Berufs­unfähigkeits­versicherung für Ingenieure

Das Wichtigste in Kürze

Berufs­unfähigkeits­versicherung für Ingenieure

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Ist eine Berufs­unfähigkeits­versicherung für Ingenieure sinnvoll?

Grundsätzlich ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Menschen sinnvoll, die

  • von ihrem Arbeitseinkommen leben und
  • die keine andere finanzielle Absicherung für den Fall vorgesehen haben, dass sie berufsunfähig werden.

 

Dies gilt somit auch für Ingenieure – und zwar unabhängig davon, ob Sie angestellt, freiberuflich oder selbstständig arbeiten. Jeder Vierte wird heute im Laufe seines Lebens einmal berufsunfähig. Hierzu müssen Angestellte keinen risikoreichen Beruf ausüben. Die Berufsunfähigkeit kann auch durch psychische Krankheiten wie Burnout oder Probleme mit der Wirbelsäule eintreten.

Reicht nicht die gesetzliche Erwerbsminderungs­rente?

Alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind, haben nach einer gewissen Zeit Anspruch auf die sogenannte Erwerbsminderungsrente. Allerdings muss dafür eine Versicherungszeit von fünf Jahren erfüllt sein. Zudem müssen Arbeitnehmer drei Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Die Rentenversicherung zahlt die Erwerbsminderungsrente jedoch erst, wenn Arbeitnehmer in gar keinem Beruf mehr arbeiten können, also nicht mehr als Ingenieur, sondern auch nicht mehr als Bürohilfe oder Kellner. Zudem tritt die Erwerbsminderungsrente erst ab einem Berufsunfähigkeitsgrad von 100 Prozent in Kraft. Das heißt: Sobald zum Beispiel ein Ingenieur noch in Teilzeit arbeiten könnten, wird die Rente nicht gezahlt.

Welche Leistungen bietet die Berufs­unfähigkeits­versicherung für Ingenieure?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert die Arbeitskraft ab. Sobald ein Arzt die Berufsunfähigkeit festgestellt und der Versicherer den Leistungsantrag bewilligt, erhalten Versicherte eine Berufsunfähigkeitsrente. Dies gilt:

  • sobald sie zu mehr als 50 Prozent nicht mehr im alten Beruf arbeitsfähig sind und
  • dieser Zustand länger als sechs Monate anhält.

Viele Versicherer bieten die Möglichkeit, eine Beitragsdynamik zum Inflationsausgleich, eine Nachversicherungsgarantie oder eine Absicherung auch für längerfristige, aber zeitlich begrenzte Krankheitszeiten („Gelbe-Schein-Klausel“), mit aufzunehmen.

Besonderheit bei frei­beruflichen Ingenieuren: Das Versorgungs­werk

Freiberuflich arbeitende Ingenieure sind normalerweise nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Dafür sind sie in der Regel verpflichtet, der Ingenieurkammer Ihres Bundeslandes beizutreten. In der Absicherung über die Ingenieurkammern ist auch eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit enthalten. Diese ist zwar zunächst vorteilhafter als die staatliche Erwerbsminderungsrente, da sie Berufs- und nicht Erwerbsunfähigkeit absichert. Allerdings sind die Voraussetzungen für den Erhalt der Berufsunfähigkeitsrente härter als bei einer privaten BU:

  • Es muss eine 100-prozentige Berufs­unfähigkeit vorliegen, das heißt, Ingenieure müssen die Tätigkeit komplett aufgeben.
  • Ingenieure müssen vorab über einen bestimmten Zeitraum eingezahlt haben, bevor das Versorgungswerk Kosten übernimmt.
  • Zudem fällt die Rente des Versorgungswerks, ähnlich wie die staatliche Erwerbsminderungsrente, gering aus. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung lohnt sich darum auf jeden Fall zusätzlich.

    Was kostet eine Berufs­unfähigkeits­versicherung für Ingenieure?

