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Das erwartet Sie hier
Sie erfahren, wie Sie ESG-Kriterien rechtssicher in Ihre betriebliche Altersvorsorge integrieren und so Mitarbeiter binden.
Eine nachhaltige bAV ist eine betriebliche Altersvorsorge, deren Kapital nach ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Governance) angelegt wird – gesteuert über nachhaltige Fonds und sozial faire Zusage-Modelle.
EU-Taxonomie und CSRD bilden zusammen mit den ESG-Kriterien den Rahmen, um Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte nach einheitlichen Maßstäben zu bewerten und zu berichten.
Wie tief ESG-Kriterien verankert werden, hängt vom Durchführungsweg der bAV ab.
Eine nachhaltige bAV erhöht die Arbeitgeberattraktivität und stärkt die Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsstrategie – über alle Unternehmensgrößen hinweg.
Stephan Seidenfad Geschäftsführung und bAV-Experte
Eine nachhaltige bAV ist mehr als ein grünes Etikett.
Sie verbindet die Altersvorsorge Ihrer Belegschaft mit messbaren Klima-, Sozial- und Governance-Zielen. Entscheidend ist die Auswahl eines Fonds, der nicht nur ein Nachhaltigkeitslabel trägt, sondern echte Wirkung entfaltet. Dieser Artikel zeigt Ihnen als Arbeitgeber, woran Sie eine echte nachhaltige bAV erkennen, wie sich die Gestaltung je Durchführungsweg unterscheidet und welche Größenklasse welchen Aufwand bedeutet. Sie möchten das Thema nicht allein angehen? Wir begleiten Sie von der Analyse bis zur Umsetzung.
Das ist neu im Jahr 2026
CSRD-Beitragspflicht verschoben: Das Omnibus-Paket der EU verschiebt die CSRD-Berichtspflicht für Welle 2 auf das Geschäftsjahr 2027 (Bericht 2028) und für Welle 3 auf das Geschäftsjahr 2028. → Mehr dazu im Abschnitt „Der Regulierungsrahmen“
Was ist eine nachhaltige bAV?
Eine nachhaltige bAV ist eine betriebliche Altersvorsorge, deren Kapital nach ESG-Kriterien angelegt wird – also nach Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und guter Unternehmensführung (Governance). Arbeitgeber steuern dies über die Wahl nachhaltiger Fonds (klassifiziert nach SFDR Artikel 8 oder 9) und über sozial faire Zusage-Modelle. Wie tief ESG verankert werden kann, hängt vom gewählten Durchführungsweg ab.
Der konkrete Nutzen liegt auf der Hand: Eine nachhaltige bAV bindet Fachkräfte, stärkt die Arbeitgebermarke und macht die Nachhaltigkeitsstrategie eines Unternehmens glaubwürdig. Gerade jüngere Beschäftigte legen Wert darauf, dass ihre Altersvorsorge einen positiven Beitrag leistet. Laut einer Fidelity-Umfrage wollen 42 Prozent der 18- bis 34-Jährigen ihr Geld nachhaltiger anlegen (Quelle: dpn).
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Ob Ihre bestehende betriebliche Altersvorsorge schon echte Wirkung entfaltet, hängt von Ihrer Ausgangslage ab. Wir prüfen für Sie kostenlos, wie nachhaltig Ihre bAV heute aufgestellt ist – und zeigen, wo realistische Spielräume liegen.
Der Regulierungsrahmen: ESG, EU-Taxonomie und CSRD
Drei Regelwerke bestimmen, was in der nachhaltigen bAV als „grün“ gilt und wer worüber berichten muss: die EU-Taxonomie, die CSRD und die Offenlegungsverordnung SFDR. Für Arbeitgeber ist die gute Nachricht: Die meisten Berichtspflichten treffen nur große Unternehmen – nutzen kann eine grüne bAV aber jeder Betrieb.
Für Unternehmen bedeutet ESG, Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien in Geschäftsentscheidungen einzubeziehen. Wer diese Aspekte systematisch berücksichtigt, stärkt das Vertrauen von Kunden und Investoren. Gleichzeitig positioniert sich das Unternehmen vorausschauend gegenüber steigenden regulatorischen Anforderungen.
