Mehr Netto vom Brutto: die Alternativen zur Gehaltserhöhung

Von Maureen Menger
Fachlich geprüft durch Stephan Seidenfad
Veröffentlicht am

Das erwartet Sie hier

Die Herausforderungen der Gehaltspolitik, Alternativen zur Gehaltserhöhung, Modelle für Mitarbeitervergütungen und mehr.

Inhalt dieser Seite
  1. Die Herausforderungen der Gehaltspolitik
  2. Alternativen zur Gehaltserhöhung: effektive Modelle für Mitarbeitervergütung
  3. Alternativen zur Gehaltserhöhung: ein Beispiel
  4. Fazit: Mehrwert durch Alternativen zur Gehaltserhöhung

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Gehaltserhöhung von 200 Euro brutto kostet den Arbeitgeber rund 240 Euro, während beim Arbeitnehmer nach Abzügen nur etwa 100 Euro netto ankommen.
  • Sachbezüge, Zuschüsse zur betrieblichen Kranken­versicherung und Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge bieten steuerlich effizientere Alternativen zur klassischen Gehaltserhöhung.
  • Ein gezielter Mix aus Gehaltserhöhung und Benefits ermöglicht bei gleichem Arbeitgeberbudget eine spürbar höhere Nettowirkung für den Arbeitnehmer.
  • Ergänzend kann die betriebliche Berufs­unfähigkeits­versicherung als weiterer Baustein in ein solches Vergütungsmodell integriert werden.

Die Herausforderungen der Gehaltspolitik

Eine Gehaltserhöhung von rund 200 Euro pro Monat kostet den Arbeitgeber, einschließlich Sozialabgaben, effektiv rund 240 Euro pro Arbeitnehmer. Bei 100 Mitarbeitern summiert sich dies auf eine beachtliche monatliche Investition von 24.000 Euro für das Unternehmen. Beim Arbeitnehmer selbst landen von dieser Erhöhung nur etwa 100 Euro netto. Von Effizienz kann bei diesem Modell keine Rede sein.

Die Diskrepanz zwischen der Investition des Arbeitgebers auf der einen und dem nur mäßigen Nettozuwachs des Arbeitnehmers auf der anderen Seite unterstreicht eine zentrale Herausforderung in der Gehaltspolitik. Unternehmen müssen daher die Kosten-Nutzen-Relation solcher Gehaltserhöhungen genau abwägen und mögliche andere Investitionsmöglichkeiten prüfen. Die Einbindung von Benefits als Alternativen zur Gehaltserhöhung kann eine effektivere Methode darstellen, ohne die finanzielle Belastung des Unternehmens unverhältnismäßig zu erhöhen.


Alternativen zur Gehaltserhöhung: effektive Modelle für Mitarbeitervergütung

Verträge zur Gesundheits- und Altersvorsorge sind beliebte Benefits und bieten Arbeitnehmern einen Mehrwert. „Arbeitgeber können die betriebliche Kranken­versicherung pro Mitarbeiter mit bis zu 600 Euro pro Jahr bezuschussen. Der steuerfreie Höchstbetrag für Beiträge des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersvorsorge beträgt acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze Renten (West)“, so bAV-Experte, Stephan Seidenfad. Der steuerfreie Höchstbetrag im Jahr 2024 liegt bei 7.248 Euro.

Sogenannte Sachbezüge bieten eine steuer- und sozial­versicherungsfreie Alternative zu Barlohn und stellen eine zusätzliche Leistung zum regulären Gehalt dar. „In Deutschland ist der Sachbezug bis zu einem Betrag von 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter steuer- und sozial­versicherungsfrei möglich.“ Zu den gängigen Formen von Sachbezügen gehören unter anderem Essensgutscheine, Tankkarten, Gutscheine für Waren oder Dienstleistungen sowie Beiträge zu Fitnessstudio-Mitgliedschaften.

Auch die betriebliche Berufs­unfähigkeits­versicherung ist eine Form der Absicherung, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern als Alternative zur Gehaltserhöhung anbieten können. Sie gewährleistet finanzielle Unterstützung, falls ein Arbeitnehmer aufgrund von Krankheit oder Unfall dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben.


Alternativen zur Gehaltserhöhung: ein Beispiel

So könnte ein intelligenter Mix bei der Gehaltserhöhung aussehen:

Alter Arbeitnehmer40 Jahre
Gehaltserhöhung200 Euro (Kosten Arbeitgeber)
Kosten Sozialabgaben 20 Euro
Normale Gehaltserhöhung100 Euro aus dem Bruttoeinkommen
Arbeitgeberfinanzierte bAV50 Euro
Sachbezug 30 Euro
Betriebliche Kranken­versicherung20 Euro

Fazit: Mehrwert durch Alternativen zur Gehaltserhöhung

Es gibt viele Modelle, Gehalt intelligenter zu erhöhen, als es bei der herkömmlichen Gehaltserhöhung der Fall wäre. Bei dem vorgestellten Modell erhält der Arbeitnehmer 80 Euro zusätzliche Kaufkraft, die sich aus der normalen Gehaltserhöhung von 50 Euro und der integrierten Benefit-Card im Wert von 30 Euro ergeben. Gleichzeitig fließen jeden Monat 50 Euro in die betriebliche Altersvorsorge, die mit Eintritt in den Ruhestand zu 28.000 – 30.000 Euro Kapital oder Rentenleistung führen (variierend je nach Einstiegsalter).

Auch eine Dynamisierung der Zusatzrente ist denkbar. Dann fließt mit jeder Gehaltserhöhung ein Teil in die Altersvorsorge. Parallel profitieren Arbeitnehmer von einer besseren Gesundheitsvorsorge durch die betriebliche Kranken­versicherung oder von einer Absicherung für den Fall der Erwerbsunfähigkeit durch die betriebliche Berufs­unfähigkeits­versicherung.

„Indem der Arbeitgeber Alternativen findet und die Gehaltserhöhung clever gestaltet, kann er sparen und mit dem gleichen Einsatz für seine Mitarbeiter deutlich mehr bewirken. Gut kommuniziert entsteht so ein echter Mehrwert.“

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Foto von Stephan Seidenfad
Geschäftsführung und bAV-Experte
Entgeltumwandlung Bei der Entgeltumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Bruttoeinkommens in eine betriebliche Altersversorgung. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Einkommen, wodurch Arbeitnehmer Steuern- und Sozialabgaben sparen. Beitragsbemessungsgrenze Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung.
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