Schritt 2
Konzeptentwicklung: Modelle und Leistungen verständlich erklärt
Ein zentrales Merkmal der bKV ist ihre Flexibilität: Sie ist keine Einheitslösung, sondern kann und sollte an die spezifischen Bedürfnisse Ihres Unternehmens und Ihrer Mitarbeiter angepasst werden. Diese Flexibilität manifestiert sich in verschiedenen Tarifmodellen und einer breiten Palette an wählbaren Leistungsbausteinen. Daraus ergibt sich für Siedie Chance, ein passgenaues und attraktives Benefit-Paket zu schnüren.
Allerdings kann die Vielfalt der Optionen ohne fachkundige Begleitung schnell unübersichtlich werden. Eine sorgfältige Analyse und Beratung sind entscheidend, um ein bKV-Konzept zu entwickeln.
Folgende Modelle stehen zur Auswahl:
- Bausteintarif
- Budgetmodell
- Kombinationsmodell
Das Baukastenprinzip (Bausteintarif): individuelle Gesundheitsleistungen nach Maß
Beim Baustein- oder Modultarif wählen Sie aus einem Katalog verschiedener Leistungsbausteine diejenigen aus, die am besten zu den Bedürfnissen Ihrer Belegschaft und den Zielen des Unternehmens passen. Jeder Baustein deckt einen spezifischen Leistungsbereich ab.
Vorteile dieses Modells sind die gezielte Abdeckung bestimmter Gesundheitsrisiken oder -wünsche und die klare Definition der versicherten Leistungen. Mitarbeiter erkennen oft den direkten Wert, wenn ein Baustein genau die Bereiche abdeckt, in denen sie persönlich einen Bedarf sehen.
Typische Bausteine umfassen unter anderem:
- Zahnersatz und Zahnbehandlung: Erstattungen für Zahnersatz (z.B. Implantate, Kronen, Brücken), professionelle Zahnreinigung, Füllungen, Wurzelbehandlungen.1
- Sehhilfen: Zuschüsse für Brillen, Kontaktlinsen und teilweise auch für refraktive Chirurgie (z.B. Lasik).1
- Heilpraktiker und alternative Medizin: Übernahme von Kosten für Behandlungen durch Heilpraktiker, Osteopathie, Akupunktur oder andere anerkannte Naturheilverfahren.1
- Vorsorgeuntersuchungen: Kostenübernahme für erweiterte Check-ups, Krebsfrüherkennungsuntersuchungen oder andere präventive Maßnahmen, die nicht oder nur teilweise von der GKV getragen werden.2
- Stationäre Leistungen: Wahlleistungen im Krankenhaus wie Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und Behandlung durch den Chefarzt.2
- Auslandskrankenschutz: Versicherungsschutz bei Reisen ins Ausland.2
- Krankentagegeld: Zahlung eines Tagegeldes bei Arbeitsunfähigkeit, um Einkommenslücken zu schließen.2
Die Auswahl und Kombination der Bausteine ermöglicht eine hohe Individualisierung des bKV-Angebots.
Das Budgetmodell: flexible Gesundheitsbudgets für Ihre Mitarbeiter
Eine Alternative zum Bausteinprinzip ist das Budgetmodell. Hier stellen Sie jedem Mitarbeiter ein jährliches Gesundheitsbudget zur Verfügung (z.B. 300 €, 600 €, 1.000 € oder mehr). Dieses Budget können Ihre Mitarbeiter flexibel für eine breite Palette an vorab definierten Gesundheitsleistungen einsetzen, je nach individuellem Bedarf.
Die Vorteile dieses Modells liegen in der hohen Flexibilität für die Mitarbeiter, die selbst entscheiden können, welche Leistungen sie wann in Anspruch nehmen möchten. Es eignet sich besonders gut für heterogene Belegschaften mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Für Sie als Arbeitgeber ist die Kostenkontrolle transparent, da die Ausgaben pro Mitarbeiter durch die Höhe des Budgets klar definiert sind. Die Administration ist, sobald das Budget festgelegt ist, in der Regel einfach.
Anwendungsbeispiele für das Budget:
- Kosten für eine neue Brille oder Kontaktlinsen.
- Professionelle Zahnreinigung oder andere zahnärztliche Behandlungen.
- Physiotherapeutische oder osteopathische Behandlungen.
- Zuzahlungen für Medikamente oder Heil- und Hilfsmittel.
- Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen.
Das Budgetmodell fördert die Eigenverantwortung der Mitarbeiter im Umgang mit ihrer Gesundheit und bietet gleichzeitig eine wertvolle finanzielle Unterstützung.
Kombinationsmodelle: das Beste aus zwei Welten?
Es ist auch möglich, Elemente des Baustein- und des Budgettarifs zu kombinieren. So könnten Sie beispielsweise einen festen Baustein für Zahnersatz anbieten und zusätzlich ein flexibles Budget für andere Gesundheitsleistungen zur Verfügung stellen.
Die Vorteile eines Kombinationsmodells können eine sehr umfassende Versorgung bei gleichzeitiger individueller Flexibilität sein. Es ermöglicht, bestimmte Kernleistungen für alle Mitarbeiter sicherzustellen und darüber hinaus individuelle Wahlmöglichkeiten zu bieten.