EU-Taxonomie
Die EU-Taxonomie legt fest, welche wirtschaftlichen Tätigkeiten als ökologisch nachhaltig gelten, und schafft damit verbindliche Maßstäbe für umweltfreundliche Aktivitäten. Sie kennzeichnet Nachhaltigkeit, schreibt sie aber nicht vor. Zusammen mit den ESG-Kriterien unterstützt sie Investoren, Unternehmen und Behörden bei Entscheidungen (Quelle: Verordnung (EU) 2020/852, EUR-Lex). Die Verknüpfung beider Systeme bietet einen einheitlichen Rahmen zur Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung. Das erleichtert den Vergleich von Informationen und steigert die Transparenz (Quelle: BaFin).
CSRD
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtet eine wachsende Zahl von Unternehmen, detailliert über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten zu berichten (Quelle: Richtlinie (EU) 2022/2464 (CSRD), EUR-Lex). Dazu gehört auch, wie ein Unternehmen seiner sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern nachkommt – einschließlich der bAV.
Seit dem Geschäftsjahr 2024 berichten zunächst nur große kapitalmarktorientierte Unternehmen (Welle 1).
Für die weiteren Wellen wurde der Beginn der Berichtspflicht durch das Omnibus-Paket der EU verschoben: Welle 2 berichtet erst ab dem Geschäftsjahr 2027 (Bericht 2028), Welle 3 ab dem Geschäftsjahr 2028.
Zusätzlich werden die Schwellenwerte angehoben: Künftig sollen nur noch Unternehmen mit über 1.000 Beschäftigten und über 450 Millionen Euro Nettoumsatz verpflichtend nach CSRD berichten (Quelle: Rat der EU, Pressemitteilung vom 24.02.2026). Damit fällt die große Mehrheit kleiner und mittlerer Betriebe aus der Pflicht heraus – eine nachhaltige bAV bleibt für sie eine freiwillige, strategische Option.
ESG-konforme Finanzprodukte
ESG-konforme Finanzprodukte verbinden das Ziel einer wettbewerbsfähigen Rendite mit klaren Umwelt-, Sozial- und Governance-Anforderungen. Laut der Marktstudie „Impact Investing in Deutschland 2022″ lag das Volumen an selbst deklarierten Impact Assets bei 38,9 Milliarden Euro (Quelle: Marktstudie Impact Investing in Deutschland 2022, Bertelsmann Stiftung). Eine aktualisierte Marktstudie 2025 hat der inzwischen umbenannte Bundesverband Impact Investing (BVII) angekündigt (Quelle: Bundesverband Impact Investing).
Innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge umfasst das Spektrum an ESG-Finanzprodukten nachhaltige Pensionsfonds, Green Bonds in Pensionsportfolios sowie Anlagestrategien, die soziale Verantwortung und gute Unternehmensführung betonen. Mit solchen Instrumenten lenken Arbeitgeber und Versorgungsträger Kapital in Unternehmen, die ESG-Kriterien erfüllen. Zugleich spiegelt die Einbindung von ESG-Kriterien in bAV-Anlagen den wachsenden Wunsch der Versicherten wider, ihre Altersvorsorge mit einem positiven Beitrag zu verbinden. Vereinzelt versuchen Anbieter allerdings, mit fragwürdigen ESG-Labels reines Greenwashing zu betreiben.
So greifen die Regelwerke ineinander
EU-Taxonomie definiert, was als grün gilt.
CSRD verpflichtet Unternehmen, genau darüber zu berichten (einschließlich Taxonomie-Quote).
bAV-Anbieter verwenden diese berichteten Daten, um:
Ihre eigenen Offenlegungspflichten nach SFDR zu erfüllen,
Investments an die Taxonomie auszurichten,
Attraktive, nachhaltige Vorsorgeprodukte für Mitarbeiter zu gestalten.
