäre kaum noch erdienbar. Der Ansatz: eine Direktzusage ausschließlich aus Entgeltumwandlung, ohne vorherige Gehaltserhöhung, mit marktüblicher Verzinsung und verpfändeter Rückdeckung. So bleibt die Zusage nach den Kriterien des BFH anerkennungsfähig.
Was bei der Einrichtung einer Geschäftsführerversorgung passiert
Eine Versorgung einzurichten heißt mehr, als einen Vertrag zu unterschreiben. Dazu gehören Gesellschafterbeschluss, schriftliche Zusage, ein versicherungsmathematisches Gutachten für die Rückstellung, Rückdeckung, Verpfändung mit Anzeige und die Abstimmung mit Ihrem Steuerberater. Wir begleiten diesen Prozess von der Analyse bis zur laufenden Pflege, mit einem festen Ansprechpartner statt Callcenter. Dazu gehört die Anpassung bei neuen Urteilen, BMF-Schreiben und Gehaltsänderungen, damit die Zusage auch in zehn Jahren noch der Betriebsprüfung standhält.
Stephan Seidenfad · Geschäftsführung und bAV-Experte
„Ich bin das Gesicht. Den Alleingang gibt es hier nicht. Was Sie auf YouTube von mir hören, mache ich seit 2008 selbst so. Und mein Team setzt es seit über 20 Jahren so um, dass es einer Betriebsprüfung standhält.“
Seit 2002 berät Stephan Seidenfad Gesellschafter-Geschäftsführer und Unternehmen zu Versorgung und bAV, 2004 hat er von Buddenbrock mitgegründet. Seine eigene Unterstützungskasse läuft seit 2008. Wer bei uns anruft, spricht mit jemandem, der das Konzept bei ihm gelernt hat.
Mitgründer 2004 · Berater seit 2002 · Eigene U-Kasse seit 2008 · Schloss Schellenberg, Essen · YouTube: Klartext für Entscheider
Häufige Fragen zur Umwandlung von Firmen- in Privatvermögen
Was bedeutet „Firmenvermögen in Privatvermögen umwandeln“ konkret?
Gemeint ist der Weg, Gewinn der GmbH ins Vermögen des Gesellschafter-Geschäftsführers (GGF) zu überführen, ohne ihn zuerst als Gehalt oder Ausschüttung voll zu versteuern. Dafür finanziert die GmbH Ihre Versorgung, etwa über eine Pensionszusage. Der Aufwand mindert als Betriebsausgabe oder Pensionsrückstellung den Gewinn der GmbH, laut § 4d EStG.
Privat verfügbar wird das Geld erst im Versorgungsfall, versteuert wird dann die Auszahlung. Der Begriff beschreibt das Ergebnis einer Geschäftsführerversorgung.
Was bleibt netto: Gewinn ausschütten oder in eine Versorgungszusage geben?
Bei einer Ausschüttung bleiben nach rund 30 Prozent Steuer in der GmbH und gut 26 Prozent Abgeltungsteuer privat aus 100.000 Euro Gewinn rund 51.000 Euro. Fließt derselbe Betrag als Betriebsausgabe in eine Versorgungszusage, werden 100.000 Euro angelegt. Die Steuer ist damit verschoben, nicht erlassen.
Darf meine Versorgung ETF-basiert sein? Ich will Sicherheit.
Ja, und in den meisten Fällen sollte sie es. Sicherheit entsteht in der Geschäftsführerversorgung nicht durch eine Garantie im Produkt, sondern durch die Struktur: Gesellschafterbeschluss, Zusage, Rückdeckung, Verpfändung. Eine Garantie kostet dagegen Rendite, im Musterfall über 24 Jahre einen sechsstelligen Betrag. Stephan Seidenfad führt seine eigene Unterstützungskasse seit 2008 ETF-basiert. Wer dennoch eine Garantie möchte, bekommt sie; wir rechnen vorher vor, was sie kostet.
Was ändert das BFH-Urteil I R 50/22 vom 19. November 2025 für Gesellschafter-Geschäftsführer konkret?
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat im Urteil I R 50/22 entschieden, dass eine Zusage, die ausschließlich aus Entgeltumwandlung finanziert wird, auch ohne Probezeit anerkannt werden kann. Voraussetzung ist, dass die GmbH kein signifikantes Finanzierungsrisiko trägt und der Anspruch insolvenzgesichert ist. Für arbeitgeberfinanzierte Zusagen ändert das Urteil nichts.
Es ist zudem keine endgültige Anerkennung: Der BFH hat den Fall einer Unternehmergesellschaft (UG) mit Alleingesellschafter-Geschäftsführer an das Finanzgericht Düsseldorf zurückverwiesen.