    Wie hoch die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung ausfallen, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. So gilt beispielsweise: Je jünger und gesünder Versicherte sind, desto geringer sind die monatlichen Beiträge. Zudem hängen die Kosten vom ausgeübten Beruf ab. Die Versicherer bieten günstigere Tarife für Menschen an, die nicht oder nur sehr wenig körperlich arbeiten wie zum Beispiel Wirtschaftsingenieure. Versicherte müssen mit höheren Beiträgen rechnen, wenn:

    • Sie als Bauingenieur tätig sind und öfter selbst auf Baustellen anwesend sein müssen oder
    • sie als Chemieingenieure täglich mit gefährlichen Stoffen arbeiten.

     

    Denn bei Berufstätigen dieser Ingenieurwissenschaften ist das Risiko, berufsunfähig zu werden, deutlich höher.

    Berechnungsgrundlage:

    • gewünschte BU-Rente: 2500 Euro monatlich
    • Alter: 40 Jahre
    • Renteneintrittsalter: 67 Jahre
    • Beruf: Ingenieur für Verfahrenstechnik
    • 90 Prozent Büroarbeit

    Versicherer

    Monatsbeitrag

    Swiss Life

    ab 111 Euro

    Alte Leipziger

    ab 113 Euro

    HDI

    ab 118 Euro

    Dieses Kostenbeispiel kann selbstverständlich nur ein Anhaltspunkt dafür sein, was eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieure kosten könnte. Der Einfluss der individuellen Faktoren wie Alter und eventuelle Vorerkrankungen ist hoch. Weitere Beispiele finden Sie auf unseren Seiten für Geschäftsführer und leitende Angestellte. Für eine unverbindliche Anfrage, was eine BU für Sie kosten würde, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf. Unsere BU-Experten helfen Ihnen gerne dabei, den für Sie günstigsten Tarif zu finden.

    Berufs­unfähigkeits­versicherungen für Ingenieure im Vergleich

    Unabhängige Testinstitute analysieren regelmäßig Lebensversicherer und vergleichen ihre Tarife für bestimmte Berufsgruppen. Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) bewertete in einer Studie von 2019 beispielsweise BU-Tarife für Elektroingenieure. Die Tarife der Continentale und der Swiss Life konnten sich besonders auszeichnen und erhielten die Gesamtbewertung „hervorragend“ (Quelle).

    Worauf sollten Ingenieure beim Vergleich der Berufs­unfähigkeits­versicherungen achten?

    • Besonders vorteilhaft ist es, wenn Ingenieure möglichst früh im Berufsleben eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Denn dann sind die Tarife am günstigsten, auch, weil der gesundheitliche Zustand in jungem Alter normalerweise deutlich besser ist als später.
    • Um die Absicherung später zu erhöhen, wenn Versicherte einige Gehaltsstufen nach oben geklettert sind, lohnt es sich, eine Nachversicherungsgarantie zu vereinbaren. Hiermit können sie ohne erneute Gesundheitsprüfung die versicherte Berufsunfähigkeitsrente erhöhen.
    • Für selbstständige Ingenieure kann die Umorganisationsklausel sehr wichtig sein. Diese regelt, ob und in welcher Form ein Selbstständiger den eigenen Betrieb umorganisieren muss, um selbst noch dort arbeiten zu können. Die verschiedenen Versicherer gestalten die Umorganisationsklausel unterschiedlich kundenfreundlich.

    Durch Beratung zur passenden Berufs­unfähigkeits­versicherung

    Bei der Vielzahl von Versicherern und ihren angebotenen Tarifen kann es schwierig sein, den Überblick zu behalten und das tatsächlich beste Angebot zu finden. Unsere Experten für die Berufsunfähigkeitsversicherung kennen sich bestens aus und finden die richtige Absicherung für Ihren Ingenieurberuf. Wir unterstützen Sie gerne und finden gemeinsam mit Ihnen das für Sie persönlich beste Angebot. Rufen Sie uns an unter 0201 10 22 77-0 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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    Achim Wehrmann