Experten-Tipp: Das SFDR-Label allein ist kein Nachhaltigkeitsbeweis
„Sich auf ein Artikel-8-Etikett zu verlassen, reicht heute nicht mehr. Viele Fonds tragen das Label, ohne echte Wirkung zu liefern – genau hier beginnt Greenwashing. Prüfen Sie stattdessen die harten PAI-Kennzahlen und die Stimmrechtspolitik des Anbieters. So erkennen Sie, ob ein Fonds wirklich nachhaltig investiert oder nur grün klingt.“
So verankern Arbeitgeber Nachhaltigkeit in der bAV
Arbeitgeber verankern Nachhaltigkeit in der bAV über zwei Hebel: die Kapitalanlage und die Zusage-Gestaltung. Beide lassen sich unabhängig voneinander einsetzen und gemeinsam zu einem stimmigen Konzept verbinden.
Den rechtlichen Rahmen dafür setzt die EU-Richtlinie 2016/2341 (EbAV II). Während die EU-Taxonomie definiert, was als nachhaltig gilt, legt EbAV II fest, wie betriebliche Pensionseinrichtungen geführt und beaufsichtigt werden. Durch die Umsetzung der EbAV-II-Richtlinie ins Versicherungsaufsichtsgesetz müssen Pensionskassen und Pensionsfonds offenlegen, ob und wie sie ökologische, soziale und Governance-Belange in ihrer Anlagepolitik berücksichtigen (Quelle: EU-Richtlinie 2016/2341 (EbAV II), EUR-Lex).
Für Unternehmen ergeben sich daraus zwei Gestaltungshebel:
Nachhaltige Kapitalanlage: Arbeitgeber investieren bAV-Beiträge gezielt in Fonds, die nach Artikel 8 oder 9 der SFDR klassifiziert sind. So fließt Vorsorgekapital in klimafreundliche Infrastruktur oder soziale Impact-Projekte.
Sozial faire Zusage-Gestaltung: Arbeitgeber setzen zusätzliche Beiträge ein, um den Gender-Pension-Gap zu verringern, Teilzeit-Nachteile auszugleichen oder Diversity-Ziele abzubilden. Solche Maßnahmen wirken auf die Social-Komponente und verbessern zugleich das Nachhaltigkeitsrating nach CSRD.
Eine ESG-konforme bAV verbindet so finanzielle Sicherheit im Alter mit Klima-, Sozial- und Governance-Verantwortung. Den zweiten Hebel verbinden viele Arbeitgeber direkt mit dem Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung, um Fairness und Nachhaltigkeit zusammenzuführen.
Die Rolle von Betriebsrat und Mitbestimmung
Bei der Einführung einer nachhaltigen bAV hat der Betriebsrat ein echtes Mitspracherecht. Die Ausgestaltung der betrieblichen Altersversorgung im Wege der Entgeltumwandlung unterliegt der Mitbestimmung nach § 87 Absatz 1 Nummer 10 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) (Quelle: § 87 BetrVG). Das betrifft besonders die Frage, nach welchen Grundsätzen das Versorgungskapital verteilt wird.
In der Praxis ist das ein Vorteil: Ein Betriebsrat, der eine faire, nachhaltige Versorgungsordnung mitträgt, erhöht die Akzeptanz in der Belegschaft. Gerade der Ausgleich von Teilzeit-Nachteilen und der Gender-Pension-Gap sind Themen, bei denen Arbeitgeber und Betriebsrat dasselbe Ziel verfolgen. Wir empfehlen, den Betriebsrat früh in die Gestaltung der Versorgungsordnung einzubinden.
Experten-Tipp: Nachhaltige bAV ist mehr als grüne Fonds
„Die meisten Arbeitgeber denken bei ESG nur an die Kapitalanlage – und übersehen den stärkeren Hebel. Eine sozial faire Zusage-Gestaltung, die den Gender-Pension-Gap verkleinert und Teilzeit-Nachteile ausgleicht, wirkt direkt auf die Social-Komponente. Binden Sie den Betriebsrat früh ein: Das erhöht die Akzeptanz und verbessert zugleich Ihr Nachhaltigkeitsrating.“
ESG je Durchführungsweg: Wo Sie wie viel Einfluss haben
Die Möglichkeiten zur Integration von ESG-Kriterien hängen stark vom gewählten Durchführungsweg der bAV ab. Je mehr Gestaltungshoheit der Arbeitgeber über die Kapitalanlage hat, desto tiefer lässt sich Nachhaltigkeit verankern – allerdings steigt damit auch der Aufwand.
