Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Ingenieure haben die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln, denn Ihr Gehalt liegt oftmals über der Versicherungspflichtgrenze.
  • Die PKV bietet im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenkasse attraktivere Leistungen. Zudem können die Beiträge günstiger sein.
  • Die Kosten der PKV sind individuell verschieden. Angestellte Ingenieure profitieren davon, dass Arbeitgeber ihnen verpflichtend einen Zuschuss gewähren müssen.
  • Versicherte können für das Alter zusätzlich mit einem Beitragsentlastungstarif vorsorgen.

Wann können Ingenieure in die private Krankenversicherung wechseln?

Als Ingenieur können Sie in zwei Fällen eine private Krankenversicherung abschließen:

  • Wenn Sie sich selbstständig gemacht haben, beispielsweise als Geschäftsführer eines Ingenieurbüros oder
  • wenn Ihr Gehalt als Angestellter oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Als Selbstständiger haben Sie grundsätzlich keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Sozialversicherung und können darum immer eine private Krankenversicherung abschließen (Besonderheiten gelten für die PKV für Gesellschafter-Geschäftsführer). Als Angestellte beziehungsweise leitende Angestellte müssen Sie mindestens ein Jahr lang mehr als 5.212,50 Euro im Monat bzw. 62.550 Euro im Jahr (Versicherungspflichtgrenze 2022) verdienen, damit Sie sich von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse befreien lassen können.

Kann die Familie in der privaten Krankenversicherung mitversichert werden?

Eine kostenlose Mitversicherung von Familienmitgliedern wie in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht. Versicherte müssen für jedes Familienmitglied eigene Beiträge zahlen. Für Kinder sind diese meist sehr günstig. Unter folgenden Umständen kann Ihre Familie mit in die PKV wechseln:

  • Wenn Sie verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sind: In diesem Fall ist das maßgebliche Kriterium für die Versicherung der Kinder, welcher der beiden Partner mehr Geld verdient. Ist es der Partner, der bereits in der PKV versichert ist, so können Ehepartner auch die Kinder in der PKV versichern (genauso wie der zweite Ehepartner, wenn er kein eigenes Einkommen hat). Sie können die Kinder jedoch auch freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichern. Es besteht keine Pflicht, auch für sie die PKV zu wählen. In diesen Fall gibt es für Ihre Kinder allerdings keinen Zuschuss vom Arbeitgeber.
  • Wenn Sie nicht verheiratet sind: Dann können Sie sich flexibel aussuchen, wie Sie Ihre Kinder versichert möchten. Jeder Partner muss und kann sich entsprechend seiner beruflichen Situation versichern.

Welche Leistungen bietet die private Krankenversicherung?

Mit dem Eintritt in die private Krankenversicherung wechseln Sie im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenkasse in ein anderes Versorgungssystem über. Anstatt dem Einlesen einer Versichertenkarte stellen die Ärzte Rechnungen aus, die der Versicherte bezahlen muss. Im Anschluss wird Ihnen der Betrag von der PKV erstattet. Dadurch, dass Leistungen anders abgerechnet werden, ergeben sich viele Vorteile für Privatversicherte. Darunter zum Beispiel:

  • kürzere Wartezeiten auf Facharzt-Termine
  • wahlärztliche Leistungen im Krankenhaus
  • Leistungen können nach Wunsch gebucht werden
  • keine Leistungskürzungen
  • unter Umständen günstigerer Tarif als in der GKV

So viel kostet die private Krankenversicherung für Ingenieure

Die Kosten der privaten Krankenversicherung richten sich immer nach Ihrem individuellen Einzelfall. Die Versicherer berechnen die Prämien danach, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass jemand viele Leistungen in Anspruch nehmen muss. Das heißt: Je jünger Sie sind, und je besser Ihr persönlicher Gesundheitszustand ist, desto günstiger sind die Beiträge zur PKV.

Zudem können Sie als Ingenieur in manchen Fällen davon profitieren, dass größere Arbeitgeber oder Berufsverbände günstige PKV-Gruppentarife mit vereinfachten Gesundheitsfragen anbieten.

Angestellte Ingenieure profitieren von Arbeitgeberzuschuss

Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, Angestellten einen Zuschuss zu ihrer PKV zu zahlen. Dieser soll, wie bei gesetzlich Versicherten, die Hälfte der Kosten für die PKV abdecken. Der Betrag ist aber bei der Höchstgrenze des Beitrages für die gesetzliche Krankenversicherung gedeckelt. Sollte der persönliche Beitrag darüber hinausgehen, muss der Arbeitnehmer den Rest selbst übernehmen. In der PKV versicherte Familienmitglieder können davon profitieren, wenn der versicherte den Arbeitgeberanteil nicht komplett ausgeschöpft. Der „übrige“ Betrag wird dann als Zuschuss zu deren Krankenversicherungen gewertet.