Wie sichern beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer ihre Pensionszusage gegen Insolvenz ab?
Der Pensions-Sicherungs-Verein schützt beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer nicht, weil das Betriebsrentengesetz für sie nicht gilt, laut § 17 BetrAVG. Der Standard ist die Verpfändung der Rückdeckungsversicherung an Sie. Sie wird nach § 1280 BGB erst mit der Anzeige beim Versicherer wirksam. Als Pfandgläubiger haben Sie ein Absonderungsrecht, obwohl die Rückdeckung Teil der Insolvenzmasse bleibt. Die vollständige Kette beschreibt Insolvenzschutz der Pensionszusage.
Wie lässt sich eine bestehende Pensionszusage nachträglich erhöhen?
Eine Erhöhung wird grundsätzlich wie eine Neuzusage geprüft. Beim beherrschenden GGF sollten als Faustregel rund zehn Jahre zwischen Erhöhung und Pensionsalter liegen. Ein Unterschreiten ist keine starre Grenze, aber ein gewichtiges Indiz für eine gesellschaftliche Veranlassung, laut BFH-Urteil I R 33/15.
Für die Rückstellung zählen fest vereinbarte Anpassungen, ungewisse erst bei Eintritt, laut § 6a EStG.
Welche Auszahlungsoptionen habe ich am Ende der bAV und wie werden sie besteuert?
Am Ende der betrieblichen Altersversorgung (bAV) sind drei Formen üblich: die laufende Auszahlung auf Lebenszeit, die Ratenzahlung, und das Einmalkapital. Das Recht auf Kapital oder Raten muss von Anfang an in der Zusage stehen.
Pensionszusage und Unterstützungskasse werden als Versorgungsbezüge nach § 19 EStG besteuert, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds nach § 22 EStG. Entscheidend ist der persönliche Steuersatz im Ruhestand. Raten halten das Einkommen pro Jahr niedriger, beim Einmalkapital verpufft die Fünftelregelung weitgehend.
Was passiert mit der Zusage, wenn ich sterbe?
Ob und an wen nach Ihrem Tod eine Leistung fließt, muss in der Zusage geregelt sein, sonst entsteht eine Lücke. Sollen die Hinterbliebenen auch im Insolvenzfall gesichert sein, nehmen Sie sie als Pfandgläubiger in die Verpfändung auf. Eine Altersabstandsklausel, die bei mehr als 15 Jahren Abstand ausschließt, hat das Bundesarbeitsgericht für Arbeitnehmer als wirksam angesehen, laut BAG-Urteil 3 AZR 43/17.
Wie wirkt sich die sinkende Körperschaftsteuer ab 2028 auf die Entnahme aus?
Die Körperschaftsteuer liegt 2026 und 2027 bei 15 Prozent und sinkt danach jährlich um einen Prozentpunkt auf zehn Prozent ab 2032, laut § 23 KStG. Die Ausschüttung wird dadurch günstiger, der Betriebsausgabenabzug bringt in der GmbH weniger Körperschaftsteuer.
Der Abstand zwischen Ausschüttung und Versorgung wird kleiner, bleibt aber groß, weil auf die Ausschüttung weiterhin Abgeltungsteuer anfällt. Die Rechnung 100.000 Euro, 70.000 Euro, rund 51.000 Euro gilt für den Stand 2026.
Welche Rechtsformen und Positionen können den Weg nutzen: UG, GmbH und Co. KG, AG-Vorstand?
UG und Ein-Personen-GmbH: Ja. Das Leiturteil I R 50/22 betraf eine UG. Reine Entgeltumwandlung ist dort auch ohne Probezeit möglich.
GmbH und Co. KG: Ist der Geschäftsführer der Komplementär-GmbH zugleich Kommanditist, mindert die weiterbelastete Zusage den Gewinn der Mitunternehmerschaft nicht, der Kernmechanismus funktioniert dort praktisch nicht.
AG-Vorstand: Er ist beschäftigt, aber nicht renten- und arbeitslosenversicherungspflichtig, nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung.
Ihr nächster Schritt
Sprechen wir über Ihr Vermögen.
Ein Gespräch, unverbindlich und auf Augenhöhe. Sie erfahren, wo Sie stehen und was sich für Sie und Ihr Unternehmen wirklich lohnt.
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BeitragsbemessungsgrenzeDie Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung.EntgeltumwandlungBei der Entgeltumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttoeinkommens in eine betriebliche Altersversorgung. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen, wodurch Arbeitnehmer Steuern- und Sozialabgaben sparen.