Durchführungsweg
ESG-Einflussmöglichkeit
Aufwand
Direktversicherung / Pensionskasse
Mittel: Auswahl ESG-konformer Tarife und Fonds des Versicherers
Gering
Pensionsfonds
Hoch: Anlagerichtlinien mitgestalten, Ausschluss- und Quotenkriterien
Mittel
Unterstützungskasse
Mittel bis hoch: Steuerung über Versicherer oder Vermögensverwalter
Mittel
Direktzusage
Sehr hoch: eigene Nachhaltigkeits-Policy und Managerauswahl
Hoch
Direktversicherung und Pensionskasse
Bei der Auswahl von Anbieter und Tarif prüft der Arbeitgeber gemeinsam mit einem bAV-Experten, wie ernst der Versicherer seine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Entscheidend sind zwei Fragen: Wie breit ist das Angebot an speziellen ESG-Fonds? Und wie transparent berichtet der Versicherer über seine Anlagepolitik?
Artikel 6: Produkte, die keine Nachhaltigkeitsziele verfolgen.
Artikel 8 (hellgrün): Produkte, die ökologische oder soziale Merkmale bewerben, aber kein primär nachhaltiges Anlageziel haben.
Artikel 9 (dunkelgrün): Produkte, die ein klares, messbares nachhaltiges Anlageziel verfolgen, zum Beispiel die Reduktion von CO2.
Für die meisten Betriebe ist die Direktversicherung der einfachste Einstieg in eine nachhaltige bAV: geringer Aufwand, klare Fondsauswahl, schnelle Einführung.
Pensionsfonds
Der Pensionsfonds bietet oft mehr Flexibilität und direkteren Einfluss auf die Anlagestrategie, besonders bei größeren Unternehmen.
Hier gestaltet der Arbeitgeber die Anlagerichtlinien für das Pensionsvermögen direkt mit. Er definiert spezifische Ausschlusskriterien oder legt Quoten für Investitionen in nachhaltige Sektoren wie erneuerbare Energien fest.
Das erfordert mehr Engagement und Expertise, ermöglicht aber eine bAV, die exakt auf die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens zugeschnitten ist.
Unterstützungskasse
Bei der ESG-konformen Kapitalanlage in einer Unterstützungskasse wählt der Arbeitgeber entweder eine rückgedeckte Lösung mit Versicherern, deren Produkte klar als nachhaltig (nach SFDR Artikel 8 oder 9) ausgewiesen sind. Oder er investiert pauschaldotierte Mittel über Vermögensverwalter, die strenge Ausschlusslisten, CO2-Reduktionspfade und aktive Stimmrechtsausübung einsetzen.
Die Unterstützungskasse selbst unterliegt nicht direkt der BaFin-Aufsicht oder der SFDR, wohl aber ihre Finanzdienstleister. Eine tragfähige ESG-Strategie stützt sich daher vor allem auf vertragliche Vorgaben, transparente Auswahlprozesse und kontinuierliche Kontrolle.
Direktzusage
Bei einer Direktzusage stehen die Pensionsverpflichtungen unmittelbar in der Bilanz des Arbeitgebers. Soll das Kapital ESG-konform angelegt werden, legt der Arbeitgeber zunächst eine verbindliche Nachhaltigkeits-Policy fest. Dazu gehören der Ausschluss kontroverser Branchen, messbare Klimaziele und Governance-Standards.
Die Mittel fließen dann in ein Contractual-Trust-Arrangement (CTA) oder in andere Rückdeckungsinstrumente. Deren Vermögensverwalter investieren nachweislich nach SFDR Artikel 8 oder 9 oder vergleichbaren Richtlinien.
Bei der Managerauswahl prüft der Arbeitgeber detaillierte Nachhaltigkeitsberichte, Stimmrechtspolitik und Principal-Adverse-Impacts-Kennzahlen (PAI), um Greenwashing auszuschließen.
