Drei Würfel, auf denen "Environment", "Social" und "Governance" steht
Maureen Stum

Was bedeuten die ESG-Kriterien für Unternehmen und Benefits?

In der heutigen Zeit ist Nachhaltigkeit für Unternehmen mehr als nur ein Trend – es ist eine Notwendigkeit. Im Zuge des Europäischen Green Deals werden ESG-Kriterien zum Herzstück der Unternehmensstrategien und einer nachhaltigen Wirtschaft. Mit dem Ziel, Europa bis 2050 klimaneutral zu gestalten, stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Strukturen an globale Veränderungen wie Klimawandel und soziale Ungleichheiten anzupassen. Was die Begriffe ESG, CSRD und EU-Taxonomie in diesem Zusammenhang bedeuten, lesen Sie hier. 

ESG-Kriterien als Wegweiser für nachhaltiges Wirtschaften 

Möchten Arbeitgeber zukünftig Mitarbeiter oder Investoren für ihr Unternehmen gewinnen, müssen sie sich auf die dynamische Entwicklung von Rahmenbedingungen einstellen. Die transparente Darlegung einer guten Nachhaltigkeits-Strategie signalisiert langfristige Stabilität und verantwortungsvolles Wirtschaften. Investoren erkennen, dass nachhaltige Unternehmen oft besser für zukünftige Herausforderungen gerüstet sind. Das mindert das finanzielle Risiko und erhöht gleichzeitig das Potenzial für langfristiges Wachstum. Bereits in einer PwC-Studie aus dem Jahr 2021 gaben 79 Prozent der befragten Investoren an, dass ESG-Kriterien relevant bei ihren Investment-Entscheidungen seien (Quelle).

Für Mitarbeiter spiegelt ein Engagement für Nachhaltigkeit die Werte und Ethik des Unternehmens wider, was zu einer höheren Arbeitszufriedenheit und stärkeren Mitarbeiterbindung führt. „Für 90 Prozent der Millennials spielen Nachhaltigkeitsaspekte eine zentrale Rolle bei der Berufswahl. 16 Prozent geben sogar an, den Arbeitgeber aufgrund des Arbeitsumfelds und des fehlenden Umweltbewusstseins zu wechseln. Der Arbeitsmarkt bewegt sich. Neben Kundenreputation und Investorenattraktivität ist das Recruiting von neuen Mitarbeitern in Zeiten des Fachkräftemangels ein allgegenwärtiges Thema.“ 

Das bedeuten die ESG-Kriterien für Unternehmen und Benefits

Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein soziales Anliegen, Regeln für die Umsetzung von modernen Unternehmensstrategien sind mittlerweile tief in der EU-Gesetzgebung verankert. Im Zentrum der Entwicklung steht die EU-Taxonomie, in der die ESG-Kriterien geregelt sind. Hinter der Abkürzung steckt nicht nur eine EU-Verordnung, sondern eine zukunftsorientierte Idee: Das „E“ steht für Environment und beinhaltet beispielsweise die effiziente Nutzung von Energie und Rohstoffen. Das „S“ steht für Social und bezieht sich auf alle sozialen Themen, die innerhalb eines Unternehmens anfallen. Das „G“, steht für Governance und umfasst Aspekte der Unternehmensführung.  

Für Unternehmen bedeutet ESG mehr, als den Mitarbeitern das E-Bike-Leasing anzubieten oder den Fuhrpark auf Elektroautos umzurüsten. ESG bedeutet, in Produkte zu investieren, die nachhaltig wirken (Environment). „Arbeitgeber können beispielsweise die Betriebsrente so bauen, dass das Investment nachhaltig und esg-konform ist. Damit schaffen sie nicht nur einen Recruiting-Anker, sondern tun etwas Gutes für unsere Welt.“  

ESG bedeutet auch, geschlechtergerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen und langjährigen, leistungsstarken Mitarbeitern die Chance auf einen würdevollen Ruhestand zu geben. Auch die Gesundheitsvorsorge kann ein wichtiger Bestandteil eines solchen Benefit-Modells sein, um die Lücken der gesetzlichen Versicherung zu kompensieren (Social). „Daneben ist die Bereitstellung von Arbeitskraftabsicherungen wertvoll, um sowohl die finanzielle Sicherheit der Angestellten zu stärken als auch die Loyalität und Zufriedenheit im Unternehmen zu erhöhen.“ 

ESG bedeutet ebenfalls, Nachhaltigkeit auf Führungsebene und in Rollen und Organisation zu verankern (Governance). „Unternehmen, die ihre Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit, Mitarbeitergesundheit und Mitarbeiterruhestand in ihrem Wertekatalog und Recruiting anzeigen, sind Vorreiter in einem von Schwierigkeiten behafteten Arbeitsmarkt.“ 

Welche Unternehmen müssen esg-konform sein? 

Die sogenannte Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist eine Weiterentwicklung des Corporate Social Responsibility Reports (CSR) und legt fest, welche Unternehmen über ihre Nachhaltigkeit Bericht erstatten müssen. Das sind laut aktueller Rechtslage vor allem größere, kapitalmarktnahe Unternehmen. Die Europäische Kommission möchte die Berichtspflichten jedoch bis 2026 stufenweise ausweiten. Dann fallen Unternehmen unter die Verpflichtung, die mindestens zwei der drei Kriterien erfüllen (Quelle).

  • der Nachweis einer Bilanzsumme von > 20 Millionen Euro 
  • Nettoumsatzerlöse von > 40 Millionen Euro 
  • mehr als 250 Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

„Der Green Deal besagt, dass die Europäische Union bis 2050 CO₂-neutral sein möchte. Früher oder später werden die ESG-Kriterien auch die Unternehmen tangieren, die heute noch nicht von den Spielregeln betroffen sind. Deshalb ist es vorteilhaft, sich schon heute mit den Rahmenbedingungen des ESG auseinanderzusetzen.“ 

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Stephan Seidenfad

Geschäftsführer und Gründer Experte für die Themengebiete: bAV, Recht & Steuern, kAV, Digitale Lösungen und Absicherung

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