Unser Experten-Tipp: Sind die Beiträge zur PKV auch im Alter noch bezahlbar?

Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung sind lebenslang kalkuliert. Der Beitrag wächst nicht mit dem Anstieg des Alters. Durch das Leistungsversprechen in der privaten Krankenversicherung muss der Versicherer die Kostensteigerung in der medizinischen Versorgung und in Abständen die Steigerung der Lebenserwartung im Beitrag jedoch.

Zusätzlich zum System der Kapitaldeckung, Bildung von Alterungsrückstellungen, hat der Gesetzgeber zum 01.01.2000 einen gesetzlichen Zuschlag von 10 Prozent in der Beitragsberechnung gefordert, den der Versicherte bis zum Endalter von 60 Jahren zahlt und ab 65 Jahren als zusätzliche Rückstellung mit den Alterungsrückstellungen die weitere Beitragsentwicklung abfedert.

Beitragstarife senken Kosten im Rentenalter

Wenn Sie darüber hinaus noch mehr fürs Alter sorgen möchten, können Sie einen sogenannten Beitragsentlastungstarif beziehungsweise einen entsprechenden Baustein zu Ihrer Versicherung wählen. Bei einem solchen Tarif wird vereinbart, dass die Beiträge bis zu einem bestimmten Alter etwas höher sind. Beim Erreichen des festgelegten Alters senkt Versicherer diese schließlich. So verschieben Sie als Versicherter die finanzielle Belastung in den Zeitraum, in dem Sie aktiv mehr Geld verdienen. Zudem mindern Sie die Last für die Zeit als Rentner.

Checkliste für Ingenieure bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung

Die folgende Aufstellung soll keinesfalls eine erschöpfende Liste darstellen. Sie bietet jedoch einen ersten Anhaltspunkt, worüber Sie sich vor Abschluss einer privaten Krankenversicherung machen sollten. Unsere Experten gehen mit Ihnen in einem persönlichen Beratungsgespräch die einzelnen Punkte gründlich durch.

  • Sind Sie von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse befreit? (Entweder durch Status als Selbstständiger oder durch die Gehaltsklasse?)
  • Wird Ihr Gehalt dauerhaft hoch genug sein, um die gesetzlichen Bedingungen für einen Eintritt in die PKV zu erfüllen?
  • Sind Sie jünger als 45 Jahre? (Dann sind die Beiträge in der Regel günstiger*)
  • Haben Sie schwerwiegende Vorerkrankungen, die eventuell zu Beitragsaufschlägen oder Leistungsausschlüssen führen würden?
  • Planen Sie, längere Zeit in Elternzeit zu gehen?
  • Haben Sie Familie, die mitversichert werden muss?
  • Planen Sie, für längere Zeit im Ausland zu arbeiten?
  • Brauchen Sie noch weitere Absicherungen, wie zum Beispiel eine Krankentagegeldversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung? (Erstere ist besonders für Selbstständige sinnvoll, letztere für alle Menschen.)

*Natürlich können Sie auch noch mit über 45 Jahren eine private Krankenversicherung abschließen, wenn Ihnen die besseren Leistungen die höheren Beiträge wert sind.

So können wir Ihnen helfen

Die richtige private Krankenversicherung zu finden, ist ein großes Vorhaben. Die Versicherung begleitet Sie idealerweise ein Leben lang. Unsere Experten für die PKV helfen Ihnen gerne mit unserer unabhängigen und für Sie kostenlosen Versicherungsberatung. Nehmen Sie einfach mit uns Kontakt auf! Sie erreichen uns unter der Telefonnummer 0201 - 10 22 77 0 oder per E-Mail unter info@vonbuddenbrock.de.

Wann haben Sie das letzte Mal gemeinsam mit Ihrem Finanzexperten, Banker, Steuerberater und vielleicht auch Rechtsberater gemeinsam an einem Tisch gesessen, um Ihre unternehmerische oder private Finanzstrategie abzustimmen? Vermutlich noch nie. Dabei ist kein Finanzthema eine Insellösung. Es besteht immer eine direkte Wechselwirkung zu anderen Themengebieten aus den Bereichen Finanzen, Recht und Steuern. Diese Art von Beratung nennen wir Kontextberatung. Sprechen Sie uns an.

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Robert Böhrk