Experten-Tipp: Die Direktzusage ist nicht der ESG-Königsweg für jeden
„Maximale Gestaltungshoheit klingt verlockend – doch für die meisten Mittelständler ist die ESG-Direktzusage überdimensioniert. Eigene Nachhaltigkeits-Policy, Managerauswahl und PAI-Kontrolle binden Ressourcen, die kleinere Betriebe selten haben. Mein Rat: Starten Sie über eine Direktversicherung mit Artikel-9-Fonds. Den Aufwand der Direktzusage rechtfertigt erst ein hoher Dotierungsbedarf und echte Steuerungskapazität im Haus.“
Direktversicherung, Pensionsfonds oder Direktzusage – die richtige Wahl entscheidet über ESG-Tiefe, Aufwand und Haftung, und Fehler werden teuer. In einer Versorgungsanalyse ermitteln unsere Experten den Durchführungsweg, der wirklich zu Ihrer Belegschaft und Ihren Zielen passt.
Wie eine nachhaltige bAV sinnvoll aussieht, hängt stark von der Unternehmensgröße ab. Kleinunternehmen brauchen eine einfache, bezahlbare Lösung ohne Regulierungs-Overhead – Konzerne dagegen steuern komplexe Versorgungswerke mit eigenem Reporting. Die folgende Einordnung knüpft direkt an die Durchführungsweg-Logik an.
Kleinunternehmen und KMU (bis rund 250 Mitarbeiter)
Für Kleinunternehmen und den Mittelstand ist die nachhaltige bAV vor allem eine Frage der Einfachheit. Die gute Nachricht zuerst: Die CSRD-Berichtspflicht trifft Sie in dieser Größenordnung nicht – Sie können eine grüne bAV trotzdem ohne Berichtsaufwand anbieten. Der praktikabelste Weg ist eine Direktversicherung oder Pensionskasse mit einem als Artikel 8 oder 9 klassifizierten Fonds.
Der Verwaltungsaufwand bleibt dabei gering, weil der Versicherer Anlage und Reporting übernimmt. So nutzen auch kleine Teams den Bindungsvorteil einer nachhaltigen bAV, ohne eine eigene Nachhaltigkeits-Policy aufsetzen zu müssen. Für viele Betriebe ist das der schnellste Hebel, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.
Konzerne und große Unternehmen (ab 500 Mitarbeiter)
Große Unternehmen haben in der nachhaltigen bAV deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten – und mehr Pflichten. Ab einer Schwelle von über 1.000 Beschäftigten und über 450 Millionen Euro Nettoumsatz greift künftig die CSRD-Berichtspflicht, die auch die Versorgungswerke einbezieht. Hier lohnt sich der Aufwand für einen Pensionsfonds oder eine Direktzusage mit eigener Nachhaltigkeits-Policy.
Konzerne steuern dabei eigene Ausschlusskriterien, SFDR-Klassifizierung der Portfolios und PAI-Reporting. Diese Tiefe erfordert spezialisierte Begleitung – von der Governance bis zur Managerauswahl. Wir unterstützen auch in dieser Größenordnung mit Erfahrung aus der Steuerung komplexer Versorgungswerke.
Experten-Tipp: Warten Sie mit dem ESG-Reporting nicht auf die CSRD-Pflicht
„Viele Konzerne schieben das Thema, weil die CSRD-Pflicht durch das Omnibus-Paket nach hinten rückt. Das ist ein teurer Fehler. Wer die SFDR-Klassifizierung seiner Versorgungswerke und das PAI-Reporting erst kurz vor der Frist aufsetzt, zahlt unter Zeitdruck drauf. Bauen Sie die Datengrundlage jetzt auf – so wird die Pflicht später zur reinen Formsache.“
Vom Kleinunternehmen bis zum Konzern braucht jede Größenklasse einen anderen Weg zur nachhaltigen bAV – von der schlanken Direktversicherung bis zum eigenen Versorgungswerk mit Reporting. In unserem Einführungs-Check klären wir, welcher Aufwand für Ihr Unternehmen wirklich sinnvoll ist.
Rechenbeispiel: Was eine nachhaltige Fondsanlage bewirkt
Das folgende Rechenbeispiel zeigt anschaulich, wie sich eine nachhaltige Fondsanlage in der bAV auswirkt. Es handelt sich um ein vereinfachtes Modellbeispiel mit offengelegten Annahmen – kein Renditeversprechen und keine individuelle Anlageempfehlung.
Annahmen: Ein Mitarbeiter wandelt monatlich 200 Euro seines Bruttogehalts in eine fondsgebundene Direktversicherung um. Die Laufzeit beträgt 30 Jahre. Wir rechnen mit einer angenommenen, nicht garantierten durchschnittlichen Wertentwicklung von 5 Prozent pro Jahr vor Kosten – dieselbe Annahme für den konventionellen wie den nachhaltigen Fonds, da sich die langfristige Wertentwicklung beider Varianten laut Studienlage im Mittel nicht systematisch unterscheidet.
Ergebnis (Modellrechnung): Aus eingezahlten 72.000 Euro (200 Euro × 360 Monate) wird bei 5 Prozent jährlicher Wertentwicklung ein rechnerisches Kapital von rund 166.000 Euro vor Kosten und Steuern. Der entscheidende Punkt: Bei gleicher Renditeannahme fließt dieses Kapital im nachhaltigen Fall über 30 Jahre konsequent in Unternehmen, die ESG-Kriterien erfüllen – statt in beliebige Branchen.
Der Unterschied liegt also nicht im Endbetrag, sondern in der Wirkung des eingesetzten Kapitals. Genau das ist das Argument, das jüngere Beschäftigte überzeugt: dieselbe Vorsorge, aber mit messbarem Beitrag zu Klima- und Sozialzielen. Die konkreten Werte hängen immer vom gewählten Tarif, den Fondskosten und der tatsächlichen Marktentwicklung ab.
Praxisbeispiel: Mittelständischer Arbeitgeber stellt auf Artikel-9-Fonds um
Ein mittelständischer Arbeitgeber mit rund 80 Mitarbeitern bot seine bAV bislang über eine Direktversicherung mit einem klassischen Artikel-6-Fonds an. Nach einer Versorgungsanalyse stellte er die Fondsanlage auf einen Artikel-9-Fonds desselben Versicherers um. Die Beiträge und der Verwaltungsaufwand blieben unverändert – der Bindungseffekt bei jüngeren Beschäftigten stieg spürbar, weil das Unternehmen die Umstellung aktiv kommunizierte.
Praxisbeispiel: Pensionsfonds mit eigenen Ausschlusskriterien
Ein größeres Unternehmen mit eigenem Pensionsfonds nutzte den höheren Gestaltungsspielraum dieses Durchführungswegs. Es definierte in den Anlagerichtlinien verbindliche Ausschlusskriterien (etwa fossile Energieträger und kontroverse Waffen) und eine Quote für erneuerbare Energien. So entstand eine bAV, die exakt zur Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens passte – ein Hebel, den eine reine Standardlösung nicht geboten hätte.
Kostet eine nachhaltige bAV mehr Rendite?
Nein, eine nachhaltige bAV muss keine schlechtere Rendite bedeuten. Die umfangreichste Auswertung dazu, eine Metastudie über mehr als 2.000 Einzelstudien, kommt zu einem klaren Ergebnis: In rund 63 Prozent der Studien hängt eine gute ESG-Performance positiv mit der Finanzperformance zusammen, in weniger als 10 Prozent negativ (Quelle: ESG and Financial Performance (2015), SSRN). Nachhaltige Anlagen schneiden also im Mittel nicht schlechter ab als konventionelle.
Bei den Kosten gilt: ESG-Fonds liegen heute in einer ähnlichen Spanne wie vergleichbare konventionelle Fonds. Aktiv gemanagte Nachhaltigkeitsfonds können etwas teurer sein, nachhaltige ETF dagegen sind oft genauso günstig wie klassische Indexfonds. Entscheidend für die Nettorendite ist daher weniger das Nachhaltigkeitslabel als die Gesamtkostenquote des konkreten Tarifs.
Wichtig ist eine nüchterne Einordnung: Nachhaltigkeit und Rendite sind kein Widerspruch. Welche Variante für Ihr Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll ist, zeigt der konkrete Tarifvergleich – auch im Hinblick auf eine bAV mit ETF.
ESG-Tarife vergleichen ohne Renditenachteil
Nachhaltigkeit und Rendite sind kein Widerspruch – entscheidend für die Nettorendite ist die Gesamtkostenquote des konkreten Tarifs. Wir vergleichen für Sie die ESG-Tarife am Markt und finden die Variante, die für Ihr Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll ist.
Eine nachhaltige betriebliche Altersvorsorge ist ein starkes Signal nach innen und außen. Sie ist der Beweis, dass die Unternehmenswerte im Handeln verankert sind.
Talente gewinnen und binden: Für die Generationen Y und Z ist Sinnhaftigkeit im Beruf ein wichtiger Faktor. Ein Arbeitgeber, der ihnen ermöglicht, mit ihrer Altersvorsorge einen positiven Beitrag zu leisten, schafft eine starke Bindung.
Glaubwürdigkeit und Authentizität: Eine grüne bAV wirkt auf die Glaubwürdigkeit der gesamten Corporate-Social-Responsibility-Strategie (CSR). Sie zeigt, dass der Arbeitgeber seine Verantwortung ganzheitlich begreift.
Nachhaltiges Investment: Beschäftigte profitieren, weil ihr Vorsorgekapital nach ESG-Kriterien angelegt wird und langfristige Risiken reduziert werden. So unterstützt das Investment zugleich Klima- und Sozialziele.
Unsere Empfehlung: Behandeln Sie die nachhaltige bAV nicht als Marketing-Etikett, sondern als Bestandteil Ihrer Vorsorge- und Personalstrategie. Wir begleiten Sie von der Auswahl ESG-konformer Produkte bis zur Kommunikation gegenüber Ihrer Belegschaft.
Experten-Tipp: Eine grüne bAV, über die niemand spricht, ist verschenkt
„Die beste nachhaltige bAV nützt Ihrer Arbeitgebermarke nichts, wenn die Belegschaft sie nicht kennt. Manche Unternehmen scheuen die Kommunikation aus Angst vor dem Greenwashing-Vorwurf. Dabei ist das Gegenteil richtig: Wer transparent erklärt, in welche ESG-Fonds das Kapital fließt, schafft Glaubwürdigkeit. Behandeln Sie die grüne bAV als Teil Ihrer Personalstrategie, nicht als stilles Etikett.“
Mit uns die ideale betriebliche Altersvorsorge finden
Weniger Verwaltungsaufwand, zufriedenere Mitarbeiter, steuerlich optimiert – die bAV ist einer der wirkungsvollsten Benefits für Ihr Team. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welche nachhaltige Lösung zu Ihrem Unternehmen passt.
Was bedeutet ESG in der betrieblichen Altersvorsorge?
ESG steht für Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und gute Unternehmensführung (Governance). In der betrieblichen Altersvorsorge bedeutet ESG, dass das Vorsorgekapital nach diesen drei Kriterien angelegt wird – statt in beliebige Branchen. Arbeitgeber steuern das über die Wahl nachhaltiger Fonds und über sozial faire Zusage-Modelle. Eine nachhaltige bAV verbindet so die Altersvorsorge der Belegschaft mit messbaren Klima-, Sozial- und Governance-Zielen.
Wie erkennen Arbeitgeber Greenwashing in der Altersvorsorge?
Greenwashing bedeutet, dass ein Fonds ein Nachhaltigkeitslabel trägt, hinter dem aber kaum echte Wirkung steckt. In der bAV ist das ein reales Risiko, weil viele Produkte als hellgrün (SFDR Artikel 8) klassifiziert sind, ohne ökologische oder soziale Ziele konsequent zu verfolgen. Erkennen lässt sich Greenwashing an den harten Kennzahlen statt am Etikett: Prüfen Sie die Principal-Adverse-Impacts-Kennzahlen (PAI), die Ausschlusskriterien und die Stimmrechtspolitik des Anbieters. Wer transparent offenlegt, in welche Bereiche das Kapital fließt, hat in der Regel wenig zu verbergen.
Wie reduziert eine nachhaltige bAV den Gender-Pension-Gap?
Der Gender-Pension-Gap beschreibt den Unterschied zwischen den Altersbezügen von Frauen und Männern, der vor allem durch Teilzeit und Erwerbsunterbrechungen entsteht. Über die Social-Komponente einer nachhaltigen bAV können Arbeitgeber hier gezielt gegensteuern. Möglich sind zusätzliche Arbeitgeberbeiträge, die Teilzeit-Nachteile ausgleichen, oder eine Versorgungsordnung, die alle Beschäftigtengruppen fair behandelt. Solche Maßnahmen verkleinern die Versorgungslücke und verbessern zugleich das Nachhaltigkeitsrating nach CSRD. Der Betriebsrat sollte dabei früh eingebunden werden.
Was sind PAI-Kennzahlen in der nachhaltigen bAV?
PAI steht für Principal Adverse Impacts – die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen einer Kapitalanlage auf Nachhaltigkeitsfaktoren. Dazu zählen zum Beispiel der CO2-Fußabdruck eines Portfolios, der Energieverbrauch oder Verstöße gegen Sozialstandards. Die PAI-Kennzahlen sind in der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) verankert und geben Arbeitgebern ein objektives Maß dafür, wie nachhaltig ein bAV-Fonds tatsächlich investiert. Anders als ein bloßes Label lassen sich PAI-Werte vergleichen und kontrollieren – sie sind daher das beste Werkzeug, um Greenwashing auszuschließen.
Müssen kleine und mittlere Unternehmen ihre nachhaltige bAV nach CSRD berichten?
Nein, die große Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen ist von der CSRD-Berichtspflicht nicht betroffen. Künftig sollen nur Unternehmen mit über 1.000 Beschäftigten und über 450 Millionen Euro Nettoumsatz verpflichtend nach CSRD berichten. Kleinunternehmen und der Mittelstand können eine nachhaltige bAV also ohne zusätzlichen Berichtsaufwand anbieten. Der praktikabelste Weg ist eine Direktversicherung oder Pensionskasse mit einem als Artikel 8 oder 9 klassifizierten Fonds – Anlage und Reporting übernimmt dann der Versicherer.
Was ist der Unterschied zwischen EU-Taxonomie und CSRD?
EU-Taxonomie und CSRD ergänzen sich, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Die EU-Taxonomie legt fest, welche wirtschaftlichen Tätigkeiten als ökologisch nachhaltig gelten – sie definiert also, was überhaupt als grün zählt. Die CSRD dagegen verpflichtet Unternehmen, über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten zu berichten, einschließlich der Taxonomie-Quote. Kurz gesagt: Die Taxonomie ist der Maßstab, die CSRD ist die Berichtspflicht. bAV-Anbieter nutzen die berichteten Daten, um ihre eigenen Offenlegungspflichten nach SFDR zu erfüllen und nachhaltige Vorsorgeprodukte zu gestalten.
Warum lohnt sich eine nachhaltige bAV für Arbeitgeber?
Eine nachhaltige bAV lohnt sich für Arbeitgeber gleich mehrfach – ohne dass sie auf Rendite verzichten müssen. Sie stärkt die Arbeitgebermarke, bindet vor allem jüngere Fachkräfte und macht die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens glaubwürdig. Finanziell ist Nachhaltigkeit kein Nachteil: Nachhaltige Anlagen schneiden im Mittel nicht schlechter ab als konventionelle. Entscheidend für die Nettorendite ist weniger das Label als die Gesamtkostenquote des konkreten Tarifs. Der Aufwand richtet sich nach Unternehmensgröße und Durchführungsweg – für viele Betriebe genügt eine Direktversicherung mit einem Artikel-9-Fonds.
EntgeltumwandlungBei der Entgeltumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttoeinkommens in eine betriebliche Altersversorgung. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen, wodurch Arbeitnehmer Steuern- und Sozialabgaben sparen.
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